Das ist ja so 80er!

Damals und heute. Schwarz-Weiß und Bunt.

Wer heute in Kreuzberg pastellfarben gestrichene und wärmegedämmte Gründerzeithäuser bewundert, kann sich das gar nicht mehr vorstellen: Die Höfe grau, die Straßen leer, Häuser auf Abriss, Soldaten üben Häuserkampf. Die alte Stadt galt als unwürdig und sollte abgerissen werden. Sobald die letzten Mieter:innen gegangen waren, wurden Dächer und Fenster zerstört, um das Haus der Witterung auszusetzen und es damit endgültig abrissreif zu machen. Und doch war mitten in der Verwahrlosung Platz für ein pralles Leben voller Ausprobieren und Radikalität. Wir sammeln mit Freude Berichte, Bilder und Filme in unseren Archiven und der unseres Kiezes, um einen Eindruck von damals in die heutige Zeit zu retten. Bei unseren eigenen Bildern könnt Ihr sogar die bunte Metamorphose verfolgen und staunen, wie aus ein paar Chemieschuppen und Schrott das bunte gallische Dorf heute entstanden ist: in unserer kleinen Vorher-Nachher Gallerie zeigen wir Euch, wie es und wir gewachsen sind!

Macht euch selber ein Bild.

Früher war alles Schwarz-Weiß:

KuKuCK | Kunst und Kulturzentrum Kreuzberg

Wieder eine Aufforderung zur sanierungspolitischen Propaganda der Tat! 1912 war das Haus in der Anhalter Straße als Gewerbe- und Bürokomplex erbaut worden. Der „KuKuCK“ wurde schnell ein alternatives Kulturzentrum, das mit der Devise „Leben und Arbeiten als Einheit“ antrat, zehn freie Theatergruppen und Musiker beherbergte, ein kommunales Kino, eine Bibliothek, ein Café, eine Galerie, ein…

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Wer bekommt schon eine Demo zum Geburtstag geschenkt!

Sehr gern zitieren wir wieder den Südost Express, in diesem Fall von September September 85: Unter dem Titel „Jahrmarkt der Sehenswürdigkeiten“ wird verlautet: „Draußen ging es derweil mit Donner und Kapelle um den Erhalt der Regenbogenfabrik, mit deren Abriss Franke droht, um die Regenbogler zum Verlassen ihres angrenzenden Wohnhauses zu erpressen. Dass Franke auf den…

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Schiff heiß, Schiff kalt

Juni 1985 Um etwas Geld für die Sanierung der Regenbogenfabrik zu verdienen – das eigentlich immer gebraucht wurde, denn die Fabrik war zu diesem Zeitpunkt in einem desolaten Zustand – trug man uns an, bei einer Kunstaktion der NGBK mit einem Würstchenstand etwas Geld zu verdienen. Freiwillige vor – und es fanden sich vor allem…

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Das Telefon in der Bülow 52

Praxis Bülowbogen ist der Titel einer Vorabendserie des Ersten Deutschen Fernsehens, die von 1987 bis 1996 von der ARD produziert und gesendet wurde. Im Mittelpunkt der Serie steht die Praxis des Arztes Dr. Peter Brockmann (dargestellt von Günter Pfitzmann). Die Praxis befindet sich in der Zietenstraße 22, nahe dem Bülowbogen, einer Kurve der Bülowstraße bzw.…

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Regenbogenkino: vom Anfang

Hoch spannt sich ein Regenbogen bis in die Wolken – letztlich verflüchtigt er sich doch, wie andere Fata Morganen auch. Darum vielleicht empfiehlt die bekannte Volksweisheit auf dem Boden zu bleiben, und spricht vom Schatz ‚am Fuße‘ des Regenbogens. Und hier unten versucht das Kino, das sich Regenbogen nennt, seine Schätze auch zu finden: keine…

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Das Kubat-Dreieck

oder auch das Q-Bat-Freieck genannt 1988 | Das Lenné-Dreieck wird besetzt, eine Fläche auf der Westseite der Mauer, aber Staatsgebiet der DDR. West-Berlin will dort eine Verbindungsstrasse errichten, ein Gebietsaustausch mit der DDR ist geplant. Der Platz wird von den Besetzer*innen in Kubat-Dreieck umbenannt und eine Zeltstadt errichtet. Als die Westberliner Polizei am 1.7.1988 das…

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Als wir, die Hausgemeinschaft „Hinterm Regenbogen“,

im November 2020 auf die Unterschriften unter den Kaufvertrag anstoßen konnten … … da blickten wir auf drei intensive Jahre zurück. Eine Zeit voller Forscher*innendrang (Welche neue Eigentumsform wollen wir? Wie lässt sich das alles finanzieren? Wie machen andere das?) und banger Fragen trotz großem Optimismus – und auf die Erfahrung von viel Solidarität. Ein…

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Anti-Berliner Schutzwall

1987 | Zitat aus der taz: Am 17. Juni, 18.00 Uhr an der Kottbusser Brücke in Berlin– Kreuzberg: In Windeseile laden Bauarbeiter neun riesige Mauerteile von der Ladefläche eines Lkw und bauen sie auf der Fahrbahn auf. Kreuzberg ist abgeriegelt; nur für den an– und abfahrenden Verkehr bleiben zwei kleine Schlupflöcher. Ein Schild erläutert die…

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40 Jahre Heilehaus

Im Februar 1981 wurden der Seitenflügel, das Gartenhaus und eine Ladenwohnung in der Waldemarstrasse 36 besetzt.Das besetzte Haus wurde HeileHaus genannt. Die Besetzer*innen kamen aus dem Umfeld von Selbsthilfe- und Lerngruppen, die sich schon länger mit einer naturheilkundlichen Behandlung von Krankheiten beschäftigten. Aus einer kritischen Haltung gegenüber der Schulmedizin mitsamt der Tablettenschwemme der Pharmaindustrie und…

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Lappenkrieg

Am 11. Juni 1982 wurde der damalige US-amerikanische Präsident Reagan in Berlin erwartet. Damals ging es um die Stationierung von NATO-Mittelstreckenraketen. Es gab Demos in Bonn und Berlin. Am Nollendorfplatz kam es zu einer der schwersten Straßenschlachten, die West-Berlin bis dahin erlebt hatte. Sowohl in Europa als auch in den USA hatte der Widerstand gegen…

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Eine Liebeserklärung

1984 zog ich ins besetzte Haus in der Regenbogenfabrik – zum Entsetzen meines Vaters. Geblieben bin ich ungefähr drei Jahre. Dann habe ich mich verliebt in einen Ex-Besetzer und bin Hals über Kopf zu ihm in die schicke Fabriketage. Von da aus kurz vor dem Mauerfall nach „Wessiland“. Ich erinnere mich noch gut: Ich war so…

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Menschen, Häuser

Dokumentation – „Menschen, Häuser“ Berlin Kreuzberg in den 80er JahrenBerlin, stadtentwicklung, UrbanismDokumentation – „Menschen, Häuser“ Berlin Kreuzberg in den 80er JahrenBy urbanshit · On 18. April 2014„Menschen, Häuser“ ist eine Dokumentation, die den Berliner Stadtteil Kreuzberg in den frühen 80er Jahren zeigt. Es ist nicht nur spannend zu sehen, wie sich der Stadtteil und die…

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Freunde des Regenbogens

Hochkarätig ist’s, was sich als Initiativkreis zur Unterstützung des Projektes Regenbogenfabrik zusammentat: Jugendstadtrat König, Schulkollege Waldi Schulze, Vereinsboss Hans Schapdick, Klaus Duntze („Strategien“-Pfarrer), Kreuzbergs oberster Evangele Gustl Roth, die Ölberg-Gemeinde und das Diakonische Werk. Mit dem Bausenator und mit Spekulant Vogel soll ein Wörtchen geredet werden, denn seit einem halben Jahr hat sich nichts Positives…

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1. Mai 1987

In den deutschen Single-Charts stand am 1. Mai 1987 der Song „You’re the Voice” des australischen Sängers John Farnham an der Spitze auf Nummer 1, in dem er u.a. singt: We have the chance to turn the pages overWe can write what we want to writeWe gotta make ends meet, before we get much older…You’re…

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Werner Orlowsky

Heute, am 8. April, wäre mein Vater Werner Orlowsky 93 Jahre alt geworden. Das hat er leider nicht geschafft. Er ist am 16. Februar 2016 nach langer Krankheit in der Datsche seiner 2. Gattin verstorben. Ich befand mich zu dieser Zeit im Urlaub auf Gomera und hatte dort Zeit, mir über Trauerfeier und Beerdigung Gedanken…

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Blockversammlung in der Ölberg-Gemeinde

(Fast) „Genau ein Jahr nach ihrer Besetzung wurde das Schicksal der Regenbogenfabrik in der Lausitzer Straße besiegelt. [Wow, „Schicksal“ was für Worte!] Am 4. März fand in der Ölberg-Gemeinde eine Bürgerversammlung statt, um den Anwohner:innen der Lausitzer/Ecke Reichenberger Straße das Konzept der Regenbogenfabrik zu erläutern. Ein Jahr lang renovierten die Besetzer:innen des Hinterhauses Lausitzer Straße…

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Von der Feuerwache zur Regenbogenfabrik

Die Regenbogenfabrik wurde am 14. März 1981 besetzt. In das Geburtstagsjahr starteten wir mit einem Vortrag zur Vorgeschichte. Am Sonntag, den 14. März haben wir das live gesendet aus dem RegenbogenCafé. Andy zeigte im Vortrag den langen Weg/Kampf um ein Kulturzentrum im Kiez und erklärte dabei unter anderem, welcher geschichtliche Zusammenhang zwischen der UFA-Fabrik, dem…

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Bericht von der Besetzung der Regenbogenfabrik

Der Südost Express berichtete in seiner Ausgabe vom April 1981: Instandbesetzung in der Lausitzer Straße In einer Blitzaktion besetzten eine Gruppe Gewerkschafter, eine Gruppe alleinstehender Frauen mit Kindern sowie einige Mitarbeiter und Freunde der Bürgerinitiative SO die leeren Wohnungen in der Lausitzer Straße 22a und 23 und die Fabrikgebäude in der Lausitzer 22. Unterstützt wurden…

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Der Bau des Hostels

Durch den Umzug der Musiker in die neu fertiggestellten ( vom Kultursenat geförderten) Musikübungsräume im Keller waren hinten in der Ecke des L-Stücks der Regenbogenfabrik freie Räumlichkeiten entstanden. Das heißt: sie waren nicht wirklich „frei“, denn unser eifriger Hausmeister Flocki hatte schon immer zum Wohle der Fabrik alle möglichen Sachen gesammelt, die frau/man irgendwann einmal…

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Pedale und Randale

1982 | Aktion „Pedale und Randale“ Die Fahrradlager des Berliner Senates für Krisenzeiten wurden geräumt. Originalverpackt konnten sie von Großabnehmern bestellt und weiterverkauft werden. Der Verein SO 36 hatte 1250 Räder gekauft. In einer Riesenaktion mit Festcharakter wurden diese in der Regenbogenfabrik unter Anleitung zusammengebaut und an EinzelabnehmerInnen weitergegeben. Nicht nur Einzelpersonen kamen, sondern auch…

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