Der Südost Express

Begonnen hatte alles mit einem achtseitigen Faltblatt – der Nullnummer im Dezember 1977. Herausgeber war die inzwischen legendäre Bürgerinitiative SO36. Zusammengetan hatten sich Student*innen, Fotograf*innen, Texter*innen und Aktivist:innen gegen eine als unmenschlich empfundene Wohnungsbaupolitik.

Gegen Kahlschlagsanierung und für die Besetzerszene, dabei niemals einseitig, doch immer engagiert. Ihr werdet sehen, dass wir uns in diesem Blog des öfteren an unserem alten Wegbegleiter orientieren werden.

Verabschiedet hat sich die Redaktion nach 13 Jahren. „Sie gehen … – wir auch!“ So stand es auf dem Titel der „Allerletzten“ Ausgabe des Südost Express, der Nr.141 vom Juli 1990. Da war einem wehmütig, doch tatsächlich kam das zum richtigen Moment, das kleine politische und kulturelle Biotop im Schutz der Mauer war Geschichte geworden.

Eine kleine, feine Zeitung aus Kreuzberg, die wir bei Gelegenheit gerne noch genauer vorstellen wollen, verabschiedete 2002 den Südost Express auf diese Weise:

Kreuzberger Chronik

https://irights.info/artikel/der-lange-weg-ins-netz/26369

Aus dem Südost Express:

Tag des guten Nachbarn

Ihr erratet es schon, das ist doch mal wieder etwas aus der mehr oder weniger skurrilen Jahrestagskollektion. In unserer Chronik war zusammenfassend weniger Gutnachbarliches zu lesen: „1982 | Vogel/Braun droht mit der Räumung der Lausitzer 22a/23 zum 1.10.82.Eine kurzfristig einberufene Gesprächsrunde kann dies verhindern. Es wird eine Übereinkunft unterzeichnet, in der den Besetzern Verträge und…

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Sondernummer des Südost Express zu Vogel-Braun

Liebe Leser des SÜDOST-Express! Eine Extra-Ausgabe macht insbesondere Freizeit- Aktiven außerordentlich viel Mühe. Und ein bißchen Mühe sollen auch Sie sich machen: beim Lesen und Durchwühlen durch die 24 Seiten. Und beim Weitersagen, Drüber- Reden, Weitergeben.Wir meinen, dass es sich lohnt. Spekulation mit Häusern und mit Mieterschicksalen — vor zwei Jahren in Berlin noch in…

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1981 | Brandanschlag auf die Regenbogenfabrik

Am 19. September hatte es in der Fabrik noch eine spannende Veranstaltung gegeben: Gewerkschafter aus Westberlin und Westdeutschland trafen sich zu diesen Themen: Betriebsarbeit – Arbeit im Kollektiv, Probleme der Arbeit ob überhaupt und wenn ja wie, Probleme der Gewerkschaftsarbeit (z B Neue Heimat), Anti-AKW Arbeit in den Gewerkschaften. Angezettelt hatten es Leute aus der…

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Die Sorauer Straße

von Werner von Westhafen Wäre es nach James Hobrecht gegangen, der 1862 den Straßenplan für das neue Stadtviertel im Südosten Berlins zeichnete, hätte es die Sorauer Straße nie gegeben. Hobrecht hatte nicht damit gerechnet, dass die neue Hauptstadt derartige Menschenmassen anzog und deshalb die Grundstücke viel zu großzügig angelegt wurde, mit genügend Platz für lichte…

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Wer bekommt schon eine Demo zum Geburtstag geschenkt!

Sehr gern zitieren wir wieder den Südost Express, in diesem Fall von September September 85: Unter dem Titel „Jahrmarkt der Sehenswürdigkeiten“ wird verlautet: „Draußen ging es derweil mit Donner und Kapelle um den Erhalt der Regenbogenfabrik, mit deren Abriss Franke droht, um die Regenbogler zum Verlassen ihres angrenzenden Wohnhauses zu erpressen. Dass Franke auf den…

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Blockversammlung in der Ölberg-Gemeinde

(Fast) „Genau ein Jahr nach ihrer Besetzung wurde das Schicksal der Regenbogenfabrik in der Lausitzer Straße besiegelt. [Wow, „Schicksal“ was für Worte!] Am 4. März fand in der Ölberg-Gemeinde eine Bürgerversammlung statt, um den Anwohner:innen der Lausitzer/Ecke Reichenberger Straße das Konzept der Regenbogenfabrik zu erläutern. Ein Jahr lang renovierten die Besetzer:innen des Hinterhauses Lausitzer Straße…

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Bericht von der Besetzung der Regenbogenfabrik

Der Südost Express berichtete in seiner Ausgabe vom April 1981: Instandbesetzung in der Lausitzer Straße In einer Blitzaktion besetzten eine Gruppe Gewerkschafter, eine Gruppe alleinstehender Frauen mit Kindern sowie einige Mitarbeiter und Freunde der Bürgerinitiative SO die leeren Wohnungen in der Lausitzer Straße 22a und 23 und die Fabrikgebäude in der Lausitzer 22. Unterstützt wurden…

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Pedale und Randale

1982 | Aktion „Pedale und Randale“ Die Fahrradlager des Berliner Senates für Krisenzeiten wurden geräumt. Originalverpackt konnten sie von Großabnehmern bestellt und weiterverkauft werden. Der Verein SO 36 hatte 1250 Räder gekauft. In einer Riesenaktion mit Festcharakter wurden diese in der Regenbogenfabrik unter Anleitung zusammengebaut und an EinzelabnehmerInnen weitergegeben. Nicht nur Einzelpersonen kamen, sondern auch…

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