Obdachlosigkeit in Berlin: was kann ich machen

Mit dem kalten Berliner Winter, der vor der Tür steht, kehrt dieselbe Herausforderung wie jedes Jahr zurück:
Wie hilft man den Leuten, die keine feste Wohnung haben, vor der Kälte? Hier ein paar nützliche Adressen in Kreuzberg und darüber hinaus.

Zum warm bleiben

Café Krause: ab 3 September, Kältehilfe November bis März
Dienstag bis Freitag, 7 bis 9 Uhr + 17 bis 21 Uhr
Bethaniendamm 23-27
10997 Berlin
Tel: (030) 612 37 22

Ab 1. November bis 31. März ist der Kältebus wieder unterwegs:
Kältebus 1: täglich unterwegs von 21:00 bis 03:00 Uhr
Kältebus 2: täglich unterwegs von 19:00 bis 01:00 Uhr
Telefonnummer: 030 690 33 690

Der DRK-Wärmebus ist
• aktiv vom 1. November bis 31. März
• täglich von 18 Uhr – 24 Uhr  auf den Straßen Berlins unterwegs
• und telefonisch erreichbar unter  030 600 300 1010.

Zum Essen

AWO Kiez-Café (Friedrichshain)
Petersburger Straße 92
Essensausgabe, Duschmöglichkeit, Kleiderkammer, Treffpunkt und Anlaufstelle für Menschen in Krisensituationen, Freizeitangebote
Tagesstätte: Mo-Fr. 11-16 Uhr
Sozialberatung momentan nur mit Termin

Tagesstätte „Am Wassertor“(Kreuzberg)
Segitzdamm 46
Aufenthaltsort und Essensausgabe
Mo, Fr (Sa und So einmal im Monat) 9-14 Uhr
Di 9-12 Uhr
Tel: 030/6156324

Zum übernachten

Notübernachtung der Johanniter (Kreuzberg)
Ohlauer Straße 22
Sieben Tage die Woche, Einlass täglich 19 Uhr bis 8 Uhr
Medizinische Betreuung vorhanden
Kapazität: 48 Männer, 26 Frauen
Tel: 030/50562540

Lehrter Str. 68 (Mitte)
Einlass ab 20:00
soziale Beratung von Mo bis Fr ab 07:00 Uhr
medizinische Betreuung von Mo bis Fr, 21:00 bis 24:00 Uhr
Tel.: (030) 690 33-435

Am Containerbahnhof 1 (hinter dem Ring-Center Frankfurter Allee)
10367 Berlin
Einlass von 20:00 bis 4:00
Platz für 20 Frauen und 80 Männer
Barrierefrei für bis zu 8 Rollstuhlfahrer*innen
Haustiere erlaubt
geöffnet bis 30.04.2021
4-5 mal wöchentlich soziale Beratung
3 mal wöchentlich medizinische Betreuung

Notübernachtung für wohnungslose Familien (Kreuzberg)
Wrangelstraße 12, 10997 – Berlin
Kapazität: 30 Männer/Frauen
Aufnahme täglich von 9 bis 22 Uhr
Tel: 030/61073256

KUBUS Kältehilfe (Neukölln)
Teupitzer Straße 39
12059 Berlin
täglich von 19.00 bis 7.00 Uhr geöffnet
Kapazität : 15 Männer
Frühstück, Abendmahlzeit, Duschmöglichkeit und Wäschemöglichkeit
Tel.: 030. 81 03 35-200

Notübernachtung St. Pius/ St.Nikolaus (Friedrichshain-Kreuzberg)
Palisadenstraße 72
10243 Berlin
Kapazität : 15 Männer
Warmes Abendessen und Frühstück
Einlass 18:00. Geöffnet bis 8:00
Tel.: 030 532 193 33

Nachtcafé e.V. Taborgemeinde (Friedrichshain-Kreuzberg)
Taborstr. 17
10997 Berlin
Oktober bis Ende April
Dienstags ab 21 Uhr
Essen und Warmen
Schlafplatz für die Nacht
Kapazität: 40 Personen
Tel.: 030 612 31 29
030 612 85 833

Notübernachtung beim AWO-Kiezcafé (Friedrichshain-Kreuzberg)
Petersburger Str. 92
10247 Berlin
von Oktober bis April, täglich 20:00 – 08:00 Uhr
Kapazität: 10 Männer, 6 Frauen
Tel.: 030 29 35 05 56

Für Frauen

Notübernachtung für Frauen „Mitten im Kiez“ (Friedrichshain-Kreuzberg)
Petersburger Straße 92
Einlass täglich 19 Uhr bis 8 Uhr
Psychosoziale und sozialpädagogische Betreuung
Tel.: 030 293 505 57

Notübernachtung für Frauen (Mitte)
Tieckstr. 17
10115 Berlin-Mitte
Ganzjährig, öffnet täglich um 19 Uhr und schließt um 8 Uhr am Morgen. Auf Grund der hohen Nachfrage bitten wir Sie, sich vorab telefonisch unter 030/2832939 mit uns in Verbindung zu setzen.
Keine Haustiere

Winternotübernachtung für wohnungslose Frauen des SKF e.V (Schöneberg-Kreuzberg)
Großbeerenstraße 17a
November – April
täglich, 18:00 – 08:00 Uhr,
letzter Einlass: 22:00 Uhr,

Kältebus- bzw. Wärmebus kann nach vorheriger tel. Absprache jederzeit kommen
Tel: 0151/14866422
Keine Haustiere

Notübernachtung Evas Obdach (Kreuzberg-Neukölln)
Fuldastraße 9, 12043 Berlin
Einlass täglich 19 Uhr
Kapazität: 19 Frauen
Mobil: 0151 146 48 758
Telefon: 030 – 477 532 670 

24/7 Notunterkunft für wohnungslose Frauen (Kreuzberg)
Hallesches Ufer 30, 10963 Berlin
Aufnahme von 15-19 Uhr
Geöffnet ab dem 18.10.21
Kapazität: 50 Frauen
Tel.: 030 7933647

Ärztliche Hilfe, Versorgung und Hygiene

In der Nähe

Praxis für obdachlose und bedürftige Menschen
Stralauer Platz 32
Allgemeinmedizinische Hilfe: Mo-Do: 9-14 Uhr; Fr. 8-13 Uhr, Tel: 030/29668536
Zahnärztliche Versorgung: Mo-Fr 9-12 Uhr
Tel: 030/ 29047541

Caritas Arztmobil (diverse Standorte)
Medizinische Versorgung und Pflege (bieten ebenfalls Krankenwohnungen zum Auskurieren an)
Tel: 0172/3073985

· Seelingtreff, Seelingstr. 9, 14059 Berlin, S-Bhf. Westend, U12 Sophie- Charlotte-Platz
· Immanuel Beratung Prenzlauer Berg, Dunckerstr. 32, 10439 Berlin
· Suppenküche im Franziskanerkloster, Wollankstr. 18, 13187 Berlin, S-Bhf. Wollankstraße
· St. Marien Liebfrauen, Wrangelstr. 50, 10997 Berlin, U-Bhf. Schlesisches Tor

Fixpunkt Drogenkonsummobil

Vorübergehend c/o Rathaus Kreuzberg, Yorckstr. 4 – 11, 10965 Berlin
U-Bhf Kottbusser Tor (U8, U1), Schönleinstraße ((U8), Görlitzer Bhf (U1), Bus Reichenberger Str./Ohlauer Str. (M 29)
Vorübergehend: U-Bhf Mehringdamm (U7 und U6), M 19
Pflegerisch betreuter Drogenkonsum, Wundversorgung (Erste Hilfe), Erste-Hilfe-Trainings mit Naloxon-Verschreibung nach Möglichkeit
Tel: 030 – 616 755 881

Fixpunkt Gesundheitsmobil
Vorübergehend c/o Rathaus Kreuzberg, Yorckstr. 4 – 11, 10965 Berlin
U-Bhf Kottbusser Tor (U8, U1), Schönleinstraße ((U8), Görlitzer Bhf (U1), Bus Reichenberger Str./Ohlauer Str. (M 29)
Vorübergehend: U-Bhf Mehringdamm (U7 und U6), M 19
Basisversorgung, Drogenabhängigkeit
Ganzjährig geöffnet.
Mo., Mi., Fr. 13:00 – 17:00 Uhr

Ambulanz der Berlin Stadtmission
Lehrter Str. 68
10557 Berlin-Mitte
Allgemeinmedizin, Duschmöglichkeit
Ganzjährig geöffnet.
Di. 16:00 – 20:00 Uhr; Di. 14.00 – 16:00 Uhr Wundsprechstunde
Fr. 11:00 – 15:00 Uhr
Straßenambulanz Do. 19:00 – 23:00 Uhr
Tel.: 030 – 69 033 572

SKA Kontaktstelle
U-Bhf Kottbusser Tor (U8, U1), Schönleinstraße ((U8), Görlitzer Bhf (U1), Bus Reichenberger Str./Ohlauer Str. (M 29)
Pflegerische Betreuung von Drogenkonsum, Konsumutensilien (Spritzen, Zubehör etc.), sozialarbeiterische Beratung, Aufenthalt, Getränke und einfache Mahlzeiten, Dusche, Kleiderkammer
Ganzjährig geöffnet.

Drogenkonsumraum:
Mo. – Fr. 12:00 – 17:00 Uhr
HIV/Hepatitis C/STI-Test-Sprechstunde:
Di., Do 17 – 21 Uhr
Zahn-Sprechstunde:
14tägig Mo., 14 – 17 Uhr
Tel.:030 – 614 60 99

Praxis am Stralauerplatz
Stralauer Platz 32
10243 Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Allgemeinmedizin, Sozialberatung, Aufenthalt, postalische Erreichbarkeit, Getränke und einfache Mahlzeiten, Dusche, Kleiderkammer
Ganzjährig geöffnet.
Mo. – Do. 8:00 – 14:00 Uhr
Fr. 8:00 – 13:30 Uhr
Letzter Einlass zum Duschen: 13:30 Uhr
Tel.: 030 – 29 66 85 36

Gesundheitszentrum für Obdachlose
Pflugstraße 12
10115 Berlin-Mitte
Poliklinisches Facharztangebot; Allgemeinmediziner, Internist, Orthopäde, Augen-, Haut- u. Zahnarzt, Sozialberatung, Rechtsberatung, Psychologische- und Suchtberatung, Kleiderkammer, Essensausgabe, Friseur.
Ganzjährig geöffnet.
Mo., Di., Do. 8:00 – 15:00 Uhr
Mi., Fr. 8:00 – 13:00 Uhr
Tel.: 030 – 288 84 598-0

Johanniter-Unfall-Hilfe
Ohlauer Straße 22
10999 Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Allgemeinmedizin
1.11. – 31.3.
Di., Do. 19:00 – 21:00 Uhr
Tel.: 030 816 901 0

Duschmobil für Frauen
Ausgabe von Hygieneartikeln, Kleidung und Lunchpaketen
Mo 11:00-14:00 Uhr Schöneberg, Kurfürstenstr./ Ecke Frobenstraße

Di 13:00-15:00 Uhr Friedrichshain, Ostbahnhof/ Erich Steinfurth Straße
     15:30-17:00 Wilmersdorf, Bundesplatz/Ecke Tübinger Straße
Mi 12:30-14:00 Uhr Neukölln Christopherusgemeinde Nansenstraße 4-7
     13:30-16:30 Uhr Wedding, Kornelius Kirchengemeinde, Dubliner Straße 29
Do 13:00-14:30 Uhr Alexanderplatz, Nähe Eingang Fernsehturm (Mitte)
      15:00-16:15 Uhr Reinickendorf, Franz-Neumann-Platz, Schäfersee
      16:30-18:00 Uhr Tiergarten, Evangelische Kirchengemeinde, Thusnelda-Allee
Fr 11:00-14:00 Uhr Kreuzberg, Passionskirche Marheinekeplatz
Tel: 0151/14648756

In weiteren Bezirken

Caritas Ambulanz für Wohnungslose
Jebensstr. 3
10623 Berlin-Charlottenburg
Allgemeinmedizin, Dusche, Not-Kleiderausgabe, Beratung.
Ganzjährig geöffnet. 
Mo. – Do. 10:00 – 15:00 Uhr
Fr. 10:00 – 13:00 Uhr
Tel.: 030 – 318 08 785

Caritas Krankenwohnung für Wohnungslose
Turmstr. 21
10559 Berlin-Moabit
Allgemeinmedizin und fachmedizinische Schwerpunkte, Palliativmedizin, Wundmanagement / (chronische Wundbehandlung, Chronische Erkrankungen, Suchterkrankungen)
Stationäre Versorgung mit Unterbringung für etwa 4-8 Wochen, Sozialberatung, Kleiderkammer, Gesundheitsförderung und Prävention
Tel.: 0162 279 32 52

Malteser
Aachener Straße 12
10713 Berlin-Wilmersdorf
Allgemeinmedizin, Kinderheilkunde, Gynäkologie, Zahnmedizin, Neurologie, Orthopädie, Physiotherapie, Dermatologie
Ganzjährig geöffnet.
Di., Mi., Fr. jeweils 9:00 – 14:00 Uhr
Letzter Einlass: 12:00 Uhr
Kinderarztsprechstunde:
Mi. 9:00 bis 13:00 Uhr
Tel.: 030 82 72 21 02

Open.med Berlin
Teltower Damm 8a
14169 Berlin-Zehlendorf
Psychiatrische Hilfe und Sozialberatung
Ganzjährig geöffnet nach Vereinbarung.
Allgemeinmedizinische Sprechstunde:
Di. 16:00 – 18:00 Uhr, Do. 14:00 – 18:00 Uhr
Kindersprechstunde:
Di. 13:00 – 15:00 Uhr
Aktuell ist eine Terminvereinbarung nötig.
Tel.: 030 40 78 29 95

Tagestreff für Wohnungslose und Bedürftige
Weitlingstr. 11
10317 Berlin-Lichtenberg
Allgemeinmedizin, Zahnmedizin
Frühstück, Mittagstisch, Abendessen, Kleiderkammer, Dusche, Waschmaschinen, Soziale Beratung, 1x pro Monat Fusspflege
Ganzjährig geöffnet.
Mo. – Fr. 8:00 – 17:00 Uhr
(Öffnungszeiten medizinischer Bereich weichen ab.)
Sa., So. 9:30 – 15:30 Uhr
Tel.: 030 – 52 69 56 38

Weiteres

KARUNA SUB-Buslinie für obdachlose Menschen
Bringen Menschen mit Gehbehinderungen und Rollstuhlfahrer:innen an wichtige Orte: Ärzte, Ämter, öffentliche Duschen und andere Hilfseinrichtungen.
Mo-Fr 8-16 Uhr
Tel: 0157/86605080

Corona Hotline für obdachlose Menschen
24/7 erreichbar unter 01578/80597870

2007 | Richtfest

Oh, die erklärenden Zeilen in Wikipedia sind doch gleich nach meinem Geschmack: „Das Richtfest (auch Bauheben, Weihefest, Hebefest, Hebfeier, Hebauf, Hebweih, Hebmahl, Firstbier, Aufschlagfest oder Hiebschmaus; in Österreich Gleichenfeier, Firstfeier/-fest oder Dachgleiche; in der Schweiz Aufrichte, niederdeutsch Fensterbeer) wird gefeiert, wenn der Rohbau eines Gebäudes fertiggestellt und der Dachstuhl errichtet bzw. das Dach erstellt ist. Ein Richtfest findet typischerweise auf der Baustelle und zur Arbeitszeit statt, damit alle daran teilnehmen können. Bei Häusern ohne Dachstuhl wird stattdessen bisweilen ein „Deckenfest“ gefeiert und bei Sanierungsarbeiten an historischen Türmen ist auch ein „Knopffest“ denkbar.“

Die Fülle der regionalen Begriffe zeigt, wie wichtig dieser Moment ist. So viel schon geschafft, ein Gefühl der Erleichterung bricht sich Bahn.
Und auch der Dank an alle Beteiligten soll nach allem unausweichlichen Nerv zum Ausdruck kommen.

Das größte zu feiernde Dach in der Geschichte der Regenbogenfabrik war zweifellos das über dem Kino errichtete.

2006 begann alles – und vor allem alles gleichzeitig. Ein Fahrradschuppen musste her, der Stummel vom „kurzen L“ war nicht mehr zu halten und musste ersetzt werden und das Fabrikdach war unendlich oft repariert, doch der Regen fand immer weiter seinen Weg ins Innere. Da kam die Entscheidung des Bezirksamts gerade recht, den Dachneubau auch finanziell zu unterstützen. Dazu eine sog. Vergabe – ABM, mit der die Baugruppe für eine Weile finanziert werden konnte. Hier fürs erste ein kleiner Eindruck, Bauen ist eine große Fortsetzungsgeschichte.

Fotos: Antje Wobig

in memoriam – Gerhard Ptok, genannt Flocky

Vor neun Jahren, am 31.10.2012 ist Flocky gestorben. Ein leichter Tod war es nicht, der Weg dahin war von schweren Krankheiten geprägt.

Was er vor seiner Zeit in der Regenbogenfabrik getan hat? War damals nicht so Thema, aber ich kriegs vielleicht noch raus. Stadtteilzentrum sollte auch hier das richtige Stichwort sein. Spaß an Fußball gehört auf jeden Fall dazu.

Obwohl er trockener Alkoholiker war, hat er tüchtig/tapfer bei einem großen Fest den ganzen Abend Bier gezapft.

Unser erster Hausmeister ist er geworden und hat den Job viele Jahre gemacht. Er hatte auch die Durchsetzungsfähigkeit dafür, hat aber auch mal dabei übertrieben. Doch auch, wenn die Kinder Respekt vor seinem rauhen Ton hatten, man brauchte nie Sorge zu haben, dass er einem auch nur ein Haar krümmt.

Mit unser und meins nahm er es nicht so genau: Wenn er als Hausmeister der Regenbogenfabrik was geschenkt bekam: Wem gehörte das? Nach unserer Meinung: Der Fabrik. Er sah das manchmal recht anders! Doch so ist das, wenn jemand in jedem Ding noch eine Ressource entdeckt und eine Idee hat, was damit gebastelt werden kann. Siehe auch das doppelte Fahrrad, das in den Bildern vorkommt. Doch welcher Bastler hat schon ein großes Lager, das groß genug ist?
Jedenfalls verschwammen da die Abgrenzungen.

Zu den Einrad-Kindern: Die haben aber geizige Eltern, die haben jedem Kind nur ein Rad gegeben.

1985 | Flocky und David

24.7.1985 | Bausenator Franke hält sich zur Besichtigung von Selbsthilfeprojekten in Kreuzberg auf – die RegenböglerInnen veranstalten einen Umzug dorthin unter dem Motto: „Regenbogenfabrik tut gut!“ siehe unser Beitrag im Juli: https://regenbogenfabrik40.blog/2021/07/24/wer-bekommt-schon-eine-demo-zum-geburtstag-geschenkt/

25 Jahre Städtepartner Stettin

30.10.1997 | Gründung des Vereins Städtepartner Stettin im Wohnhaus der Regenbogenfabrik

Zu diesen Zeiten war der Fotoapparat nicht gleich zur Hand, es gibt von dem – aus heutiger Sicht denkwürdigen Treffen – keine Fotos. Auch sonst enthält die digitale Bilderkiste eher wenige Fotos aus dem letzten Jahrtausend. Der erste Fund zeigt einen Infostand im Jahr 1998, die „Kreuzberger Tage in Stettin“ sollten da im Schlosshof stattfinden. Wolkenbrüche vertrieben uns ins Schlossinnere und wir blieben erst mal noch unter uns. Das gelbe Plakat aus dem Jahr 2000 kündet von einer Ausstellung in Stettin-Turzyn über Grüne Höfe in Kreuzberg. Das ist der Startpunkt für eine wunderbare Serie von Aktivitäten rund um das Thema Hofbegrünung und legt den Grundstein für die intensive Zusammenarbeit mit dem Siedlungsrat dieses Stadtteils. Doch los ging es damit erst später. Erst kamen die Radfahrerinnen in der Begegnung zum Zuge. Dafür gabs einen naheliegenden Grund: Der erste, der systematisch für die Städtepartnerschaft gearbeitet hat – und das noch vor Gründung des Vereins – war Aloys Ebner. Er hatte am Osteuropainstitut der FU studiert und war darüber hinaus ein leidenschaftlicher Radfahrer und Zweiradmechaniker.

Spannend war für uns, dass 2000 Polen das Gastland der Frankfurter Buchmesse war. So stattete eine Delegation des Vereins und der Regenbogenfabrik dieser interessanten Ausstellung einen Besuch ab.

17.10.2000 Buchmesse in Frankfurt – Gastland Polen

„Nachdem im April 2000 in einer Turzyner Kirche die Ausstellung „Kiezgrün- grüne Höfe Kreuzbergs“ gezeigt worden war, hat der Siedlungsrat Turzyn zusammen mit Professoren und Studentinnen und Studenten der Universität und einem Architektenbüro für mehrere Höfe im Kiez Planungen entwickelt und schliesslich in einem Wettbewerb (Preisträgerin: eine Studentin) einen Hof als ersten für die Begrünung ausgewählt.

Am 16. November 2002 konnte die Kreuzberger Delegation dann im Rahmen eines Arbeitsbesuchs 12 Bäume, rd. 550 Sträucher, sowie zwei Bänke an die Bewohner:innen übergeben. Über 50 Anwohner:innen beteiligten sich aktiv an der Pflanzaktion. Später wurde berichtet, dass mit dem so verschönerten Hof sorgfältig umgegangen wird und eine Gruppe von Bewohnern schon weitergehende Pläne (Beseitigung von Garagen und Stellplätzen und deren Begrünung) entwickelt und die Bewohner anderer Höfe nachfragen, ob ihre Höfe auch so umgestaltet werden können. So ist es dann auch mehrfach geschehen.“ Aus dem Jahresbericht des Vereins

Der Herr mit dem blauen Blazer, der so tatkräftig den Baum in die Erde brachte, Herr Minz, war damals der Vorsitzende des Vereins.

Yeah, dann tauchen aus der Bilderkiste die Erinnerungen an den Ball der Völker auf, der 2006 gemeinsam mit den anderen Partnerschaftsvereinen des Bezirks im Nachbarschaftshaus Urbanstraße gefeiert wurde. Vorher waren alle vom Bezirksamt zum Empfang ins Haus der Kreuzberger Kinderstiftung eingeladen worden.

Begegnung funktioniert nicht ohne Organisation und Absprachen und so besuchten sich die Aktiven abwechselnd in Berlin und Stettin, hier zu sehen ist ein Treffen im Laden des Siedlungsrats in Szczecin-Turzyn.

2006 Arbeitstreffen in Turzyn

Feiern gehört natürlich auch dazu, sei es jährlich bei den Weihnachtsfeiern in Berlin und Stettin, sei es 2007 bei einer Ausstellungseröffnung an einem spannenden Ort.

2007 entwickelte sich auch Kontakt und Austausch mit dem Kulturhaus in Szczecin-Skolwin.

30.03.2007 Kulturhaus Skolwin – Vorbereitungen auf ein Art Prozessionstheater

Am 31. Mai 2007 dann Jubiläumsfeier in großer Runde. Der Verein lud in die wundervolle Kellerbar des Teatr Kana. Wolfgang Hahn war damals der Vorsitzende des Vereins. Ewa Maria Slaska maître de plaisir. Zusammen mit Maryla Ciechomska hat sie den Ablauf des großen Events wunderbar gesteuert.

Gemeinsam mit dem Kreuzberg-Museum stemmten wir 2007 einen Infostand bei den Ostseetagen. Zu diesem Anlass konnte Stettin zum ersten Mal das Finale der Tall Ships Races austragen.

Seminare zu bürgerschaftlichem Engagement im Nachbarschaftshaus Urbanstraße und der intensive Informationsaustausch in Sachen Grün in der Stadt waren weiterhin die wichtige Basis für die Zusammenarbeit. Die Fotos zeigen die Stettiner Besuchergruppe auf dem Gelände des Wriezener Bahnhofs.

20 Jahre Städtepartnerschaft

Hier ein Foto aus dem Hof des Nachbarschaftshauses Urbanstraße, es haben sich alle getroffen das 20. Jubiläum zu feiern. Da war ich endgültig nur noch Gast. Im Verein haben andere die Arbeit fortgesetzt und ich hatte das Vergnügen, verschiedene Kulturveranstaltungen zusammen mit Städtepartner Stettin zu organisieren. Brigitte Ungern-Sternberg hatte schon im Blog davon berichtet. https://regenbogenfabrik40.blog/2021/07/11/stadtepartner-stettin-in-der-regenbogenfabrik/

Städtepartner Stettin war für die Regenbogenfabrik immer ein wichtiges Standbein für den Kontakt nach Polen. Vielen Dank dafür!

So ein kurzer Abriss kann gar nicht allen engagierten Menschen gerecht werden, die sich über die vielen Jahre eingebracht haben, seien es die Vorsitzenden, da wären ja neben den Herren noch Christiane Reuter und Ewa Maria Slaska zu nennen. Andere, wie Hannelore Rath-Kohl, die sich mit großer Verve für die Begegnung von Senior:innen stark machte. Sport- und Jugendbegegnungen waren lange Zeit die Aufgabe von Achim Schlemme. Und ganz viel verdankt der Verein allen freundlichen Sprachmittler:innen und Übersetzer:innen ohne die wir nicht sehr viel hätten ausrichten können.

Nun müssen die Jungen erzählen! Last but not least sei hier mitgeteilt, wie es in diesem Jahr ans Feiern geht: https://staedtepartner-stettin.org/happy-birthday-sto-lat/

Auf die nächsten 25 Jahre! Wszystkiego Najlepszego

chz