in memoriam – Doğan Akhanlı

Doğan Akhanlı starb am 31. Oktober 2021 in Berlin. Den Lesern des Regenbogenblogs möchte ich den Bruder, Menschenrechtsaktivisten und Schriftsteller nahebringen, dem auch in der Regenbogenfabrik das Berliner Publikum seinen Lesungen lauschte.

Es hat uns alle umgeworfen, von seinem Tod zu erfahren. Er wird uns fehlen, weil er immer wieder zum Miteinander aufrief und wir seine Warmherzigkeit an ihm liebten. Es gibt in Deutschland diese „besorgten“ oder „wütenden“ Bürger, die sich positiv auf die NS-Zeit beziehen. Sie agieren menschenfeindlich, sprechen bei 6 Millionen toten Juden vom „Vogelschiss der Geschichte“, agitieren gegen „Ausländer“ und manchmal morden sie.
Deshalb wurde er zum Aufklärer in seiner ersten Heimat Türkei und seiner zweiten in Deutschland.

Dreimal wurde er in der Türkei verhaftet. Das erste Mal mit 18 Jahren, als er ganz harmlos eine „linke“ noch nicht einmal verbotene Zeitung am Kiosk kaufte, hinter dem die Polizei schon lauerte. Resultat: 11 Tage prägende Folter und vier Monate Haft. Beides machte ihn in jungen Jahren zum Mitglied einer militanten dogmatischen Organisation.

Er hat in den 70er Jahren den Bürgerkrieg in der Türkei, in den 80er Jahren den Militärputsch, den Untergrund und das Militärgefängnis Metris in Istanbul überlebt. Er überlebte die Folter, der er gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn ausgesetzt wurde. Er war seiner damaligen Frau Ayşe bis zu seinem Ende dankbar, dass sie ihn in dieser Hölle aufrichtete, an ihn glaubte und so den Rücken stärkte.

1991 gelang der Familie die Flucht nach Köln. 1998 bürgerte ihn die Türkei aus und 2001 Deutschland ein. Er liebte die deutsche Sprache, die er nie wirklich „beherrschte“, was er bedauerte.

Doch weil beherrschen zu tiefe Wunden geschlagen hatte, wollte er selber nie etwas „beherrschen“. Und tauchte nie so tief hinein, weil jedes Erlernen einer fremden Sprache Untreue gegenüber der Mutter-Sprache sein könnte.

Er hat etwas in seinem Leben hinbekommen, was anderen schwer möglich ist:
Die Verwandlung des Traumas in Kunst.

Ich glaube, dass er eine gute Psychotherapie, gute Helfer und Freunde gehabt haben muss, um diesen Weg einschlagen zu können. An seinem Anfang stand die Erkenntnis, welche Abgründe seine Folterer oder Metris in ihm hinterlassen haben. Er hatte sie mit der Schamabwehr der Schmerzunempfindlichkeit vor sich selber und auch vor den anderen verbergen müssen. Damit gingen ihm Bereiche seiner Seelenlandschaft verloren, die er sowohl in der Therapie als auch mit seiner Kunst des Schreibens zurückeroberte und mit jedem fertig geschriebenen Text verlebendigte und ihn darüber auch öffentlich sprechen ließ.

Als ich ihn vor 15 Jahren kennen lernte, empfand ich ihn mit der Aura des aus der Welt gefallen Seins umgeben und ich dachte, dass er sich in sie einzuschreiben versucht und in seiner Menschenrechtsarbeit ein Stück selber heilt.

Gemeinsam schufen Doğan und sein Jugendfreund und Fluchthelfer Adnan Keskin† die Raphael Lemkin Bibliothek in Köln. Lemkin hatte sich intensiv mit den Ereignissen im Mord an den Christen von 1915-22 im vorderasiatischen Anatolien und südosteuropäischen Ostthrakien auseinandergesetzt, was sich in zwei Publikationen [1] niederschlug. Lemkin trug seine juristische Fassung im Oktober 1933 auf der „IV. Konferenz für Vereinheitlichung des Strafrechtes“ in Madrid als „Delicta juris gentium“ vor.[2].
Alle Versuche, die Raphael Lemkin Bibliothek in eine große öffentliche Institution in Köln zu integrieren, blieben bisher vergeblich. Zumal die „Delicta juris gentium“ übernommen wurde in die 1949 verabschiedete Menschenrechtskonvention, als Antwort der UNO auf das Verbrechen der Judenvernichtung in Europa durch Deutschland.

Doğan war der unbestechliche Menschenrechtsaktivist und nicht nur der Künstler des Wortes. Dies zeigte sich in seinem Buch „Madonnas letzter Traum“, wie die Türkei in den vierziger Jahren des alten Jahrhunderts die Kriterien der antijüdischen deutschen Gesetzgebung übernahm.

Er schrieb zwar mit diesem Buch auf Türkisch eine Hommage an seine Mutter, es ist aber auch die historische Liebesgeschichte, die Sabahattin Ali seiner „Madonna im Pelzmantel“ 1943 einst einschrieb.

Sie wurde zur Basis seiner Spurensuche in einer deutsch-türkischen Judenvernichtung. Er ging von der Gegenwart aus zurück bis in die NS-Zeit Deutschlands, nach Polen, Rumänien und in die Türkei.

Ist Madonna nur eine Romanfigur oder hat sie vielleicht wirklich gelebt? Und war auf der „Struma“, dem Schiff, das siebzig Tage lang während der Wintermonate 1941/42 im Bosporus ankerte, mit dem täglich sichtbaren Transparent für die Istanbuler Bevölkerung “Rettet uns“ an Bord?
War sie anwesend, als die manövrierunfähige Struma von türkischen Schleppern ins offene Meer gezogen wurde und mit 769 Juden an Bord – vom Torpedo eines sowjetischen U-Bootes getroffen – versank?

Doğan ermöglichte sich, mit den Romanfiguren Ali und Maria über Grenzen und Zeiten hinweg zu denken. So konnte er von den differierenden Formen der Verfolgung und staatlicher Gewalt in der Geschichte literarisch aufmerksam machen. Bedeutend sind seine Werke, weil er den Eingriff politischer Gewalt in die uns alle betreffenden Zeitstrukturen ästhetisch ausformulierte und eine Form für seine Erfahrung fand, die er durch Sprache barg.
Über eine seiner zeitreisenden Figuren schrieb er: „Vielleicht war er ein Atem, der immer dann auf die Welt gehaucht wurde, wenn sich Gedächtnislücken auftaten.“ Doğan war ein solcher Hauch.

Er zeigte, wie beachtlich die Transformation der NS-Diktatur zur Demokratie mit der Aufarbeitung dieser Zeit in Deutschland eingetreten ist, während in der Türkei weiterhin ihr Vergessen Gesetz ist. Mit der Fiktionalisierung der Struma gelang es ihm, diese Katastrophe ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückzuholen und einen transnationalen Gedächtnisraum zu schaffen, in der wir das kollektive Versagen der Menschheit verstehen lernen könnten.

Dieser Gedächtnisraum hilft, das Tabu aufzuweichen, das die genozidale Vergangenheit der osmanischen Türken und Erben in der heutigen Türkei zudeckt. Diese unaufgearbeitete Blutspur zwingt ihre politische Kaste, sich der Gewalt zu verschreiben, der Doğan so ausgesetzt worden war und die er als „Herr der Feder“[3] bekämpfte.

Das wunderbare Buch „Sabahattin Ali“ hatte dieses Verbrechen mit seiner „Madonna im Pelzmantel“ fiktionalisiert und in literarischen Kreisen bekannt gemacht. Er wurde 1948 an der türkisch-bulgarischen Grenze bei der Flucht ins Ausland von einem ehemaligen Offizier erschlagen. Der Täter sagte später, er habe Sabahattin Ali ermordet, weil dieser sein „Nationalgefühl“ verletzte, als er die Kumpanei zwischen den Nazis Deutschlands und den Kemalisten am Bosporos bekannt machte.

Als in Geheimdienstkreisen Dogans Buch „Madonnan’nin Son Hayali“[4] gelesen wurde, hatte er laut § 301 „Verunglimpfung des Türkentums“ des Türkischen Strafgesetzbuchs, Schuld auf sich geladen. Ihr übles Spiel begann als Doğan seinen unheilbar kranken Vater ein letztes Mal sehen wollte.

Bei der Einreise 2010 wurde er verhaftet. Jedoch nicht der § 301 wurde angewandt, sondern er soll an einem Raubüberfall beteiligt gewesen sein. Das schien selbst der unter internationaler Beobachtung stehenden damaligen türkischen Justiz zu gewagt fabuliert.

Denn nach seiner Verhaftung gründete sich ein Freundeskreis, der auf seine Freilassung drang. Er schob eine internationale Prozessbeobachterdelegation mit an, die das Verfahren vor Ort in Istanbul verfolgte.[5]

Er wurde nach viermonatiger Untersuchungshaft freigelassen, wenige Tage nach dem Tod seines Vaters.

Jedoch der Drang nach Rache ruhte nicht und deshalb arbeiteten Erdogans Leute im Stillen weiter.

So wurde Doğan während eines Spanienurlaubs im Jahr 2017 erneut festgenommen und für 2 Tage in Granada in Auslieferungshaft genommen. Die türkische Polizei hatte über Interpol mit einem „Dringlichkeitsvermerk“ („red notice“) um seine Festnahme ersucht – diesmal wegen Terrorismus.

Das schreckte in Deutschland die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die ihr Mitglied vertretende Schriftstellervereinigung PEN, ein größeres Publikum und vor allem den alten im Istanbuler Prozess bewährten Freundeskreis, auf.
Sie alle wurden aktiv.

Jedoch dank dieses Irrsinns in Spanien wurden jetzt endlich der „Madonna letzter Traum“ auch ins Deutsche übersetzt und er hatte Zeit, im Garten des Goethe-Instituts Granadas „Verhaftung in Granada“ zu schreiben.
Das Buch ist Autobiografie, Poetik und eine kurze Chronik der Türkei im 20. Jahrhundert. Passagenweise ist es eine komödiantenhafte Farce. Zugleich ist es eine peinigende Auseinandersetzung mit dem Gefühl, schuldig geworden zu sein an den eigenen Kindern. Dieser Band ist eine Widerstandsleistung – und plädiert für ein aufrichtiges Leben.

Für sein Buch „Die Richter des Jüngsten Gerichts“ wurde er mit einem Literaturpreis ausgezeichnet und vor zwei Jahren wurde er mit der Goethe-Medaille für seine politische Haltung geehrt.

Als er mir nach seinen Zwangsaufenthalt in Granada mitteilte, dass er niemals wieder die türkische Sprache sprechen werde, geschweige denn in dieser Sprache ein Buch schreibe, bekam ich Angst um ihn.

Dogans Herz erkrankte vor vier Jahren schwer, als es vom Hass des Diktators und Möchtegernsultans getroffen, nur seinen Laptop als Waffe handhabend, aus den Mühlen einer ethisch gänzlich verkommenen Staatsmaschine wieder einmal ausgespukt wurde.

Sein Werk als Schriftsteller, die Anerkennung der literarischen Welt und seine Menschenrechtsarbeit haben ihm in seinen letzten Lebensjahren die Aura des Verfolgten genommen. Mit dazu beigetragen haben seine Freunde.

In Berlin arbeitete er im glokal e.V., einem Berliner Verein für machtkritische Bildungsarbeit und Beratung. Dessen Arbeit sensibilisiert für globale und innergesellschaftliche Machtverhältnisse und befähigt Menschen, zu deren Abbau beizutragen. Doğan arbeitete seit 5 Jahren in seinem Team und beeinflusste die Arbeit grundlegend, in dem es sich immer stärker mit Erinnerungskultur beschäftigte – mit der Aufarbeitung von Gewaltgeschichte und Genozid, mit der Würde der Opfer und Überlebenden, für die Doğan auf seine Art kämpfte.

Vier Wochen vor seinem Tod teilte er mir mit, dass er einen Lungentumor habe, im Krankenhaus liege und ein Theaterstück über den Völkermord an den Zaza in Dersim 1937/38 schreiben wolle. Dazu erbat er sich die PDF-Datei meines Buches zum gleichen Thema.

Obwohl er die letzten Jahre seines Lebens in Berlin mit seiner Lebensgefährtin lebte, wird er in seiner Heimatstadt Köln beerdigt. Sowohl Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker als auch der neue NRW Ministerpräsident Wüst würdigten ihn als großen Bürger Kölns und werden, so hoffe ich, im Stadtparlament für ihn eine Ehrenbürgerschaft beantragen.

Wir trauern um unseren Freund und intellektuellen Bruder Doğan Akhanlı, der uns nach schwerer Krankheit verstorben ist. Unser tiefes Mitgefühl ist bei seiner Familie. Der einzige Trost, den es gibt, ist, dass der Schmerz über seinen Tod irgendwann aufhört.

Esther


[1]                Lemkin, R: „Genocide: A New International Crime, Punishment and Prevention.“ Revue Internationale de Droit Pénal/10; 1946. „Genocide as a Crime under International Law.“ American Journal of International Law p. 41;1947.

[2]                Veröffentlicht wurde sie 1934 im „Internationales Anwaltsblatt“19. Jahrgang, Heft 6

[3]               Übersetzter alttürkischer Begriff eines Schreibers

[4]               Madonnas letzter Traum

[5]                Beauftragt wurde die Delegation unter anderem von diesen Organisationen: PEN-Zentrum Deutschland, Verband Deutscher Schriftsteller (VS), Akademie der Künste Berlin, Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen (VDJ), Österreichischer Schriftstellerverband (IG Autorinnen Autoren, Wien), KulturForum Türkei Deutschland, Tüday, Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland, Grundrechtekomitee Deutschland, Heinrich-Böll-Stiftung, Bundestagsfraktion ,,Die Linke“, Partei ,,Bündnis 90/Die Grünen“, Stiftung der Freunde der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) Niederlande, IDA Nederland (Association Internationale de Défense des Artistes). Amnesty International beobachtete den Prozess ebenfalls.

Geburtstagskind des Tages – Wulf Eichstädt

Heute, am 14. November, wollen wir an Wulf Eichstädt erinnern, der heute vor 80 Jahren geboren wurde.

Wulf war Architekt, war aktiv in der Studentenrevolte, v.a. an der TU Berlin. Ende der 70er Jahre initiierte er eine Ausstellung zu Selbsthilfe beim Bauen und Instandsetzen. Auch wirkte er mit am Verfahren „Strategien für Kreuzberg“, das Pfarrer Duntze initiiert hatte und aus dem dann die Altbau-IBA entstand. Von 1979 bis 1988 war Wulf Koordinator bei der IBA mit Schwerpunkt Strategiengebiet / SO 36 und so lernten wir aus der Regenbogenfabrik ihn kennen. Rufen wir ihm unser Dankeschön hinterher!

Großen Einfluss nahm er bei der Entwicklung der Grundsätze der behutsamen Stadterneuerung mit Vorrang für den Erhalt der Altbauten. Er engagierte sich für Betroffenenbeteiligung, Mieterberatung, in den Altbau integrierte Kitas etc., Frauenprojekte. So wurde er Unterstützer vieler Besetzerprojekte wie Kerngehäuse, Görlitzer Str. 36, Regenbogenfabrik, KuKuCK, name it. Auch die Unterstützung des Verein SO 36 gehörte zu seinem Engagement, dort war er zeitweise auch im Vorstand.

Ab 1989 eröffnete Wulf ein eigenes Architektur- + Stadtplanungsbüro. Am 1. April 2018 ist Wulf Eichstädt im Alter von 76 Jahren plötzlich gestorben.

Zum Weiterlesen stellen wir euch zwei Internetseiten vor:

https://www.bauwelt.de/themen/betrifft/Wulf-Eichstaedt-1941-2018-Nachruf-Architekt-3169984.html

http://raumundlicht.berlin/1_About.html

in memoriam – Ulla

Eine wichtige Begleiterin der Regenbogenfabrik und ihrer Menschen! Von Beginn an, war doch Otur ve yasa – Wohnen und Leben – eine der ersten Anlaufstellen für Unterstützer:innen der Besetzer. Und Ulla blieb uns über die Jahre verbunden, sei es in der gemeinsamen Arbeit für das Mädchenprojekt Rabia, sei es mit den von ihr so geliebten Ausflügen auf den längsten Berliner Buslinien. Auch war sie die treueste Besucherin ALLER Ausstellungen im RegenbogenCafé, Fotos oder Malerei, politisches oder poetisches Thema. Ging am Tag nach der Vernissage um 10 Uhr der Rollladen hoch, stand Ulla schon vor der Tür, verlangte nach Kaffee und Kuchen und vertiefte sich konzentriert in die präsentierten Werke, um danach genießerisch den Kuchen über den grünen Klee zu loben.

Auf dem Bild ist sie mit der prächtigen blauen Stola zu sehen, das sind die 80er Jahre, Anette war bei Wohnen und Leben ihre Praktikantin. Ulla, so sagen viele, du konntest so herrlich lachen und lebendig berichten über alles Mögliche, was du erlebt und gemacht hast – und du hast viel erlebt und getan! Und genauso gut konntest du zuhören. Man merkte immer, dass es dich wirklich interessiert, was du fragst, dass du Anteil nimmst am Leben anderer.

Den 60sten Geburtstag haben wir in der Kantine ausgerichtet. Deine Schwester hat uns angestiftet, dein Lieblingslied zu singen. So haben wir für dich rote Rosen regnen lassen und uns redlich bemüht, Frau Knef nicht zu sehr zu verpassen.

Wen wunderts, dass wir das für dich auch beim Abschied gesungen haben?

PS: Diese aktuelle Nachricht hätte Ulla bestimmt nicht gefallen:
https://plus.tagesspiegel.de/berlin/das-ende-einer-tradition-die-bvg-stellt-die-buslinie-104-ein-283444.html

in memoriam – Gerhard Ptok, genannt Flocky

Vor neun Jahren, am 31.10.2012 ist Flocky gestorben. Ein leichter Tod war es nicht, der Weg dahin war von schweren Krankheiten geprägt.

Was er vor seiner Zeit in der Regenbogenfabrik getan hat? War damals nicht so Thema, aber ich kriegs vielleicht noch raus. Stadtteilzentrum sollte auch hier das richtige Stichwort sein. Spaß an Fußball gehört auf jeden Fall dazu.

Obwohl er trockener Alkoholiker war, hat er tüchtig/tapfer bei einem großen Fest den ganzen Abend Bier gezapft.

Unser erster Hausmeister ist er geworden und hat den Job viele Jahre gemacht. Er hatte auch die Durchsetzungsfähigkeit dafür, hat aber auch mal dabei übertrieben. Doch auch, wenn die Kinder Respekt vor seinem rauhen Ton hatten, man brauchte nie Sorge zu haben, dass er einem auch nur ein Haar krümmt.

Mit unser und meins nahm er es nicht so genau: Wenn er als Hausmeister der Regenbogenfabrik was geschenkt bekam: Wem gehörte das? Nach unserer Meinung: Der Fabrik. Er sah das manchmal recht anders! Doch so ist das, wenn jemand in jedem Ding noch eine Ressource entdeckt und eine Idee hat, was damit gebastelt werden kann. Siehe auch das doppelte Fahrrad, das in den Bildern vorkommt. Doch welcher Bastler hat schon ein großes Lager, das groß genug ist?
Jedenfalls verschwammen da die Abgrenzungen.

Zu den Einrad-Kindern: Die haben aber geizige Eltern, die haben jedem Kind nur ein Rad gegeben.

1985 | Flocky und David

24.7.1985 | Bausenator Franke hält sich zur Besichtigung von Selbsthilfeprojekten in Kreuzberg auf – die RegenböglerInnen veranstalten einen Umzug dorthin unter dem Motto: „Regenbogenfabrik tut gut!“ siehe unser Beitrag im Juli: https://regenbogenfabrik40.blog/2021/07/24/wer-bekommt-schon-eine-demo-zum-geburtstag-geschenkt/