Rund 1000 Menschen demonstrierten am 17. November 2018 mit einem leuchtenden Kiezdrachen gegen Verdrängung durch den Kreuzberger Kiez. Der Laternenumzug startete am Heinrichplatz und zog vorbei an widerständigen Hausgemeinschaften und Projekten, die durch teure Mieten und von Kündigung bedroht sind.
„Der solidarische Kiezdrache strahlt in vielen Farben, spricht alle Sprachen, hat ein großes Herz und scharfe Zähne, kann sich ganz klein und ganz lang machen, und teure Mieten, Mieterhöhungen und Kündigungen faucht er weg. Er fühlt sich besonders wohl in Kitas und sozialen Einrichtungen. Wenn sie von Verdrängung bedroht sind, fährt er seine Krallen aus. Der Kiezdrache wünscht sich mehr Platz für das Soziale, für Bildung und Betreuung. Er akzeptiert nicht, dass unsere Nachbarschaften von Renditejägern ausverkauft werden. Der Kiezdrache hängt auch in Nachbarschaftstreffs oder in seiner Stammkneipe rum, kehrt auf einen Plausch in den kleinen Läden ein, und kuschelt sich in all unseren Wohnungen gerne auf die Couch – darum kämpft er dafür, dass alle bleiben! (aus dem Aufruf von Bizim-Kiez)
Hier gibt’s auch einen kleinen Film der Abendschau.
Mich erinnert das an eine entfernte Verwandte des Kiezdrachens. Die Drächin Futura tauchte 1987 in den Berliner Straßen auf. Manche Demo hat sie bestritten, wie die gegen Tschernobyl.
Lang hat sie durchgehalten, doch am 14. August 2015 fand dann ein würdiger Abschied im Regenbogenhof statt: Die Drächin FUTURA wurde von ihren Schöpferinnen nach fast 30 Jahren, in denen sie Begleitung bei mancher Demo war, auseinandermontiert und verbrannt. Von alten Zeiten wurde erzählt und neue Lieder ihr zu Ehren gesungen.
Aus dem Archiv des Hausprojektes Leben und Arbeiten e.V. – im „Regenbogenhaus“ im Kiez am Klausenerplatz.
Anlässlich eines „runden“ Geburtstages etwas zu schreiben kommt ja öfters vor, den 41zigsten eines Hausprojektes zum Anlass zu nehmen ist da vielleicht etwas ungewöhnlich, aber durchaus spannend…
Am Samstag, den 7. Februar 1981 ist im sogenannten „Sanierungsgebiet Am Klausenerplatz“ in Charlottenburg das erste von insgesamt elf Häusern in Charlottenburg „geknackt“ worden. Eine Handvoll BesetzerInnen hat sich nach eingehender Beratung, sowohl aus strategischen wie taktischen Überlegungen für diesen Samstag entschieden, um eine drohende Luxussanierung durch den Wohnungskonzern Neue Heimat (NH) zu verhindern.
DIE TAZ berichtete, aber vor allem die Szenezeitung „Der Schlorrendorfer“ – Auflage satte 5.000 Exemplare… Sie widmete der ersten Hausbesetzung in Charlottenburg gleich zwei Extrablätter. Sie wurden kostenlos in und um den Kiez verteilt, u.a. um der damals üblichen Diffamierung der Besetzerszene durch die Springerpresse, allen voran der BZ, die Spitze zu nehmen.
Das Haus Nehring34 / Neuffert 13 kam 1975 auf die Liste der Häuser im Sanierungsgebiet, für die Luxusmodernisierung durch die Neue Heimat vorgesehen war. Freiwerdende Wohnungen wurden nicht mehr vermietet (zum Zeitpunkt der Besetzung wohnte noch eine türkische Familie im Haus), die notwendigsten Reparaturen am Haus nicht mehr ausgeführt, durch das Dach tropfte der Regen, alle Räume einer Wohnung im Erdgeschoss waren von Schimmel befallen, der Dielenboden faulte, die Wasserleitung leckte und, und, und…
Die ersten Tage nach der Besetzung waren geprägt von der Angst, geräumt zu werden. Danach wurde – sobald es irgendwie ging – die Instandsetzung in Angriff genommen. Sie verlangte den 33 Besetzer:innen (und ihren drei Kindern) physisch und psychisch ne Menge ab. Und daneben stand die Öffentlichkeitsarbeit, damals und heute (siehe Regenbogenfabrik und ihre neue Genossenschaft „Hinterm Regenbogen“) ein ganz wichtiges Instrument der politschen Arbeit.
Im März 1981, knapp vier Wochen nach der erfolgreichen Besetzung beginnt sie in den zum „Kiezladen“ umfunktionierten Laden des Gemüsehändlers Winkelmann. Der im November 1980, nachdem die Neue Heimat die Miete auf 30.- Mark pro qm erhöht hatte, aufgeben musste. Jetzt wurde der „Kiezladen“ zusätzlich genutzt, um die Öffentlichkeit über die Ziele der Besetzer:innen, wer sie sind und wie sie sich im Kiez einbringen wollen, und natürlich um über die „Kaputtsanierungskonzepte“ der Neuen Heimat zu informieren, genutzt.
Nach dem Motto „Tu Gutes und rede darüber“… erscheint, neben den fortlaufenden Instandsetzungsarbeiten am und im Regenbogenhaus, nach nur 10 Monaten eine 16seitige Informationsbroschüre der Besetzer:innen mit dem etwas sperrigen Titel: „Neueste Erkenntnisse über Abstammung, Lebensgewohnheiten sowie Arbeitsweise des INSTANDSETZERTYPUS – Aufgezeigt am Beispiel der Häuser Nehring 34 & Neufert 11 und 13“.
Zum „Volkspreis“ von 100 Pfennigen bekommt der interessierte Leser/Leserin einen Einblick über das Innenleben einer sog. „Besetzerburg“. Neben einer Darstellung der damals praktizierten Sanierungspolitik der Neuen Heimat (NH) und einem kurzen geschichtlichen Abriss über die Instandbesetzung, stand u.a. der Alltag in einer sehr großen Gruppe: elf Frauen, elf Männer, drei Kinder, eine Zusammenstellung der gemachten Arbeiten („Investionen statt Miete“ – 16.739.- DM von Februar – November 1981) an den Häusern, sowie die Bestandsaufnahme der vorzunehmenden Arbeiten im Mittelpunkt der Broschüre. Aber auch ein Gastbeitrag der Künstlergruppe RATGEB über die Entstehung und Diskussion zur Fassadenbemalung der Nehring 34 unter dem Titel „Ziel voll erreicht“, wurde abgedruckt – die Fassadenbemalung, auf der von der Künstlergruppe RATGEB vor allem die Besetzer:innen porträtiert worden sind. Heute würde das Fassadenbild vermutlich Busladungen von Berlintouristen anziehen. (siehe auch in diesem Blog: https://regenbogenfabrik40.blog/2021/08/12/die-ku%CC%88nstlergruppe-ratgeb/ und www.werner-brunner-kunst.comwandmalerei.html
So eine Führung in und um das „Regenbogenhaus“, verknüpft mit einem Exkurs zur Vergangenheit des in der Nazi-Zeit als „kleiner roter Wedding“ bezeichneten heutigen Kiezes am Klausenerplatz, wäre bestimmt für viele Interessierte ein spannender Einblick in die Geschichte. In Zeiten vor der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 schlug in diesem damals sehr proletarisch geprägten Kiez mit seinen damals über 30.000 Einwohnern, den Nationalsozialisten noch bis 1934, insbesondere getragen von Mitgliedern der KPD und des sozialdemokratischen Reichsbanners, erbitterter Widerstand entgegen.
Zurück zum Inhalt der Broschüre – und der Arbeitsweise des „Instandbesetzertypus“ – aus dem Artikel „Ein Hausbau ist ein Klacks dagegen“. Zitat:…“Nachdem die Besetzer:innen die geplante Luxussanierung der Neuen Heimat (NH) durch die Besetzung „aktiv zerstört“ hatten, ging’s ja ans Instandsetzen“…
Doch woher stammte eigentlich das ganze Material? Heute geht’s zum BAUHAUS oder zum OBI oder zu Holz Possling. 1981 hingegen kauften Instandsetzer beim Besetzer! Die Jungs und Mädels vom „Bauhof“ in Kreuzberg hatten nicht nur ein sehr großes Angebot – von der Dachpappe bis zur Dachleiter. Auch fast neue Doppelfenster, Balken und Dielen – bezogen aus sogenannten Abrisshäusern – gab’s im Angebot, noch prima in Schuss und klimaneutral. Und selbst das notwendige Gerüst, um das Material auf’s Dach zu befördern, um den maroden Dachsims und morsche Balken zu erneuern und alles mit Holz und Dachpappe zu decken (die Anleitung dazu kam von einem Dachdecker aus dem Kiez!!!) konnten dort ausgeliehen werden.
Nach nur fünf Monaten waren im Sommer 1981 die „nervenden Dacharbeiten“ und die wichtigsten Innenarbeiten weitestgehend abgeschlossen.
Da aber bis zur Legalisierung in 1983 jederzeit die Gefahr bestand, geräumt zu werden, gab es neben den vorrangigen Aufgaben der Instandsetzung noch eine Besonderheit: Das Nachtwachenbuch! Im Beitrag „Gemeinsam gegen Wohnungsnot“- eine Nabelschau der Nehring 34/ Neufert13 – geht es um diese Besonderheit der „Spezie Hausbesetzer:innen“ die einigen Leser:innen eventuell bekannt vorkommt…
Besonders durch die Nachtwachen haben wir uns allmählich vertrauter gemacht und den anderen nicht nur als Mitbesetzer gesehen. Im Nachtwachenbuch konnte jeder seinen Kummer von der Seele schreiben, wenn es ruhig war…
Zitat aus dem Nachtwachenbuch vom 14.02.1981: „Mein Gott, wir sind schon eine Woche hier und die Freaks gehen mir total auf den Geist. Immer diese Chaoten um mich herum. Der Laden ist immer noch nicht fertig, der Müll stapelt sich. Und überhaupt kann man das ganze Haus vergessen. Die Leute mit der schlechten Laune sollen bleiben, wo der Pfeffer wächst!“
Und heute, ja das Regenbogenhaus existiert immer noch, aktuell leben in ihm 35 Erwachsene und drei Kinder! Als Hausprojekt Leben und Arbeiten e.V. mit einem Pachtvertrag, abgeschlossen im Jahr 1983 und zweimal verlängert mit den Rechtsnachfolgern (heute GewoBag) ist „unsa“ Haus bis 2038 gesichert. Zwar ohne die schöne Wandbemalung der Künstlergruppe RATGEB, sie fiel leider so um 1988 einer unumgänglichen Gesamtsanierung der Fassade zum Opfer, doch ohne die Angst, das zu Hause zu verlieren.
Am Sonntag, den 21. Mai 2006 hat die Regenbogenfabrik zusammen mit und in der Ölberggemeinde Berlin Kreuzberg den Autoren und Widerstandskämpfer Cioma Schönhaus willkommen geheißen, um über seine Lebensgeschichte zu berichten.
Anlässlich des Tags des offenen Denkmals der Regenbogenfabrik kam die Idee auf, sich am Projekt Stolpersteine zu beteiligen. „Stolpersteine“ ist ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, mit dem an Menschen erinnert wird, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Menschen, deren Existenz zu einer Nummer reduziert wurde, werden so mit ihrem Schicksal und ihrer Identität wieder sichtbar. 4 Stolpersteine, die der Familie Steinmesser gewidmet sind, wurden im selben Jahr vor dem Haus Lausitzer Straße 31 gesetzt. Doch dazu wollte die Projektgruppe auch die Seite des Widerstands zeigen und deswegen wurde die Vorstellung des Buches „Der Passfälscher“ organisiert, als Fortsetzung des Vortrages „Hilfen für Verfolgte während der NS-Diktatur“ von Herrn Sandvoss von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Die Veranstaltung wurde von der Ölberggemeinde und dem Steigenberger Hotel unterstützt. Aus der Schweiz hat der Autor den weiten Weg gemacht, um mit uns seine unglaubliche Geschichte zu teilen. Vom jungen Graphiker zum Widerstandskämpfer zum Flüchtling. Zur Veranstaltung wurde Daniel Kahn eingeladen, um das Programm musikalisch zu unterstützen durch jüdische Lieder und Klezmer.
Cioma war ein junger Mann in Berlin während des Aufstiegs des Nationalsozialismus. 1942 entschied er, in den Untergrund zu gehen, um Verfolgungen zu entkommen. Da entdeckte er sein Talent für Papierfälschung und könnte dadurch sein Leben und hunderte Andere retten mit perfekt gefälschten Ausweispapieren. Nach einer Weile wurde er aufgedeckt und er organisierte seine Flucht per Fahrrad in die Schweiz, was wieder auch mit selbstgefälschten Papieren möglich wurde.
Demnächst kommt auch die Verfilmung der Geschichte raus mit Louis Hoffman in der Hauptrolle.
Das Ausmaß an Findigkeit und Lebenslust dieser Geschichte macht sie ganz besonders und beweist vielleicht, dass Einfallsreichtum gegen große Mächte trotzdem gewinnen kann. Ein sehr empfehlenswertes Buch für all diejenigen, die auf der Suche nach ein bisschen Hoffnung sind.
Cioma Schönhaus ist am 22. September 2015 gestorben.
Im Black History Month erinnern Schwarze Initiativen an das koloniale und rassistische Erbe. Ein neuer Förderfonds unterstützt Projekte der afrodiasporischen Communitys. Nachzulesen in der taz am 1. Februar 2022.
Der Black History Month wird jeden Februar in Deutschland, Canada und USA begangen. Klar ist, das ist ein Anstoß, ein Auftakt. Um aufzuholen in Sachen Würdigung Schwarzer Leben braucht es viele Black History Jahre. Wer Ausschau halten möchte, was der Monat in Berlin so bereithält, wird auf der Seite des Vereins EOTO e.V. fündig: https://www.eoto-archiv.de/neuigkeiten/black-ourstory-month-2022/
Schaut: Aus HIStory wird hier OURstory, um Hetero- und Cis-Normativität sprachlich wie konzeptuell auszuhebeln und den Februar zu einem besonderen Monat für wirklich ALLE Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Communities zu machen.
Pünktlich zum Start des Black Ourstory Month am 01. Februar 2022 von 18-20 Uhr geht der May Ayim Fonds mit einer Infoveranstaltung an den Start!
Wir stellen euch den May Ayim Fonds vor und geben euch alle wichtigen Informationen zu den Förderrichtlinien, zur Bewerbung und zur Förderung selbst, damit ihr eure Projektideen schon bald umsetzen könnt. Neben der Vorstellung des Fonds erwarten euch außerdem: der Launch unserer Website, ein spannendes Panel mit dem Thema „Schwarze politische Bildungsarbeit und Empowerment“ sowie eine Überraschungspremiere. Hier könnt ihr euch zur Online-Veranstaltung anmelden und dabei sein, wenn der May Ayim Fonds in die erste Bewerbungsphase geht: https://www.eventbrite.com/e/auftakveranstaltung-des-may-ayim-fonds-tickets-255444008907?keep_tld=1
Nehmen wir das zum Anlass, um ins Gedächtnis zu rufen, wer May Ayim war. Der Name ist in Kreuzberg sicher schon vielen geläufig, denn parallel zur Spree, zwischen der Pfuelstraße bis zur Oberbaumstraße wurde die Straße nach ihr benannt. Das Ufer, 1891 angelegt und 1895 anlässlich der bevorstehenden „Kolonialausstellung“ im nahen Treptower Park mit einer aufwendig gestalteten Anlegestelle versehen, war ursprünglich nach einem Kolonialisten benannt. Auf Anregung der Initiative Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag, die von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aufgegriffen wurde, beschloss die Friedrichshain-Kreuzberger BVV im Frühjahr 2009, das Gröbenufer nach der antirassistischen Aktivistin und Dichterin May Ayim (1960–1996) umzubenennen.
Ihr kurzes Leben war kein einfaches!
May Ayim wird am 3. Mai 1960 in Hamburg als Tochter eines ghanaischen Vaters und einer weißen deutschen Mutter geboren. Sie wächst in einer weißen Pflegefamilie auf. Diese Erfahrung prägt sie, macht sie stark und verletzlich zugleich, schärft ihren Blick für Brüche und Ungereimtheiten: „Der Umstand, nicht untertauchen zu können, hat mich zur aktiven Auseinandersetzung gezwungen, die ich als […] besondere Herausforderung zur Ehrlichkeit empfinde.“ Sie beginnt zu schreiben, zu forschen und sich politisch zu engagieren.
Als Dichterin und Sprachtherapeutin ist May Ayim mit den verschiedenen Aspekten von Sprache vertraut – auch mit der Gewalt, die sich in und über Sprache ausdrückt. Als Pädagogin und politische Aktivistin setzt sie sich mit unterschiedlichen Dimensionen von Gewalt – auch ausgeübt in und über Sprache – auseinander und zeigt neue Wege auf. Ihre Interessen und Ausrichtungen sind breit gefächert. 1985/86 gründet sie gemeinsam mit anderen Afrodeutschen die bundesweite Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD). 1989 ist sie eine der Mitgründerinnen des LiteraturFrauen e.V. 1991 tritt sie dem Verband deutscher Schriftsteller:innen bei. Ihre Diplomarbeit in Pädagogik beschäftigt sich mit Schwarzer deutscher Geschichte und wird zur Grundlage der bis heute wegweisenden Veröffentlichung „Farbe bekennen“.
Ihre Abschlussarbeit als Logopädin schreibt sie über Rassismus und Sexismus in der Therapie.
Anfang der 1990er Jahre wird May Ayim auch international als Dichterin, Wissenschaftlerin und politische Aktivistin bekannt. Sie erhält Einladungen zu Lesungen und Konferenzen, steht im Austausch mit Autor:innen, Künstler:innen und Wissenschaftler:innen im In- und Ausland. Ihre Gedichte bewegen viele Menschen, ihre politische Arbeit vereint schwarze feministische Gesellschaftskritik und die Vision solidarischer Bündnisse. Als sie schwer erkrankt und nicht mehr schreiben kann, bricht ihr Lebenswille. Ihr Tod am 9. August 1996 ist ein großer Verlust. Bild und Text aus: https://verwobenegeschichten.de/menschen/may-ayim/
Soll nun May Ayim hier nochmal selber zu Wort kommen:
nachdem sie mich erst anschwärzten zogen sie mich dann durch den kakao um mir schließlich weiß machen zu wollen es sei vollkommen unangebracht – schwarz zu sehen (“exotik”, 1985)
„Ich wieder trotzdem/afrikanisch/sein/auch wenn ihr/mich gerne/deutsch/haben wollt/und werde trotzdem/deutsch sein/auch wenn euch/meine schwärze/nicht passt“ (grenzenlos und unverschämt, 1990)