2017 | 1. Mitsingabend im RegenbogenCafé

Wir nannten es Lieblingslied! Und waren glücklich und begeistert, dass die Idee, sich im Café um ein virtuelles Lagerfeuer zu scharen und einfach loszusingen, sofort angenommen wurde. Spontan sollte es sein, keine große Kopierarie im Vorhinein benötigen. Einfach die Liederbücher in die Mitte gelegt und eine Vorauswahl als Liste präsentiert. Und es konnte losgehen.

Vorher ausgetüftelt der liebevolle Nachbau eines Overhead-Projektors, in anderen Landstrichen auch Polylux genannt. Unter dem Holzgestell lag das jeweils gewünschte Lied und auf den Gestell die Kamera von Jens. Und die wurde an den Beamer angeschlossen. So hatte jede:r die Möglichkeit, textsicher durchs Lied zu kommen. Die musikalische Leitplanke war dann das Geschick von Jens, sich spontan auf die ausgesuchten Lieder einzulassen und uns mit Gitarre und Stimme den Weg zu weisen.

Und wenn es uns doch aus der Kurve trug, so what! Wir hatten riesigen Spaß. Perfektionismus ist bei dieser Veranstaltung keine Option.

Bis 2020 ging das und in dem Jahr hatten wir Großes vor. Zehn Termine hatten wir uns bereits für das „Mitsingding“ ausgeguckt. Doch wie alle nun wissen, gemeinsames Singen war im Zeichen der Pandemie nicht der richtige Zeitvertreib. Aber wir werden es wieder starten, im Sommer im Freien, versprochen!

Hoppípolla

Quelle: Sigur Rós auf youtube.com

Zum Tag des Pfützenspringens ehren wir „unsere“ Pfützen doppelt mit einem besonderen Pfützengruß. Und weil wir Pfützen und Rätsel so gern mögen, gibt es dazu ein Rätsel und morgen die Auflösung. Überlegt doch mal: welche Sprache könnte das sein und warum haben wir gerade diesen Gruß gewählt?

Hoppípolla

Brosandi
Hendumst í hringi
Höldumst í hendur
Allur heimurinn óskýr
Nema þú stendur

Rennblautur
Allur rennvotur
Engin gúmmístígvél
Hlaupandi í okkur?
Vill springa út úr skel


Vindur í
Og útilykt? af hárinu þínu
Ég lamdi eins fast og ég get
Með nefinu mínu
Hoppa í poll
Í engum stígvélum
Allur rennvotur(rennblautur)
Í engum stígvélum

Og ég fæ blóðnasir
En ég stend alltaf upp
(Hopelandish)
Og ég fæ blóðnasir
En ég stend alltaf upp
(Hopelandish)

Quelle:

https://www.songtexte.com/songtext/sigur-ros/hoppipolla-7bd956ec.html

Tag des Pfützenspringens

Dieses ist unser ältestes Pfützenbild aus Dezember 1982 – so das vorläufige Ergebnis der Recherche im Fabrikarchiv.

Wir haben den Tag des Pfützenspringens unter den kuriosen Feiertagen rausgebuddelt, weil wir am Thema Pfütze einfach nicht vorbeikönnen. Was mensch schon daran sieht, dass wir schon viermal im Blog zu Pfützen etwas zu schreiben fanden, siehe unten.

In der Seite der kuriosen Feiertage ist vermerkt:

„Platsch im Matsch! Man kann ja nach wie vor davon ausgehen, dass das Wetter zu Beginn des Jahres eher in die Kategorie kalt und nass fällt.

Wie lässt sich der National Step in a Puddle and Splash Your Friend Day am besten feiern?

Nun, der Name ist hier sozusagen Programm und sollte wörtlich genommen werden. Das traditionell eher verregnete bzw. kalte Wetter zum Jahresbeginn schafft die besten Voraussetzungen für diesen kuriosen Aktionstag am 11. Januar: Pfützen.

Beim National Step in a Puddle and Splash Your Friend Day geht es nämlich darum, sich eine besonders große und matschige Pfütze auszusuchen und seine Freunde durch einen beherzten Sprung nass zu machen. Kurzum, dieser Ehrentag des Pfützenspringens richtet sich primär an Kinder. Große und Kleine ;)“.

Wie die jeweiligen Reaktionen ausfallen werden, mag sich Jede:r selber ausmalen.

https://www.kuriose-feiertage.de/step-in-a-puddle-and-splash-your-friend-day/

Mensch kann sich der Pfütze individuell stellen, aber auch in Gemeinschaft die Sache aus der Welt schaffen.

1984

Trotzdem, was dem Hof fehlt, ist eine Drainage. Die ging verloren, als das Erdreich wegen der Kontamination mit Chlorkohlenwasserstoffen abgetragen wurde. Die Wiederherstellung des Drainagesystems wird ganz sicher ein großes Projekt in hoffentlich recht naher Zukunft. Wer kann das anpacken?

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bisher im Blog:
https://regenbogenfabrik40.blog/2021/03/23/welttag-der-meteorologie/
https://regenbogenfabrik40.blog/2021/07/03/pfutze-im-fabrikhof/
https://regenbogenfabrik40.blog/2021/08/28/pfutzen-gestalten-den-fabrikhof/
https://regenbogenfabrik40.blog/2021/09/23/pfutzen-entstehung-und-verstetigung/

Fotos: Archiv der Regenbogenfabrik

Der Mann der Sterne und Berlin

Am 10. Januar 2016 war ich noch im Gymnasium und las während einer Pause auf den Mädchenklo des Untergeschosses meiner Schule eine Nachricht meiner Mutter: „David Bowie ist gestorben“.
Ich war schon da eine Riesenfan von Rock und Rockgeschichte; deswegen hat mich die Neuigkeit auch im Bauch getroffen.
Wie lebt man in einer Welt ohne David Bowie?

Es scheint so, als ob der Mann jedem Bürgersteig, den er bestiegen hat, ein bisschen Magie verlieh. Und auch die Bürgersteige Berlins hatten dieses Glück. Von 1976 bis 1978 wohnte Bowie im westlichen Teil der Hauptstadt und ließ sich durch den herzrasenden Rhythmus des Nachtlebens für drei Alben inspirieren, mit der bekanntesten Schöpfung, dem Lied „Heroes“ auf dem Album gleichen Namens. Dieses Lied erzählt die Geschichte eines Berliner Paares, das sich an der Berliner Mauer unter den Schüssen küsst und wurde auch in einer deutschsprachigen Version aufgenommen („Helden“).
Der Künstler lebte in Schöneberg und spielte eine große Rolle in der Berliner Musik- und Partyszene. Er ging nach Kreuzberg, um seine Musik aufzunehmen, in den bekannten Hansa Studios in der Köthener Straße. Er ging in den Dschungel, den er 2013 in der Single „Where are we now?“ zelebriert, um zu feiern.
Er begegnete Iggy Pop, Edgar Froese und weiteren Künstlern, die alle von dieser Stadt inspiriert waren. Durch den Film Lust and Sound in Westberlin von Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck und Heiko Lange, kann man einen einzigartigen Einblick in die blühende Szene dieser Zeit und noch weiter kriegen.

Der westliche Teil der heutigen Hauptstadt galt in den 70ern und 80ern als alleingelassene Insel im Ostblock, wo Gesellschaft und Kreativität sich mehr als in anderen westlichen Städten frei entwickeln konnten. Für Manche war es Chaos, für andere eine Utopie. Für David Bowie pure Kreativität.

Am 10. Januar 2016 starb die Legende an Leberkrebs, zwei Tage nach seinem Geburtstag und nach der Veröffentlichung seines letzten Albums Blackstar. Nur ein paar Jahre lebte er in Berlin, aber die kurze Zeit haben sich Berlin und Bowie, Bowie und Berlin in ganz bedeutender Weise gespiegelt und beeinflusst.

Charlotte Castillon