Pfützen gestalten den Fabrikhof

– oder gestalten wir die Pfützen?

Sie sind beliebt, sie sind manchmal schön, sie sind oft lästig. Die Kita-Kinder in ihren Gummistiefeln wären empört, würden wir für unser Pfützenproblem eine Lösung finden, so schön kann darin gespielt werden. Die Fotograf:innen hätten ein spannendes Motiv weniger. Die schönen Regenbögen unserer Fassade spiegeln sich ganz wunderbar in den Pfützen. Doch dann stehen wieder die Gäste vor dem imposanten Großen See und wollen doch nur zum Mittagessen, trockenen Fußes.

2017 Fabrikhof nach dem Regen

So geschrieben in unserem Beitrag am 23. März.

Auch am 8. Mai waren wir auch schon nah am Thema: Starkregenfälle. Ein Phänomen, dass immer häufiger wird durch den Klimawandel. In unserer Straße hatten deshalb die Berliner Wasserbetriebe für viele Wochen eine riesige Baustelle, um am Landwehrkanal ein riesiges Auffangbecken zu bauen.

Was ist los: wir haben eine Stadt, in deren Altbaubereich das Abwasser als Mischwasser geführt wird. In der Kanalisation treffen die Haushaltsabwasser auf das Regenwasser. Solang die Wassermenge im Normalbereich ist, fließt alles nach und nach ins Klärwerk und der Fall ist erledigt. Wird jedoch durch Starkregen die Kapazität des Systems überschritten, dann muss der Überlauf genutzt werden und das ungeklärte Wasser fließt in den Landwehrkanal. Damit bleiben Keller trocken und die Straßen frei, aber den Fischen geht es an den Kragen. Durch den Bau des Überlaufbeckens am Ende unserer Straße kommt das wenigstens nicht mehr so oft vor, aber ganz vermieden ist es damit nicht.

Daher wird immer wichtiger, dass das Regenwasser schon vorher aufgefangen wird, idealerweise in jedem Hof und auf jedem Dach. Eine Dachbegrünung zum Beispiel kann schon einiges an Regenwasser aufnehmen. Das Wohnhaus der Fabrik konnte das schon in den Baumaßnahmen während der Selbsthilfe umsetzen.

2016 Dachgrün

Hier bleibt also schon eine Menge Regenwasser, es wird wie von einem Schwamm aufgesaugt. Das Mikroklima wird gefördert und die Bienen finden auch immer was Leckeres dort. Was an Wasser übrig bleibt, rinnt wie gehabt durch Dachrinne und Fallrohr direkt in einen Tank. und mit dem gesammelten Wasser kann dann auch der Garten prima gewässert werden.

Können wir das in der Regenbogenfabrik auch machen? Da gibt es so einige Dachflächen, aber können wir da ohne weiteres ein Gründach errichten? Da muss erst die Statikerin was zu sagen. Und wohin mit einer Zisterne? Im Keller ist jeder Winkel voll und im Hof stehen 20 Bäume, die haben mit ihren Wurzeln den Hof schon unter sich aufgeteilt. Wohin also mit so einem Pott?

Doch eine Lösung wird sich finden, vielleicht nicht dieses und nicht nächstes Jahr, aber dran ist es! In unserem Hof und ringsum auch.