Herbstlaubtag

Mit dem beginnenden Oktober verändern die Blätter der Bäume ihre Farbe und sammeln sich als Herbstlaub am Boden. Wieder hat eine, uns heute unbekannte Person, andere dazu gebracht, das mit einem Feiertag zu würdigen. Look at the Leaves Day!

Zugegeben, es ist wunderschön anzusehen. Sieht aus wie Kunst und ist ein vollkommen natürlicher Prozess. Blätter liefern Energie für Bäume und Pflanzen, indem sie Sonnenlicht in Zucker und Stärke durch Photosynthese umwandeln. Im Frühjahr und Sommer erscheinen die Blätter grün, weil das Chlorophyll die Photosynthese ermöglicht. Wenn es kühler wird und die Sonne weniger scheint, wenn die Tage kürzer werden, beginnen Bäume, Energie für den Winter zu speichern und die Chlorophyll-Produktion wird zurückgefahren.

Auf der Suche nach den Informationen über den Herbstlaubtag sind uns noch ganz andere Treffer aufgefallen:
* Verschiebung der Jahreszeiten nachgewiesen
* Klimawandel für späten Herbst und frühen Frühling in Wakayama verantwortlich

Das regionale meteorologische Observatorium macht den Klimawandel dafür verantwortlich, dass in der japanischen Präfektur Wakayama der Frühling immer früher startet und der Herbst immer später beginnt.

Vergangenes Jahr stellte das Observatorium fest, dass der offizielle „Herbstlaubtag“ der 14. Dezember ist, obwohl dieser Tag eigentlich im November fällt.

Der „Herbstlaubtag“ ist der Tag, an dem die Blätter an einem bestimmten Ahornbaum sich rot gefärbt haben. Mitarbeiter:innen stellten auch fest, dass die Kirschblütensaison jedes Jahr früher beginnt und geben dem Klimawandel die Schuld daran.

Der späteste Herbstlaubtag war der 21. Dezember 2006, der früheste der 8. November 1953. Zwischen 1953 und 1980, mit Ausnahme einiger früher Jahre, für die keine Aufzeichnungen vorliegen, fiel der Tag 20 Mal in den November und nur fünf Mal in den Dezember. Seit 1981 verlagerte sich der Tag allmählich in den Dezember und seit 2003 fällt er in den Dezember.

Eine Berechnung der saisonalen Veränderungen zwischen 1953 und 2020 durch das Observatorium der Präfektur zeigt, dass sich der Herbstlaubtag alle 50 Jahre um etwa 15 Tage nach hinten verschiebt.

Ähnliches wird in ganz Japan beobachtet und landesweit verschiebt sich der Tag mit einer Geschwindigkeit von 14 Tagen alle 50 Jahre nach hinten. Die Kirschblütenzeit verschiebt sich in Wakayama alle 50 Jahre um 3,5 Tage nach vorne.

und hier ist die Quelle

Für das Foto Dank an Natalie Magee

Initiativen vor Ort

„Stadterneuerung und Revitalisierung im Kreuzberger Südosten sind kein baulicher Vorgang allein.“
So geschrieben im Vorwort der Broschüre „Initiativen vor Ort“, in der sich Kreuzberger Stadtteilgruppen vorstellten.

„Eine soziale Bewegung aus Initiativen und Selbsthilfegruppen beeinflusste die Entwicklung von SO 36 in den letzten Jahren entscheidend. Die Internationale Bauausstellung `84 mit dem Hauptthema namens „Behutsame Stadterneuern“ hätte über diesen Dreh- und Angelpunkt umfassender Bürgerbeteiligung nicht hinweg gehen können. Bürgerbeteiligung und Betroffenenorientierung haben, sollen sie nicht nur hohles Schlagwort bleiben, notwendigerweise aktive Betroffene zur Voraussetzung. Deren Aktivität und Engagement galt es mit auszustellen.“

Hier im Geburtstagsblog fangen wir mal mit uns an, doch werden wir in den nächsten Wochen auch von anderen aus diesem Heft erzählen. Manches davon gibt’s ja zum Glück bis heute.

Foto: Michael Hughes

Regenbogenfabrik e.V.
Lausitzer Straße 22-23

Das Kinder- und Nachbarschaftszentrum „Regenbogenfabrik – nach dreieinhalb Jahren am 31. Juli 1984 legalisiertes Besetzerprojekt – besteht aus vielen Gruppen, die in den ehemaligen Fabrikräumen ihre Aktivitäten entfalten. Das vielseitige, stadtteilbezogene Angebot der Regenbogenfabrik trägt dazu bei, große Defizite des Reichenberger Kiezes bezüglich sozialer und Freizeiteinrichtungen auszugleichen.

In der gut ausgestatteten und vielbesuchten Fahrradwerkstatt werden dreimal die Woche unter fachkundiger Anleitung in Selbsthilfe Räder gebaut und repariert, wobei die Nutzer nur die Materialkosten aufzubringen haben.
Das Regenbogenkino „von unten“ zeigt an drei Wochenendabenden „Qualitäts“-Filme und bietet Sonntags ein Kinderprogramm.
Die gemeinnützige Tischlerei bietet Werkkurse und fachliche Hilfe bei Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten an.
In den offenen und „geschlossenen“ Kindergruppen werden Kinder aus der Nachbarschaft bzw. vorwiegend alleinerziehender Eltern betreut. Musik- und Theatergruppen sowie das Vereins-Café, Kommunikationszentrum der Regenbogler und der im Umkreis Beteiligten runden das Angebot ab.“

Unsere Chronik vermeldet in diesem Zusammenhang auch Aktivitäten um den Spielplatzbau. Die „Lebendige Ausstellung“ begann am 1. Oktober mit Basteln, Musik, Kinder-Café-Tag, Hoffest und einem Filmfestival.

Die komplette Broschüre ist zu finden im

Und das alles ist nicht zu verwechseln mit „IBA vor Ort“, was wir bereits vorgestellt haben:

Phileas Fogg Day

„In 80 Tagen um die Welt“ ist ein Roman des französischen Autors Jules Verne. Der Roman wurde 1873 unter dem französischen Titel „Le Tour du monde en quatre-vingts jours“ veröffentlicht. Worum geht’s?

Der reiche englische Gentleman Phileas Fogg ist geradezu ein Exzentriker in Sachen Pünktlichkeit und täglicher Gewohnheiten.
Er wettet mit anderen Mitgliedern des „Reform Club“ in London um 20.000 Pfund Sterling, dass es ihm gelingen werde, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. Noch am selben Abend bricht er mit seinem gerade erst eingestellten französischen Diener Jean Passepartout auf. Mit dem Zug fahren sie über Paris nach Brindisi, wo sie das Dampfschiff nach Bombay durch den Suez-Kanal besteigen. In einem Reisesack hat Fogg 20.000 Pfund Sterling dabei, die andere Hälfte seines Vermögens. Die weitere Reiseroute soll nicht verraten werden. Geschickt baut Verne einen großen Spannungsbogen mit Technikbegeisterung, Verfolgungsjagd, Liebesgeschichte, Wetteinsatz.
Mit dieser Dramatik ist der Roman ein gefundenes Fressen für viele Verfilmungen.

Der 2. Oktober ist der Tag, an dem die Wette im Reform Club ausgesprochen wurde; so erklärt sich leicht der Jahrestag, wenn auch nicht geklärt ist, wer das nun wieder in die Welt gesetzt hat.

Zum Roman gab es ein US-amerikanisches Vorbild. Und natürlich gab es auch Nachahmer. Vor allem eine Reisende ist hier besonders zu erwähnen:

Nellie Bly: * 5. Mai 1864; † 27. Januar 1922; Geburtsname: Elizabeth Jane Cochran

Drei Episoden möchte ich aus ihrem bemerkenswerten Leben herausheben:

1884 antwortete Cochran mit einem temperamentvollen Leserbrief auf eine frauenfeindliche Kolumne in einer Pittsburgher Zeitung. Der Herausgeber war davon beeindruckt, bot ihre eine Stelle als Reporterin an. Da sie gerade auf Arbeitssuche war, nahm sie an. Hier bekam sie auch ihren Nom de plume: Nellie Bly.

Nellie Bly schrieb mehrere investigative Reportagen für die Zeitung, wurde trotzdem in die Redaktion für „Frauenthemen“ versetzt. Fand sie nicht gut, da ging sie nach New York und wurde dort bei Joseph Pulitzers Zeitung „New York World“ als Reporterin angenommen. Und wieder gelang ihr ein unglaublicher Coup: Ihr erster Auftrag war, über die Zustände in einem Asyl für nervenkranke Frauen auf der New Yorker Blackwell’s Island im East River zu berichten. Um diese Reportage schreiben zu können, musste sie sich selbst für zehn Tage einweisen, um so am eigenen Leibe die Behandlung sowie die Lebensumstände der Patientinnen zu erfahren. Diese Art des verdeckten Recherchierens wurde in der Folge zum Markenzeichen ihrer journalistischen Arbeit. Wie mutig das war!

Im Jahr 1888 entschied die „New York World“, dass Nellie Bly die Reise aus Jules Vernes Roman nachahmen solle. Sie begann die über 32.800 Kilometer lange Reise im November 1889 in New York und reiste über England, Jules Vernes Wohnort Amiens, Brindisi in Italien, Colombo auf Ceylon, Hongkong, China, Japan und San Francisco.
Daraufhin setzte die konkurrierende Zeitung Cosmopolitan ebenfalls eine Journalistin, Elizabeth Bisland, in Bewegung, um die Reisezeit von Nellie Bly zu unterbieten. Somit wurde die Reise zu einer Wettfahrt. Nach 72 Tagen, sechs Stunden, elf Minuten und 14 Sekunden beendete Bly die Reise in damaliger Rekordzeit am 25. Januar 1890 und gewann damit das Rennen. Sie war eine der ersten Frauen, die unbegleitet von einem Mann eine derartige Reise unternommen hatte, was sie zum Vorbild für viele Frauen machte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reise_um_die_Erde_in_80_Tagen

https://de.wikipedia.org/wiki/Nellie_Bly

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Vernes Roman fasst eindringlich zusammen, wie fasziniert die Welt von den neuen Möglichkeiten war, die durch Kanalbau und Eisenbahn die Welt ganz neu zusammenbrachten. Wir können aktuell noch schneller und noch höher.

Gerade eben gab es den ersten Weltraumflug, der rein touristisch motiviert war. Wir Menschen tun es, weil wir es können. Und wer erinnert sich noch, als die ersten Bilder aus dem All durch die Welt gingen und uns beigebracht haben, dass die kleine blaue Erde so winzig im All dahinreist.
Wir brauchen es offensichtlich, das Neue, das Faszinierende. Und doch: Können wir innehalten und die Endlichkeit der Ressourcen bedenken?

Chz

Foto: Grzegorz Czarnecki, Tall Ship’s Races in Szczecin, 2007