Am Samstag, den 23. April 2005 um 15.00 Uhr wird es eine Kräuter-Pflanz-Aktion auf der Regenbogenfabrik geben.
Es gibt Kaffee, Tee und Kuchen!
Rechts neben dem Eingang zur Kantine soll ein Küchenkräutergarten angelegt werden, von dem die Kantine dann auch frische Kräuter für die Gerichte nehmen kann. Vorausgesetzt, dass alles gut wächst.
Eingeladen sind alle Leute der Regenbogenfabrik, die Nachbarn und Freunde der Regenbogenfabrik. Wir bitten alle, ein Kräuterpflänzchen mitzubringen. Und damit es es nicht etwa nur Schnittlauch oder Basilikum in unserem zukünftigen Kräutergarten geben wird, bitten wir – wegen der Vielfalt – auf einer Liste das Kräutchen einzutragen, das Ihr mitbringen wollt. Die Liste hängt in der Kantine.
So lautete der Aufruf und viele kamen. Dieser Kräutergarten ist nun schon wieder Geschichte, es wurde gebaut und an anderer Stelle wachsen nun die Blumen und Kräuter, betreut von den Kinder aus der Kita.
„Vor neun Uhr morgens, und ich muss reden. Ok, ausnahmsweise“, erzählt mir Christine aus der Essensgruppe in der Lausitzer 23, Hinterhaus. Was nicht stimmt – wir haben schon häufig um 7 Uhr miteinander geredet, manchmal sogar stundenlang die Weltlage diskutiert. Und nicht nur mit ihr. Auch mit Johanna und Martin darf mensch die Uhr nicht aus dem Blick lassen – sonst ist der rechtzeitige Aufbruch zum morgendlichen Termin schnell passé.
Es geht aber nicht nur um die großen und kleinen politischen Themen. Jedes Mal, wenn ich aus dem Rheinland nach Berlin zu Besuch komme und im Gästezimmer unter dem Dach wohnen kann – so zwei bis dreimal im Jahr – habe ich als morgendlicher, passionierter Teetrinker ein Problem. Die Zubereitung des Heißgetränks ist technisch äußerst anspruchsvoll. Das Gerät ist dreiteilig: Eine Glaskanne, ein Einsatz und ein Timer, der aufgesteckt und mit Tee befüllt werden muss. Entscheidend ist die Menge des Wasser und die Geschwindigkeit, mit der es eingefüllt wird. Zugegeben, meine technische Begabung hält sich in Grenzen. Aber Tee kochen bereitet mir sonst eigentlich keine Probleme. Nur im Regenbogen. Jedes Mal, wenn ich zu Besuch bin, muss ich mir die Teemaschine, dieses Unikum, wieder auf’s Neue erklären lassen.
Mir ist das peinlich. Auch wenn, meistens Christine oder Johanna, immer wieder ganz geduldig die Funktionsweise erklären. Irgendwie komme ich mir doof vor. Drei Möglichkeiten habe ich mir überlegt: Ich kaufe mir selber so ein Gerät. Aber trotz intensiver Internetrecherche bin ich noch nicht fündig geworden. Das letzte Mal habe ich Christine mit meinem Handy gefilmt. Ein Erklärvideo. Aber es hat laute Nebengeräusche, weil im Hintergrund ein Mixer läuft. Also nicht wirklich brauchbar. Wohl die beste Lösung: Ich komme öfter mal nach Berlin. Damit ich es endlich kapiere.
Unser Freund Gerhard hatte letztes Jahr eine schöne Sache im Gepäck, die wir euch hier auch vorstellen wollen:
In Form einer Collage berichten Ich-Erzähler*innen in dem Hörspiel vielstimmig von ihrem Alltag im Jahr 2048. In dieser Welt gibt es mehr Zeitsouveränität, Gemeinschaft, Solidarität, Selbstbestimmung, Gesundheit und Demokratie. Abgenommen haben dagegen Lohnarbeit, Konkurrenz, Umweltschäden, Gewalt und Krieg. Doch auch 2048 verläuft das Leben nicht ohne Konflikte. Ein Streitthema ist die Verteilung derjenigen gesellschaftlich notwendigen Arbeiten, die kaum jemand machen möchte. Demokratie ist auch im Jahr 2048 noch anstrengend. Dazu kommen die Spuren der Zerstörung, die der bis in die 30er Jahre auf fossilen Energieträgern beruhende Kapitalismus hinterlassen hat.
Als wir das Listening together im Oktober 2020 im Kino machen konnten, hatte sich der lange Winterlockdown schon angekündigt.
Nicht schlecht staunten die Anwohner der Falckensteinstraße am Samstag, den 6. März, in aller Frühe. Im Handumdrehen bauten 25 junge Arbeiter das Gerüst vor der Falckensteinstraße 9 ab, nach zwei Stunden erschien die Polizei, um das zu verhindern, kam zu spät und machte sich lächerlich, als sie zwei der Gerüstbauer entwischen ließ. Es handelte sich nicht um einen normalen Arbeitsauftrag, sondern um eine Protestaktion von Mietern, Instandbesetzern und dem Vogel&Braun-Komitee. Die Falckenstraße 9 gehört diesen beiden Herren und ist seit Monaten den Methoden dieser größten Spekulantengruppe in Kreuzberg 36 ausgeliefert.
Weiterlesen im Kreuzberg Museum, Seite drei in der Ausgabe 4/1982
Heute, anlässlich des Tages des Freiwilligendienstes, schreiben wir im Namen von zwei Partnervereinen in Frankreich und Deutschland – l’Autre pépinière in Frankreich und bapob e.V. in Berlin. Gemeinsam organisieren wir den Deutsch-Französischen Freiwilligendienst der Alternativen (DFFA).
Der französische Verein l’Autre Pépinière ist ein Verein, der 2015 von 4 Fortbildnerinnen, u.a. tätig beim Deutsch-Französischen ökologischen Freiwilligendienst, gegründet wurde, weil wir den Freiwilligendienst in Richtung solidarische und soziale Ökonomie weiterentwickeln wollten.
Partnerverein auf deutscher Seite ist der seit 1980 im Bereich der (internationalen) politischen Bildungsarbeit aktive Berliner Arbeitskreis für politische Bildung e.V. (bapob), der uns bei der Suche nach Einsatzstellen und bei der pädagogischen Begleitung der Freiwilligen aus Deutschland unterstützt.
Seit 2015 ist die Regenbogenfabrik eine unserer Einsatzstellen und ermöglicht es, jungen Französ*innen tolle Erfahrungen in einem alternativen, partizipativen & originellen Projekt zu sammeln. Mit dem Freiwilligendienst in der Regenbogenfabrik bieten wir jungen Menschen einen Perspektivwechsel, indem sie eine andere Art des Zusammenlebens und -arbeitens, eine Vision der Welt und des Zusammenlebens entdecken können. Diese vielschichtigen Perspektiven liegen auch uns sehr am Herzen.
Aber worüber reden wir?
Der Deutsch-Französische Freiwilligendienst der Alternativen (DFFA) ermöglicht es jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich zwischen 18 und 25 Jahren, einen 12-monatigen Freiwilligendienst im jeweiligen Partnerland zu machen.
Für die Freiwilligen ist dieses Jahr ein Jahr der Orientierung, (Fort-)Bildung und persönlichen Entwicklung, das es ihnen ermöglicht, neue Erfahrungen zu sammeln, sich selbst besser kennenzulernen, um anschließend, bereichert mit neuen Ideen und Perspektiven, zu entscheiden, was sie machen möchten.
Indem ihr die Freiwilligen im Laufe der Jahre aufgenommen haben, habt ihr sie (mit Geduld und Flexibilität!) bei der Entdeckung eures Handelns, eurer Werte und Visionen begleitet und ihnen ermöglicht, autonomer und selbstständiger zu werden, (erste) Arbeitserfahrungen zu sammeln und sich auch bei Euch einzubringen und engagieren zu können.
Ihr habt für jede*n von ihnen (und auch für uns !) immer Geduld, Verständnis und Offenheit gezeigt, und das sind unser Meinung nach die wichtigsten Bausteine um eine*n junge*n Freiwillige*n aus dem Ausland aufzunehmen und bei seiner*ihrer Entdeckung eines neuen Landes und der neuen Herangehensweisen zu begleiten.
Vielen Dank an die Macher*innen und Engagierten der Regenbogenfabrik – auch im Namen von Sarah, Margaux, Léonie, Margaux & Lénaïg – für die Zusammenarbeit und das Vertrauen!
Avec toute notre amitié und mit solidarischen Grüßen!
Bertille für l’Autre pépinière und Franziska für den bapob