Geburtstagskind des Tages – Lénaïg

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Ich bin im September 2020 in der Fabrik angekommen. Ich wollte ein ganzes Jahr als deutsch-französische Freiwillige hier bleiben. Meine erste Aufgabe war Kulturveranstaltung mit Christine und den anderen Leuten von der Kulturgruppe (Lars, Andy, Johanna …). Ich habe danach in vielen anderen Bereichen gearbeitet: in der Kantine, in der Baugruppe mit Jonny, in der Holzwerkstatt mit Conny … Jetzt bin nicht mehr Freiwillige aber arbeite ein bisschen noch mit in der Fabrik zum Beispiel in der Geburtstagsblog-Gruppe!

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Mein Lieblingsort auf der Fabrik ist vielleicht die Werkstatt der Baugruppe. Das ist ein bisschen versteckt, aber man kann viele unmögliche Dinge hier finden: Alte Werkzeuge, große Farbtöpfe, so viel Material und voll lustige Sachen!

Der andere Lieblingsort ist schon Vergangenheit; es war hinter dem Kinotresen, wo ich alle Veranstaltungen im September und Oktober gesehen und Bier verkauft habe.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Inspiration (für meine Zukunft)

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Ich habe nicht so viel in der Kantine gegessen, weil so schnell geschlossen war, aber die Pommes und diese türkischen Rolls waren super lecker!

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Ich wünsche der Fabrik kein Covid mehr! Dann können wir wieder Kulturveranstaltungen und die große Party organisieren und diesen 40. Geburtstag viel feiern! 

Kinderkino in der Regenbogenfabrik

Für mich ist insbesondere das Kinderkino der Regenbogenfabrik ein magischer Ort. Vor einigen Jahren, als meine Kinder 8 bis 12 Jahre alt waren, da hatten wir am Sonntag ein Ritual: nach dem Schwimmen durften wir alle ins Kinderkino der Regenbogenfabrik. Im Nachhinein habe ich den Eindruck, dass meine Kinder ggf. nicht meine Begeisterung für die Filme teilten, sondern vielmehr die Aussicht auf etwas Süßes für sie attraktiv war. Aber das ist nur eine Vermutung, ich habe sie bislang nicht danach gefragt.

Im Regenbogenkino können Kinder so sein wie sie sind: manchmal etwas laut, manchmal etwas sehr kicherig, aber immer lebendig und wahrhaftig. Zu unserer Zeit gab es die ziemlich lädierten Sofas und Sessel, in die man sich wunderbar hineinkuscheln konnte. Es gab zwar kein Popcorn, aber kleine Snacks oder Süßigkeiten, Limonade, Saft und alles, was ein Kinderherz für einen guten Film benötigt (und auch die Mama war immer mit dem Kaffee und einem Keks zufrieden).

Dann wurde es dunkel im Saal, die Aufmerksamkeit stieg. Keine Werbung, keine unnötige Ablenkung, sondern ein ungestörter Filmgenuss. Ich kann mich nicht mehr genau an die einzelnen Titel der Filme erinnern, vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig. Wichtig ist, dass wir alle viel Spaß hatten. Manchmal waren die Filme auch etwas traurig. Aber das war seltener der Fall.

Nach der Vorstellung sind wir an schönen Frühlings-, Sommer- oder Herbsttagen auf den großen Hof gegangen zum Spielen. Das war ein Traum. Im Winter gab es nach der Filmvorstellung Shawarma oder andere gute Speisen und frischgepressten Karottensaft im arabischen Imbiss.

Und danach waren wir alle müde, satt und oft sehr gut gelaunt.

Ich persönlich habe diese Stunden am Sonntag im Regenbogenkino nie vergessen, sie leben in mir weiter als eine sehr schöne Erinnerung. Und wer weiss: vielleicht besuche ich das Regenbogenkino mit Einverständnis seiner Eltern auch mit meinem Enkelkind und dann bin ich gespannt, ob er das Kinderkino in der Regenbogenfabrik so magisch findet wie ich.

Elke Ostwaldt

Geburtstagskind des Tages – Ria

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?
Schon immer

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?
Bei dem Turm (im Schornstein)

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?
Spielplatz

4. Lieblingsessen in der Kantine?
Ria hat keine Erinnerung, Pommes war gut, sagt ihr Bruder Georg

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?
Einen neuen Spiegel sagt Ria, einen Erdbeerkuchen sagt Georg

„Nicht nur Menschen und Tiere haben Geburtstag auch Spielplätze!“

Ria (4 Jahre) zum 40. Regenbogenjubiläum

Kleine Geburtstagsmeditation zum 40.

Quarantäne, das sind vierzig Tage, daher das Wort. Vierzig Tage zog sich Jesus in die Einsamkeit zurück, bevor er zu predigen begann, vierzig Wochen dauert eine Schwangerschaft, vierzig Jahre zogen die Israeliten durch die Wüste, bevor sie das Gelobte Land betraten. 

Habt ihr sie nun hinter euch, die vierzig schweren Jahre? Kommt nun die gute Zeit der erfüllten Erwartungen? Wahrscheinlich nicht!
Nach der Quarantäne kommt der Ärger mit den aufgelaufenen Kosten; für Jesus begann mit seinem öffentlichen Wirken der Ärger mit den Traditionalisten, zur Freude über das Neugeborene kommen die durchwachten Nächte und der Einzug ins Gelobte Land war immer auch mit Neid und Streit verbunden.

Es gibt Momente der Freude, des Durchatmens.
Der vierzigste Geburtstag mag so ein Anlass sein. Da schaut man zurück und staunt über all das Erreichte und amüsiert sich über viele Querelen, die in der Rückschau einfach nur lächerlich erscheinen. Was es nicht gibt ist die Erfüllung der Träume. Es sind vielmehr die kleinen Siege, die uns ermutigen, weiterzumachen.

Vierzig ist die Zahl der Vollendung. Etwas kommt zum Vorschein, das Zeit brauchte, um zu reifen. Und es beginnt etwas Neues. Ob dieses Neue den Ursprüngen treu bleibt, ist allerdings nicht ausgemacht. Schaut man auf die vielen Reformbewegungen der Geschichte, so gibt es Grund zur Skepsis. Der aufrührerische Impuls der klösterlichen Armutsorden, die antraten, um der Prunksucht und Verweltlichung der Kirche etwas entgegenzusetzen, erlosch häufig nach nur wenigen Jahrzehnten und begann sich mit den Verhältnissen zu arrangieren. Man landete nicht selten im alten Sumpf.
Doch auch die andere Gefahr gibt es. Als Mao sah, dass die Idee des Aufbruchs nicht mehr zündete, initiierte er die Kulturrevolution und schaffte unter dem Etikett der Erneuerung ein Schreckensregime, das Millionen Menschen zu Opfern einer menschenverachtenden Ideologie machte.

Ich wünsche euch, dass ihr der Gefahr der Anpassung genau so widersteht, wie der Gefahr der ideologischen Isolierung. Bleibt in Kontakt zu eurem Umfeld und bleibt in Reibung. Nehmt aufmerksam und mitfühlend wahr, was draussen passiert und bleibt ein Ärgernis für die Stadt.

Beste Wünsche Jörg

Jörg Machel 1984 – 2018 Pfarrer der ev. Emmaus-Ölberg-Gemeinde

1981 hat die Ölberg-Gemeinde eine Patenschaft für die besetzte Regenbogenfabrik übernommen.