in memoriam – Jutta

1953 – 1992

Jutta war gerne im Stadtteilzentrum vorne in der Lausitzer Straße gewesen und war gut befreundet mit den Leuten in der Fahrradwerkstatt. Als die Werkstatt in die Regenbogenfabrik zog, ist sie mitgekommen. So ist sie in den frühen Jahren der Regenbogenfabrik einfach da gewesen, hat sich eingesetzt, wo es gebraucht war, sei es beim Kulturevent in der Tresenschicht, sei es, wie auf dem Bild, bei einer Protestaktion. Bis sie im Wedding eine Arbeit als Bürokauffrau gefunden hat und dann auch mit ihrer Tochter und ihrem Liebsten, Arno, in den Wedding gezogen ist.

Als sie an Krebs erkrankte hat sie mutig gekämpft, sie hat gehofft und am Ende den Kampf verloren. Sie hat aber gelebt und geliebt. Arno blieb noch, bis die Tochter aus dem Haus ging, dann kehrte er in die Regenbogenfabrik zurück.

Unvergessen ist sie uns geblieben als Seeräuber-Jenny. Ihr zu Ehren stellen wir den Song hier vor.

Künstler*innen des Tages – Kapelle B

  1. Wie heißt Du/ihr (und wie viele seid ihr)?

Kapelle B, Brass Percussion Band im Stile französischer Fanfaren, 20 Musiker

  1. Wie beschreibt ihr/beschreibst Du, was ihr macht/du machst?

Straßenmusik, Weltmusik

  1. (Seit wann seid ihr zusammen und) wann wart ihr/warst du das erste Mal in der Regenbogenfabrik?

Seit 2015

Erster Auftritt am 11. Dez. 2016 zum (verregneten) Wintermarkt

  1. Spielst du/spielt ihr lieber drinnen oder draußen?

Selbstverständlich spielen wir am liebsten draußen, z.B. bei Straßenfesten

  1. Was erwartet ihr/erwartest du von eurem/deinem Publikum? Singen, klatschen, tanzen?

Mitsingen, tanzen, klatschen, einfach mitgehen, gute Stimmung machen, gute Laune haben. All das ergibt sich meistens von alleine, weil die Spielfreude der Kapelle ansteckend ist

  1. Was ist euer/dein wichtigster Corona-Fluch?

Schmerzlich lange Zeit keine gemeinsamen Proben, keine Umarmungen, keine Witzeleien

  1. Was wünscht ihr euch/du dir und uns für die Zukunft?

Wieder viel Spaß, viel gemeinsame Musik, viele Veranstaltungen, z.B. bei Euch in der Regenbogenfabrik.

Mehr Informationen über uns verrät unsere Webseite KapelleB.de.
Dort finden sich auch Fotos und Videoclips.

  1. Bist du/seid ihr auch in anderen Formationen unterwegs, die vielleicht auch ins Regenbogenprogramm passen?

Wir haben einen kleinen Ableger, eine Dixieland-Band. Wir sind die Dixties, zu finden unter dixties.de. Am 8. Sept. 2019 haben wir schon mal auf Eurer Bühne gestanden.

Viele Grüße aus dem Homeoffice

Wolfgang Hoffmann

Kapelle B

Bezahlbaren Wohnraum für alle sichern

Die Überschrift klingt für die meisten wohl nach einem sympathischen Ziel. Bei näherem Hinsehen enthält er durchaus Sprengstoff. Fangen wir mit dem Einfachen an: „Sichern“! Viele alte Projekte – „alte“ bedeutet für mich die 80er und 90er Jahre – sind als GbR, Verein oder Ein-Haus-Genossenschaft konzipiert worden. Inzwischen sind die Häuser bezahlt, der Generationenwechsel steht an. Damit aber gleichzeitig auch die Gefahr, dass solche Häuser privatisiert werden.

Die GbR kann ihr Haus verkaufen. Das ist Bruchteilseigentum in privater Hand. Der nicht-gemeinnützige Verein, wie auch die Genossenschaft können sich per Beschluss auflösen. Gegebenenfalls noch lästige, ideelle, Vereinbarungen der Satzungen werden vorher per Beschluss gestrichen. Nach der Auflösung wird das Vermögen auf die verbleibenden Mitglieder verteilt. Das bedeutet jede/r bekommt eine Wohnung oder eine erhebliche Summe Geldes aus dem Verkaufserlös. Ganz einfach, so eine Privatisierung.

Fördermittel des Landes Berlin? Geleistete Selbsthilfe ehemaliger Bewohner? 30 Jahre aus Mieten getilgte Darlehen? Finanzielle Unterstützung von Freunden des Hauses aus der Gründungsphase? Pech! Das fließt den Mitgliedern zu, die den Verein/die Genossenschaft auflösen – und das müssen nicht unbedingt die Mitglieder der ersten Stunde sein. Auch wer nur wenige Jahre im Haus wohnt und Mitglied wurde, wird „bereichert“. Das Haus ist wieder „auf dem Markt“. Jede/r neue Käufer*in bezahlt den (derzeit sehr hohen) Marktpreis und daraus resultiert wiederum eine Miete an der Oberkante des Marktes.

Die Leute aus dem Wohnhaus der Regenbogenfabrik haben das Gebäude an die Mietergenossenschaft SelbstBau e.G. übergeben. Mit ihr als Erbbaurechtsnehmerin ist die Gefahr einer Privatisierung sehr gering, weil die Genossenschaft aus 28 Häusern besteht, ein Auflösungsbeschluss also viel schwerer zu erwirken sein wird. Durch den Kauf des Grundstücks durch die Stiftung trias ist zudem eine unabhängige Dritte in der Konstruktion, die durch die Zweckbindungsklausel, sowie Vor- und Ankaufsrechte einschreiten kann, sollte doch ein Verkauf geplant sein.

Bezahlbarer“ Wohnraum für alle? Auch hier türmen sich Fragen auf.

„Unsere“ günstigen Mieten sind „gesichert“. Was ist mit vielen anderen Berliner*innen, die auch so günstigen Wohnraum bräuchten? Die Kostenmiete alter Projekte liegt oft unter vier Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Mieten im Neubau oder in renoviertem Altbau auf dem freien Markt liegen über zwölf Euro. Wäre es so undenkbar bei Wohnungswechsel acht Euro zu berechnen?
Von einer solchen Miete würden viele noch träumen. Was der Genossenschaft übrig bleibt geht in eine Rücklage zur Schaffung neuer, bezahlbarer Wohnungen. Oder ist „das Hemd näher als der Rock“ und „Hauptsache ich bin versorgt“. Ich habe so wenig Einkommen, mir muss geholfen werden?

Die Stiftung trias kennt diesen Widerspruch und weiß, wie schnell der Genossenschaftsauftrag „die eigenen Mitglieder zu fördern“ in Selbstversorgung umschlägt. Wenn Jede*r für sich sorgt, ist schließlich für alle gesorgt?! Der Erbbauzins aus dem Grundstück dient den Stiftungszwecken. So kann für ein neues Projekt ein Grund gekauft werden und über einen niedrigen Erbbauzins auch wieder günstiger Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Die Stiftung muss ihre Erträge für gemeinnützige Zwecke verwenden. Insofern stellt sie den Gegenpol zum Genossenschaftsgedanken dar. Eine Polarität, die sich aufs Schönste ergänzt. Der Erbbauzins läuft 99 Jahre und länger? Ja! Das ist so gewollt. Solidarität ist auch eine Frage von Ökonomie und nicht nur von Sonntagsreden und Festschriften. Nur wenn auch Geld fließt, können „alle“ auch bezahlbaren Wohnraum erhalten.

Rolf Novy-Huy, Mitgründer und Vorstand der Stiftung trias

https://www.stiftung-trias.de

Great things have small beginnings!

My name is Lukasz Lachowicz, and I was born and grew up in Szczecin, Poland. I live in New Zealand now.

When Regenbogenfabrik came to life in 1981 I was only 10 years old, still living far away on the other side of the Iron Curtain in communist Poland. Little did I know that some 150 km west – yet light years away in many respects – a group of people was coming together as Renegbogenfabrik in Kreuzberg, and that one day they would become an inseparable part of my life’s story!

That story and my connection with Regenbogenfabrik started with Christine Ziegler in 1998.

I first met Christine when she came as a Regenbogenfabrik “ambassador” to the local fair of non-government organisations in my hometown of Szczecin in Poland. She was looking for contacts with similar people, similar communities, trying to build a link between Szczecin and Berlin.

I remember that the fair was at our beautiful historic Renaissance castle, it was cold, gloomy and raining outside (no rainbows, unfortunately), but I also remember being very inspired by the whole core idea of Regenbogenfabrik: that a group of friends can stay together, commit themselves to building a lasting home together, living as a community where there is a place for everyone and sustain themselves over the years through social projects in a local community. it was visionary and ahead of its time. I was fascinated. I wanted to learn more.

Very soon after I visited Regenbogenfabrik for the first time with my partner Andrew (who was a New Zealander), met Christine again, met her Lieblingsoekonom Martin, and the others from the Essensgruppe. Friendship grew quickly. Many subsequent trips / visits followed, both in Poland and in Germany. We did many wonderful cycling trips and walking trips, including in the Tatra mountains in Poland. We cooked and sat over some spectacular and epic Kochevents at Regenbogenfabrik! What grew from those encounters has been an amazing and a precious friendship that has lasted for more than 20 years.

Of course, we kept in close touch even after I moved to New Zealand 21 years ago. In 2006 Christine and Martin came for a visit to New Zealand and the four of us stayed in Marlborough Sounds and we walked the beautiful Heaphy Track in the South Island.

I always visit Regenbogenfabrik and stay with Christine and Martin in Berlin each time I travel back to Europe – it would be unthinkable not to see them if I come anywhere near Poland! They have become a part of life’s rich tapestry, or a part of a woven cloth, metaphorically speaking. Great things have small beginnings.

Looking back over the years, I think I was blessed on that rainy day in Szczecin in 1998. As years go by I appreciate my connection with Regenbogenfabrik very dearly. Precious friendship. Long may it continue despite the passage of time, despite the physical distance, and despite COVID!