Städtepartner Stettin in der Regenbogenfabrik

Die REGENBOGENBFABRIK habe ich kennengelernt, als ich im Vorstand des Vereins Städtepartner Stettin/Friedrichshain-Kreuzberg‘ tätig wurde.

Seit der Gründung des Vereins war die REGENBOGENFABRIK mit ihrem ‚Kino‘ ein wichtiger Ort für unzählige Veranstaltungen des Vereins.

Sofort habe ich diesen Ort und das ‚Kino‘ mit seinem Mobiliar – lauter ehrwürdige Ledersofas – in mein Herz geschlossen. Egal, wie viele Menschen zu den Veranstaltungen kommen würden, viele oder weniger viele, dieser Raum im Hofbereich bot immer eine wunderbare, sehr entspannte Club-Atmosphäre mit dem Getränkeangebot an der Bar.

Veranstaltungen mit Städtepartner Stettin

Im Laufe der Zeit habe ich einige Veranstaltungen organisiert, immer war die Zusammenarbeit mit Chris und Christine wunderbar!!

Von den Veranstaltungen, die ich organisiert habe, will ich einige herausgreifen:

– Bogdan Twardochleb, ein Stettiner Journalist, zum Thema, was sich seit 1990 in der Grenzregion um Stettin verändert hat.

Veranstaltungen mit Städtepartner Stettin

– Dariusz Kacprzak, Direktor des Nationalmuseums in Stettin,  zur Wiederherstellung einer bemerkenswerten Statue von Friedrich dem Großen.
Sie stand in Stettin; nach dem Krieg war sie verschollen, völlig demoliert, fast unkenntlich tauchte sie aus einem Keller wieder auf. Der Bildhauer dieser Statue war Johann Gottfried Schadow.

Veranstaltungen mit Städtepartner Stettin

– Beata Kozak, die von ihrer Kindheit und Schulzeit in Szczecin/Stettin berichtete.

Veranstaltungen mit Städtepartner Stettin

– Der Autor Steffen Möller, der dem Publikum die Menschen im Nachbarland nahebrachte: ‚Polen für Fortgeschrittene‘.

Außerdem konnten wir Dokumentationen zeigen, die im Programm des NDR und RBB ausgestrahlt worden waren.

Brigitte Ungern-Sternberg

Nachtrag: Der Verein Städtepartner Stettin wurde am 30.10.1997 in den Räumen der Regenbogenfabrik gegründet.

Geburtstagskind des Tages – Karl

1.     Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Seit 1981 bis 2011 lebte ich im 2. Hinterhaus, d.h. ich durfte 30 Jahre in der Regenbogenfabrik mit wohnen.

Ein paar Wochen nach der Besetzung schlief ich in der jetzigen Kita in der Regenbogenfabrik, ca. 2 Jahre in der Lausitzer Straße 40, die uns als Ersatzräume im Zuge der Verhandlungen mit dem Eigentümer angeboten wurden.
Ansonsten lebte ich ca. 28 Jahre immer im gleichen Zimmer im 4. Stock links hinten, d.h. zum Innenbereich des Block 109 hin. Meine Eltern stellten immer wieder fest, dass es so ruhig wie im Dorf im Wald bei ihnen war.

2.     Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Neben meinem Zimmer fallen mir zwei weitere Lieblingsorte ein: die Fahrradwerkstatt, die sehr bald 1981/82 vom Stadtteilzentrum in die Regenbogenfabrik umzog und sich mit Werkbänken von der geschlossenen Fabrik Peiner Stahlbau aus Tempelhof einrichtete und das RegenbogenKino, ein wunderbarer Veranstaltungsraum  –  schon lange mit gemütlichen unterschiedlichen Sofas bestuhlt; am meisten saß ich im obersten Drittel in der Mitte. Manchmal waren es sehr wenige Zuschauer*innen; manchmal war es voller, aber immer war es ein sehr gutes Kinoprogramm: Danke an Marten, Chris und viele andere Menschen.
In diesem Veranstaltungssaal feierten Johanna und ich auch im September 1983 unsere Kiezhochzeit.

3.     Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Die Regenbogenfabrik war mein Zuhause und gab mir neben dem Fränkischen eine neue Heimat.

4.     Lieblingsessen in der Kantine?

Es gibt kein Lieblingsessen in der Kantine, da ich 30 Jahre Teil einer einmaligen Institution „Essensgruppe“ im 2. Hinterhaus sein durfte, in der jeden Abend jemand anderes einkauft, kocht, aufräumt und den Rest der Gruppe verköstigt.

5.     Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Ich wünsche der Regenbogenfabrik, dass sie weiterhin ein Kinder-, Kultur- und Nachbarschaftszentrum bleibt, Schutzräume für Kinder, Ältere wie andere Schutzbedürftige bietet und als Ort der Begegnungen, als moderner so nötiger Marktplatz sich immer wieder neu erfindet.

Blick auf das zweite Hinterhaus, etwa 1981. Das Bild zeigt den Blick aus dem vierten Stock.

Fotos: Kostas Kouvelis

in memoriam – Jutta

1953 – 1992

Jutta war gerne im Stadtteilzentrum vorne in der Lausitzer Straße gewesen und war gut befreundet mit den Leuten in der Fahrradwerkstatt. Als die Werkstatt in die Regenbogenfabrik zog, ist sie mitgekommen. So ist sie in den frühen Jahren der Regenbogenfabrik einfach da gewesen, hat sich eingesetzt, wo es gebraucht war, sei es beim Kulturevent in der Tresenschicht, sei es, wie auf dem Bild, bei einer Protestaktion. Bis sie im Wedding eine Arbeit als Bürokauffrau gefunden hat und dann auch mit ihrer Tochter und ihrem Liebsten, Arno, in den Wedding gezogen ist.

Als sie an Krebs erkrankte hat sie mutig gekämpft, sie hat gehofft und am Ende den Kampf verloren. Sie hat aber gelebt und geliebt. Arno blieb noch, bis die Tochter aus dem Haus ging, dann kehrte er in die Regenbogenfabrik zurück.

Unvergessen ist sie uns geblieben als Seeräuber-Jenny. Ihr zu Ehren stellen wir den Song hier vor.