Geburtstagskind des Tages – Andreas


1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Seit einem knappen Jahr wohne ich hier im Haus, hatte vorher mit Chris und dem Kino anlässlich der Filmreihe „Blick nach Afrika“ zusammengearbeitet. Durch diese und andere politische Veranstaltungen war ich eine Zeit lang so oft im Kino, dass ich zu Chris mal gescherzt habe „Ich könnte mir auch ein Feldbett im Kino aufstellen, dann muss ich nicht so viel fahren“.
Tja, nun wohne ich hier mit Chris zusammen und schlafe in einem richtigen Bett!

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Kann mich nicht entscheiden!
1. das Kino
2. Open Air: Die Rauchernische
3. im Wohnhaus: Die Dachterrasse

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Ein Ort, von dem ich als Jungspund geträumt habe – um dann 30 Jahre ganz anders zu leben. Und jetzt geht der Jugendtraum unerwartet in Erfüllung: Leben und Arbeiten, politisch aktiv sein, Musik und Kultur genießen und machen, die Gemeinschaft mit vielfältigen netten und interessanten Menschen leben, zu Hause sein – gelebte Utopie …

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Noch keines, weil ich tagsüber ganz woanders bin und an drei Tagen in der Woche in der Essensgruppe.

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Seid stolz auf das Erreichte, bleibt lebendig und vielfältig, bleibt menschlich und solidarisch – und startet „nach Corona“ richtig durch!

Begegnung mit Polen | die Sprache!

Raus aus der Stadt, über die Oder, genießen, dass alles sofort ganz anders ist, als gewohnt. Es brauchte ein wenig, bis wir das begriffen, war doch die so ganz ungewohnte Sprache eine hohe Barriere. Ein Sound, wie wenn der Wind seufzend durchs Gras weht. Ja, wunderbar poetisch, aber leider trotzdem komplett unverständlich. Erst recht, wenn wir auf die Wörter sahen und die Vokale an gewohntem Ort vermissten.

Als wir zur ersten Fahrradotur und später zum Kochevent aufbrachen, gehörte ein lustiger Erste-Hilfe-Kasten ins Gepäck, der Polnisch-Blitzkurs. Den wollen wir mal hier vorstellen, frohes Üben!

PolnischAusspracheDeutsch
Cześć!tscheschtschHallo! Tschüß!
Dzień dobrydschen dobryGuten Tag!
Dobry wieczór!dobry wjetschurGuten Abend!
Do widzenia!do widsenjaAuf Wiedersehen!
Smacznego!smatschnegoGuten Appetit!
ŚniadanieschniadanieFrühstück
obiadobjadMittagessen
kolacjakolaziaAbendbrot
tak, nietak, njäja, nein
dziękujedschenkujedanke
proszeproschebitte
dobrzedobschegut, richtig
żleschleschlecht, falsch
jeden, dwajäden, dwaeins, zwei
trzy, czterytsche, tschteredrei, vier
lody, piwolodi, piwoEis, Bier
kawa, herbatakawa, herbataKaffee, Tee
cukier, mlekozukjer, mlekoZucker, Milch
pocztówkapotschtufkaPostkarte
znaczeksnatschekBriefmarke
kantorkantorGeldwechselstelle
Ile to kosztuje?koschtujeWieviel kostet das?
Ile kosztuje …Wieviel kostet …?
Jak się mowi po polsku …Wie sagt man auf polnisch …?
Niecy / RFNnjämzeDeutschland/BRD
jestem niemcemjästem njämzämIch bin Deutscher
jestem niemkąjästem njämkonIch bin Deutsche
Jak się naszywasz?Jak sche nasewaschWie heißt Du?
Nazywam się …nasewam scheIch heiße …
Ile masz lat?ille masch latWie alt bist Du?
Mam lat …mam latIch bin … Jahre alt.
Nie rozumiem po polsku.Nje rosumiem po polskuIch verstehe kein Polnisch.
Przepraszam!PschepraschamEntschuldigung!

Tips zur Aussprache:
„r“ wird mit der Zunge gerollt
Die Betonung liegt immer auf der vorletzten Silbe
Vokale werden kurz gesprochen

All das ist ziemlich sicher nicht die feine Art des Spracherwerbs, aber es hat Spaß gemacht und die ersten Hürden waren gleich nicht mehr so hoch.

Heute gibt es viele Hilfsmittel im Internet, daran war in den neunziger Jahren noch nicht zu denken. Für einen schnellen Einstieg sind daneben auch die kleinen Hilfen des Deutsch-Polnischen Jugendwerks zu empfehlen, z.B.:

Versuch’s auf Polnisch!
Sprachführer für den deutsch-polnischen Jugendaustausch Autor: Ewa Bagłajewska-Miglus, Sandra Ewers und Agnieszka Grzybkowska

http://www.dpjw.de/

Pfützen gestalten den Fabrikhof

– oder gestalten wir die Pfützen?

Sie sind beliebt, sie sind manchmal schön, sie sind oft lästig. Die Kita-Kinder in ihren Gummistiefeln wären empört, würden wir für unser Pfützenproblem eine Lösung finden, so schön kann darin gespielt werden. Die Fotograf:innen hätten ein spannendes Motiv weniger. Die schönen Regenbögen unserer Fassade spiegeln sich ganz wunderbar in den Pfützen. Doch dann stehen wieder die Gäste vor dem imposanten Großen See und wollen doch nur zum Mittagessen, trockenen Fußes.

2017 Fabrikhof nach dem Regen

So geschrieben in unserem Beitrag am 23. März.

Auch am 8. Mai waren wir auch schon nah am Thema: Starkregenfälle. Ein Phänomen, dass immer häufiger wird durch den Klimawandel. In unserer Straße hatten deshalb die Berliner Wasserbetriebe für viele Wochen eine riesige Baustelle, um am Landwehrkanal ein riesiges Auffangbecken zu bauen.

Was ist los: wir haben eine Stadt, in deren Altbaubereich das Abwasser als Mischwasser geführt wird. In der Kanalisation treffen die Haushaltsabwasser auf das Regenwasser. Solang die Wassermenge im Normalbereich ist, fließt alles nach und nach ins Klärwerk und der Fall ist erledigt. Wird jedoch durch Starkregen die Kapazität des Systems überschritten, dann muss der Überlauf genutzt werden und das ungeklärte Wasser fließt in den Landwehrkanal. Damit bleiben Keller trocken und die Straßen frei, aber den Fischen geht es an den Kragen. Durch den Bau des Überlaufbeckens am Ende unserer Straße kommt das wenigstens nicht mehr so oft vor, aber ganz vermieden ist es damit nicht.

Daher wird immer wichtiger, dass das Regenwasser schon vorher aufgefangen wird, idealerweise in jedem Hof und auf jedem Dach. Eine Dachbegrünung zum Beispiel kann schon einiges an Regenwasser aufnehmen. Das Wohnhaus der Fabrik konnte das schon in den Baumaßnahmen während der Selbsthilfe umsetzen.

2016 Dachgrün

Hier bleibt also schon eine Menge Regenwasser, es wird wie von einem Schwamm aufgesaugt. Das Mikroklima wird gefördert und die Bienen finden auch immer was Leckeres dort. Was an Wasser übrig bleibt, rinnt wie gehabt durch Dachrinne und Fallrohr direkt in einen Tank. und mit dem gesammelten Wasser kann dann auch der Garten prima gewässert werden.

Können wir das in der Regenbogenfabrik auch machen? Da gibt es so einige Dachflächen, aber können wir da ohne weiteres ein Gründach errichten? Da muss erst die Statikerin was zu sagen. Und wohin mit einer Zisterne? Im Keller ist jeder Winkel voll und im Hof stehen 20 Bäume, die haben mit ihren Wurzeln den Hof schon unter sich aufgeteilt. Wohin also mit so einem Pott?

Doch eine Lösung wird sich finden, vielleicht nicht dieses und nicht nächstes Jahr, aber dran ist es! In unserem Hof und ringsum auch.

So sah es früher in Kreuzberg aus

Mit diesen Worten war jahrelang die Mittelseite im Südost Express übertitelt. Hier wurden Zusammenhänge erklärt und erstaunliche Wurzeln entdeckt. Meine Verbundenheit mit Kreuzberg fand hier ihre Nahrung. Mal schauen, bestimmt finde ich noch ein paar andere erhellende Seiten. Hier die Veröffentlichung aus dem Sommer 1981.

Dieser von Liebenow angefertigte Plan stellt die bauliche Situation in der Luisenstadt (ab 1920 in Kreuzberg) um 1867 dar. In diesem Jahr wird die Stadtmauer an der Cottbusser- und der Lausitzer Communikation (heute Gitschiner- und Skalitzer Straße) wegen des zunehmenden Verkehrs abgebrochen. Besonders der Bau der Görlitzer Bahn (1865-1867), die das niederschlesische Kohlenrevier mit Berlin verbindet, trägt zur Verkehrsbelebung bei. Der Görlitzer Bahnhof wird dann auch zum „Kolonisationsmittelpunkt“ in dem noch fast völlig unbebauten südlichen Teil der Luisenstadt (ehemals „äußere Luisenstadt“ genannt, weil vor der Stadtmauer gelegen). In diesem Gebiet sind um 1867 die Straßen noch in der Planung; die meisten dieser Straßen werden erst um 1875 angelegt. Nur Heckmann mit seiner „Messingschmiede“ und die Lohmühle an der Schlesischen Brücke sind – neben ein paar kleinen Landhäusern entlang der Schlesischen Straße schon da. Und an der Spree gibt es „jede Menge“ Kasernen. Über den Lausitzer Platz führen die Gleise einer schweren Eisenbahn, die sämtliche Berliner Kopfbahnhöfe verbindet. Diese reine Güterbahn (Kohlebahn) darf ab 1864 nur noch nachts verkehren.

Übrigens: bis ca. 1855 wurde Berlin abends so um 21:00 Uhr abgeschlossen.