Gesellschaft für Humanistische Fotografie e. V. (GfHF)

Vom 4. bis 8. November 2021 hatten wir zum Filmwochenende „Freiräume für Selbstorganisierung schaffen, gestalten und verteidigen“ ins RegenbogenKino eingeladen.
Im Begleitprogramm zur Ausstellung im FHXB „Dann machen wir’s halt selbst! 40 Jahre selbstorganisierte Räume in Berlin“ zeigten wir sehr unterschiedliche Filme, in denen u.a. die Projekte „Kinderbauernhof Mauerplatz“, „Heilehaus“ und „Regenbogenfabrik“ die Hauptrolle spielen und die einen Einblick in das Besetzer:innenleben Anfang der 80er geben.

Das Filmwochenende war Teil des Projektes “XBLab — Kultur in Kreuzberg“, der Gesellschaft für Humanistische Fotografie gfhf.eu

Zeit für uns im Blog, hier unsere Komplizen vorzustellen!

Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 fördert die gemeinnützige Gesellschaft für Humanistische Fotografie e. V. (GfHF) engagierte Autorinnen- und Autorenfotografie, die sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzt. In f³ – freiraum für fotografie in der Nähe des Oranienplatzes in Berlin-Kreuzberg präsentiert sie Ausstellungen renommierter und aufstrebender zeitgenössischer Fotografinnen und Fotografen.

Schaut mal vorbei, hier gibt es einiges zu entdecken.

https://gfhf.eu/projekte/xb-lab/

Dringend gesucht – Anerkennung nicht vorgesehen

2015 | Hausangestellte erstreiten sich ihre Rechte. Film und Diskussion

Aus dem damaligen Newsletter über die Veranstaltung:
„Ich hab von Montag bis Sonntag gearbeitet, durchschnittlich 12 bis 14 Stunden.“
Vor Gericht sagt Tia H.s Hamburger Arbeitgeber aus, dass sie niemals bei ihm gearbeitet hätte. Sie seien befreundet gewesen und nur aus reiner Menschenfreundlichkeit habe er ihr 400,- € im Monat gegeben. Vor Gericht muss Tia H. nun beweisen, dass sie gearbeitet hat.

Rosita P. wurde von einer Arbeits-Agentur in Peru in die Niederlande vermittelt. Entgegen der Versprechungen bekommt sie keine Papiere. „Von 7.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr abends musste ich pausenlos arbeiten.“ Sie hat weder freie Tage, noch darf sie das Haus allein verlassen.

Der Film beschreibt die prekäre Situation von Hausangestellten.
Tia H. und Rosita P. sind keine Einzelfälle. „Viele Arbeitgeber nutzen die Situation der Leute aus“, stellt Dominique John von der DGB Beratungsstelle Faire Mobilität fest.

In Amsterdam haben Hausangestellte ohne Aufenthaltspapiere die Organisation „United Migrant Domestic Workers“ gegründet, um ihre Anerkennung und ihre Rechte öffentlich einzufordern. Eine große niederländische Gewerkschaft (FNV) hat sie aufgenommen und unterstützt sie in ihren Forderungen.

Der Film ist ein Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion um Arbeit in privaten Haushalten, der die Perspektive der Hausangestellten in den Mittelpunkt rückt. 65 min, Hamburg/Amsterdam/Bremen 2014
Kamera: Anne Frisius, Ute Freund, Jacqueline Contreras (Footage, Fotos),
Animationen: Nanja Heid
Sprecherin: Ole Bürger
Interview: Nadja Damm, Mónica Orjeda, Anne Frisius
Übersetzungen: Lui Lüdicke, Annemiek van de Wetering
Musik: Ole Schmitt
Ton-Nachbearbeitung: Michael Scheunemann
Buch, Schnitt, Regie: Anne Frisius mit freundlicher Unterstützung durch verikom, Hamburg, die Stiftung Umverteilen! und der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt.

Mónica Orjeda kam 1995 aus Peru nach Deutschland. Sie studierte Sozialarbeit und ist derzeit in Hamburg bei verikom Sozialberaterin.

Anne Frisius macht seit 20 Jahren feministische, sozialkritische Dokumentarfilme. Dies ist ihr dritter Film in Zusammenarbeit mit Mónica Orjeda.Kiezfilme geben denen das Wort, die sich in ihrem Umfeld (ihrem Kiez) für bessere Lebensbedingungen und eine faire Gesellschaft einsetzen.“

Damals und heute

Vom Blechschaden zum Hostel

Blechschaden heißt es an der rohen Wand, das N mit einer Pfeilspitze nach oben. Dazu ein neues Fenster eine neu gesetzte Blechtür. Was steckt dahinter? Die Egerländer der Bewegung, die IG Blech!

Die Pfeilspitze am N erinnert mich ans Kraakerzeichen, halt nur ohne Kreis und ein bisschen verschoben in der Richtung, doch assoziativ genug. Oder?

1981 haben sich die wackeren Blechartist:innen bei uns eingerichtet, doch bis wann waren sie bei uns? Haben sie einen Raum gefunden, in dem sie so laut sein konnten wie nur nötig und nicht immer Stunden vorher einen zum Einheizen vorschicken? In unserem Jubiläumsfilm erinnern sie daran.

https://regenbogenfabrik40.blog/2021/03/18/solidarische-okonomie-30-jahre-arbeit-am-regenbogen/ Die Episode zur IG Blech beginnt bei Minute 14:45.

Dass uns IG Blech immer wieder freundlich begleitet hat, das zeigen die folgenden Bilder.

2021 Eingang zum Hostel – früher Musikübungsraum der IG Blech

Und heute? Vorne im Bild ist es grüner geworden. Die Blechtür gibt’s noch immer, das Fenster hat einen Fensterladen aus Holz bekommen, gebaut von einem wandernden Gesellen.

Der Putz fällt wieder von den Wänden, manche Dinge ändern sich nie; da stehen wir zu sehr im feuchten Urstromtal. Und so muss die Fabrik auch baulich immer wieder neu gesichert werden.

chz

Fotos: Archiv der Regenbogenfabrik. Das aktuelle von 2021 von Serife aus der Reihe Damals und Heute

8.11. | Tag des Cappuccino

Eigentlich wollte ich schreiben über die Entstehung des Cappuccino. Über Mönche, deren Gewänder und Kapuzen. Über die italienische Kaffeekultur und wie toll ich das alles finde. Über Missverständnisse, durch die sich Schlagsahne in den Cappuccino verirrt oder noch brisanter: Kakaopulver, was zum Teil durch Schablonen auf den Milchschaum gestreut wird, um die Crèma zu ersetzen.

Aber in Zeiten des Latte Macchiato, Americano, Flat white und wie sie nich alle heissen, dachte ich mir, ich mach das mal einfach nich.

Auch, wenn wir uns im Solicafé Schlürf, das gerade die Räume des RegenbogenCafés versucht, zu neuem Leben zu erwecken, der italienischen Kaffeekultur verschrieben haben und diese zum Teil auch sehr lieben, habe ich mich heute entschieden ,eine kleine Anleitung für einen leckeren Filterkaffee am Morgen zu schreiben:

Das wichtigste ist meiner Meinung nach, den Kaffee aus ganzen Bohnen zu machen. Zum Mahlen der Bohnen reicht eine elektrische Kaffee- oder auch Gewürzmühle. Die kostet etwa 10 Geld. Nachdem Ihr die Bohnen etwa 20 Sekunden (ja das is lang) gemahlen habt und das krackelige Geräusch aufgehört hat, bekommt Ihr die erste Belohnung. Ihr öffnet die Mühle und Euch weckt der Duft von frisch gemahlenen Kaffeebohnen. Die Vorfreude steigt.
Ihr füllt diese zügig in einen Kaffeefilter und fangt an, diesen mit kochendem Wasser aufzuschütten. Die frisch gemahlenen Bohnen verlieren in den ersten zwei Minuten viele Aromastoffe. Die Bohne ist ein toller Aromaspeicher.

Ihr gießt kreisförmig vom Rand das Wasser in den Filter bis das Kaffeepulver gerade vom Wasser bedeckt ist. Nicht das Wasser in die Mitte giessen. Das wird jetzt zu physikmässig und zu uninteressant.

Dabei bleiben und nix anderes nebenhermachen, kann ich nur empfehlen. Es ist eben eine kleine Zeremonie.
Ihr wiederholt das ein- bis zweimal mit nur wenig Wasser und nehmt das Kaffeepulver, das an den Rand gedrängt wird, wieder mit. Den Filter nicht zu voll mit Wasser machen. Der Kaffee ist jetzt tief schwarz und riecht sehr lecker.
Wenn die Tasse fast voll ist, noch Milch, Zucker oder was Ihr wollt, drauf und geniessen.
Der kleine Aufwand lohnt sich. Und Filterkaffee ist auch sehr lecker – gerade, wenn Ihr etwas mehr Flüssigkeit wollt, als beim Espresso.

Und wenn Ihr einen richtig leckeren Cappuccino wollt, bereitet ihn in einer Siebträgermaschine zu oder kommt ins Solicafé:
dienstags (12-16h) und Donnerstags (12-18h) im RegenbogenCafé (Lausitzerstr. 22a).

Gutes Schlürfn

Mo