Kieztour um den Regenbogen

Hoppla! Ein neuer Gedenktag ist uns ins Auge gefallen. Der 23. September gilt manchen als Tag des Herbstspaziergangs. Da wäre ein weiterer Corona-Spaziergang natürlich ein Schmankerl. Doch wir haben noch tiefer in die Archivkiste gegriffen und die „Kieztour um den Regenbogen“ gefunden. „SO36 – kurz und spannend“.

Im Vorwort steht:

Herzlich Willkommen auf unserer Kieztour!

Das Regenbogenkollektiv begleitet Euch auf einer Zeitreise durch Kreuzberg. Wir starten in der Gründerzeit, finden Spuren des Zweiten Weltkrieges und machen eine kleine Pause in den wilden achtziger Jahren. Nach etwa zwei Stunden landen wir wieder in der Gegenwart.
Unser Stadtteil hat viel erlebt und war schon immer etwas Besonderes, ob für die alten Preußen oder die jungen HauptstädterInnen.

Wir wollen auch Dich zum / zur BerlinerIn machen…

Text, Photos, Grafik & Gestaltung erstellten die TeilnehmerInnen des EU-Projekts Generations „Berlin integriert Erfahrung“, Modellprojekt Stadteiltourismus.

Dieses Modellprojekt hat die Regenbogenfabrik von 2005 bis 2008 im Rahmen einer „Entwicklungspartnerschaft“ im Equal-Programm mit Initiativen und Einrichtungen aus Italien, Polen, Belgien und Berlin in Atem gehalten.

Was ist nu wieder Equal? Die aus dem Europäischen Sozialfonds geförderte Gemeinschaftsinitiative EQUAL zielte darauf ab, neue Wege zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten von Arbeitenden und Arbeitsuchenden auf dem Arbeitsmarkt zu erproben.

War das viel Arbeit neben der eigentlichen Arbeit. Doch der auf diese Weise geförderte europäische Austausch war anregend, die kennengelernten „best practice“-Projekte lehrreich und das hier beschriebene kreative Produkt hat obendrein noch Spaß gemacht. Über diese Entwicklungspartnerschaft sicher an anderer Stelle noch mehr.

Nun aber genug zum Rahmen, kommen wir zur Kieztour.

Der Rundgang dauert etwas mehr als 90 Minuten.

Ach ja, und was hat es nun mit dem Tag des Herbstspaziergangs auf sich?

wir erfahren auf der bewährten Seite
https://www.kuriose-feiertage.de/tag-des-herbstspaziergangs/

„Wie bei so vielen anderen kuriosen Feier- und Aktionstagen aus den Vereinigten Staaten gilt aber leider auch im Falle des Autumn Stroll Day, dass so gut wie nichts über seine Ursprünge bekannt zu sein scheint. So konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag weder herausfinden, wer ihn ins Leben gerufen hat, noch seit wann genau man ihn feiert bzw. ob man ihn auch außerhalb der USA – ACHTUNG Wortspiel 😉 – begeht (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Tag des Herbstlaubs (engl. National Look at the Leaves Day) am 3. Oktober).“

Pfützen – Entstehung und Verstetigung

Eine Pfütze, auch Lache (österr. Lacke, niederdeutsch auch teilweise Lusche, pfälzisch u. a. Latsche,[1] schweizerdeutsch Glungge oder Gunte), ist eine Ansammlung von Flüssigkeiten – meist Wasser – an der Erdoberfläche, die sich z.B. nach einem Regen bildet und einige Tage später versickert oder verdunstet ist. Pfützen bilden die kleinste Form der Stillgewässer.

Das Wort Pfütze (ahd. pfuzza, puzza; ndd. Putte; ndl. put) ist entlehnt aus dem lateinischen puteus für „Grube, Brunnen“.[2]

Für den Individualverkehr (z.B. Fußgänger*innen) gelten Pfützen auf Verkehrswegen als Beeinträchtigungen. Deswegen werden Wege nach Möglichkeit gepflastert oder asphaltiert. Auch in Grünflächen, wie zum Beispiel Rasenflächen und Viehweiden, versucht man, Senken ebenso wie kleine Erhebungen zu planieren. Für Kinder bieten Pfützen Spielmöglichkeiten.

Ökologisch stellen Wasserpfützen temporäre Kleinstgewässerbiotope dar. Antoni van Leeuwenhoek entdeckte um 1668, dass Pfützen im mikroskopischen Bereich Leben enthalten. Für viele Kleinlebewesen, wie Insekten, bieten Senken Kühle, Feuchtigkeit und Wasser, während Erhebungen mehr Sonnenlicht und einige Grad Celsius mehr Wärme bieten. In tieferen Waldpfützen gedeihen insbesondere Lurche und Molche oder rasten auf ihren Wanderungen. Die Kreuzkröte benötigt vegetationsarme Pfützen, z.B. in Kiesgruben, zur Vermehrung. Für Vögel sind Pfützen Trink- und Bademöglichkeiten. Schwalben verwenden feuchten Lehm aus Pfützen für ihren Nestbau. Ein Grund für den Rückgang der Rauchschwalbe ist auch das Verschwinden der Pfützen aus der Landschaft, der durch den Ausbau landwirtschaftlicher Wege (Wirtschaftswegen) im Rahmen der Agrarstrukturförderung der Europäischen Union oder Maßnahmen der Kollektivierung durchgeführt wurde.

Pfützen neigen dazu, immer größer und dauerhafter zu werden (Selbstverstärkung). Das stehende Wasser weicht den Boden auf, beim Durchfahren der Pfütze wird schlammiges Wasser verspritzt und gröbere Bestandteile des Bodens bleiben im Umfeld liegen. Die Pfütze wird tiefer und größer. Zusätzlich fließen feinste Tonteilchen mit dem Wasser zurück in die Pfütze und dichten diese zum Untergrund hin immer mehr ab, sodass das Wasser in der Pfütze kaum noch versickern kann.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pfütze

1981

Klaus Jürgen Rattay

Am 22. September 1981 starb Klaus-Jürgen Rattay anlässlich der Räumung von 8 besetzten Häusern in Berlin. Sein Tod veränderte die Bewegung. Bei einigen löste die Brutalität, mit der die Räumungen durchgezogen wurden, Angst und Ohnmachtsgefühle aus. Bei dem weitaus größeren Teil der Besetzer*innen überwogen jedoch Wut und Zorn – sie radikalisierten sich mit hoher Geschwindigkeit.

Während der Innensenator Lummer provokativ in der nahegelegenen, gerade geräumten Bülowstraße 89 eine Pressekonferenz abhält, treibt die Polizei die Demonstranten, daruntern den 18-jährigen Klaus-Jürgen Rattay in den fließenden Verkehr. Rattay gerät unter einen BVG-Bus.

Am Abend kommen die Menschen zu einem Trauermarsch zusammen, es kommt zu schweren nächtlichen Auseinandersetzungen.

Eine ausführliche Berichterstattung findet sich bei

Ein aktuelles Interview in der taz vom 18.9.2021 gibt auch einen Eindruck von diesem Vorfall und über die damalige Zeit: „Rattays Tod war entscheidend für mein Leben“

Die Podcasts sind fertig! – Wichtige Ergänzung zur Ausstellung „Dann machen wir’s halt selbst“

Wieder ist ein Stück geschafft! Die Interviews mit Schokofabrik, Casa Kuà und Regenbogenfabrik sind online. Kinderbauernhof und Heilehaus folgen im Oktober, der Audioschnitt braucht etwas Zeit. Ein extra Dank an die Kuratorin Inga Zimprich!

Doch auf einen Happen ist die Fülle an Material sowieso nicht zu schaffen. Also hört immer mal wieder vorbei unter:

https://dann-machen-wir-es-selbst.org/podcasts

Oder gleich nochmal ins FHXB Museum in der Adalbertstraße 95A.
Bis 12.12. ist die Ausstellung
Di-Do 12 – 18 Uhr
Fr – So 10 – 20 Uhr
geöffnet.

Bitte beachtet die aktuellen Covid-19 Regelungen.

Foto: Inga Zimprich