Mare Liberum

Zu den Cafegesprächen in der Regenbogenfabrik hatten wir am 20. April „Mare Liberum“ zu Gast. Sie haben uns über die Arbeit von Mare Liberum und die aktuelle Situation für Geflüchtete in der Ägäis informiert.

2018 wurde in Berlin der Verein Mare Liberum von einem Kollektiv transnationaler Aktivist*innen gegründet, um mit einem eigenen Schiff Menschenrechtsbeobachtungen in der Ägäis durchzuführen. Auf See ist eine Crew von fünf Menschen mit einer Vielzahl von Fähigkeiten und Expertisen im Einsatz. Ausgerüstet mit nautischem und speziellem technischen Wissen, Erfahrungen in Seenotrettung, Medienversiertheit, Kenntnissen in Menschenrechtsarbeit und Forschung operiert das Team im Feld rund um die Uhr. In erster Linie sind sie jedoch vor Ort, um von ihrem Schiff aus unabhängig zu beobachten und kritisch zu untersuchen. Das Team auf See kann sich auf die Kolleg*innen in Berlin verlassen, die sowohl alle notwendigen administrativen Arbeiten übernehmen, wie auch im Hintergrund weitere Recherchen anstellen und die gesammelten Daten, Informationen und Erkenntnisse aus der Mission auf See weiterverarbeiten.

Die große Stärke von Mare Liberum ist ihr Netzwerk! Sie können sich auf eine Vielzahl von erfahrenen Menschen in unterschiedlichsten Bereichen verlassen: Kapitän*innen, Seefahrer*innen, Menschen mit Erfahrungen in der Seenotrettung, Handwerker*innen, Menschenrechtsaktivist*innen, Anwält*innen und Journalist*innen. Durch diese diverse Zusammensetzung gewährleistet Mare Liberum eine pro-aktive und investigative Menschenrechtsbeobachtung in der Ägäis. Mare Liberum ist parteipolitisch, konfessionell und finanziell unabhängig. Deshalb sind sie auf Spenden angewiesen.

Weiterhin sind sie Teil des Border Violence Monitoring Network, welches illegale Pushbacks und Polizeigewalt, die von Behörden der EU-Mitgliedsstaaten ausgeübt werden, dokumentiert.

Hier könnt ihr euch über die Medien weiter informieren:

www.mare-liberum.org

Facebook: Mare Liberum

Twitter: @teammareliberum

Instagram: @mareliberumofficial

Spendenkonto:
Mare Liberum e.V.

IBAN DE71430609671221431300
BIC: GENODEM1GLS

Geburtstagskind des Tages – Havva

Nicht alle Kolleg:innen können sich ganz genau dran erinnern, welches ihr erster Tag bei uns gewesen ist. Havva hat dafür ein sehr schönes Erinnerungsbild, das Gruppenbild vom 30. Geburtstag. Aber erst mal zu ihren Geburtstagsfragen:

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Seit über 14 Jahren und zwar in der Kantine.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Die Bank vor der Kantine.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Superklasse!

4. Was ist dein Lieblingsessen in der Kantine?

Lammtopf mit grünen Bohnen und Couscous

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Alles Gute, dass sie weiterhin besteht — es macht Spaß hier zu arbeiten 🙂

2006 Havvas Einstand

Cecosesola

Die freundschaftliche, solidarische und bereichernde Beziehung zwischen der Regenbogenfabrik und Cecosesola besteht nunmehr seit einer ganzen Reihe von Jahren. Seit Cecosesola im Jahr 2006 am ersten Internationalen Kongress für Solidarisches Wirtschaften teilnahm, war die Regenbogenfabrik einige Male unsere Unterkunft und die Möglichkeit, unser Lebensprojekt aus und in Venezuela vorzustellen. Seit wir entdeckten, wie wesentlich die gesellschaftlichen Beziehungsgeflechte von unseren jeweiligen kulturellen Kontexten geprägt werden, wurden die Bemühungen um eine kulturelle Transformation sozusagen zu dem unser Projekt erhellenden Regenbogen.

Cecosesola, 1967 als Kooperativendachverband gegründet, ist heute ein Netzwerk von etwa 50 kommunitären Organisationen, das sich auf 7 Bundesstaaten Venezuelas ausgebreitet hat. Seit mehr als 45 Jahren kümmern wir uns um einen Prozess der kulturellen Transformation. Dieser konzentriert sich darauf, andere Wege als die der patriarchalisch geformten Beziehungsgeflechte zu entdecken und zu beschreiten; und so versuchen wir, dazu beizutragen, dass jene Kultur, die seit Tausenden von Jahren zur Herrschaft weniger Menschen über viele andere, einschließlich der Natur, geführt hat, allmählich verschwindet.

Wir versuchen, ein Wohlbefinden zu fördern und viele Familien und Organisationen darin einzubeziehen, welches entsteht, sobald wir diese Herrschaftsverhältnisse verwischen und harmonische Beziehungen des Vertrauens, der gegenseitigen Unterstützung, der Empathie, des Mitgefühls und der gesellschaftlichen und persönlichen Verantwortlichkeit aufbauen.

Auf dieser gemeinsamen Reise haben wir Wege entdeckt, diesen Prozess der kulturellen Transformation zu erzeugen, inmitten einer Kultur, die andere Emotionen, Einstellungen und Verhaltensweisen unterstützt, welche jeden Versuch der Transformation verlangsamen oder verwässern und ihn oft auf eine oberflächliche Veränderung lediglich der Form reduzieren.

Unter anderem haben wir, indem wir unserem Bildungsprozess Priorität einräumten, ein Produktions- und Vertriebsnetz aufgebaut, das 280 landwirtschaftliche Erzeuger, 7 Einheiten handwerklicher Produktion und 20 Märkte umfasst, die die Hauptversorgungsquelle für 100.000 Familien in der und um die Stadt Barquisimeto sind. Wir haben ein Gesundheitsnetz in fünf verschiedenen Zentren in Barquisimeto eingerichtet, in denen bis zu 230.000 Menschen im Jahr mit gesundheitlichen Problemen zu uns kommen, und wir haben aus eigenen Aktivitäten und Mitteln unser sog. Integrales Kooperatives Gesundheitszentrum aufgebaut. Dort gibt es zwei Operationssäle, 20 Krankenhausbetten und auch Sprechstunden konventioneller sowie alternativer Medizin. Insgesamt bedeutet das Gesamte unsere kommunitären Dienste eine Ersparnis von 15 Millionen Dollar pro Jahr im Vergleich zu den Preisen, die anderswo in Barquisimeto gezahlt werden müssen.

Und was vielleicht noch wichtiger ist, dass es sich um einen Prozess handelt, der nicht auf die mit dem Netzwerk verbundenen Mitarbeiter beschränkt ist. Es handelt sich um einen offenen Prozess ist, der auf jeden ausstrahlt, der sich mit ihm identifiziert, insbesondere auf unsere Familie und Freunde sowie auf die Zehntausende von Menschen, die wegen der Qualität und Erschwinglichkeit unserer Dienstleistungen zu uns kommen.

Innerhalb des Netzwerkes gibt es keine festen Posten, wir setzen so weit als möglich auf Rotation. Und so gibt es keine Chefs, keine ManagerInnen, keine VorarbeiterInnen, kein Organigramm, das von oben nach unten verläuft. In vielerlei Gesprächsrunden, die so etwas wie der rote Faden unserer Kommunikation ist, kristallisieren sich immer wieder sog. kollektive Kriterien heraus, welche Orientierung für konkrete, kollektive Entscheidungsprozesse bilden. Dabei sind wir immerhin 1 200 TeilnehmerInnen.

Und dies in einer Welt des Wettbewerbs, die uns mit der kulturellen Dualität, des Guten gegen das Schlechte, der Grenzen, die trennen, imprägniert. Die tägliche Konfrontation mit der Macht veranlasst uns, Verhaltensweisen anzunehmen, die typisch für die Kultur sind, die wir umwandeln wollen: die Kontrolle von Informationen mit der Rechtfertigung, dass der Feind nichts wissen darf, die Manipulation im Hinblick auf unmittelbare Ziele, die Nutzung des Anderen oder der Anderen im Hinblick auf das Gewinnen des Wettbewerbs. Mit anderen Worten: Sie kontaminiert uns mit den Emotionen und Logiken, die Herrschaftsverhältnisse nähren.

Deshalb ist unser Weg, der ja nur einer von Tausenden Transformationsmöglichkeiten ist, kein einfacher. Er ist eher zerbrechlich, da er von keiner fixen Organisationsstruktur getragen wird. Doch nach 53 Jahren und in Zeiten der Pandemie gehen wir ihn mit Leidenschaft weiter. Und die Bevölkerung tut das ihre: bei einer Umfrage über Cecosesola gaben vor ein paar Jahren 95% der Befragten ihrer Meinung Ausdruck „aktiv alles Erdenkliche zu tun, um zu verhindern, dass Cecosesola Schaden zugefügt werde.“

https://diebuchmacherei.de/produkt/auf-dem-weg-gelebte-utopie-einer-kooperative-in-venezuela/

https://netz-bb.netz.coop/index.php?id=18

Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg

Heraus zum revolutionären 1. Mai… raus nach Grunewald! | 2018
„Warum immer Kreuzberg? Warum nicht mal in einem richtigen Problembezirk auf die Straße gehen?“ fragten sich die Hedonist-international.org/ und starteten den 1. Mai bereits am Nachmittag um 14 Uhr mit einer Demo im Grunewald. Statt der angemeldeten 200 Teilnehmerinnen zogen mehr als 3.000 Menschen begleitet von Lärm, Wumms und allerlei guten Ideen, die laut in die Vorgärten schallten, vom S-Bahnhof Grunewald durch das Villenviertel. An der fast sieben Kilometer langen Strecke lagen Botschaften, Residenzen und die Häuser zahlreicher Prominenter. Einige Villen, bei denen die Gartentür offen stand, wurden gleich mal besichtigt, bei anderen Sturm geklingelt oder sie mit Aufklebern und anderem verschönert. Das führte zu einem längeren unfreiwilligen Aufenthalt in der Nähe der britischen Botschaft. Nach einer Stunde gab die Polizei die Straße wieder frei. Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg. https://umbruch-bildarchiv.org/wo-eine-villa-ist-ist-auch-ein-weg/

My Gruni – 1. Mai-Demo im Grunewald Mit einer prächtigen Demonstration zogen am 1. Mai rund 7500 autonome Streetworkerinnen durch das wohlstandsbelastete Villenviertel Grunewald. Wie im letzten Jahr äußerte sich der Protest kreativ, laut und vielfältig. Die gemeinsamen Nenner an diesem Tag waren Enteignung, eine gerechte Vermögensverteilung und in diesem Sinne faire Mieten in der Stadt. Dabei waren neben dem Wagen des Quartiersmanagements noch Wägen des Zappelkomitees & der fahrenden Gerüchteküche, des Bündnisses Mietenwahnsinn, der Roten Champagner Fraktion („Weil Sekt nicht schmeckt – schon gar nicht im Grunewald!“) sowie dem Kollektiv Mami Wata mit dabei.
Ausführlicher Bericht auf der website von mygruni

Sammlung Stadtsanierung und soziale Bewegungen

Demo durch den Villenbezirk Grunewald unter dem Motto. „Demonstranten besuchen die Spekulanten“. 4.000 bis 5.000 Leute ziehen an den bewachten Villen von namentlich 22 bekannten Spekulanten vorbei, 23 Fensterscheiben gehen dabei zu Bruch. | 12. Juli 1981 | https://berlin-besetzt.de/#!id=665

zurück in die Jetztzeit:

Lust auf …
…. Bildung an der frischen Luft?
…. Corona-safen Spaziergang in illustrer Kulisse?
…. myGruni-Feeling?
… autonome Sozialarbeit?

Das Quartiersmanagement Grunewald präsentiert:

Audiowalk: „Grunewald, ick hör dir trapsen! – Spaziergang im Problemkiez“

—> Alle Infos & Downloads hier:

Der Audiowalk bietet mit 13 lehrreichen und unterhaltsamen Stationen
einen umfassenden Einblick in die Facetten der Reichtumskatastrophe.

Themen der jeweils ca.5-minütigen Beiträge sind: Reichtumskatastrophe,
Zaunphilosophie, Klima & Reichtum, „Arisierung“, Chancen-Ungleichheit,
Neid, Höchstkultur, Kontinuitäten rechten Terrors in Deutschland,
Kolonialisierung, Mietenwahnsinn und das Polizeiproblem.

Zwischen den Beiträgen gibt es – als Wegbegleitung zur nächsten Station
– Musik der myGruniAllstars: The Incredible Herrengedeck, Pastor
Leumund, Die Tsootsies, Esels Alptraum, Quentz, Paul Geigerzähler


Jederzeit ganzjährig ganztägig machbar!!!

Wir wünschen einen angenehmen & radikalisierenden Aufenthalt im
Gefahrengebiet,

euer Quartiersmanagement Grunewald