Sieben Monate später war das Ergebnis zu bestaunen und Grund zum Feiern war gegeben. Ein neues Kapitel Fabrikgeschichte war aufgeschlagen. Die Begegnung mit den Gästen brachte ganz neue Aufgaben mit sich.
Heute kaum vorstellbar, dass wir das Abenteuer erst mal ganz ohne Rezeption starteten. Die Buchungen wurden „nebenher“ im Büro erledigt. Die Schlüssel wurden über befreundete Kneipenteams ausgegeben. Die Reinigung der Räume war den Gästen überlassen. Als wir merkten, dass das nicht gutging, rettete Nazmiye die Situation: https://regenbogenfabrik40.blog/2021/04/19/eine-perle-fuer-das-hostel/
Wie es dann zur Entstehung der Rezeption kam, ist wieder eine Geschichte für einen anderen Tag.
Mit dem kalten Berliner Winter, der vor der Tür steht, kehrt dieselbe Herausforderung wie jedes Jahr zurück: Wie hilft man den Leuten, die keine feste Wohnung haben, vor der Kälte? Hier ein paar nützliche Adressen in Kreuzberg und darüber hinaus.
Zum warm bleiben
Café Krause: ab 3 September, Kältehilfe November bis März Dienstag bis Freitag, 7 bis 9 Uhr + 17 bis 21 Uhr Bethaniendamm 23-27 10997 Berlin Tel: (030) 612 37 22
Ab 1. November bis 31. März ist der Kältebus wieder unterwegs: Kältebus 1: täglich unterwegs von 21:00 bis 03:00 Uhr Kältebus 2: täglich unterwegs von 19:00 bis 01:00 Uhr Telefonnummer: 030 690 33 690
Der DRK-Wärmebus ist • aktiv vom 1. November bis 31. März • täglich von 18 Uhr – 24 Uhr auf den Straßen Berlins unterwegs • und telefonisch erreichbar unter 030 600 300 1010.
Zum Essen
AWO Kiez-Café (Friedrichshain) Petersburger Straße 92 Essensausgabe, Duschmöglichkeit, Kleiderkammer, Treffpunkt und Anlaufstelle für Menschen in Krisensituationen, Freizeitangebote Tagesstätte: Mo-Fr. 11-16 Uhr Sozialberatung momentan nur mit Termin
Tagesstätte „Am Wassertor“(Kreuzberg) Segitzdamm 46 Aufenthaltsort und Essensausgabe Mo, Fr (Sa und So einmal im Monat) 9-14 Uhr Di 9-12 Uhr Tel: 030/6156324
Notübernachtung der Johanniter (Kreuzberg) Ohlauer Straße 22 Sieben Tage die Woche, Einlass täglich 19 Uhr bis 8 Uhr Medizinische Betreuung vorhanden Kapazität: 48 Männer, 26 Frauen Tel: 030/50562540
Lehrter Str. 68 (Mitte) Einlass ab 20:00 soziale Beratung von Mo bis Fr ab 07:00 Uhr medizinische Betreuung von Mo bis Fr, 21:00 bis 24:00 Uhr Tel.: (030) 690 33-435
Am Containerbahnhof 1 (hinter dem Ring-Center Frankfurter Allee) 10367 Berlin Einlass von 20:00 bis 4:00 Platz für 20 Frauen und 80 Männer Barrierefrei für bis zu 8 Rollstuhlfahrer*innen Haustiere erlaubt geöffnet bis 30.04.2021 4-5 mal wöchentlich soziale Beratung 3 mal wöchentlich medizinische Betreuung
Notübernachtung für wohnungsloseFamilien (Kreuzberg) Wrangelstraße 12, 10997 – Berlin Kapazität: 30 Männer/Frauen Aufnahme täglich von 9 bis 22 Uhr Tel: 030/61073256
KUBUS Kältehilfe (Neukölln) Teupitzer Straße 39 12059 Berlin täglich von 19.00 bis 7.00 Uhr geöffnet Kapazität : 15 Männer Frühstück, Abendmahlzeit, Duschmöglichkeit und Wäschemöglichkeit Tel.: 030. 81 03 35-200
Notübernachtung St. Pius/ St.Nikolaus (Friedrichshain-Kreuzberg) Palisadenstraße 72 10243 Berlin Kapazität : 15 Männer Warmes Abendessen und Frühstück Einlass 18:00. Geöffnet bis 8:00 Tel.: 030 532 193 33
Nachtcafé e.V. Taborgemeinde (Friedrichshain-Kreuzberg) Taborstr. 17 10997 Berlin Oktober bis Ende April Dienstags ab 21 Uhr Essen und Warmen Schlafplatz für die Nacht Kapazität: 40 Personen Tel.: 030 612 31 29 030 612 85 833
Notübernachtung beim AWO-Kiezcafé (Friedrichshain-Kreuzberg) Petersburger Str. 92 10247 Berlin von Oktober bis April, täglich 20:00 – 08:00 Uhr Kapazität: 10 Männer, 6 Frauen Tel.: 030 29 35 05 56
Für Frauen
Notübernachtung für Frauen „Mitten im Kiez“ (Friedrichshain-Kreuzberg) Petersburger Straße 92 Einlass täglich 19 Uhr bis 8 Uhr Psychosoziale und sozialpädagogische Betreuung Tel.: 030 293 505 57
Notübernachtung für Frauen (Mitte) Tieckstr. 17 10115 Berlin-Mitte Ganzjährig, öffnet täglich um 19 Uhr und schließt um 8 Uhr am Morgen. Auf Grund der hohen Nachfrage bitten wir Sie, sich vorab telefonisch unter 030/2832939 mit uns in Verbindung zu setzen. Keine Haustiere
Winternotübernachtung für wohnungslose Frauen des SKF e.V (Schöneberg-Kreuzberg) Großbeerenstraße 17a November – April täglich, 18:00 – 08:00 Uhr, letzter Einlass: 22:00 Uhr,
Kältebus- bzw. Wärmebus kann nach vorheriger tel. Absprache jederzeit kommen Tel: 0151/14866422 Keine Haustiere
Notübernachtung Evas Obdach (Kreuzberg-Neukölln) Fuldastraße 9, 12043 Berlin Einlass täglich 19 Uhr Kapazität: 19 Frauen Mobil: 0151 146 48 758 Telefon: 030 – 477 532 670
24/7 Notunterkunft für wohnungslose Frauen (Kreuzberg) Hallesches Ufer 30, 10963 Berlin Aufnahme von 15-19 Uhr Geöffnet ab dem 18.10.21 Kapazität: 50 Frauen Tel.: 030 7933647
KARUNA SUB-Buslinie für obdachlose Menschen Bringen Menschen mit Gehbehinderungen und Rollstuhlfahrer:innen an wichtige Orte: Ärzte, Ämter, öffentliche Duschen und andere Hilfseinrichtungen. Mo-Fr 8-16 Uhr Tel: 0157/86605080
Corona Hotline für obdachlose Menschen 24/7 erreichbar unter 01578/80597870
Oh, die erklärenden Zeilen in Wikipedia sind doch gleich nach meinem Geschmack: „Das Richtfest (auch Bauheben, Weihefest, Hebefest, Hebfeier, Hebauf, Hebweih, Hebmahl, Firstbier, Aufschlagfest oder Hiebschmaus; in Österreich Gleichenfeier, Firstfeier/-fest oder Dachgleiche; in der Schweiz Aufrichte, niederdeutsch Fensterbeer) wird gefeiert, wenn der Rohbau eines Gebäudes fertiggestellt und der Dachstuhl errichtet bzw. das Dach erstellt ist. Ein Richtfest findet typischerweise auf der Baustelle und zur Arbeitszeit statt, damit alle daran teilnehmen können. Bei Häusern ohne Dachstuhl wird stattdessen bisweilen ein „Deckenfest“ gefeiert und bei Sanierungsarbeiten an historischen Türmen ist auch ein „Knopffest“ denkbar.“
Die Fülle der regionalen Begriffe zeigt, wie wichtig dieser Moment ist. So viel schon geschafft, ein Gefühl der Erleichterung bricht sich Bahn. Und auch der Dank an alle Beteiligten soll nach allem unausweichlichen Nerv zum Ausdruck kommen.
Das größte zu feiernde Dach in der Geschichte der Regenbogenfabrik war zweifellos das über dem Kino errichtete.
2006 begann alles – und vor allem alles gleichzeitig. Ein Fahrradschuppen musste her, der Stummel vom „kurzen L“ war nicht mehr zu halten und musste ersetzt werden und das Fabrikdach war unendlich oft repariert, doch der Regen fand immer weiter seinen Weg ins Innere. Da kam die Entscheidung des Bezirksamts gerade recht, den Dachneubau auch finanziell zu unterstützen. Dazu eine sog. Vergabe – ABM, mit der die Baugruppe für eine Weile finanziert werden konnte. Hier fürs erste ein kleiner Eindruck, Bauen ist eine große Fortsetzungsgeschichte.
2007 | Holzlieferung für den Dachstuhl
2007 | Dachbalken wird auf die Bausstelle gehievt
2007 Dachbalken wird an seinen Platz bugsiert
2007 | Sneak unter das provisorische Dach
2007 | Holzkonstruktion fürs Kinodach
2007 | Richtfest
2007 | Richtfest – der Statiker greift in die Saiten
Vor neun Jahren, am 31.10.2012 ist Flocky gestorben. Ein leichter Tod war es nicht, der Weg dahin war von schweren Krankheiten geprägt.
Was er vor seiner Zeit in der Regenbogenfabrik getan hat? War damals nicht so Thema, aber ich kriegs vielleicht noch raus. Stadtteilzentrum sollte auch hier das richtige Stichwort sein. Spaß an Fußball gehört auf jeden Fall dazu.
Obwohl er trockener Alkoholiker war, hat er tüchtig/tapfer bei einem großen Fest den ganzen Abend Bier gezapft.
Unser erster Hausmeister ist er geworden und hat den Job viele Jahre gemacht. Er hatte auch die Durchsetzungsfähigkeit dafür, hat aber auch mal dabei übertrieben. Doch auch, wenn die Kinder Respekt vor seinem rauhen Ton hatten, man brauchte nie Sorge zu haben, dass er einem auch nur ein Haar krümmt.
Mit unser und meins nahm er es nicht so genau: Wenn er als Hausmeister der Regenbogenfabrik was geschenkt bekam: Wem gehörte das? Nach unserer Meinung: Der Fabrik. Er sah das manchmal recht anders! Doch so ist das, wenn jemand in jedem Ding noch eine Ressource entdeckt und eine Idee hat, was damit gebastelt werden kann. Siehe auch das doppelte Fahrrad, das in den Bildern vorkommt. Doch welcher Bastler hat schon ein großes Lager, das groß genug ist? Jedenfalls verschwammen da die Abgrenzungen.
Zu den Einrad-Kindern: Die haben aber geizige Eltern, die haben jedem Kind nur ein Rad gegeben.