Damals und Heute

Regenbogenfabrik im April 2021

Zwanzig Jahre sind es ziemlich genau, die zwischen den beiden Bildern liegen. Im Februar 2001 hat jemand auf den Auslöser gedrückt. Jetzt, im April 2021, hat Şerife ein Weilchen suchen müssen, um genau den Platz zu finden, von dem aus 2001 die Aufnahme gemacht worden war. Und was da alles zu bedenken ist: Stehe ich wirklich am richtigen Ort? Habe ich den gleichen Ausschnitt gewählt oder zu viel oder zu wenig mit drauf? Und überhaupt, war der Andere damals vielleicht viel größer als ich? Ich muss mir eine Trittleiter holen. Und dann: Verflixt, jetzt steht da ein Baum! Der alte Ort, den gibt es so nicht mehr.

Für uns Betrachter*innen ist der Vergleich dann trotzdem eine feine Sache!

Die Fabrikgebäude haben eindeutig mehr Farbe gewonnen. Die rote Wand, hinter der sich das Kino verbirgt, ist in der historischen Form wieder hergestellt und die Narbe vom Brandschaden von 1981 konnte endlich überarbeitet werden.

Die Schaukel steht noch immer am gleichen Ort.
Es ist nicht zu erkennen, dass sie mal neu aufgestellt werden musste. Die Wippe ist verschwunden, statt dessen prangt im Vordergrund die kleine Außenbühne, die bei Hoffesten immer wieder zum Zentrum der Aufmerksamkeit wird.

Na und dann noch der stattliche Baum! Bäume, Bäume… – bestimmt 20 Exemplare sorgen im Sommer für ein wunderbares Klima für Alle.

Kinderbauernhof am Mauerplatz

Der Kinderbauernhof am Mauerplatz ist 1981 als Initiative von unten und als erster Kinderbauernhof in Berlin entstanden: Eine Mutter-Kind-Gruppe, Nachbar*innen, Kinder und Jugendliche entmüllten und begrünten ein ehemaliges Trümmergrundstück an der Mauer, bauten Ställe und schafften Tiere an, um vor allem für die Kinder in der Großstadt ein Stück Grün in der Betonwüste zu schaffen. Das Projekt wurde von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Altersgruppen zum größten Teil unbezahlt gemeinsam aufgebaut.
Genau da, wo er gewachsen ist, wird er gebraucht und weil er genau dort gebraucht wird, hat er sich über lange Durststrecken hinweg gehalten und weiterentwickelt.

Für die Bilder danken wir dem Kinderbauernhof, Mike Hughes und dem Archiv unserer Kita, die auch gerne zum Bauernhof gegangen ist.

Ein Glück, dass sie beim Kinderbauernhof den offenen Betrieb trotz Corona aufrechterhalten können.
Auch in diesem Jahr hätten sie gern am 21. März den Geburtstag des Kinderbaurnhofes mit Allen gefeiert. Dieses Jahr werden sie ebenso wie das Heile-Haus, die Schokofabrik und die Regenbogenfabrik 40 Jahre alt. Vier selbstverwaltete Projekte, die ihre Wurzeln in der kreativen Zeit der Besetzer*innenbewegung in einem damals romantisch maroden Stadtteil – SO36 – ausgebreitet haben.
Aus diesem Anlass planen wir miteinander in Zusammenarbeit mit dem Kreuzberg Museum eine Ausstellung, die hoffentlich trotz Corona im Spätsommer für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

Wir haben es verpennt, lieber Kinderbauernhof, Euch in diesem Blog direkt an Eurem Geburtstag zu gratulieren. Da waren wir zu beschäftigt, das Ganze zum Laufen zu bringen.
Nun holen wir es nach und nehmen unseren 100. Beitrag zum Anlass, um Euch hochleben zu lassen!

Übrigens: Der Kinderbauernhof finanziert seine Arbeit ausschließlich durch Spenden! Vielleicht animiert es eine*n von Euch, sie zu unterstützen? Geld, Sachspenden und Tierpatenschaften helfen weiter. Mehr dazu auf der Homepage, die wir unter dem gelben Kreis versteckt haben.

Fahrradwerkstatt im Frühling

Sie ist schon seit Ende der 70er Jahre in der Lausitzer Straße und nach mehreren Umzügen schließlich im Hof der Regenbogenfabrik gelandet. Wie es dazu kam, werden wir an anderer Stelle sicher noch erzählen.

Das Konzept der Selbsthilfe-Werkstatt besteht seit der Gründung. Damals wie heute helfen wir euch gerne mit Rat und Tat, Werkzeugen und Ersatzteilen, eure Drahtesel wieder auf die Straße zubringen.

Wir, das sind sowohl Angestellte, als auch ehrenamtliche Mitarbeiter*innen und jährlich zwei Freiwillige (Freiwilliges Ökologisches Jahr & Bundesfreiwilligendienst). Mit unserer technischen Ausstattung können wir sowohl kleine, als auch aufwendige Reparaturen realisieren.

Außerhalb der Saison bauen wir Räder für den Verleih auf.

Nach vielen Monaten Coronaregeln wird die Werkstatt sicher bald wieder öffnen. Bis dahin werden Räder zur Reparatur angenommen. Denn der Frühling kommt, wer will da ohne Rad sein?

Als Vorgeschmack ein kleines Video aus dem Jahr 2016, eine kleines Portrait von Borowski.

Fahrradwerkstatt 2016