2012 | Lupo Finto: Schnee ist schön. Fotoausstellung im RegenbogenCafé

Der Schnee ist in den letzten Wintern leider immer öfter ausgefallen. Doch 2010 hatten wir richtig viel. Kleine Impressionen für euch von der Fabrik.

Kommt gut durch den Winter!

Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt
doch vor allen Dingen
das, worum du dich bemühst
möge dir gelingen.

Wilhelm Busch

Hinterhaus 2013

Magia Andina | Ein Filmgruß von Rafael

Al gobernador de un pueblo en los andes se le enferma su hijo durante el invierno.
Das Kind des regierenden Anführers eines Dorfes in den Anden erkrankt im Winter.

Va a pedirle al chaman del pueblo que reze a los dioses por una ayuda.
Er geht zu dem Dorfschamanen, damit er die Götter um Hilfe bittet.

El schaman reza y da orendas hasta que una noche aparece un pero negro y sin pelaje.
Der Schamane betet und gibt Opfergaben bis eines Nachts ein schwarzer fellloser Hund auftaucht.

Aunque el gobernador estaba escéptico dejó pasar al perro para que pudiera ver al chico.
Der governour war skeptisch, aber doch letztendlich ließ er den Hund herein damit er sich den Jungen anschauen kann.

El perro se acuesta junto al chico
Der Hund legt sich neben dem Jungen hin,

Le da calor y fuerzas.
er gibt ihm Wärme und Stärke.

A la mañana siguiente el chico se despertó curado pero el perro había desaparecido
Am nächsten Morgen erwachte der junge geheilt, doch der Hund war verschwunden.

Fin/Ende

1987 | Die Mietpreisbindung für Altbauten wird in Berlin abgeschafft

In der BRD wurde 1975 mit dem Miethöhegesetz (MHG) der Mietspiegel als Instrument zur Bestimmung der ortsüblichen Vergleichsmiete eingeführt.
Die wesentlichen Bestimmungen für Mieterhöhungen waren die zwölfmonatige Sperrfrist, die Kappungsgrenze von 30% innerhalb von drei Jahren und ein dynamischerer Begriff der ortsüblichen Vergleichsmiete. Im Gegensatz zu dem seit 1960 geltenden so genannten „Lücke-Gesetz“, das die Bildung der ortsüblichen Vergleichsmiete auch aus unveränderten Bestandsmieten erlaubte, ließ das Miethöhegesetz hierfür nur noch erhöhte Mieten und Vertragsneuabschlüsse zu. Mehrfache Bestrebungen in Westberlin in der Mietgesetzgebung die so genannte Rechtseinheit mit dem Bundesgebiet herbeizuführen, waren immer auf den erbitterten Widerstand der Mieter/innen gestoßen.

Zum Ende des Jahres 1987 wurde gegen das eindeutige Mietervotum die Mietpreisbindung* für Altbauwohnungen auf Betreiben des CDU/FDP-Senats in Westberlin abgeschafft. Auch die Mauerstadt sollte ein „Weißer Kreis“ werden. Eine halbe Million Unterschriften für die Beibehaltung der politischen Kontrolle der Mietentwicklung, die die Berliner MieterGemeinschaft, der Berliner Mieterverein und der Mieterschutzbund unter tatkräftiger Unterstützung von SPD, AL, SEW, Gewerkschaften etc. im Mai 1987 im Rahmen der Mieterabstimmung gesammelt und dem Berliner Abgeordnetenhaus übergeben hatten, wurden ignoriert. https://www.bmgev.de/mieterecho/311/10-historie-msp-ge.html

„Mit der Lichtkunstaktion „Berlin wird helle“ haben wir [das Büro für ungewöhnliche Maßnahmen] damals zum Frühjahrsbeginn 1987 mit dem Berliner Mieterverein gegen die Aufhebung der Mietpreisbindung in Westberlin protestiert. Wir projizierten auf Hunderte Häuserwände Protest-Dias der Mieter und Entwürfe eines großen Künstlerwettbewerbs. Das war im Rahmen einer Kampagne, die mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund und den Oppositionsparteien und allen Initiativen ein erfolgreiches Bürger-Mieter-Begehren startete. Das macht deutlich, dass die Aktionen von einer Massenbewegung unterstützt wurden, die es heute nicht gibt.“ https://taz.de/Aktionskunst-in-Berlin/!5362194/

weitere Hintergrundlektüre:

https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm1121/50-jahre-wohnraumkuendigungsschutzgesetz-sternstunde-fuer-die-mieter-112119.htm

https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0308/das-ende-der-mietpreisbindung-eine-bilanz-20-jahre-danach-030814.htm

https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0121/bewegte-mieter-mieterverein-und-mieterinitiativen-die-zwei-arme-beim-kampf-um-mieterrechte-012126.htm

chz

Alles Gute für euch zum Jahr 2022!

Wir verabschieden uns ins Neue Jahr mit einer Einladung aus dem Jahr 1999. Hinein ins neue Jahrtausend ging es damals im März zum Fabrikgeburtstag. Davon werden wir noch berichten. Was haben wir alles erwartet! Und was ist dann gekommen. Da hat Jede und Jeder seine eigene Zeitreise im Kopf.

Na ja, wir als Regenbogenfabrik wurden damals 18.
Von daher passt die obige Einladung zu unserem Alter. Ihr könnt so viel Alk mitbringen, wie ihr wollt, ist dann wohl schon damals das letzte Mal so geschrieben worden ;-).

Wir haben jetzt die halbe Fabrik im Winterschlaf und hoffen, dass bis zum 3. Januar wieder alles richtig funktionieren wird. Unser zentrales Abwasserrohr ist nämlich hinüber und wir mussten es freilegen lassen, um erst mal den Schaden zu bestimmen.

Wie im ganzen Land, für alle Bereiche, für alle Menschen, es ist ein heftiges Auf und Ab. Neue Nachrichten von der medizinischen Seite, wechselnde Ideen, was nun zu tun ist. Großes Palaver, was davon sinnvoll ist. Aushalten lernen, dass es keine widerspruchsfreien Lösungen geben kann. Hoffnung nicht schleifen lassen und Kraft sammeln, immer neu anzufangen. Letzteres gelingt oft nicht; da ist es gut, dass wir den Weg nicht alleine gehen. Gut ist, dass auch in paar jüngere Leute bei der Fabrik angedockt haben, denen fällt das mit der Kraft nicht so schwer.

Trotzdem: Unseren 40. Geburtstag haben wir uns anders vorgestellt. Andererseits werden wir so aus dem Feiern nicht herauskommen und hoffen, dass im nächsten Sommer das für diesmal abgesagte Geburtstagsfest im Kreuzberger Festsaal dann stattfinden kann.

Das Wohnhaus hat seine Sicherung im Sommer feiern können, das war fein. Durchaus ruhiger als mal gehofft, aber gemütlich und wir können in der Genossenschaft angelangt, viele neue Verbindungen knüpfen.

Unser Blog-Projekt ist gut durch die Monate gekommen; drei haben wir noch vor uns, doch da ist uns lang nicht mehr bange vor.

Zu Bauen gab es viel in diesem Jahr und nicht alles ist fertig. Da bricht die Sache mit dem Abwasserrohr schon sehr in die Routine ein und wir werden viel bauen und viel mit der Versicherung verhandeln, das steht schon fest. Und Freund:innen um Unterstützung fragen müssen wir wohl auch.

Aber das Internet wurde gestärkt, die neue Schaukel steht wieder sicher, das neue Eingangstor steht frisch verzinkt vor dem Hof und wartet auf den Monteur. Die Fundamente dafür hat schon die letzte Generation der Freiwilligen zusammen mit Jonny gesetzt.
Wir werden die Zeit mit den wenigen Gästen nutzen, um den Gästebereich erneut wieder schön zu machen und in der Kantine muss modernisiert werden.
Ach, zu tun ist da eigentlich immer.
Nächstes Jahr werden wir endlich den Hügel sichern, auf dem unsere Außenbühne steht.

Im Haus sind Leute aufgebrochen und neue gekommen. Die Bewohner:innengruppe ist oft gefragt, sich neu aufzustellen. Bislang fällt das nicht so schwer, doch manchmal hoffen wir schon, dass wieder etwas Ruhe einkehren kann. Das sind die Unruhen, die mit Verjüngung einer Gruppe einhergehen. In der Fabrik sind da auch noch manche Prozesse nicht zur Ruhe gekommen. Aber schlimmer ist, wenn sie nicht haben beginnen können.

Und wie schaut ihr ins neue Jahr? Sorgt ihr euch oder fühlt ihr euch sicher für Neues?

Wir wünschen euch, dass der Start ins neue Jahr vor allem hoffnungsvoll ist. Und jede Menge Mutausbrüche bereithält, wenn sie nötig sind.

Christine