Pedale und Randale

1982 | Aktion „Pedale und Randale“ Die Fahrradlager des Berliner Senates für Krisenzeiten wurden geräumt. Originalverpackt konnten sie von Großabnehmern bestellt und weiterverkauft werden. Der Verein SO 36 hatte 1250 Räder gekauft. In einer Riesenaktion mit Festcharakter wurden diese in der Regenbogenfabrik unter Anleitung zusammengebaut und an EinzelabnehmerInnen weitergegeben. Nicht nur Einzelpersonen kamen, sondern auch BEWAG und Polizei (Man bedenke Senatsangehörige auf besetztem Gelände!).

Südost Express 5/1982, Seite 14
Südost Express 5/82, Seite 15

Der Südost Express ist im Kreuzberg Museum heute noch zu lesen

Bunten Dank für eure Wünsche!

Noch ganz frisch 40 und müde-stolz über den Blog und unseren Geburtstag merken wir einmal mehr, was uns neben der Vision für das große Ganze durch die Jahre getragen hat: IHR ALLE!

Uns erreich(t)en so viele schöne Worte, solidarische Parolen, Regenbögen, lebendige Erinnerungen und herzlichste Glückwünsche, dass uns ganz warm um’s Geburtstags-Herz wurde und weiter wird. Mit euren Geschichten stehen wir gerührt vor unserem digitalen Gabentisch und freuen uns, diese wortreichen Geschenke bald (auf der ganzen Welt!) virtuell mit euch teilen zu können. Wie diese passende Cartoon-Zeichnung ganz oben, die wir zum Geburtstag geschickt bekommen haben.

Danke dafür und Danke, dass ihr da seid, oder zum Geburtstag wieder aufgetaucht seid. Schön, sich in einer so großen, liebevollen Gemeinschaft zu wissen. So sind wir immer weiter gekommen und kommen es noch weitere 40 Jahre!

Und: psst! Spoiler, wir wollen nichts vorweg nehmen, aber es gibt auch neue Indizien zur Entstehung unseres Namens…! Mehr dazu demnächst , hier bei uns im Geburtstags-Blog.

Kundgebung gegen die Zwangsräumung der Meuterei

Redebeitrag am 14.3.2021

Solidarische Grüße vom Regenbogenfabrik-Kollektiv an alle, die um ihre Häuser/Wohnungen und Gewerberäume kämpfen, teilweise seit Jahren oder seit kurzem.

Oder gekämpft haben oder in absehbarer Zeit kämpfen müssen.

Es wird wohl nicht aufhören!

Etwas Geschichte:

50 Jahre Georg-von-Rauch-Haus

50 Jahre Ton Steine Scherben

40 Jahre Regenbogenfabrik, Heilehaus, Schokofabrik, Kinderbauernhof Mauerplatz und viele Hausprojekte

– also 40 Jahre Hausbesetzer*innen-Bewegung West

30 Jahre Hausbesetzer*innen-Bewegung Ost

noch weiter zurück:

Vor über 150 Jahren gab es Randale und Straßenschlachten wegen einer Zwangsräumung einer im Kiez beliebten Gaststätte in der Oranienstraße.

Die Kämpfe um bezahlbare Wohn- und Gewerberäume sind schon uralt.

Und heute wieder: Kämpfe um Wohnraum und auch um zwar gewerbliche, aber nicht Profit-orientierte und selbstorganisierte Räume.

Vor zehn Jahren (2011) startete der aktuelle Widerstand gegen die Verdrängung mit den ersten Protestaktionen (Blockaden, Demos, Besetzungen) gegen die Situation, mit der wir uns noch heute rumschlagen:

Dank an

Bündnis gegen Zwangsräumung

Kotti und Co.

Bizim-Kiez

den Besetzer*innen der Schlesische Straße 25

und allen anderen.

Ihr habt den Weg bereitet, dass wir heute so viele sind.

Zusammen haben wir die Politiker*innen, das Abgeordnetenhaus und den Senat gezwungen zu reagieren. Natürlich sind wir uns einig, dass alle Maßnahmen, wie z.B. Mietendeckel und Zweckentfremdungsverbot für Wohnraum/Ferienwohnungen nicht ausreichend sind.

Daher müssen wir den Druck der Straße aufrechterhalten bzw. erhöhen. Nur so kann der kapitalistische Wahnsinn, Profit mit Wohn- und Gewerberäumen machen zu wollen, aufgehalten werden.

Unser Widerstand muss breit und vielfältig sein.

Mieterhöhungen, Kündigungen und oft damit einhergehenden Verdrängungen aus dem Kiez gefährden die Existenz der direkt Betroffenen. Aber auch das Biotop eines Kiezes oder Stadtteiles wird zerstört.

Die Meuterei steht nicht nur für günstiges Saufen, sondern ist auch ein Raum für Selbsthilfe und Selbstorganisierung. Wir verlieren hier im Kiez nicht nur eine Kneipe und selbstbestimmte Arbeitsplätze.

Die Regenbogenfabrik hat noch 20 Jahre einen Pachtvertrag, aber ihr kämpft auch für uns:

Lasst uns nicht alleine mit all diesen Leuten, die glauben, alles sei käuflich. Denn das sind die, die nachkommen und von der Gentrifizierung profitieren.