Geburtstagskind des Tages – Paul

Paul ist Teil des Kantinenteams und sich bei der Angabe seiner Verweildauer im Projekt wie so viele nicht sicher. Wir nehmen das mal als gutes Zeichen, für ein kurzweilig langwährendes Zugehörigkeitsgefühl, gemischt mit, „Kinder, wie die Zeit vergeht“ und freuen uns, dass er Teil unseres „Sammelsuriums“ ist.

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchen Bereich?

Das dürften 7 oder 8 Jahre sein, die ich jetzt hier in der Kantine bin.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Das Podest im Garten.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Sammelsurium.

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Käsespätzle 🙂

5. Was wünscht Du der Fabrik zum Geburtstag?

Eine rosige Zukunft.

Geburtstagskind des Monats – Die Schokofabrik

Im Mai 1981 besetzte eine Gruppe mutiger Frauen* die ehemalige
„Schokoladenfabrik Greiser und Dobritz“, die nach acht Jahren Leerstand
zum Taubenschlag geworden war. Bereits im Jahr zuvor entwickelten sie
aus der autonomen Frauen*bewegung heraus die Idee eines
Frauenstadtteilzentrums in Kreuzberg und begutachteten die vielen
leerstehenden Gebäude auf der Suche nach einem dafür geeigneten Haus. Es
sollte ein Ort nur für Frauen* und Mädchen* geschaffen werden, in dem
sie sich gegenseitig unterstützen und fördern können und die Möglichkeit
bekommen, in einem gleichberechtigten und konkurrenzfreien Raum ihre
Fähigkeiten und Fertigkeiten auszuprobieren und zu erweitern. 

Heute ist das Frauenzentrum Schokoladenfabrik e.V. Berlins größtes
Frauenzentrum mit dem Ziel der Förderung und Stärkung von Frauen*,
Lesben und Mädchen. Die Schoko ist ein Ort für Kontakte und
Kommunikation unter Frauen*. Besucherinnen* jeden Alters,
unterschiedlicher Befähigungen, jeglicher Herkunft oder sexuellen
Orientierung sind in der Schoko willkommen. Wir bieten unseren
Besucher*innen ein ausgiebiges Programm an Beratung, Bildung, Sport,
Kultur und Handwerk an. Darunter fallen auch regelmäßige feministische
Veranstaltungen mit Redner*innen, Filmabende und Diskussionsrunden.

Erstes Kinderfest in der Regenbogenfabrik

„Wann feiern wir das nächste Mal so ein tolles Fest?“ Diese Frage wurde den Instandbesetzern in der Lausitzer Straße 22/22a von unzähligen Kindern gestellt, als das erste Kinderfest am 25. April über die Bühne ging.

Es fand auf dem Gelände der Regenbogenfabrik – so haben die Besetzer ihr neues Zuhause getauft – statt.

Die IG Blech sorgte für schwungvolle Musik, Patrick verblüffte die jungen Leute mit seinen Zaubertricks, am Töpfertisch wurden viele Sachen geformt, die Wände wurden bemalt, an diversen Ständen gab es viel zu erleben – das Angebot bei diesem Fest war riesengroß. Und entsprechend waren die vielen Kinder, die aus nah und fern gekommen waren. Aber auch die deutschen und türkischen Nachbarn, mit denen man in Zukunft eng zusammenarbeiten will, fanden nur lobende Worte.

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Regenbogenfabrik Blog – Margaux Blache

Ich habe ein Jahr in der Regenbogenfabrik gearbeitet – eigentlich war es ein bisschen weniger. Corona hat leider meinen Freiwilligendienst in der Fabrik verkürzt.

Anfangs arbeitete ich im Café, zusammen mit Reiner und Lars, danach im Kulturbereich mit Christine und Andy und am Ende einen Monat in der Kantine. Ich habe auch von Johanna gelernt, wie man strickt!

Meine Lieblings-Kulturveranstaltung war der «Mitsing-Abend».

Das kleine Café war voll; wir hatten sogar Kartonschachteln als extra Stühle verwendet und es wurden viele Biere von «Quartiermeister» konsumiert. Die Stimmung zwischen Kerzenlicht und Lachen war sehr fröhlich und den ganzen Abend über wurden Lieder gesungen, die ich noch nie gehört hatte, was eventuell daran liegt, dass ich keine deutsche Frau oder einfach ein bisschen zu jung für dieses Repertoire bin. Viele Lieder mochte ich und höre noch immer gern die Playlist von diesem Abend. Alle haben zusammen gesungen und es war so schön, so viele Menschen in Harmonie zu sehen.

Auch, wenn ich meine verschiedenen Aktivitäten in den drei Bereichen genossen habe, waren der Lieblingsteil meines Freiwilligendienstes die Geschichten, die ich gehört habe. So unterhielt ich mich mehrmals über die Geschichte der Fabrik mit Andy und Christine und war immer wieder fasziniert davon. Für mich war es am Anfang unvorstellbar, dass eine Gruppe von engagierten Menschen mit nichts anderem als ihrem großen Willen so viel geschafft hatte. Ich habe mich mehr und mehr für die Geschichte dieses Ortes und seiner Menschen interessiert und eine Menge von ihnen gelernt. Nämlich: Dass die Fabrik nicht in einer Nacht aufgebaut wurde, sondern mit Zeit, Liebe und Mühe – und sie entwickelt sich immer noch weiter.

Ich bin immer mit dem Gedanken aufgewachsen, dass es für nichts Zeit gibt. Man muss immer schnell und effizient sein – und immer weiter gehen.

Je früher, desto besser. Dieser Philosophie folgend habe mich immer unter Druck gesetzt gefühlt. Mein Jahr als Freiwillige war als Pause zwischen meinem Bachelor und Master gedacht. Die Idee war, mir Zeit zu lassen; es hat mir aber viel mehr als Zeit gebracht:

In der Regenbogenfabrik habe ich ganz neue Perspektiven entdeckt und dass es noch viel mehr Möglichkeiten gibt, als einen klaren Weg, der von anderen entschieden wird. Die Erfahrung in der Regenbogenfabrik erlaubte mir, mich selbst zu finden und seitdem weiß ich, dass jede schöne Erfahrung Zeit braucht: Denn solange ich mit mir selbst im Reinen bin, wird alles gut.