1.Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?
Von ca. 2009 bis 2017, erst im Wohnhaus und dann vielleicht 2013 in der Bäckerei. Sorry, ob die Zeiten genau stimmen, möchte ich nicht beschwören.
2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?
Den Hof finde ich richtig schön, wenn ich im Lotto gewonnen hätte, hätte ich der Fabrik einen gepflasterten Weg geschenkt…. – und wenn ich Lotto gespielt hätte 😊
3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?
Die Fabrik war eine tolle Begegnungsstätte aller unterschiedlicher Menschen mit ihren verschiedenen Ansichten und Meinungen. Ich könnte sagen, daß ich „LEBEN UND LEBEN LASSEN“ gelernt habe, mit unterschiedlichem Erfolg versteht sich. Außerdem bekam ich Anerkennung und Wertschätzung privat und beruflich. Nervend war die Langsamkeit von kollektiven Entscheidungsprozessen, die mein eigenes Engagement oft ausbremste. Unter diesen Rahmenbedingungen fiel es mir schwer, immer „bei der Stange“ zu bleiben.
4. Lieblingsessen in der Kantine?
Lasagne
5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?
Vor allem wünsche ich der Fabrik einen großzügigen Spender, damit das Überleben gesichert wird. Außerdem viele junge engagierte Menschen, die mitarbeiten und irgendwann übernehmen können.
Sonnenschein, eine Firma im Bezirk Tempelhof. Die Recherche im Internet ergibt zwei spannende Quellen. Wikipedia erzählt die Entstehungsgeschichte der Firma Sonnenschein, das ist auch Industriegeschichte Berlins: „Die Gründung erfolgt durch Theodor Sonnenschein, einen Schüler Max Plancks, im Jahre 1910 in Berlin. Akkumulatoren hatte Sonnenschein schon während seines Studiums hergestellt.“
„Im Jahr 1918 tritt Clemens Jonen, der Schwager von Sonnenschein, in die Firma ein und übernimmt die Accumulatorenfabrik Sonnenschein 1926 gänzlich. Im Jahr 1957 verstirbt Clemens Jonen und die nächste Generation übernimmt die Firma in Gestalt von Marie-Luise Schwarz-Schilling (geb. Jonen) und ihrem Ehemann Christian Schwarz-Schilling.“ Was der Artikel nicht wiedergibt: In den 80er Jahren ist Christian Schwarz-Schilling Postminister in Bonn. Dazu ist viel auch zu lesen bei Klaus Pokatzky in der Zeit: https://www.zeit.de/1985/08/blei-in-der-luft
„Bis 1936 produziert man in Alt-Moabit 104, dann wird es zu eng und es folgt 1936 der Umzug in die Huttenstraße 63–64. Nachdem der Bedarf nach Akkumulatoren immer noch steigt, erfolgt 1938 der Umzug in ein neues Werk in der Fritz-Werner-Straße 68 in Berlin-Mariendorf, in der Nähe des Daimler-Motoren-Werks. Auf dem dazugehörigen Werksgelände Untertürkheimer Str. 22–26 befand sich ein Lager mit drei Baracken für 40 bis 80 sowjetische Zwangsarbeiter. Das Werk wird 1945 durch Bomben zu 2/3 zerstört. Nach dem Krieg wird das Werk wieder in Betrieb genommen. Im Jahr 1995 wird es geschlossen, nachdem eine Produktion von KfZ-Starterbatterien in Berlin nicht mehr wirtschaftlich ist.“
„In den 1980er Jahren baute Sonnenschein in Porto Alto, Portugal und Nigeria Auslandsfabrikationsstätten. Beide Fabriken wurden später verkauft.“ Doch das ist eine andere Geschichte. Der heutige Beitrag würdigt eine Aktion gegen die Firma Sonnenschein im Jahre 1985.
Flugblatt der Initiative „Schließt endlich Sonnenschein!“
Kannst du dich kurz vorstellen, seit wann du in der Regenbogenfabrik bist und was du machst?
Ich bin Conny, Handwerkerin. Mitte März 2015 wurde mir die Fortführung der Selbsthilfe-Holzwerkstatt anvertraut.
Was hast du für eine Ausbildung gemacht?
Ich habe 1998 meine Ausbildung zur Tischlerin in Weinheim beendet.
Kommst du aus Berlin? Was magst du an der Stadt und an dem Viertel?
Ich bin 2010 aus dem Rhein – Neckar – Dreieck nach Berlin gezogen, weil es hier so schön bunt, laut und dreckig ist. Und freier. Zumindest fühlt es sich meist so an. Kreuzberg habe ich schon in meiner Jugend oft besucht und geliebt und ich bin sehr, sehr froh, dass ich hier leben kann. Und Kreuzberg auch ;).
Warum und wie bist du zur Regenbogenfabrik gekommen?
Ich habe von der Stellenausschreibung über eine Freundin und dem Berliner Tischlerinnen – Netzwerk erfahren. Ich wollte schon länger lieber gemeinnützig arbeiten und/oder mein Wissen weitergeben. Dies nun hauptberuflich in einem Kollektiv tun zu können. war ein ideales Angebot für mich. Juchhu!
Passt!
Ist Schreinerei eigentlich ein typisch maskulin besetzter Bereich? Was denkst du davon als Frau?
Ja, es gibt definitiv noch mehr Männer als Frauen in den Tischlereien. Damals war ich die einzige Frau, die nach der Ausbildung auch in der Werkstatt weitergearbeitet hat. Aber es wurden in den letzten 20 Jahren immer mehr Frauen Tischlerinnen oder Holz – Handwerkerinnen. Finde ich gut und aber eigentlich auch ganz normal bzw. egal. Für mich gibt es keine geschlechterspezifischen Zuordnungen, die dann vermeintlich dies oder das besser können, Mensch ist Mensch und jede:r hat andere Interessen, Stärken und Fähigkeiten.
Was war die komischste Sache, die du anfertigen musstest? Die schwierigste? Deine Lieblingssache?
Das riesige „Hamsterrad“ für einen Menschen, der beim Arbeiten am Computer gehen wollte, haha, das war echt gut. Ich dachte zuerst, er macht nen Witz.
Wer ahnt denn schon, was das werden könnte …
Das ist es schon vorstellbar, das Hamsterrad
Hamsterrad in Aktion
Ein Bauklotz – Modell eines Gebäudes mit unglaublich vielen Schrägen und ungewöhnlichen Winkeln, da dachte ich zwischendurch: Hilfe, das bekomme ich doch nicht gesägt, aber es ist nach der Herstellung einiger Schablonen und Sägehilfen toll gelungen.
Kommode?
Das „Schönste“ aus der letzten Zeit waren meine St. Pauli – Tigerenten, die im Lockdown 2020 entstanden sind; die haben meiner Seele damals sehr gutgetan. Aber hier wurden schon sehr viele Sachen gebaut oder repariert, die mit leuchtenden Augen nach Hause getragen wurden. Das tut gut, wenn die Menschen ihre Vorhaben mit unserer Hilfe hier gut umsetzen konnten.
St. Pauli Tiger-Enten
Wie sieht so ein typischer Tag in der Holzwerkstatt für dich aus? Was ist die typische Arbeit, die du hier leistest?
Wir machen Termine mit den Menschen, die hier etwas bauen oder reparieren wollen. Das ist so unterschiedlich und interessant, was hier umgesetzt wird. Neben klassischen Wackel-Stuhlreparaturen, Tisch- oder Bettbau, Regale, Hocker, Nachttische, Kommoden, Küchenschränke wollen auch Schmuckkästchen, Schachbretter, Urnen, etwas Restaurationen, Musik-Boxen, Bilderrahmen, Weihnachtsschmuck, Schnitzarbeiten, Campingbus-Ausbauten, Longboards und vieles mehr angefertigt werden.
Schubladen
Ich unterstütze die Menschen je nach Fähigkeiten, gelegentlich schon bei der Vorplanung, Konstruktion und richtiger Holzauswahl, zeige ihnen, wie die Werkzeuge und Maschinen sicher bedient werden und erkläre die Vorgehensweisen beim Bauen. Manche, die hierher kommen, brauchen nur den Raum und die Maschinen, in dem sie Lärm und Staub machen können. Andere wagen sich an ihre ersten Holzbearbeitungsprojekte.
Tischplatte
Gelegentlich gebe ich auch themenbezogene Workshops oder veranstalte Werken mit Kindergruppen.
Schraubzwingen im Einsatz
Vor Corona waren meist 2 – 4 holzwerkende Gäste am Tag da. Aktuell bearbeiten wir eher Aufträge zur Finanzierung der Werkstatt und / oder kümmern uns um interne Baustellen. Zudem beantworte ich Anfragen per Mail, renne an das klingelnde Telefon, wenn die Maschinen nicht gerade dröhnen oder beantworte die Fragen von hereinschauenden Menschen an der Tür. Ach ja, und unzählige spontane Zuschnitte oder Bohrungen, weil „ich ja nur das Brett abgeschnitten haben will / hier ein Loch brauche“.
Leute, bitte meldet Euch telefonisch an 😉 !!
Auch die Buchhaltung gehört zu den Monatsaufgaben.
Außerhalb der Holzarbeit, was sind deine Aufgaben?
Ich besuche regelmäßig das Plenum unseres Kollektivs, engagiere mich in diversen Arbeitsgruppen und bin auch oft für Instandhaltungsarbeiten in der gesamten Regenbogenfabrik eingespannt.
Wie stellst du dir die Zukunft in der Selbsthilfewerkstatt vor?
Ich wünsche mir, dass ich hier noch lange wirken kann. Dass wir gemeinsam die finanziellen Mittel aufbringen können, um alle Arbeitsbereiche in der Regenbogenfabrik am Laufen zu halten. Weiterhin ein selbstbestimmtes, aber eben auch verantwortliches Handeln und Arbeiten. Ich freue mich auf die kommenden verrückten, schönen und/ oder anspruchsvollen Projekte und Ideen, die da kommen werden.
Manche Freundschaft überlebt die auch lange räumliche Distanz. Jamie war nach Brandenburg gezogen und später in der ganzen Welt unterwegs, doch der Faden hat gehalten. Und 2018 hat es sie für einen Vortrag ins RegenbogenCafé geführt. Ihren Geburtstag haben wir knapp verpasst, doch das ist uns nun schon öfter so gegangen. Danke für die lange Freundschaft und Unterstützung!
1.Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?
Von November 1987 bis Oktober 1988, also gerade mal ein Jahr habe ich im Hinterhaus gewohnt. Doch die Verbundenheit zu den alten Freund:innen dort hält bis heute.
2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?
Das ist sicher der Garten, vor allem im Sommer, wenn dort ein Fest gefeiert wird. Doch da ist ja auch noch die Dachterrasse, wo sich alle gut treffen können. Und natürlich das Café – ein Ort, der mir über die Jahre so vertraut geblieben ist.
3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?
Wohn- und Lebensprojekt-Alternative
4. Lieblingsessen in der Kantine?
Da war ich nicht, außer mal bei einem polnischen Kochevent.
5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?
Nochmal 40 Jahre, sich treu bleiben und weiterentwickeln.