SelbstBau e.G.

Am 16. November 2020 schloss die SelbstBau e.G. den Erbbaurechtsvertrag für das Grundstück Lausitzer Straße 22 e–f in Kreuzberg ab – unser Wohnhaus also, „Hinterm Regenbogen“, wie wir uns seitdem nennen. Das geschah in Zusammenarbeit mit der Stiftung trias.

Die Mitglieder der SelbstBau e. G. fühlen sich Initiativen wie der unseren in besonderer Weise verbunden. In ihrer Seite schreibt die Selbstbau: „Sie haben die Grundlagen für eine soziale Stadtentwicklung erstritten, von welcher wir in Ostberlin in den neunziger Jahren profitieren konnten.“

Am 01.02.2021 hat die Genossenschaft dann endgültig die Verwaltung für das Hinterhaus mit 10 Wohneinheiten, einem Gewerbe und einem Gemeinschaftsraum übernommen.
Nach über 40 Jahren Selbstverwaltung schlagen wir somit ein neues Kapitel in unserer Selbstverwaltung auf und erforschen noch, wie wir das im Zusammenspiel mit der Genossenschaft wachsen lassen können.

Wer und was aber ist die Selbstbau e.G.?

Eine gute, sichere und sozial vertretbare Wohnungsversorgung der Mitglieder der Genossenschaft abzusichern ist das erklärte in der Satzung festgelegte Ziel der Genossenschaft.

Über die Jahre ist die Selbstbau e.G. zu einer heterogenen Gruppe von zahlreichen Wohnprojekten herangewachsen. „Die Entstehungsgeschichten der Hausprojekte sind sehr unterschiedlich und jedes unserer Mitglieder kann sicherlich von spezifischen Erlebnissen der Gruppenfindung, der Sanierung und des alltäglichen Miteinanders berichten. Unabhängig von all diesen Unterschieden waren und sind die Beweggründe, sich der SelbstBau e.G. anzuschließen, stets die gleichen und stellen somit das Leitbild der Genossenschaft dar:“

https://selbstbau-eg.de/leitbild/

Die Geschichte der Selbstbau e.G. begann mit einem Hauskauf in der Rykestraße. Damals konnte niemand voraussehen, dass sich nach dreißig Jahren 24 Häuser in der Genossenschaft organisieren.

Es muss ein schöner Moment gewesen sein, als sich heraus kristallisierte, dass das gefundene Konzept sich auf andere Häuser übertragen und entwickeln ließ. Das Grundprinzip der SelbstBau e.G. bei jeder Erweiterung war, das sich ein neues Hausprojekt mittelfristig wirtschaftlich selbst trägt und die bestehenden Projekte finanziell nicht belastet. Aus den Rücklagen der bestehenden Häuser kann
– zwischenfinanziert – grundsätzlich aber nicht subventioniert werden.

Lest darüber in aller Fülle auf der Seite der Genossenschaft:

https://selbstbau-eg.de/historie/

Wie sich eine Genossenschaft strukturiert und selbst organisiert, könnt ihr hier weiterlesen.

Gesellschaft für Humanistische Fotografie e. V. (GfHF)

Vom 4. bis 8. November 2021 hatten wir zum Filmwochenende „Freiräume für Selbstorganisierung schaffen, gestalten und verteidigen“ ins RegenbogenKino eingeladen.
Im Begleitprogramm zur Ausstellung im FHXB „Dann machen wir’s halt selbst! 40 Jahre selbstorganisierte Räume in Berlin“ zeigten wir sehr unterschiedliche Filme, in denen u.a. die Projekte „Kinderbauernhof Mauerplatz“, „Heilehaus“ und „Regenbogenfabrik“ die Hauptrolle spielen und die einen Einblick in das Besetzer:innenleben Anfang der 80er geben.

Das Filmwochenende war Teil des Projektes “XBLab — Kultur in Kreuzberg“, der Gesellschaft für Humanistische Fotografie gfhf.eu

Zeit für uns im Blog, hier unsere Komplizen vorzustellen!

Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 fördert die gemeinnützige Gesellschaft für Humanistische Fotografie e. V. (GfHF) engagierte Autorinnen- und Autorenfotografie, die sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzt. In f³ – freiraum für fotografie in der Nähe des Oranienplatzes in Berlin-Kreuzberg präsentiert sie Ausstellungen renommierter und aufstrebender zeitgenössischer Fotografinnen und Fotografen.

Schaut mal vorbei, hier gibt es einiges zu entdecken.

https://gfhf.eu/projekte/xb-lab/

Dringend gesucht – Anerkennung nicht vorgesehen

2015 | Hausangestellte erstreiten sich ihre Rechte. Film und Diskussion

Aus dem damaligen Newsletter über die Veranstaltung:
„Ich hab von Montag bis Sonntag gearbeitet, durchschnittlich 12 bis 14 Stunden.“
Vor Gericht sagt Tia H.s Hamburger Arbeitgeber aus, dass sie niemals bei ihm gearbeitet hätte. Sie seien befreundet gewesen und nur aus reiner Menschenfreundlichkeit habe er ihr 400,- € im Monat gegeben. Vor Gericht muss Tia H. nun beweisen, dass sie gearbeitet hat.

Rosita P. wurde von einer Arbeits-Agentur in Peru in die Niederlande vermittelt. Entgegen der Versprechungen bekommt sie keine Papiere. „Von 7.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr abends musste ich pausenlos arbeiten.“ Sie hat weder freie Tage, noch darf sie das Haus allein verlassen.

Der Film beschreibt die prekäre Situation von Hausangestellten.
Tia H. und Rosita P. sind keine Einzelfälle. „Viele Arbeitgeber nutzen die Situation der Leute aus“, stellt Dominique John von der DGB Beratungsstelle Faire Mobilität fest.

In Amsterdam haben Hausangestellte ohne Aufenthaltspapiere die Organisation „United Migrant Domestic Workers“ gegründet, um ihre Anerkennung und ihre Rechte öffentlich einzufordern. Eine große niederländische Gewerkschaft (FNV) hat sie aufgenommen und unterstützt sie in ihren Forderungen.

Der Film ist ein Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion um Arbeit in privaten Haushalten, der die Perspektive der Hausangestellten in den Mittelpunkt rückt. 65 min, Hamburg/Amsterdam/Bremen 2014
Kamera: Anne Frisius, Ute Freund, Jacqueline Contreras (Footage, Fotos),
Animationen: Nanja Heid
Sprecherin: Ole Bürger
Interview: Nadja Damm, Mónica Orjeda, Anne Frisius
Übersetzungen: Lui Lüdicke, Annemiek van de Wetering
Musik: Ole Schmitt
Ton-Nachbearbeitung: Michael Scheunemann
Buch, Schnitt, Regie: Anne Frisius mit freundlicher Unterstützung durch verikom, Hamburg, die Stiftung Umverteilen! und der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt.

Mónica Orjeda kam 1995 aus Peru nach Deutschland. Sie studierte Sozialarbeit und ist derzeit in Hamburg bei verikom Sozialberaterin.

Anne Frisius macht seit 20 Jahren feministische, sozialkritische Dokumentarfilme. Dies ist ihr dritter Film in Zusammenarbeit mit Mónica Orjeda.Kiezfilme geben denen das Wort, die sich in ihrem Umfeld (ihrem Kiez) für bessere Lebensbedingungen und eine faire Gesellschaft einsetzen.“

Damals und heute

Vom Blechschaden zum Hostel

Blechschaden heißt es an der rohen Wand, das N mit einer Pfeilspitze nach oben. Dazu ein neues Fenster eine neu gesetzte Blechtür. Was steckt dahinter? Die Egerländer der Bewegung, die IG Blech!

Die Pfeilspitze am N erinnert mich ans Kraakerzeichen, halt nur ohne Kreis und ein bisschen verschoben in der Richtung, doch assoziativ genug. Oder?

1981 haben sich die wackeren Blechartist:innen bei uns eingerichtet, doch bis wann waren sie bei uns? Haben sie einen Raum gefunden, in dem sie so laut sein konnten wie nur nötig und nicht immer Stunden vorher einen zum Einheizen vorschicken? In unserem Jubiläumsfilm erinnern sie daran.

https://regenbogenfabrik40.blog/2021/03/18/solidarische-okonomie-30-jahre-arbeit-am-regenbogen/ Die Episode zur IG Blech beginnt bei Minute 14:45.

Dass uns IG Blech immer wieder freundlich begleitet hat, das zeigen die folgenden Bilder.

2021 Eingang zum Hostel – früher Musikübungsraum der IG Blech

Und heute? Vorne im Bild ist es grüner geworden. Die Blechtür gibt’s noch immer, das Fenster hat einen Fensterladen aus Holz bekommen, gebaut von einem wandernden Gesellen.

Der Putz fällt wieder von den Wänden, manche Dinge ändern sich nie; da stehen wir zu sehr im feuchten Urstromtal. Und so muss die Fabrik auch baulich immer wieder neu gesichert werden.

chz

Fotos: Archiv der Regenbogenfabrik. Das aktuelle von 2021 von Serife aus der Reihe Damals und Heute