Internationaler Tag der Migrant:innen

Der internationale Tag der Migrantinnen und Migranten soll darauf aufmerksam machen, dass es weltweit Millionen Menschen gibt, die ihr Zuhause verlassen haben und nun woanders leben. All diese Menschen sind Migrant:innen. Seit dem Jahr 2000 wird der Tag immer wieder am 18. Dezember von den Vereinten Nationen ausgerufen.

Nie zuvor lebten so viele Migrant:innen auf der Welt wie heute; viele von ihnen hatten es nie vor. Migration stößt auf viele Hindernisse. Schon wer „freiwillig“ unterwegs ist, kann damit rechnen, z.B. nicht überall Einlass zu bekommen, nicht arbeiten zu dürfen und Abschlüsse nicht anerkannt zu bekommen. Wer flüchten muss, ist meist gezwungen, sich auf sog. illegale Weise in ein anderes Land zu begeben. Aber: keine Jeck ist illegal!

Hier gibt’s Wege zu Information und Aktion:

https://abolishfrontex.org/blog/2021/11/16/take-action-on-18-december-international-migrants-day-to-abolish-frontex/#Deutsch

https://sea-watch.org/

https://umbruch-bildarchiv.org/rettungsweste-fuer-molecule-man/

Foto: Ruben Neugebauer / Sea-Watch.org

FairBindung: Kompliz:innen seit einiger Zeit

Das Kollektiv FairBindung setzt sich seit 2008 für eine nachhaltige, solidarische und global gerechte Welt ein. Sie verstehen ihre Arbeit als Beitrag zu einer sozial-ökologischen Transformation hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft.
Da es für ihre Struktur keine Rechtsform gibt, sind sie seit 2009 rechtlich ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Nach innen organisieren sie sich basisdemokratisch als Kollektiv. Das bedeutet für sie, dass sie alle Entscheidungen und Verantwortungen gemeinschaftlich tragen.
Unter dem Leitbild „Wandel Leben Lernen“ gestaltet FairBindung e.V. Bildungs- und Mitmachangebote zu den Themen zukunftsfähiges Wirtschaften, Postwachstumsgesellschaft und globales Lernen. Bei dem Import und Vertrieb von Bio-Kaffee aus Guatemala arbeitet FairBindung nach den Grundsätzen des solidarischen Wirtschaftens. Die eigenen kollektiv-solidarischen Vereinsstrukturen sowie Kooperationen und Aktionen sind ein Lernfeld und Praxisbeispiel für alternative Formen der Zusammenarbeit. Dabei stehen die Bildungsarbeit und die Praxis nachhaltigen Wirtschaftens in engem Zusammenhang und inspirieren sich gegenseitig.
Fairbindung hatten wir schon lange auf dem Zettel, um sie als unsere Kompliz:innen vorzustellen. Nun nehmen wir eine aktuelle Veranstaltung zum Anlass, dies auch mal zu tun:

Filmvorführung: Bildungsvideos
der Weiterbildung „Cuerpo-Territorio: Theorie und Praxis des Territoriums, das uns bewohnt“

Am Mittwoch, den 15.12.2021 von 19 – 21 Uhr, eine Veranstaltung des Projektes „Ich sehe was, was du nicht siehst“- solidarische Handlungsweise entdecken.

Ein Gespräch mit: 

  • Paola Reyes (Regisseurin)
  • Josefina Morales (Casa Kua)
  • Uriara Maciel (Kuringa Forum Theater & Madalenas-Berlin)
  • Antonia Ramos (Respect)

Moderation:
Melina Castillo & Jessica Valdez (FairBindung e. V.)

https://www.fairbindung.org/

Wohnhäuser dem Markt entziehen | das Mietshäuser Syndikat

2017 | Unser Archiv weist für den 14.12.2017 nach: Im Hinterhaus wird der Verein „Hinterm Regenbogen“ gegründet. Die Bewohner:innen brauchen eine juristische Person für den Vertragsabschluss oder die möglicherweise angestrebte Kooperation mit dem Mietshäuser Syndikat. Wie bereits berichtet, ist es anders gekommen; doch wir nehmen das Ereignis zum Anlass, das Mietshäuser Syndikat vorzustellen.

166 Syndikatsprojekte

Die Hausprojekte im Syndikatsverbund haben alle entscheidenden Schritte, also die Gründung einer Haus-GmbH mit Syndikatsbeteiligung und den Kauf eines Hauses und / oder eines Grundstücks bereits hinter sich gebracht. Die Bandbreite der Projekte ist groß: Sie unterscheiden sich in Alter, Bewohner:innenschaft, Lage, Zielsetzung, Größe und Gebäudeart – manche stecken noch mitten in der Sanierung und Aufbauphase, andere können bereits neue Initiativen unterstützen.

Der Projekteverbund

Das Projekte-Sammelsurium
166 Hausprojekte und 15 Projektinitiativen bilden einen festen Verbund. Das Bindeglied, das diesen Verbund herstellt, heißt Mietshäuser Syndikat. Jedes dieser bestehenden Hausprojekte ist autonom, d.h. rechtlich selbstständig mit einem eigenen Unternehmen, das die Immobilie besitzt. Jedes hat die Rechtsform der GmbH, der „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“.

Und es werden mehr.
Das Mietshäuser Syndikat ist generell offen für neue, selbstorganisierte Hausprojekte; so auch für die vorher genannten 15 Projektinitiativen, die sich „ihr Haus“ erst noch aneignen wollen. Die Folge ist, dass der Verbund fröhlich weiter wächst.

Wie funktioniert das Mietshäuser Syndikat? Was ist der Zweck? Kritisch gefragt: Was ist daran sinnvoll, eine feste Verbindung zwischen einer großen und wachsenden Zahl von autonomen Hausprojekten herzustellen?
Zwischen Projekten, die zum Teil Hunderte von Kilometern auseinander liegen. Deren Bewohner:innen die Leute aus den anderen Häusern oft nicht kennen. Und deren Unterschiedlichkeiten geradezu ins Auge springen, von der Größe und Lage über die Entstehungsgeschichte bis hin zur politischen und sozialen Zielsetzung. Welche Idee hält diesen Gemischtwarenladen von Projektidentitäten zusammen? Und nicht zuletzt stellt sich die Frage: Warum liegt der Eigentumstitel jedes Hauses ausgerechnet in den Händen einer erzkapitalistischen Rechtsform wie der GmbH, und nicht bei einem eingetragenen Verein oder einer Genossenschaft?

Häuser kollektiv aneignen
Trotz der Unterschiedlichkeiten findet sich bei allen Hausprojekten eine vergleichbare Ausgangssituation:

  • Hier nimmt eine Gruppe tatendurstiger Menschen leere Häuser ins Visier: Sie wollen endlich zusammen wohnen. Sie suchen ausreichenden und vor allem selbstbestimmten Wohnraum – häufig auch in Kombination mit öffentlichen Räumen für Veranstaltungen, für Gruppen, Projekte und Betriebe.
  • Da fügen sich die langjährigen Bewohner:innen eines Hauses nicht resigniert den Verkaufsplänen des Hausbesitzers, sondern entwickeln eine Vision: Die Übernahme „ihres Hauses“ in Selbstorganisation.
  • Dort suchen die Besetzer:innen eines sogenannten Abrissobjektes nach einer Perspektive, trotz der Wechselbäder von Räumungsdrohungen und Verhandlungen.

Allen gemeinsam ist der kollektive Wunsch nach einem Haus, in dem es sich selbstbestimmt leben lässt, dem nicht irgendwann die Zwangsräumung oder Abrissbirne winkt; mit bezahlbaren Räumen, die nicht durch Hausverkauf oder Umnutzung latent bedroht sind.
Dieser Wunsch steht am Anfang eines jeden Projekts.

Wie wir wissen, werden Mietshäuser, die eine dauerhafte kollektive Selbstbestimmung der Bewohner:innen über die eigenen vier Wände vorsehen, auf dem normalen Immobilienmarkt nicht angeboten. Also fasst die betreffende Gruppe irgendwann den kühnen Plan, einen Hausverein zu gründen, um das Objekt der Begierde einfach zu kaufen.

Die Kapitalfrage
Meist geht der starke Wunsch der Projektinitiative nach einem selbstorganisierten Hausprojekt mit einer äußerst schwachen Kapitalausstattung der Mitglieder einher. In Anbetracht der erforderlichen Mittel hat sie allenfalls symbolischen Charakter. Denn für den Erwerb der Immobilie muss der Hausverein Hunderttausende von Euros leihen: mit Krediten von der Bank und/oder direkt von Menschen, die das Projekt unterstützenswert finden und dort ihre Ersparnisse parken („Direktkredite“; darauf wird noch eingegangen). Das ist keine einfache Aufgabe.

Denn Kredite kosten laufend Geld, nämlich Zinsen und Tilgung. Sie betragen oft mehr als 3/4 der Mietzahlungen. Soll die Miethöhe sozial noch erträglich sein, ist der Spielraum äußerst knapp und das Projekt nur bei sehr niedrigen Kreditzinsen finanzierbar.

Die Anfangsphase, in der die Zinskosten am höchsten sind, gleicht bei jedem Hausprojekt einem ökonomischen Drahtseilakt. Dazu gesellen sich erlebnispädagogische Streifzüge der Gruppe in die fremde Welt der Kaufverhandlungen und der politischen Durchsetzung, der Rechtsformsuche und der Kreditwerbung, der Gruppenfindungsdynamik und nicht zuletzt der Bauaktivitäten.
Auf dem Weg zum eigenen Haus muss jede Projektinitiative einen wahren Hindernisparcours durchlaufen. Das könnte einfacher sein.

Weiterstöbern unter:

https://www.syndikat.org/de/

Und zur Auflockerung die Seite mit dem Film übers Mietshäuser Syndikat:

http://das-ist-unser-haus.de/

Im Café Schlürf ein Pop-Up-Dingsbums

Liebe Freund:innen der Regenbogenfabrik!

Den Winterbasar vermissen wir schmerzlich.
Doch haben wir eine Möglichkeit gefunden, uns allen noch ein bisschen Kaufrausch zu  ermöglichen.
Seit dieser Woche haben wir zu den Öffnungszeiten des Café Schlürf ein Pop-Up-Dingsbums im Café.

We proudly present:

Astrid Zink und ihre wunderschönen Geldbörsen
Taschen und Beutel von Muanana

Dienstag und Donnerstag 12 -18 Uhr

Kommt vorbei und lasst Euch inspirieren von der schönen Atmosphäre im Café.
Genießt den leckeren veganen Kuchen und den guten Kaffee. Alles abzugeben gegen Spende. Zeigt Euch großzügig, es ist für einen guten Zweck.

Eure Regenbogenfabrik

…und am Samstag, den 11.12.2021:
Glühwein & Fensterverkauf von 15 – 21 Uhr