15:00 Führung durch unser Denkmal – Treffpunkt an der Straße15:00 Kasper-Theater „Der Kasper und die verlorene Energie“ – 30 Minuten Kasper Theater vom „Kasper Theater Rixdorf“ im Kino –
16:00 Diskussion: Mit voller Energie in die Wende Energie war und ist ein entscheidendes Elixier gesellschaftlicher Entwicklung, verschafft körperliche Erleichterung und fördert damit individuelle Freiheit. 1877 wurde das, was heute die Regenbogenfabrik ist, als Dampfsägewerk erbaut.
Was heute als gelungene Vermischung von Wohnen und Gewerbe neu geschätzt wird, war in den 60er Jahren in Verruf geraden: die Kreuzberger Mischung. Diese Art der Stadt-Bebauung in Mischform aus Wohnen und Gewerbe. Von außen sieht die Passantin die Blockrandbebauung, die Vorderhäuser, denen sich Seitenflügel und einen bzw. mehrere Hinterhöfe anschließen. In einer baulichen wie sozialen „Dreigliederung“ diente das Vorderhaus mit bürgerlicher Fassade als Wohnraum für das Bürgertum (Kaufleute, Beamte, Wohnungseigentümer), während die Seitenflügel in deutlich einfacherer Bauweise für das günstige und bescheidene Wohnen der Arbeiter und Rentner vorgesehen war. Im Hinterhaus bzw. in der Remise waren kleine Gewerbe, Manufakturen, Fuhrunternehmen, Reparatur- und Produktionsbetriebe ansässig. (Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mischung)
Am Kottbusser Tor und an der Prinzenstraße kann besichtigt werden, was stattdessen als gute neue Stadt gedacht war. Weiter rein nach SO 36 kam es dann anders. Ein Kunstprojekt erinnerte in den 80er Jahren daran, dass hinter den Wohnhäusern auch produziert wurde.
An der Ecke Reichenberger/ Lausitzer weisen diese Erinnerungen nun ins Leere. Eine neue Baustelle überdeckt zum Teil die Mosaike.
Juli 2023Mai 2023
Das Gewerbe wurde mit hohen Mietforderungen vertrieben (Merke: Wir brauchen Mieterschutz auch im Gewerbe!)
Im Berliner Mietermagazin vom Mai 2023 wurde zu dieser Adresse berichtet:
Das Vorderhaus umschließt mit den Häusern Reichenberger Straße 140/141 und Lausitzer Straße 11-15 einen großen, gemeinsamen Hinterhof, ursprünglich eine klassische Mischnutzung mit Wohnungen vorne und Gewerbe in den Hinterhöfen. Nach dem Krieg wurden die Gebäude von der ehemals gemeinnützigen Aktiengesellschaft Gagfah errichtet, die ihre Bestände 2004 an den US-Investor Fortress verkaufte. Sie werden heute von der Blaczko Hausverwaltung bewirtschaftet. Der Hof blieb frei und bot den Wohnungen viel Sonnenlicht. 2015 wurde die Reichenberger 142 verkauft. Die Gewerbebetriebe wurden nach und nach durch überhöhte Mietforderungen vertrieben. 2016 musste auch das Kollektiv „werkstatt für metallbearbeitung drittwerk“ nach langen Scherereien mit dem Eigentümer raus. Sie wären gern geblieben. Es gab Pläne, dass sie das Gebäude selbst übernehmen. Schließlich wurde abgerissen. Solche Verdrängungs-Episoden hinterlassen Narben, die im Kiez nicht vergessen werden.
Das soll die neue Kreuzberger Mischung werden? Nachverdichtung ist womöglich keine so schlechte Idee, wenn wir verhindern wollen, dass die Stadt sich immer weiter ins Land frisst. Doch weshalb sollen dies Wohnungen sein, die anderen das Licht wegnehmen und die bis zu 2,5 Millionen kosten? https://www.hype-and-hide.de/
Sozial geht anders. Das muss immer neu ausgesprochen und bekämpft werden. Hört auf, das Wohl der Stadt bei Immobilienimperien zu suchen. Es gibt genug andere Wege der sozialen Stadtentwicklung.
Im späten Frühling 2023 haben wir berichten können, dass unser Bühnenhügel wieder hergestellt werden konnte. Viele Regenbogenfreund:innen haben uns unterstützt, Material und Arbeitszeit zu finanzieren.
Nun folgte aus eigener Kraft die Erneuerung der Bühne selbst. Baugruppe und Holzwerkstatt haben ihre Kräfte vereint, die alten Bretter entfernt und die Bühne größer und flotter neu aufgebaut.
Die Kinder der Kita haben den Platz für sich schon gleich wieder entdeckt, doch auch die erste Kulturveranstaltung hat bald stattgefunden.
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Doch nicht erst Elon Musk ist mit der kostbaren Ressource Wasser schlampig umgegangen. Wenn wir unter unseren Füßen graben, dann kommt uns die alte industrielle Geschichte des Bezirks entgegen. Konkret vor Ort heißt das: 1978 wurde die Chemische Fabrik Albert Carl hier am Ort geschlossen. Die chemischen Stoffe, durch die unser Gelände schon so lange belastet ist, sind sogenannte Chlorkohlenwasserstoffe (CKW). Diese Stoffe werden in der Regel als Lösemittel, zur Entfettung und in der chemischen Reinigung eingesetzt.
Die Bäume gedeihen so gut es in den trockenen Sommern möglich ist. Doch weiter unten im Erdreich wird deutlich: so schnell wird mensch das Gift nicht los. Hier wie dort, die Versprechen des technischen Wandels haben uns viele solcher Hypotheken auferlegt. Gewinne macht die jeweilige GmbH, den Dreck räumt die Gesellschaft weg, in unserem Fall der Berliner Senat.
Hier vor Ort wurde die Kontaminierung zum Glück nicht ignoriert. Doch die Maßnahmen zur Beseitigung des Schadens begleiten uns seit über 40 Jahren!
Für das Grundwasser besteht auch heute noch Alarm. Neue Maßnahmen wurden deshalb in diesem Frühjahr angepackt. Als Pächter des Grundstücks wird die Regenbogenfabrik über den Umwelt-Senat in die Diskussion der Maßnahmen einbezogen.
Ende April 2023 wurde eine neue Kampagne gestartet. Im Rahmen der Bekämpfung der Verseuchung des Grundwasser(becken)s unter der Regenbogenfabrik wurde die sogenannte „Infiltrationsgalerie“ zur Infiltration von Zucker (=Doping für die chlorliebenden Bakterien) in das Grundwasser auf dem Gelände des Chips und der Regenbogenfabrik erweitert. Es wurden also weitere Löcher gebohrt und zwar auf einer Linie von der Feuerwehrzufahrt bis zur Fahrradwerkstatt.
Mit der Bohrfirma hatte der zuständige Projektleiter von der „Beratenden Gesellschaft für Hydrogeologie und Umweltschutz“ abgesprochen, die Belastungen für die Regenbogenfabrik wegen der „sensiblen Nutzung“ möglichst gering zu halten. Es wurde daher keine Baustelle über die gesamte Länge angelegt, sondern für jedes Bohrloch kleinere Wanderbaustellen.
Insgesamt wurden dann 10 Löcher gebohrt, jede „Wanderbaustelle“ war dann jeweils etwa 4m x 7m groß. Hier das Gerät in Aktion, auf diesem Bild noch auf dem ebenfalls betroffenen Geländes des Chip.
Doch damit nicht genug: zur Bekämpfung der Verseuchung des Grundwasserbeckens unter der Regenbogenfabrik wurde zusätzlich eine Pumpe installiert, die das Grundwasserbecken in „Bewegung“ bringen soll, damit die Bakterien besser arbeiten können.
Diese Pumpe steht nun in einem kleinen schallisolierten Container zwischen Weg und Kinderspielpatz, da wo bisher ein kleiner Fahrradständer stand.
Der Zugang zum Grundwasser befindet sich auf dem Weg direkt vor dem vorgesehenen Standort der Pumpe. Eine Wasserleitung zur Pumpe liegt unter dem Boden, so dass der Weg nach Installation der Pumpe wieder frei ist. Die Pumpe soll 3-4 Monate arbeiten.
Natürlich habem wir uns Sorgen gemacht, wie laut so eine Pumpe ist, doch bislang scheint die Schalldämmung ausreichend zu sein.
Die Arbeiten werden vom Mo., 15.05. bis Mi., 17.05. ausgeführt.
Nun drücken wir den Bakterien die Daumen, dass sie die nächsten Monate noch besser als vorher mit den Chlorbiestern zurechtkommen.