Beginn: am 20. 11. 2021 um 19:00 Uhr Ende: am 20. 11. 2021 um 21:00 Uhr
Der Film „EINE S-BAHN FÜR ALLE“ von Tatort-Regisseur Klaus Gietinger stellt die aktuellen Kämpfe um die Berliner S-Bahn vor. Er richtet sich gegen die Zerschlagung und Privatisierung der Berliner S-Bahn und zeigt Wege aus der milliardenteuren Sackgasse. Mitarbeiter, Aktivist*innen von Bahn für Alle und EINE S-Bahn für ALLE und ein Rechtsanwalt kommen in der 25-minütigen Dokumentation zu Wort.
Es wird heute zur Filmvorführung mit anschließender Diskussion in das RegenbogenKino in Berlin-Kreuzberg eingeladen. Ihren Fragen stellen sich: Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen, angefragt), Tino Schopf (SPD, angefragt), Carsten Schatz (Die Linke, angefragt), RA Benno Reinhardt (angefragt), Jorinde Schulz (Aktionsbündnis EINE S-Bahn für ALLE) und Lars Keller (Bahnbeschäftigter, EVG-Mitglied).
Corona-Regeln: Die Veranstaltung findet als 2G-Veranstaltung statt, das heißt: Es ist am Einlass ein Geimpft- oder Genesenennachweis zusammen mit einem Ausweisdokument vorzulegen. Denken Sie bitte auch an Ihre FFP2-Maske. Sie wissen alle, dass die Corona-Lage derzeit angespannt ist. Wir bitten Sie daher, zusätzlich eigenverantwortlich zu Hause im Vorfeld einen Selbst-/Schnelltest durchzuführen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Im Bedarfsfall kann der Schnelltest auch vor Ort durchgeführt werden.
Anmeldung: Die Veranstalter:innen bitten um Anmeldung spätestens bis zum 19.11., 18 Uhr unter folgender Adresse: info@bahn-fuer-alle.de. Frühzeitige Anmeldung erleichtert ihnen die Arbeit. Die Plätze werden nach Reihenfolge der Anmeldung vergeben. Es erfolgt zeitnah eine Anmeldebestätigung.
So sind wir heute am Samstag einen Tag zu spät, doch der Welttoilettentag hatte am 19.11. Vortritt. Weil es ein festes Datum ist? Weil Lesen ohne Toilette möglich, aber manchmal langweilig ist?
Und warum ist der Vorlesetag spät im November? Könnte es daran liegen, dass das Wetter dann höchstwahrscheinlich schmuddelig ist und zuhause am Ofen mit schöner Tasse Kakao ein Buch einfach unwiderstehlich?
Angezettelt hatten alles die Wochenzeitung DIE ZEIT, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn. 2004 bewarben sie ihre Idee: Dabei soll jeder, der/die Spaß am Vorlesen hat, auch aktiv teilnehmen und somit einen Beitrag für eine lebendige (Vor-)Lesekultur leisten.
Also Bücher raus und mit dem Vorlesen beginnen. Euch allen einen tollen Vorlesetag. Egal ob in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. 🙂 Und! Jeder Tag kann Vorlesetag sein, ein beiderseitiger Genuss!
Und wem an einem Buch mangelt: Wir haben seit 2016 neben dem Leihräderschuppen eine Outdoor-Bibliothek!
2016 Outdoor Library – die Regeln
2016 Outdoor Library – gerade fertig
2019 Outdoor Library – etwas mitgenommen, aber noch voll funktionsfähig
2016 – die Outdoor Library, eine Aktion der bulgarisch-deutschen Woche
Entstanden im August 2016 in einer Kooperation mit Städtepartner Stettin. Der Verein ist auch für die Städtepartnerschaft des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg mit Oborishte in Bulgarien zuständig. In der Bulgarisch-Deutschen Woche war der Aufbau der Outdoor-Bibliothek ein großer Funfactor, unterstützt von unserer Kollegin aus der Holzwerkstatt.
Eine saubere Toilette ist für uns eine Selbstverständlichkeit, für andere ein unerreichbarer Luxus: Gut vier Milliarden Menschen haben keine Toilette. Auch mangelt es an Hygienemöglichkeiten. So drohen Durchfallerkrankungen, Hepatitis, Tuberkulose, Würmer – und der Tod.
Um auf das Problem der fehlenden Toiletten und der mangelnden sanitären Möglichkeiten aufmerksam zu machen, wurde zudem 2001 der „Welttoilettentag“ ins Leben gerufen. Jedes Jahr am 19. November soll die Weltbevölkerung an das Tabuthema „Toilette“ erinnert werden. Ziel der Organisatoren ist es, die Lage der Menschen ohne sanitäre Anlagen zu verbessern, so Jack Sim, Gründer der World Toilet Organization (WTO). Die weltweite Vereinigung hat mittlerweile auch einen deutschen Ableger: die German Toilet Organization (GTO) in Berlin.
Soweit dazu ganz allgemein.
Nun ein paar Gedanken von mir:
2010 beschloss die UN das Menschenrecht auf Wasser und sanitäreGrundversorgung.
Bei uns zulande haben die Menschen, die ein Zuhause haben, zu Hause auch eine Toilette.
Aber mal ganz simpel: Ich bin in der Stadt unterwegs, egal ob Erledigungen machen oder einen Ausflug – und muss zur Toilette. Was nun? Vielleicht gibt’s ja in der Nähe eine Wall-Toilette*, aber: dafür muss ich ein 50-Cent Stück passend haben. Menschenrecht gegen Geld?? Auch, wenn ich das Geld ja vielleicht in der Tasche habe, wie ist es mit Wohnungslosen, Menschen auf der Straße??
Und auch für Tourist:innen sind Toiletten, die auffindbar sind, unerlässlich.
2018 beschloss Berlin, sich zu verpflichten, die Prinzipien der Blue Community in unserer Stadt umzusetzen.
Dort steht in Punkt 1: Anerkennung des Menschenrechts auf Wasser und sanitäre Grundversorgung.
Aus meiner Sicht bedeutet das, die Toiletten kostenlos zur Verfügung zu stellen und es nicht an ein Wirtschaftsunternehmen wie Wall* zu vergeben. Zahlen wir nicht Steuern für die Grundversorgung??
Es gibt sogar schon an einigen wenigen Stellen in der Stadt die Eco-Toiletten (http://www.ecotoiletten.de) zur kostenlosen Nutzung, die ohne Wasser betrieben werden und mit Solarstrom versorgt sind. Die, die ich aufgesucht habe, waren auch immer recht sauber (was ich von den Wall-Toiletten nicht unbedingt sagen kann!)
Warum finden solche positiven Beispiele nicht mehr Anklang für die Umsetzung?
Wo sind die „Bestimmer“, die Entscheidungsträger?? Das ist ganz klar eine politische Entscheidung; dafür trägt die Berliner Politik die Verantwortung, das nicht kommerziell zu vergeben, sondern selbst in die Hand zu nehmen.
Dort ist aufgelistet, an welchen Stellen in der Stadt (Sparkasse, Gaststätten, Geschäfte…) die Benutzung einer Toilette angeboten wird.
Kenntlich sind diese Orte durch einen entsprechenden Aufkleber im Schaufenster:
So ein Modell wäre doch eine gute Idee für Berlin – die Verwaltung müsste nur jemanden in eine gewissen Zeit für das Organisieren solch eines Modells freistellen – und die Stadt müsste dann selbst keinen Euro für die Nutzbarmachung all dieser schon vorhandenen Toiletten bezahlen!!
So funktioniert ja auch „refill“, wo durch Aufkleber Orte zum Auffüllen von Wasserflaschen angezeigt werden.
Zuerst habe ich sein Buch gelesen, ‚Madonnas letzter Traum‘. Eine ziemlich verwickelte Geschichte, die auf einen klassischen türkischen Roman zurückgreift und den Faden ins Heute weiterspinnt. Der dramatische Höhepunkt liegt im Untergang eines mit hunderten jüdischen Flüchtlingen besetzten Schiffes, den eine Person überlebte.
Dann bin ich Doğan Akhanlı begegnet. Christine von der Regenbogenfabrik hatte mich gefragt, ob ich mich an einer Veranstaltung zur Vorstellung seines neuen Buch beteiligen wolle. Die Idee nahm bald Formen an. Doğan, der Übersetzer und Schauspieler Recai Hallac und ich würden aus dem Buch lesen und Patrick Reerink den Abend mit dem Cello begleiten. Im Anschluss sollte es ein Gespräch mit dem Publikum geben. Doğan ist ein Mensch, war ein Mensch – kaum hatte man sich die Hand zum Gruß gegeben, ein paar Worte gewechselt, schon schien man vertraut. Er strahlte pure Wärme und Freundlichkeit aus. Seine direkte, persönliche Art, sein Humor – ich fühlte mich sofort wohl in seiner Gegenwart.
Der Abend war unglaublich atmosphärisch dicht und emotional. Die Lesung aus dem Buch – sein spielerisch leichter Stil durch die Jahrzehnte zu führen, seine Nüchternheit von einer Katastrophe zu berichten – es war ein Auf und Ab der Gefühle. Eine tiefe Betroffenheit, die aus der Verbindung einer lebendig gewordenen Vergangenheit mit heutigen Tragödien entstand. Die Ägäis und ein Schiff voller Flüchtlinge, Menschen, denen Hilfe und Rettung verweigert wird. Damals und heute. Gibt es denn keine Hoffnung? Doğan hat sich mit so vielen schweren Themen beschäftigt. Dem Genozid an den Armeniern, an den Juden. Er war Realist, kein Träumer. Oder ein realistischer Träumer vielleicht. Ja, es gibt vielleicht wirklich keine Hoffnung. Das ist aber kein Grund den Humor zu verlieren. Und nicht den Mut! Nicht mit ihm. Er versprühte Energie, die ansteckende Kraft eines ‚Trotz alledem!‘.
Wir verabschiedeten uns nach einem langen, aufreibenden, beflügelnden Abend. Ich war davon überzeugt, dass ich ihm irgendwann, bei irgendeiner Gelegenheit, wieder begegnen würde. Das stand für mich ganz außer Frage. Ich habe mich schon darauf gefreut. Nun bleibt die Erinnerung. Sie ist so viel wert.
Katja Zanger
Hier möchte ich noch erinnern, mit welchen Veranstaltungen Doğan in der Regenbogenfabrik unser Kulturleben bereichtert hat. Schritt für Schritt konnte ich entdecken und darüber bin ich in aller Trauer froh.