Auf der Brandmauer im Hof ist ein monumentales Landschaftsgemälde vom Ende des 19. Jahrhunderts zu sehen. Das Bild stellt Szenen aus der Oper „Don Giovanni“ dar. Es handelt sich um eines der wenigen erhaltenen Exemplare seiner Art in Berlin. Nach seiner Restaurierung als Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erhielt die Eigentümergemeinschaft 2018 die Berliner Ferdinand-von-Quast-Medaille als Anerkennung für ihr Engagement im Denkmalschutz.
Weil wir das eigene Denkmal feiern, gibt es keinen Besuch und deshalb auch keinen Bericht aus eigener Anschauung. Doch sei auch hier auf weitere Informationen aus dem Internet verwiesen:
Das ist vielleicht nicht so bekannt: Theodor Fontane, den viele von seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ kennen (so auch zu lesen in jeder dritten Speisekarte rund um Berlin), war nicht immer im schreibenden Gewerbe. Sein erster Beruf war Apotheker – und das ist wiederum nicht so überraschend, stammte er doch aus einer Apotheke in Neuruppin. Seinen Beruf übte Fontane unter anderem am ehemaligen Diakonissenkrankenhaus Bethanien am Mariannenplatz aus.
Es ist die einzige der Apotheken, in der Fontane Arzneien mischte, die heute noch steht. Denn das 1847 fertiggestellte Bethanien hat in dieser im Zweiten Weltkrieg wenig zerstörten Gegend Kreuzbergs bis heute überdauert.
Und kann deshalb auch immer wieder im Rahmen des Tags des offenen Denkmals besichtigt werden.
Hättet ihrs gewusst? Noch in den 80er Jahren lernten Kreuzberger Kinder diese Lokalität kennen, wenn sie sich die Läuse eingefangen hatten. Da hatte sicher keineR geahnt, dass die Gebäude schon einhundert Jahre alt waren.
In der Ohlauer Straße 39/41 steht nämlich Deutschlands älteste Desinfektionsanstalt. Damals war das hochinnovativ. Konkreten Anlass zum Bau der Desinfektionsanstalt gab die damals vor in vielen Teilen Europas grassierende Cholera.
„Die städtische Anstalt in der Ohlauer Straße hatte die Aufgabe, mit Erregern verseuchte „Effekten“, das sind kleinteilige Dinge wie Bekleidung und Hausrat, zu desinfizieren, wozu man heiße Dampfluft verwendete. Nach Inbetriebnahme der Desinfektionsanstalt begannen die Angestellten umgehend mit der Entseuchung des gesamten Stadtgebiets. Verseuchte Gegenstände wurden von den Anstaltsmitarbeitern mit speziellen Wagen abgeholt und nach Behandlung auch wieder zurückbefördert. Seit 1890 nahm man jedoch auch vor Ort ganze Wohnungsdesinfektionen vor. Die Anlage wurde fortwährend baulich verändert und erweitert. 1925 richtete man eine Gaskammer zur Ungeziefervernichtung ein; 1961 folgte der Einbau einer Entlausungsanlage. 1987 musste die Desinfektionsanstalt geschlossen werden.“
Und last but not least möchte ich euch ein Video von einer Führung mit Martin Düspohl ans Herz legen:
Das Gebäude wurde sehr schön wieder hergerichtet, den eigentlichen Zweck kann mensch nun nicht mehr sofort erkennen. Neue Nutzungen, zum Teil zusammen mit der dahinter liegenden Schule und durch das lebendige Theater Metropolis bringen auch heute viele Menschen in diese Mauern.
chz Fotos: Maja Schuler, Martin Cames, Christine Ziegler
Unser RegenbogenCafé hat seit den 80er Jahren viele Entwicklungen durchgemacht. Mitten in der Coronazeit haben wir es nochmal neu erfunden. Nun teilen sich verschiedene Gruppen und Kollektive die Verantwortung. Selbstorganisiert und in Absprache mit der Regenbogenfabrik verwalten sie die Räumlichkeiten des Cafés. So wird ein Café für die Nachbarschaft ermöglicht und ein Raum für Initiativen, Künstler:innen und einfache Zusammenkünfte offengehalten. Ausstellungen, Spieleabend, Raum ist für Vieles da.
Eine Initiative soll hier vorgestellt werden, die sich jeden ersten Mittwoch im Monat von 18:00 – 20:00 Uhr trifft:
Häkelhektar | Häkeln fürs Klima | Häkel-, Strick- & Orgatreffen
Häkelhektar ist ein gemeinnütziger Verein. Sie sammeln Wollspenden, aus denen sie Produkte herstellen, die sie auf Spendenbasis bei Märkten verkaufen. Vom Erlös pachten sie direkt schützenswerte Flächen / „Hektare“ wie z.B. Wald- und Moorflächen.
Ihr könnt sie also einmal im Monat im Café der Regenbogenfabrik treffen, um mit ihnengemeinsam zu stricken und häkeln. Neben Orgaplanungen geht es bei den Treffs auch einfach um ein schönes Zusammensitzen und den Spaß am Handarbeiten. Ihr könnt auch eigene Produkte mitbringen.
Neue Leute sind immer willkommen, Wollspenden oder auch Ideen für Märkte bitte immer gerne mitbringen. Infos findet ihr auf ihrer Website: https://www.haekelhektar.de
Wie bei vielen Veranstaltungen der Regenbogenfabrik wird Eintritt auf Spendenbasis gewünscht.