Fête de la Musique 2020 – der erste Livestream von der Regenbogenfabrik

Seit 2017 haben wir wieder nach Jahren der Pause bei der Fête de la Musique mitgemacht und auch 2020 hatten wir uns bereits im Frühjahr auf ein schönes Fest mit Kinder- und „Erwachsenen“programm gefreut. Aber ihr wisst ja, was dann kam.

Die Fête sollte also 2020 nur Online stattfinden und da es auch uns nach Kultur dürstete, entschlossen wir uns Ende Mai zum ersten Livestream in der (damals) 39-jährigen Geschichte der Regenbogenfabrik. Dies war auch die erste Kulturveranstaltung seit dem 15.03.2020, dem Tag an dem die Pandemie-bedingten Einschränkungen in Kraft traten.

Natürlich mit einem sehr reduziertem Programm: Wir konnten den Kinderliedermacher Rainer Herzog und die Kapelle B „gewinnen“. Auch für diese war es der erste Livestream in ihrer Karriere.

Da wir keine Erfahrung und auch keine Technik für so ein Format hatten, brauchten wir Unterstützung und auch finanzielle Mittel. Und das alles mit sehr wenig Vorlaufzeit.

Technische Unterstützung bekamen wir von Armin Müller von Müller Filmt – Creative Video & Media Design und Mara von leftvision – nochmals vielen Dank!

Wir hatten natürlich auf finanzielle Unterstützung von den Fête-Organisator*innen, die über den Senat 20 Projekte bei der technischen Umsetzung fördern konnten, gehofft. Aber obwohl wir einer der wenigen beteiligten Ausrichter mit Kinderprogramm waren, wurden wir bei der Förderung nicht berücksichtigt. Zum Glück bekamen wir aber aus unserem Netzwerk ausreichend finanzielle Unterstützung, so dass wir das „Projekt“ stemmen konnten.

Neben den vielen technischen Fragen und Anforderungen musste auch noch ein Hygienekonzept entwickelt und umgesetzt werden – also Neuland auf vielen Gebieten. Die Tage vor dem 21.06. waren geprägt von vielen Unsicherheiten und großer Nervosität.

Fast pünktlich starteten wir das Programm vor gerade mal ein Dutzend Zuschauer*innen, haupsächlich Nachbar*innen und Regenbogler*innen, da wir die Veranstaltung nur als onlinestream öffentlich angekündigt hatten.

Als wir selbst live im Internet die Bilder aus der Regenbogenfabrik sehen konnten, war alle Anspannung weg und wir erfreuten uns an der Musik bei schönem Wetter.

Andy

Hier der Link zu einem Zusammenschnitt von der „Fête de la Musique 2020“ auf der Regenbogenfabrik:

Künstler*innen des Tages – Blechblase Berlin

Wie heißt ihr und wie viele seid ihr?

Wir nennen uns Blechblase Berlin und sind elf Musikerinnen und Musiker – mal mehr, mal weniger.

Wie beschreibt ihr, was ihr macht?

Wir mögen Musik, die funky ist und suchen uns Stücke, die mit knackigen Bläsersätzen und besonderen Grooves überraschen. Funk mit fetten Brass-Sounds gibt es ja mit ganz unterschiedlichen Einflüssen. Unser Programm setzt ganz bewusst auf diesen Stil, darauf haben wir uns schon früh festgelegt. Wir spielen meistens unplugged und sind deshalb sehr flexibel einsetzbar. Wir nehmen also Trompeten, Saxophone, die Posaune und das Sousaphon aus den Instrumentenkoffern, bauen Schlagzeug und Percussion auf und stürzen uns direkt hinein ins Geschehen!

Seit wann seid ihr zusammen und wann wart ihr das erste Mal in der Regenbogenfabrik?

Wir haben 2014 angefangen, zusammen zu proben. Unser erster Auftritt in der Regenbogenfabrik war dann schon 2015.

Spielt ihr lieber drinnen oder draußen?

Beides hat seinen Charme. Wir mögen beides, wenn das Publikum nett ist.

Was erwartet ihr von eurem Publikum? Singen, klatschen, tanzen?

Ja, genau das!

Wie habt ihr die Corona-Zeit erlebt?

Da wir ja viele Aerosole ausstoßen, ist Proben im Keller leider schon lange nicht möglich. Wir sind letztes Jahr auf das Tempelhofer Feld ausgewichen, solange es die Temperaturen und Verordnungen zuließen. Im Sommer 2020 konnten wir zum Glück einige Auftritte im Freien spielen, auf Hof- und Straßenfesten und in einem Biergarten. Im Dezember haben wir dann für Seniorenheime gespielt. Dort Freude zu machen hat uns selbst auch viel Energie gegeben.

Was wünscht ihr euch und uns für die Zukunft?

Wir wünschen euch weiterhin viel Kraft und gutes Gelingen für eure Arbeit für Kultur und Kiez. Das ist so wichtig für Berlin! Und uns wünschen wir, dass wir wieder eingeladen werden und bei euch Musik machen dürfen.

Seid ihr auch in anderen Formationen unterwegs, die vielleicht auch hierher passen?

Berlin hat eine bunte Brassband-Szene und natürlich gibt es da auch immer einen personellen Austausch. Ihr habt ja auch immer wieder lustige und laute Leute bei euch zu Gast, wie euer Programm zeigt – da sind oft Bekannte von uns dabei. Wir bringen auch gerne befreundete Formationen mit, wie z.B. bei unserem letzten Auftritt bei euch die Trommler*innen von Baque Forte.

Einige von uns haben früher in der „legendären“ Brassband IG Blech gespielt. Aus den Erzählungen der Gründer*innen wissen wir, dass diese Formation schon ganz früh mit der Regenbogenfabrik verbunden war. Sie nutzten einen Keller als Proberaum und haben jahrzehntelang auch auf euren Festen gespielt. Später waren wir Jüngeren da auch dabei und können also sagen, dass wir diese Tradition gerne mit unserer eigenen Musik fortführen.

Mehr zur Blechblase Berlin:

– Web: https://www.blechblase.de/de/ueber-uns/

– Instagram: https://www.instagram.com/blechblase.berlin/

– YouTube: https://m.youtube.com/channel/UCW5J8y7vQXwoGU8kRk43KoQ

– Facebook: https://m.facebook.com/blechblase.berlin/





% Musik

Kino, Konzerte, Geburtstage

2006 führten meine Wege ins RegenbogenKino – und eine langjährige Mitarbeit begann.

Neben der eigentlichen Arbeit rund um den Kinobetrieb kam eine schöne neue Idee auf: die Erweiterung des Films bzw. der Kinoleinwand durch Live-Musik im Saal. Mit einer Reihung mit immer neuen Film/Musik-Kombinationen unter dem Titel „Der neue Ton zum Film“ belebten wir das Kino über viele Jahre. Beispielsweise ließen wir 2 Alpenhörner zu einem Film über holländischen Deichbau tröten – und jene Hörner klangen nicht wie grollende Echos im Gebirge, sondern wie Nebelhörner an der Küste.

So entstand nach und nach auch ein kleiner Konzertbetrieb in unserem Kino, die PA wuchs an und so trauten wir es uns 2015 zu, den 10 jährigen Geburtstag des Club 49 auszutragen. Als aber aus den anfänglich geplanten 4 Bands nach und nach 14 Bands wurden (der Club wird gerne von Musikern besucht – und sie alle wollten spielen) beschlich uns doch Panik; aber anstatt einfach nach Neuseeland auszuwandern, rekrutierten wir zusätzlich eine Crew, die sich nur dem Wohl der Musiker und dem Ablauf widmen sollte; insbesondere alle Bands rechtzeitig auf und von der zu Bühne schubsen.

Die Bandliste war ruhmreich:
Die West-Berliner Legende Mekanik Destrüktiw Komandöh, Man Behind Tree, James Hobrecht Mafia, Erfolg, Acht Strassen, Artists On Horses, Thimo Sander, Graf Tati und Cecile, Jasmin, Dualesque und weitere.
Der Abend verlief großartig, wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus wie freudig und professionell alle die Bühne ein- und das Publikum mitnahmen. Einzig Star-Cartoonist Rattelschneck hatte etwas auszusetzen, aber das ging im allgemeinen Lärm unter. Apropos: hier noch einen sehr späten Dank an die Anwohner*innen, denn trotz des Zeitplans ging der Abend bis weit in die Nacht bzw. bis zum Morgen und niemand schickte uns die Polizei ins Haus.

Micha

Geburtstagskind des Tages – Citrone

Citrone, aber mit C. Das ist wichtig. Bewohnerin des Seitenflügels, der wichtigen Seitenenklave der Regenbogenfabrik. Eigentlich haben wir uns wie so oft vorgenommen zu fragen, warum „Citrone“ (und warum unbedingt mit C)? Das hinter dem Citrone noch ein Müller kommt, wissen wir jetzt immerhin, der Rest bleibt einfach gelebtes Zusammensein, ohne alles zu hinterfragen. Aber Hinterfragen ist in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort: „Wo kommst Du eigentlich her, Citrone?“
Sie antwortet „Glauchau“, wir verstehen „Klaurau“ und schauen beim Buchstabieren fragend vom Papier auf. „Wie, mit G? und mit ch?“ Polyglott sind wir hier. Glauchau ist in Sachsen, da braucht es manchmal fast einen Dolmetscher im Gespräch. Aber wir haben ja Zeit und zum Glück immer Geduld miteinander. Da fällt auch der sprachliche Groschen irgendwann. Und gemeinsames Lachen ist ohnehin quasi Esperanto.

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchen Bereich?

Seit 2005 wohne ich im Seitenflügel. Gefühlt bin ich aber schon viel länger hier, weil ich schon Jahre davor immer im alten Café war.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Unser Freizeit-Hofbräuhaus im Sommergarten vor dem Seitenflügel.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Ein Dorf, so grün und ruhig wie auf dem Land.

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Lachs mit Reis.

5. Was wünscht Du der Fabrik zum Geburtstag?

Dass alles wie vor Corona wird und das Leben besser weitergeht. Probleme gibt es überall, aber ich wünsche der Fabrik Freundschaft, Zusammenhalt und Freude.