1. Mai 1987

In den deutschen Single-Charts stand am 1. Mai 1987 der Song „You’re the Voice” des australischen Sängers John Farnham an der Spitze auf Nummer 1, in dem er u.a. singt:

We have the chance to turn the pages over
We can write what we want to write
We gotta make ends meet, before we get much older

You’re the voice, try and understand it
Make the noise and make it clear, oh, woah
We’re not gonna sit in silence
We’re not gonna live with fear, oh, woah

Übersetzung:

Wir haben die Chance, neue Seiten aufzuschlagen
Wir können schreiben, was wir schreiben wollen
Wir müssen das Ende erleben, bevor wir älter werden

Ihr seid die Stimme, versucht’s doch zu versteh’n
Macht Lärm und macht es klar
Wir werden hier nicht still sitzen
Wir werden nicht in Angst leben

(Übrigens wurde Song u.a. von Coldplay zusammen mit John Farnham gecovert:

Es ist nicht anzunehmen, dass die Kreuzberger*innen diesen Text -außerdem war es ja englischsprachig- im Kopf hatten, als sie es an diesem Tag „knallen“ ließen, aber irgendwie passte es schon.

Damals und heute haben die Ereignisse vom 1. Mai 1987 verschiedene Namen: „Kreuzberger Krawalle“, „Randale“, „schwere Unruhen“, „Der Erste Mai in Kreuzberg“ oder „Es war der erste echte Riot, den Berlin erlebte“,

Aber der Reihe nach.

Wie war die Situation vor/am dem 1. Mai 1987

Mieten

Die offizielle Aufhebung der Mietpreisbindung für Altbauwohnungen in Berlin (West) rückte näher und der Widerstand dagegen formierte sich. (Leider erfolglos: Am 01.01.1988 trat die Aufhebung dieser Mietpreisbindung in Kraft, ein weiterer Schritt zu einer Gentrifizierung in Kreuzberg – auch wenn das Wort noch nicht bekannt und benutzt wurde).

750-Jahr-Feier

Berlin wurde 1237 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zum 750jährigem wollten die  Regierenden und die Volksvertreter*innen richtig „klotzen“ und viel Geld ausgeben. Bei Teilen der Bevölkerung Kreuzbergs, dem „ärmsten“ aber auch „widerständigsten“ Bezirk West-Berlins, ist dies nicht „gut angekommen“.

Volkszählungsboykott

Die Volksvertreter*innen der Bundesrepublik waren 1987 nicht gewillt, auf die Volkszählung trotz erheblichen Widerstands zu verzichten.

1983 scheiterte war die Volkszählung. Es ist eine wirklich sehr große und breite Volkszählungsboykott-Bewegung entstanden.  Kurz vor dem Stichtag stoppte das Bundesverfassungsgericht auf Klage von Hamburger Anwältinnen den Zensus und verkündete im Dezember 1983 dann das berühmte Volkszählungsurteil. Darin wurde der Datenschutz erstmals als Grundrecht anerkannt. Der Bürger habe ein Recht auf „informationelle Selbstbestimmung“,

1987 wurde mit allen Mitteln gegen den Volkszählungsboykott vorgegangen und das hieß in Berlin unter Innensenator Kewenig auch, die Kriminalisierung der Gegner_innen und den Einsatz von Verfassungsschützern inklusive Hausdurchsuchungen. So wurde der Mehringhof, in dem das Büro der Initiative zum Volkszählungsboykott untergebracht war, zum „terroristischen Umfeld“ erklärt und war damit vogelfrei. Dies, obwohl die Verweigerung der Teilnahme an der Volkszählung nur eine Ordnungswidrigkeit – so staatsgefährdend wie falsches Parken oder zu schnelles Fahren – darstellte.

In der Nacht zum 1. Mai 1987 um 4:45 Uhr brach die Polizei in den Mehringhof ein und durchsuchte die Büros der Boykott-Initiative und des Netzwerk Selbsthilfe e.V.

(1987 brach die Boykottbewegung nach Androhung von Zwangsmitteln (Bußgeldern) zusammen. Viele füllten aber die Volkszählungsbögen falsch aus.)

1. Mai-Demonstration des DGB

Vormittags bzw. mittags war es bereits zu Polizeiangriffen bzw. -übergriffen gegen den „Betroffenenblock“ bzw. „Revolutionären Block“ (früher „SchwarzRote Block“) gekommen. Die Teilnehmer*innen, eine Vielzahl aus Kreuzberg, sind danach zum Straßenfest auf dem Lausitzer Platz gezogen.

„Schönes“ Wetter und langes Wochenende

Der 1. Mai 87 fiel auf einen Freitag und mensch freute sich auf ein langes Wochenende, außerdem war es der erste richtig warme Tag des Jahres. Alle waren also eigentlich in guter Stimmung.

Die „Ausschreitungen“

Das traditionelle Straßenfest auf dem Lausitzer Platz verlief zunächst friedlich, allerdings war die Stimmung innerhalb der linken Szene auf Grund der Durchsuchung des VoBo-Büros und der Polizeiangriffe gegen den „Betroffenenblock“ gereizt.

Gegen 16 Uhr stand ein VW-Bulli der Polizei vor einer Kneipe Lausitzer Platz/Skalitzerstr., die Beamten sind gemeinsam auf Klo (?) gegangen. Und es kam angsichts dieser „Provokation“, wie es kommen musste: Der Streifenwagen wurde von Autonomen umgeworfen – dies war immer schon eine leichte „Übung“. Außerdem wurden von einigen „nachvollziehbar auf Krawall gebürsteten“ Männern Bauwagen auf die Straße geschoben.

Die Polizei, die „vorsorglich“ schon ein Großaufgebot bereitstehen hatte, ging massiv gegen die „Störer*innen“ vor – Deeskalation gab es im polizeilichen Sprachgebrauch noch nicht. Schon vorher mussten wir im Kiez die Erfahrung machen, dass die Polizei nicht groß „differenzierte“ und so wurde das noch laufende Straßenfest von dieser mit Schlagstock- und Tränengaseinsatz in die Auseinandersetzung mit einbezogen bzw. aufgelöst.

Und jetzt passierte, was niemand geahnt oder geplant hatte: Nicht nur die Autonomen nahmen den „Kampf“ auf, sondern die unterschiedlichsten Menschen. Ich kenne einige, die sagen „Ich habe nur einmal in meinem Leben Steine geschmissen, am 1.Mai 1987“

Darauf war die Polizei nicht vorbereitet und musste sich zurückziehen. Die Kämpfe zogen in die Skalitzer Str. vom Kotti bis Görlitzer Bahnhof und in die Oranienstraße vom Oranienplatz bis Görli. Diese Gebiete waren über Stunden „Bullenfrei“ und bestimmt von teilweise brennenden Barrikaden. Immer mehr Leute – Schaulustige und Kämpfer*innen“ – kamen in den Kiez, obwohl der BVG-Verkehr nach SO 36 eingestellt und von der Polizei weiträumige Straßensperren errichtet worden waren. Läden wurden geplündert und die Waren auf der Straße verteilt. Ältere Kreuzberger*innen beteiligten sich zwar nicht an den Kämpfen, nahmen aber die „Waren“ gerne in Empfang, wie auch ein Gemeindepfarrer später berichtete.

Einige (auch linke) Anwohner*innen schützten kleinere Läden und auch eine Apotheke vor Plünderungen, dennoch wurden nicht nur Supermärkte geplündert. Bolle am Görlitzer Bahnhof brannte ab, er war übrigens vorher vollkommen geplündert worden.

Der Autor dieser Zeilen, der kein Problem damit hat zuzugeben, auch „aktiv“ gewesen zu sein, möchte jetzt nicht weiter auf konkrete Situationen in diesen Stunden eingehen, sondern Bilanz ziehen:

Siebzehneinhalb Stunden dauerte es, bevor die Polizei die Lage wieder im Griff hatte. Laut einer Dokumentation der Sicherheitskräfte wurden 196 Beamte verletzt, außerdem vier Feuerwehrleute. 53 Personen wurden festgenommen. Über Verletzte auf Seiten des „polizeilichen Gegenübers“ gibt es keine Zahlen (?). 34 Geschäfte sind geplündert worden.

Wie oben schon erwähnt waren es nicht nur die Autonomen, die zu Steinen gegriffen, Barrikaden erbaut und geplündert hatten, sondern auch sehr viel Leute aus dem Kiez, denen mensch nicht eine „politische Motivation zur Gewaltausübung“ unterstellen kann. Sicher hat auch der Alkoholkonsum und die ansteckende Wirkung eines endlich mal durchbrochenen Ohnmachtsgefühls gegen die Staatsgewalt seine Bedeutung. Aber vor allem hat die Ereignisse an diesem Tag die Polizeiführung einschließlich des Innensenators Kewenig zu verantworten!

Hier ein Videobeitrag von Peter Wensierski/Ulrike Michels vom 12.05.1987 (ca. 10 Min.)

Und danach – mehr als nur Mythos!

Der 1. Mai 1987 wäre vielleicht nur eine Anekdote in der Geschichte eines Kiezes, wenn die Riots nichts „Bleibendes“ gelassen hätten und dies auf verschiedenen Ebenen.

Ich fange mal mit der Staatsgewalt an: Die Regierenden waren da ganz schnell und haben die Kreuzberger*innen – wobei wohl eher die Leute aus Kreuzberg 36 gemeint waren – zu „Anti-Berlinern“ erklärt. Weil diese ja das schöne Bild, was Berlin der Welt zur 750-Jahr-Feier liefern wollte, gestört hatten. (Über den Riot hat ja weltweit die Presse infomiert.) Kurzerhand wurden alle 750-Jahr-Feiern in Kreuzberg abgesagt.

Okay, wir haben dann im September 1987 ein eigenes Straßenfest auf dem Oranienplatz veranstaltet, bei dem die wichtigste Auflage war, den Platz „besenrein“ wieder zu verlassen. Bei diesem Straßenfest wurde nebenbei ohne viel Lärm und unbemerkt von der Polizei der Supermarkt am O-Platz leergeräumt und die „Waren“ an Festteilnehmer*innen verteilt – „Proletarischer Einkauf ist auch nach Ladenschluss möglich“ hat als Parole weitergelebt.

Im Juni 1987 war der US-Präsident R. Reagan zu Besuch in der Stadt. Am Tag vor seinem Besuch ist es bei einer Großdemonstration gegen die US-Politik zu Ausschreitungen gekommen, die zu stundenlangen Katz- und Mausspielen mit der Polizei in der Oranienstraße endeten. Am Tag des Besuchs wurde dann vom Innensenator Kreuzberg 36 für Stunden abgesperrt. Busse und U-Bahn fuhren nicht mehr aus und nach „36“, die Brücken und Straßen in den Kiez wurden blockiert. Die Kreuzberg*innen konnten ihren Kiez nicht verlassen. Und dies wurde propagandistisch mit Hinweisen auf die Ereignisse am 1. Mai begründet.

Siehe dazu: Gründung des „Büros für ungewöhnliche Maßnahmen“

Für die linksradikale Szene in Kreuzberg bedeute der 1. Mai 1987 sowas wie einen Neueinstieg. Nach der Hausbesetzer*innenbewegung, die mit der Räumung des letzten Hauses Ende 1984 endete, war erst mal relative Ruhe eingetreten. Diese war nun vorbei: Der Kampf gegen die Gentrifizierung – damals hieß es „Yuppisierung“ – wurde aufgenommen.

Ein Beispiel dafür ist die Kübel-Aktion gegen das Schikki-Mikki-Restauant „Maxwell“ in der Oranienstraße, bei der ein Eimer mit Scheiße mitten im Laden ausgekippt wurde. („Maxwell“ verzog sich danach aus dem Kiez.)

Auch wurden in den Jahren 1987 und 1988 wieder etliche Hausbesetzungen durchgeführt, aber meist ohne langanhaltenden Erfolg, da meist schnell durch die Polizei geräumt wurde. So u.a. mehrmals das Haus Reichenberger Str. 63a, das schon von 1981 bis 1984 besetzt war und im Oktober 1984 als letztes besetztes Haus geräumt wurde. (Die letztendlich erfolgreiche Besetzung  dieses Hauses fand 1990 statt.)

1. Mai-Demonstration

Seit 1988 fand am 1. Mai die autonome „Revolutionäre Demonstration“ in Kreuzberg statt. Auf Grund der auch für die radikale Linke überraschend massenhaften Teilnahme von verschiedenen Bevölkerungsteilen, einschließlich von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, an den „Kämpfen am 1.Mai 1987 wurde das Konzept einer eigenen Demonstration entwickelt.

Die erste Demo dieser Art hatte neben dem allgemeinen Aufruf „Kampf dem Kapitalismus und Patriachat“ vor allem die Lebenssituation der Berliner, aber vor allem Kreuzberger Bevölkerung zum Thema. Unter der Parole „Bezahlt wird nicht“ wurde zu Mietstreik, Schwarzfahren, Volxstrom und Kaufhausklau“ aufgerufen.

Diese Demonstration wurde im Laufe der Jahre immer größer und auch internationaler. 1992 war sie mit über 20.000 Teilnehmer*innen sogar erheblich größer als die traditionelle DGB-Demo.

Für einige Teilnehmer*innen war es aber immer ein Versuch, die Ereignisse von 1987 zu wiederholen, d.h. Im Anschluss der Demo kam es immer wieder zu Randale. Dies hat dafür gesorgt, dass am 1. Mai die ganze Bundesrepublik „nach Kreuzberg geschaut“ hat, über Jahre war der erste Beitrag u.a. in den Tagesthemen immer ein Bericht über die Situation in Kreuzberg.

Die Geschichte „Der ersten Mai-Demonstrationen“ sprengt den Rahmen dieses schon sehr (zu?) langen Blogbetrags, daher endet er hier.

Weitere Informationen und auch einige Fotos findet ihr hier: Umbruch-Bildarchiv

Letzte Anmerkung:

1988 trafen sich Weltbank und Internationaler Währungsfonds in Berlin. Bis dahin fanden diese Treffen, bei denen die „Ausbeutung der Welt“ von Bänkern, Politker*innen und Investoren „geregelt“ wurden, ohne nennenswerten Protest statt. Von den Autonomen wurde aber gegen dieses Megatreffen 1988 erstmalig mobilisiert, ich würde sagen: Ziemlich erfolgreich!

Danach wurden gegen jeden „Gipfel von Politik und Kapital“ massenhaft mobilisiert und demonstriert.

Diesen „neue Form“ des Protestes gegen „Gipfel“ – wenn auch schon seit 1985 „vorbereitet“ – hatte sicher auch seinen Ursprung in den nach dem 1. Mai 1987 geführten Diskussionen und Erfahrungen.

Siehe dazu: Proteste gegen die Jahrestagung von IWF und Weltbank

Geburtstagskind des Tages – Micha

Micha, Michael, Kino-Micha…wie so viele im Kollektiv ein Mann mit vielen Namen. Seine einstige Wirkungsstätte, das Kino, liegt noch immer im Corona-Schlaf, aber nicht so Micha. Von Lock-Down zu Lock-Down nutzt er die Draußen-Auszeit vom Home-Office im Hof. Schippt Schnee, kehrt Laub und liest Zeitung- mit dem Stuhl immer der Sonne hinterher im frisch selbstgefegten Hof. Wohlgemerkt alles zur Entspannung und zum Kopf frei kriegen.

1.Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Ich bin 2009 zur Kinogruppe gekommen, habe mit Kollegen bis 2019 das Kinoprogramm mitgestaltet und häufig Filme vorgeführt.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Der schööne Hof.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Das ruhige Auge.

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Die Kantine nutze ich leider kaum…

5. Was wünscht Du der Fabrik zum Geburtstag?

Viele Freunde, die die Fabrik zusammen mit bunten Belegschaft am Leben und lebendig halten!!

2007 Ausbau des Kinosaals

Der erste Schritt war am 30. April der Abschied der Kinogruppe vom Publikum. Dann aber die Möbel eingelagert jenseits der Spree, da wussten wir noch nicht, wie lange sie dort verbleiben würden.

2008 schrieb die Kinogruppe: nun müsst Ihr schon so lange auf uns verzichten. Aber, uns gibt es noch und es wird im Kinoraum und auf der RegenbogenFabrik tüchtig gebaut. Aber wie das Wesen des Films darin zu finden ist, dass ein Bild von einem weiteren Bild abgelöst wird, so besteht das Wesen des Bauens wohl darin, dass es sich hinzieht und hinzieht. Dass sich bei der kompletten Erneuerung des Daches die Bodenbalken als morsch erwiesen, der Quarzsand statt in Portionensäcken lose tonnenweise auf die Fabrik geliefert worden ist und sich so das eine Gewerk immer auf das nächste verschoben hat, von all diesen baulichen Widrigkeiten will ich Euch hier gar nicht klagen. Sondern lieber Euch mitteilen, dass es voran geht und unser RegenbogenKino sehr schön wird. Dazu ein paar Impressionen:

„Wird es nicht schön, unser grüner Kinoraum mit dem freigelegten Wahrzeichen der RegenbogenFabrik, dem backsteinernen Schornstein? Die 35mm Projektoren sind im Projektorraum auf das Podest gehieft, die Leinwand Technik in Arbeit, so dass wir hoffentlich im Oktober mit einer FilmReihe zu den einzelnen Gruppen/Gewerken der RegenbogenFabrik und im November mit Beiträgen zum Spanischen Bürgerkrieg und zum Gedenken an die Reichsprogromnacht wieder für Euch da sein werden.“

Letztendlich haben wir das Kino dann erst im Februar 2009 mit einem großen Fest wieder einweihen können. Baustellen haben ihre eigene Dynamik. Doch seitdem strahlt der Raum mit seinem schönen Grün und wir sind froh über die Menge guter Filme und ganz unterschiedlicher Veranstaltungen, die hier ihr Publikum haben finden können.

Seit ein paar Monaten ist der Raum zum Filmstudio mutiert. Im Blog wurden bereits einige der Sendungen vorgestellt. Das ist eine schöne Entwicklung und doch warten wir ziemlich ungeduldig darauf, wieder für das wahre Leben zu öffnen. Bis dahin – bleibt gesund!

Six and a half years at the Regenbogenfabrik Haus

Christine invited me (along with many others) to write for the Regenbogenfabrik blog and share my memories as part of the 40 year celebration. Her request and advice was to just write down what comes into your head: so here goes.

For all my adult life I’ve been interested in living in collectives: from early high school I was influenced by books and writers such as: “Small is Beautiful: a study of economics as if people mattered” by German-born British economist E. F. Schumacher, and “Where the Wasteland Ends” by Theodore Roszak.

I joined a rural commune even before I finished high school: About ten of us bought three houses on a 9 acre (4 hectare) plot of land in Majors Creek: a very small rural town. It was great living close to nature, but jobs were scarce. I had work for a while in an old forest planting young pine trees. Our commune lasted for about 3 years and then changed into a women’s collective weekend retreat centre. I took-off to India.

Interestingly, at the same time but long before we met, my wife Heather was part of a rural commune also, not too far from mine. This photo was taken recently about halfway between our former rural communes: happy to be home with the crazy Australian bird life.

Heather and I have always had ‘itchy feet’, but more than just traveling, we love to explore new places. Before we were married like most young people, we moved around a lot. While our children were young, we lived in five different places. When we moved into our last home in Canberra, I made Heather promise that we would stay in one place for at least five years – we stayed for fifteen, and obviously the urge to try somewhere new could no longer be repressed. And even before I had submitted my application to work the Oeko institute we had said to each other ‚if we go to Berlin that we would like to live in an urban commune‘ – and so we did!

When I arrived to work the Oeko Institute in Berlin, Martin offered that we might stay a few weeks. Two weeks turned into six and a half years. The Regenbogenfabrik Haus was our foundation – we may not have stayed for so long without the nourishment of the community. This picture is looking down into the Hinterhof in front of our house. Notice the cover to the underground rainwater tank. We had to get down in there and clean out the mud.

Our extended community: Kinder-, Kultur- und Nachbarschaftszentrum

There were so many wonderful aspects of living in the Regenbogenfabrik community:

Regenbogencafé (ah those were the days) and the Kino right next door. I have fond memories of helping at the Frühlingsmesse and Winterbasar: the mulled wine was always too good. To close this story I will finish on a topic that combines my love of bicycles and one of the essential services of the Nachbarschaftszentrum: the bicycle workshop.

On arrival I purchased a secondhand bicycle – an old thing, no gears, with perhaps some Dutch heritage and half a skirt guard. It gave good service for the daily 3km commute and weekend outings. I had a few incidents like a flat tire when I was across town at the Ausländerbehörde (foreigners authority) and ice hidden under autumn leaves.

On one occasion the chain came off on my way into the office. It was no problem to return home via U Bahn with the bike. One of the chain links needed replacing, so on a Saturday morning I tried my luck next-door at our Regenbogenfabrik self-help bike workshop regenbogenfabrik.de/fahrradwerkstatt. My luck was in the form of Anna, an excellent and long-term mechanic there (the workshop is not usually open on Samstag). We also fixed the wiring to the headlight with a little bit of Schrumpfschlauch (heat shrink insulation).

2019 was our last year in Europe. In October that year we packed-up our lives in Berlin and caught the first of a series of trains that took us all the way to Singapore (16 700km) and flew from there to Sydney (only 6 300km). We made the final 300km to Canberra by train. A fabulous trip – but that’s another story.

We arrived back in Australia just in time for a summer of forest fires followed by the 2020 vision that no one saw coming. Even though our lives in Australia rapidly embraced us again my time in Europe, in Berlin, in Kreuzberg, in Lausitzer Straße, in the Regenbogenfabrik Community and especially in the Regenbogenfabrik Haus will remain one of the most wonderful times of my life.