Micha, Michael, Kino-Micha…wie so viele im Kollektiv ein Mann mit vielen Namen. Seine einstige Wirkungsstätte, das Kino, liegt noch immer im Corona-Schlaf, aber nicht so Micha. Von Lock-Down zu Lock-Down nutzt er die Draußen-Auszeit vom Home-Office im Hof. Schippt Schnee, kehrt Laub und liest Zeitung- mit dem Stuhl immer der Sonne hinterher im frisch selbstgefegten Hof. Wohlgemerkt alles zur Entspannung und zum Kopf frei kriegen.
1.Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?
Ich bin 2009 zur Kinogruppe gekommen, habe mit Kollegen bis 2019 das Kinoprogramm mitgestaltet und häufig Filme vorgeführt.
2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?
Der schööne Hof.
3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?
Das ruhige Auge.
4. Lieblingsessen in der Kantine?
Die Kantine nutze ich leider kaum…
5. Was wünscht Du der Fabrik zum Geburtstag?
Viele Freunde, die die Fabrik zusammen mit bunten Belegschaft am Leben und lebendig halten!!
Der erste Schritt war am 30. April der Abschied der Kinogruppe vom Publikum. Dann aber die Möbel eingelagert jenseits der Spree, da wussten wir noch nicht, wie lange sie dort verbleiben würden.
2008 schrieb die Kinogruppe: nun müsst Ihr schon so lange auf uns verzichten. Aber, uns gibt es noch und es wird im Kinoraum und auf der RegenbogenFabrik tüchtig gebaut. Aber wie das Wesen des Films darin zu finden ist, dass ein Bild von einem weiteren Bild abgelöst wird, so besteht das Wesen des Bauens wohl darin, dass es sich hinzieht und hinzieht. Dass sich bei der kompletten Erneuerung des Daches die Bodenbalken als morsch erwiesen, der Quarzsand statt in Portionensäcken lose tonnenweise auf die Fabrik geliefert worden ist und sich so das eine Gewerk immer auf das nächste verschoben hat, von all diesen baulichen Widrigkeiten will ich Euch hier gar nicht klagen. Sondern lieber Euch mitteilen, dass es voran geht und unser RegenbogenKino sehr schön wird. Dazu ein paar Impressionen:
2007 Baudokumentation
2007 Baudokumentation
2007 Baudokumentation
2007 Baudokumentation
2007 Baudokumentation
2007 Baudokumentation
Einladung zum Richtfest am 1. November 2007
2007 Baudokumentation
2008 Baudokumentation
2008 Ausbau des Regenbogenkinos
2009 Kinosaal nach der großen Baumaßnahme. Erste Stehprobe für die Sessel
Das Regenbogenkino im Partymodus
Das Regenbogenkino 2009
„Wird es nicht schön, unser grüner Kinoraum mit dem freigelegten Wahrzeichen der RegenbogenFabrik, dem backsteinernen Schornstein? Die 35mm Projektoren sind im Projektorraum auf das Podest gehieft, die Leinwand Technik in Arbeit, so dass wir hoffentlich im Oktober mit einer FilmReihe zu den einzelnen Gruppen/Gewerken der RegenbogenFabrik und im November mit Beiträgen zum Spanischen Bürgerkrieg und zum Gedenken an die Reichsprogromnacht wieder für Euch da sein werden.“
Letztendlich haben wir das Kino dann erst im Februar 2009 mit einem großen Fest wieder einweihen können. Baustellen haben ihre eigene Dynamik. Doch seitdem strahlt der Raum mit seinem schönen Grün und wir sind froh über die Menge guter Filme und ganz unterschiedlicher Veranstaltungen, die hier ihr Publikum haben finden können.
Seit ein paar Monaten ist der Raum zum Filmstudio mutiert. Im Blog wurden bereits einige der Sendungen vorgestellt. Das ist eine schöne Entwicklung und doch warten wir ziemlich ungeduldig darauf, wieder für das wahre Leben zu öffnen. Bis dahin – bleibt gesund!
Christine invited me (along with many others) to write for the Regenbogenfabrik blog and share my memories as part of the 40 year celebration. Her request and advice was to just write down what comes into your head: so here goes.
For all my adult life I’ve been interested in living in collectives: from early high school I was influenced by books and writers such as: “Small is Beautiful: a study of economics as if people mattered” by German-born British economist E. F. Schumacher, and “Where the Wasteland Ends” by Theodore Roszak.
I joined a rural commune even before I finished high school: About ten of us bought three houses on a 9 acre (4 hectare) plot of land in Majors Creek: a very small rural town. It was great living close to nature, but jobs were scarce. I had work for a while in an old forest planting young pine trees. Our commune lasted for about 3 years and then changed into a women’s collective weekend retreat centre. I took-off to India.
Interestingly, at the same time but long before we met, my wife Heather was part of a rural commune also, not too far from mine. This photo was taken recently about halfway between our former rural communes: happy to be home with the crazy Australian bird life.
Heather and I have always had ‘itchy feet’, but more than just traveling, we love to explore new places. Before we were married like most young people, we moved around a lot. While our children were young, we lived in five different places. When we moved into our last home in Canberra, I made Heather promise that we would stay in one place for at least five years – we stayed for fifteen, and obviously the urge to try somewhere new could no longer be repressed. And even before I had submitted my application to work the Oeko institute we had said to each other ‚if we go to Berlin that we would like to live in an urban commune‘ – and so we did!
When I arrived to work the Oeko Institute in Berlin, Martin offered that we might stay a few weeks. Two weeks turned into six and a half years. The Regenbogenfabrik Haus was our foundation – we may not have stayed for so long without the nourishment of the community. This picture is looking down into the Hinterhof in front of our house. Notice the cover to the underground rainwater tank. We had to get down in there and clean out the mud.
Our extended community: Kinder-, Kultur- und Nachbarschaftszentrum
There were so many wonderful aspects of living in the Regenbogenfabrik community:
Regenbogencafé (ah those were the days) and the Kino right next door. I have fond memories of helping at the Frühlingsmesse and Winterbasar: the mulled wine was always too good. To close this story I will finish on a topic that combines my love of bicycles and one of the essential services of the Nachbarschaftszentrum: the bicycle workshop.
On arrival I purchased a secondhand bicycle – an old thing, no gears, with perhaps some Dutch heritage and half a skirt guard. It gave good service for the daily 3km commute and weekend outings. I had a few incidents like a flat tire when I was across town at the Ausländerbehörde (foreigners authority) and ice hidden under autumn leaves.
On one occasion the chain came off on my way into the office. It was no problem to return home via U Bahn with the bike. One of the chain links needed replacing, so on a Saturday morning I tried my luck next-door at our Regenbogenfabrik self-help bike workshop regenbogenfabrik.de/fahrradwerkstatt. My luck was in the form of Anna, an excellent and long-term mechanic there (the workshop is not usually open on Samstag). We also fixed the wiring to the headlight with a little bit of Schrumpfschlauch (heat shrink insulation).
2019 was our last year in Europe. In October that year we packed-up our lives in Berlin and caught the first of a series of trains that took us all the way to Singapore (16 700km) and flew from there to Sydney (only 6 300km). We made the final 300km to Canberra by train. A fabulous trip – but that’s another story.
We arrived back in Australia just in time for a summer of forest fires followed by the 2020 vision that no one saw coming. Even though our lives in Australia rapidly embraced us again my time in Europe, in Berlin, in Kreuzberg, in Lausitzer Straße, in the Regenbogenfabrik Community and especially in the Regenbogenfabrik Haus will remain one of the most wonderful times of my life.
Einmal gab’s für Regenbogenverhältnisse richtig Ärger.
Nein, das Fahrrad der Mitbewohnerin sollte ich nicht im Fahrradkeller aufhängen, zu den anderen Rädern die wohl geordnet und platzsparend aufgereiht baumelten. Sie hat eben einen Bandscheibenvorfall, deshalb steht es, im Gegensatz zu den anderen an seinem Fahrradständer.
Es hatte nur einen Tag gedauert, bis die Frage, wer das Fahrrad denn aufgehangen hatte, sich rumgesprochen und mich erreicht hatte. „Ich wollt doch nur“, dachte ich, aber die Ordnung in meiner neuen Gemeinschaft Berlins dachte nicht in Reih und Glied, die dachte sozial.
Nicht wie ein Uhrwerk, was funktionieren muss, sondern eben: wie eine Gemeinschaft, in der jeder Mensch die eigenen Bedürfnisse hat, die Regeln der anderen respektiert und, das ist besonders, die aufmerksam anerkennt.
So blubberte die vegane Sondersuppe für die Tochter, so hingen verschiedene Zettel für verschiedene Supermärkte in der Essensgruppe, so komplex war der Alltag gewachsen, in dem alle stets bemüht sind, allen einen Platz zuzusprechen, den sie auf dieser Welt verdient hat.
Was brauchen wir, um zufrieden zu sein?
Diese Frage wurde nie explizit diskutiert in der Zeit, wo ich regelmäßig um 19 Uhr in die Essensgruppe kommen durfte, 26 Tage im Monat ein Drei-Gänge-Menü mit Salat, Hauptspeise, Nachtisch bereitstand und ich dafür vier Mal selber kochte. Kochen durfte, denn es war eine Wohltat, mich zu revanchieren, Rezepte auszuprobieren, wo ich doch wusste, dass wir zu zehnt essen würden, jede Mühe die ich mir gab mir selbst die größte Freude bereitete.
Dass wir uns brauchen, und dieses Wir das Schönste ist, was wir haben, viel schöner als jede Couchgarnitur, jedes Fernsehzimmer oder sonstige Wohlstandsrequisiten, erlebte ich nicht als kitischig-priesterliches Sonntagsredenversprechen, sondern unverblümt erdend, wenn nach meiner Bemühungsshow vielleicht doch ein liebevoller Zettel auf dem Frühstückstisch lag, wo im Anleitungsstil beschrieben wurde, wie man die Krümel in der Brotecke wegkehren kann, damit es nicht immer dieselben Menschen machen.
Ich komme selbst auch einer westdeutschen Vorstadt, Doppelhaushälfte, mit Nachbarn, die ihren Hintergarten zubetoniert und grün gestrichen haben, weil man das so gut sauber halten kann. Um dieser beklemmenden Kleinbürgerlichkeit zu entfliehen, war die Hauptsache in die Hauptstadt zu gelangen, wo ich in meiner jugendlichen Aufregung bereitwillig durch jede offene Tür gegangen wäre, vermutlich auch durch diejenigen, die so viele zerkauen, verwirren, ausspucken und nach sieben Jahren die Zuflucht in der Altgewohnten Spießbürgerlichkeit am Berliner Speckgürtel suchen lassen.
Mit gebrochenen Träumen, mit latenter Depression und einem erfüllten Wunsch der eigenen Eltern. Doch ich bin zufällig durch das Tor der Lausitzer Straße 23 gelaufen und durfte dieses einzigartige Lebensmodell erleben, diesem ehemals besetzten Haus, wo Spießigkeit bedeutet, gesellschaftliche Konventionen über Bord zu werfen, und eigene Konventionen umso eifriger zu verteidigen: Regeln des achtsamen sozial-ökologischen Zusammenlebens.
Ich kenne keinen Ort in Berlin, der so viel selbstverständliche Wärme, der so praktische Ansätze verfolgt, die gesellschaftliche Gesamtscheisse nicht nachzuleben, der mit einer Gelassenheit eine andere Welt möglich macht, wie die Regenbogenfabrik.
„Wir wurden als Spießer:innen der Besetzer:innenszene bezeichnet“, sagte mir Edith mal kokettierend, die mit dem Brotkrümelzettelchen, „weil wir bis heute keine einzige Hausdurchsuchung hatten“.
Was würde die Polizei dort auch finden, frage ich mich, außer einer Ordnung, die so viel überzeugender ist, als die der Ordnungshüter:innen.