Geburtstagskind des Tages – Tobias

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Wir wohnen seit Ende Januar 2017 im Haus hinterm dem Regenbogen. Als wir eingezogen sind, waren wir zu dritt; Nummer vier war aber schon im Gepäck
😉

Ich schätze die Fabrik als einem Ort, mit dem wir eng verbunden sind und hoffe, demnächst hier mein erstes Konzert mit organisieren zu können.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Ich liebe die Bühne und das Kino (schon seit ’99, wo ich es cool fand, mit 19 im Programmkino rauchen zu können.)

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Subkultur

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Cheeseburger mit Pommes im Wochenbett.

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Dass sie sich treu bleibt.
Kollektives Arbeiten weiter lebt, sich aber auch nicht komplett Veränderung gegenüber verschließt, offen ist für Neue (s) und kämpferisch bleibt!

152. Geburtstag im RegenbogenCafé

Euch beiden tausend Dank für Euer Engagement was Organisation, Fürsorge und Aufräumen zu unserem gemeinsamen 152. Geburtstag betrifft. Ein schönes Geschenk.

Unseren Freundinnen hat dieses Beisammensein in Eurem Café sehr gut gefallen, mal hier, mal da sitzen bei kollektivem Imbiss und dann das anschließende überraschungsreiche Konzert im Dunkeln! 

Manche haben so die Regenbogenfabrik überhaupt erst kennengelernt.

29. Nov. 2018

Gerne erinnern wir uns daran und wünschen Euch nun zu Eurem 40. ein leichteres wieder schwingendes Jahr und für die Zukunft überhaupt, mag sein bis zu Eurem 152. 

herzlich Iris & Traude Bührmann

Zuviel Haie, zu wenig Fischstäbchen, aber es tut sich was – von „Karlsson ohne Dach“

An der S-Bahn Treptower Park, sie war auf dem Weg zum Flughafen Schönefeld, kam ich vor Jahren mal mit einer Neuseeländerin ins Gespräch, die entgeistert um sich schaute. Sie war verunsichert von dem gereizten Ton, den laut gebellten Ansagen, den verhärmten Gesichtszügen, dem Mangel an Sanftmut. Sie meinte, Berlin habe etwas Militärisches, man erwarte überall einen Aufzug. Wir nennen das heute Demo, sagte ich. Nee, sie mochte es hier nicht. Ich sympathisierte mit ihr und erklärte ihr was von Preußen, und dass man das alles nur verstehen könnte, wenn man wüsste, dass hier schon der Osten anfinge. Von hier bis zur Beringstraße sei es ja nicht mehr weit.
Wir waren uns in unserer Abneigung schnell einig, denn ich schätzte kaum etwas mehr als ihre sensible, welterfahrene Art, eine Commonwealth-Spezies, die es kaum noch gibt – schon M.K. Gandhi war schwer davon beeindruckt.

Neulich bin ich ihrem Gegenentwurf, einem älteren Punk aus der Provinz begegnet, der davon schwärmte, wie frei und unbekümmert die Leute hier seien, auf breiten Bürgersteigen und engen Radwegen sich eine erstaunliche Vielfalt von Menschen samt Ausweichmanöver entfalteten, oder sich locker anranzten. Außerdem sei das Geheul von Sirenen immer präsent, als ob gerade ein Tatort laufen würde. Hier sei immer alles in Bewegung, zuhause sei es kack langweilig. Selbst Rentner würden hier mit e-bikes um die Wette rasen, bikes, die so schlank aussähen, als ob es richtige Fahrräder seien.

Wir kamen an zerschlissenen Sofas mit Parolen drauf, alten Computern und grünen Beeten neben zerbrochenen Bierflaschen. Er sog alles in sich auf, gab dem Motz-Verkäufer sein ganzes Kleingeld. Das Graffiti da oben, ist das von Banksy? fragte er. Nee, sagte ich, der fiese Außerirdische dort oben war bestimmt ‘ne Auftragsarbeit. Und Vorsicht, tritt nicht da rein, da hat sich jemand übergeben, es liegt schon länger da; vielleicht ist das Muster ja beabsichtigt, morgen kommt das Video dazu raus. 

Auch mit ihm war ich mir schnell einig, denn auch ich schätzte kaum etwas mehr als diese unprätentiöse, unverhohlene Art des Lebens. Selbst jene Leute, die sich um das Erbrochene kümmern müssen, kommen einem hier mit Gedichten:

„Eimer für alle“, „Kehr Force One“, „You are leaving the dirty sector“, „Würstchenbude“, „Kot d‘Azur“, „Feganer“, „Leerkraft“ steht da auf gelben Abfalleimern und Räumschiffen. Dabei konnte sich Berlin immer eines besonderen Aromas rühmen: Also diese Mischung aus herrlichem Kaffeeduft und frischer Hundekacke. Seitdem die Tonnage an Hundekacke auf Gehwegen um 52.3% zurückgegangen ist, kann man davon nicht mehr reden.

Also, jeder soll nach seiner Fasson selig werden, finde ich auch.
Es gibt nur eine Ausnahme, mit der werde ich mir nie einig; da kommt bei mir der innere Stalin hoch:

Das sind jene von Berlin wie magisch angezogenen „Kreativen“, die sich der platten Begegnung und dem direkten Gegenüber entziehen und nicht einmal eine Maske brauchen, um sich zu verstecken. Gewisse Individuen, die auch lange nach der Pandemie noch ‚social distancing‘ in Perfektion praktizieren werden:

Nämlich Briefkastenfirmen und ihr Personal vom Planeten Heuschrecke, also jene Wesen, die sich hinter semi-legalen Konstruktionen verkriechen (und ich meine damit ausnahmsweise nicht ihrem Aktienkurs frönende Gesellschaften wie die Vonovia oder DW).

Bei der kleinsten Ordnungswidrigkeit muss man sich vor Gerichten ausweisen, aber diese Heuschrecken dürfen anonym bleiben, sie brauchen nur ein paar Anwälte vorzuschicken, um dann in Seelenruhe die über Jahrzehnte gewachsenen Biotope und Strukturen dieser Stadt zu filetieren und zahllose Existenzen zu gefährden oder ganz zunichte zu machen. Das sind jene Projekte, die aus der Zeit gefallen sind, die auf dem Planeten Heuschrecke gerade herrscht. Die Grundstückspreise und die Mieten sind ja ins Unermessliche geschossen, dabei gab es in den 60ern fürs Gewerbe Mietobergrenzen. Für diese Wesen ist das alles kein Problem: Sie erobern ihr Terrain elegant und lautlos und ziehen sich dann diskret wieder zurück. Als Beispiel sei die Räumung der Buchhandlung Kisch & Co in der Oranienstraße benannt, sie steht in den nächsten Wochen bevor:

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/ttt-titel-thesen-temperamente-2536.html

Und wer’s nicht glaubt, wie verschämt sich die Geier gerieren, dem sei unbedingt folgende Recherche zur Anonymität im Immobilienmarkt empfohlen:

https://www.rosalux.de/publikation/id/42141/keine-transparenz-trotz-transparenzregister

Künstlerinnen des Tages – Die ACHT OHREN

Nicht nur die Menschen, die hier leben und arbeiten und ihre Geschichten, machen die Regenbogenfabrik aus. Es sind unsere Gäste, die uns mit der Welt verbinden und das Leben für uns und unsere Nachbar*innen köstlich bereichern. Die Perspektiven sehen vielleicht schon etwas rosiger aus, dass wir das bald wieder realisieren können. Doch bis dahin freuen wir uns, die Künstler*innen in ihrem Bestreben, sichtbar und hörbar zu sein, zu unterstützen. Und uns allen eine Freude zu machen. Schaut aus, bald kommt der Nächste und auch andere haben angekündigt, dass sie sich mit uns hier im Blog verbinden wollen.

Jetzt aber erst mal herzlichen Dank an die Frauen von „ACHT OHREN“!

1. Wie heißt ihr und wie viele seid ihr?

„Acht°Ohren°Trio“ – world music mix – 3 Musikerinnen und Gäste

2. Wie beschreibt ihr, was ihr macht?

3 Weltbürgerinnen aus Hessen spielen ihren ganz eigenen world-music-mix – globale musikalische Fundstücke, lokal aufgemischt.
Stammbesetzung:
Julia Ballin, Saxophone, Klarinette, Geige
Anka Hirsch, Cello, E-Cello, Akkordeon
Sandra Elischer, Perkussion.
Regelmäßig spielen wir auch mit Gästen: z.B. mit der Sängerin Tülay Yongaci und den Sprecherinnen Ursula Illert und Uta Nawrath. Wir haben verschiedene variable Programme: für ein Konzert zum Zuhören und Träumen, zum Tanzen, Lesungen mit Welt-Musik, aktuell: „Unter 12 Sternen – Musik von Europas Strassen und Plätzen“ und ein Welt-Musikalisches Erzähltheater für Kinder und Familien: OY OY EMINE- ein Huhn, eine Reisezeit, ein Regenschirm.

3. Seit wann seid ihr zusammen und wann wart ihr das erste Mal in der Regenbogenfabrik?

Gegründet 2015, Besetzungswechsel 2016. In der Regenbogenfabrik seit Juni 2017.

Spielt ihr lieber drinnen oder draußen?

Je nach Anlass und Umständen; draußen ist ein geschützter Ort mit nicht zu vielen Geräuschen drum herum wichtig.

4. Was erwartet ihr von eurem Publikum?

Zunächst einmal zuhören …Singen, klatschen, tanzen – ja, auch sehr gern.

5. Was ist euer wichtigster Corona-Fluch?

Warum dürfen Tausende ohne Masken und Abstand demonstrieren und wir dürfen nicht vor 20 Leuten Musik machen.

Diese Frage haben wir mit einer DEMONSTRATION mit MUSIK – Kultur erhalten, Grundrechte wahren, Vielfalt und Verantwortung leben -am 1. Mai beantwortet.

Handy-Dokumentation von der Demo in Eisenbach

6. Was wünscht ihr euch und uns für die Zukunft?

Ach ja… Engergie, Lebensfreude, Zusammenhalt  – (finanzielle) Unterstützung, Wertschätzung…. 

7. Bist du/seid ihr auch in anderen Formationen unterwegs, die vielleicht auch ins Regenbogenprogramm passen?

Turnalar Quintett, Musik über Grenzen – ein Ensemble von Bridges-Musik verbindet…

Gelegenheit zum Weiterstöbern:

https://www.achtohren.de/acht-ohren-trio/