Ein Bene-Witz-Conzert

1986 gab es wohl noch Schnee, bzw. Leute, die sich an diese Art von Niederschlag erinnern. So hat es der Schnee in die Gestaltung des Plakats geschafft.

Das Bene-Witz war zugunsten von Fahrradwerkstatt und Café angesetzt und Knuff (Blues-Rock) und Schwarzdruck (Deutsch-Rock) waren die Gäste auf der Bühne. Anschließend wurde zu Disco und Tombola eingeladen mit den DJs Uli, Achim und Klaus.

Zu beachten ist der Pleitegeier auf dem O im Regenbogen, der hat uns optisch lange begleitet. Na ja und auch sonst so manches Mal …

5,- DM war wohl auch damals schon für ein Benefiz-Konzert ein kleiner Beitrag. Doch Kultur, ihr wisst schon, soll eben auch für alle erschwinglich sein.

Warum es wohl Bene-Witz-Conzert hieß? Ich befürchte, das war ein Insider-Witz, den heute keiner mehr erinnert.

Chz

PS: natürlich gab es auch in diesem Jahrtausend noch Schnee in Berlin:

In unserer Nachbarschaft – Eine Straße für Regina Jonas

Regina Jonas (1902–1944) gilt als erste ordinierte Rabbinerin der Welt. Bereits in ihrer Abschlussarbeit hatte sie sich mit der Frage befasst, ob Frauen das rabbinische Amt ausüben dürfen.

Es war Elisa Klapheck, die im Jahr 2000 eine Biografie über die weltweite erste Rabbinerin publizierte.

Regina Jonas wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Berliner „Scheunenviertel“ auf. Nach dem Besuch des Oberlyzeums in Berlin-Weißensee begann sie ein Studium an der „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums“: Ihr Studium finanzierte sie durch Lehrtätigkeiten an verschiedenen Schulen. Sie studierte bei einflussreichen Gelehrten wie Leo Baeck und Eduard Baneth. Ihre Abschlussarbeit kam dann gleich auf den Knackpunkt zu sprechen: „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“. Nach ihrem Abschluss beschäftigte sich weiterhin mit der Rolle der Frau im Judentum.

Es dauerte noch fünf Jahre, bis Regina Jonas nach ihrem Studium durch den Offenbacher Rabbiner Max Dienemann als erste Frau in Deutschland ordiniert wurde. Das ging nicht ohne Diskussionen und Widerspruch vonstatten. So durfte sie auch in ihrer Berliner Gemeinde nur als Religionslehrerin und Seelsorgerin arbeiten, Predigten in der Synagoge wurden ihr weiterhin verwehrt.

Nach 1938 konnte sie als Predigerin und Seelsorgerin in verschiedenen Gemeinden im preußischen Landesverband arbeiten, die ihren Rabbiner aufgrund der Vertreibung der deutschen Jüdinnen und Juden verloren hatten. 1942 wurde Regina Jonas zur Zwangsarbeit verpflichtet. Am 6. November desselben Jahres wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter nach Theresienstadt deportiert. Hier engagierte sie sich als Seelsorgerin in der psychischen Unterstützung der Gefangenen. Am 12. Oktober 1944 wurde sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt und ermordet.

Für die Umbenennung von Straßennamen braucht mensch einen langen Atem. Die Diskussionen über die Ehrung von Regina Jonas begannen bereits 2021, das ist noch vergleichsweise schnell. Im November 2022 erschien eine Pressemitteilung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, die BVV hatte generell eine Straße für Regina Jonas beschlossen, nun waren die Bürger:innen dran. Per Postkartenaktion wurde gefragt: Welche Straße im Umfeld der Synagoge am Fraenkelufer sollte nun bald ihren Namen tragen? Die Admiralbrücke war im Gespräch, ebenso das Planufer und das Paul-Lincke-Ufer. Die Entscheidung fiel für die Kohlfurter Straße, die nun noch in 2025 ihren Namen wechseln soll. So hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am 27. Mai 2025 den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg vom 13. Dezember 2023 (DS/0915/VI), die Kohlfurter Straße in ihrer ganzen Länge in Regina-Jonas-Straße umzubenennen, bestätigt.

Der Abschied von der gewohnten Adresse ist nicht immer leicht und so erreichten den Bezirk kurz vor der offiziellen Feierlichkeit im September 2025 noch Widersprüche. Nun musste noch die Klagefrist abgewartet werden, nun kann die Umbenennung in Kraft treten. Mit einer offiziellen Zeremonie ist im Dezember 2025 zu rechnen.

Zum Weiterlesen:

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/ueber-den-bezirk/ehrungen-und-auszeichnungen/eine-strasse-fuer-regina-jonas-1056643.php

https://taz.de/Strassenumbenennung-in-Kreuzberg/!6110306/

https://www.kreuzberger-chronik.de/chroniken/2023/mai/strasse.html

chz

Beitragsfoto: alte Postkarte

Geburtstagskind des Tages – Sophia

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Ich mache seit Sommer 2022 Fundraising in der Regenbogenfabrik.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Vor dem Café sitzend.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Vielfältiges.

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Lasagne.

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Dass sie immer einen Weg finden wird, weiter zu machen und kreativ wachsen kann.

6. Bonusfrage: Magst Du uns von Deinem persönlichen Lieblingsmoment auf der Fabrik erzählen?

Als eine Food-Performance-Gruppe vor dem Café eine Torte mit Sahne beschoss. Die Sahne kam aus einem Feuerlöscher.

Geburtstagskind des Tages – Léonie

Höchste Zeit, dieses kleine Interview zu veröffentlichen, denn Léonie ist nun schon wieder auf dem Weg nach Hause. Auch sie war eine von den Menschen, die uns ein Jahr ihres Lebens geschenkt haben, um als Freiwillige bei uns zu arbeiten. Dafür großen Dank!

Diese Kontakte verdanken wir den engagierten Menschen von l’Autre Pépinière, die wir auf diesen Seiten schon einmal vorgestellt haben.
https://regenbogenfabrik40.blog/2021/04/20/lautre-pepiniere-in-frankreich-und-bapob-e-v-in-berlin/

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Während meinem Schreiben bin ich nicht mehr in der Regenbogenfabrik. Ich bin aber ein Jahr dort als Freiwillige (FSJ) geblieben. Also war ich in der RBF von September 2024 bis August 2025.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Das Fahrradwerkstatt ist mein Lieblingsort, weil man gleichzeitig ernst in der Reparatur der Fahrräder sein und reden über irgendwas und sich entspannen kann. Übrigens habe ich meine Playlist mit den Liedern der Werkstatt neu erstellt!

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Solidarität. Die Fabrik und die Personen, die dort arbeiten, unterstützen jeden, der Hilfe braucht.

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Malanzane’alla Parmigiana! Ich habe dieses Gericht hier entdeckt und habe versucht die Rezept selbst zuzubereiten. Ich würde auch nicht die Pasta mit hausgemachtem Pesto vergessen, die einfach aber echt lecker schmecken. War nie enttäuscht !

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Eine lange Lebensdauer in Kreuzberg und in Berlin, sodass neue Leute diesen Ort entdecken können.

6. Bonusfrage: Magst Du uns von Deinem persönlichen Lieblingsmoment auf der Fabrik erzählen?

Der Mitsingabend von Jens! Es gibt immer Stammgäste und neu Leute, die hier kommen, um eine schöne Zeit zu verbringen. Wir singen zusammen mit der Gitarre und lernen neue Songtexts, meistens auf Deutsch oder auf Englisch.