Geburtstagskind des Tages – Adèle

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Ich arbeite seit September 2025 als Freiwillige im Kulturbereich der Fabrik.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Der Hof ist mein Lieblingsort, weil dort so viel passiert. Tagsüber spielen die Kinder, und abends unterhalten sich die Leute bei einem Bier. Es gibt immer Leben. Aber ich mag auch das Getränkelager, wenn ich ein bisschen Ruhe während einer Veranstaltung brauche.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Solidarität

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Alles Vegane 🙂

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Ich wünsche mir finanzielle Stabilität für die Fabrik, damit die Solidaritätsarbeit fortgesetzt werden kann. Um gemeinnützige, nicht-kapitalistische Projekte zu unterstützen, brauchen wir genügend Geld, um Mitarbeiter zu bezahlen und die Rechnungen zu begleichen. Einrichtungen wie die Regenbogenfabrik sind wichtig und dürfen nicht verschwinden oder sich einer kapitalistischen Logik unterwerfen, um zu überleben.

6. Bonusfrage: Magst Du uns von Deinem persönlichen Lieblingsmoment auf der Fabrik erzählen?

Mein Lieblingsmoment in der Fabrik war der feministische Brunch zum 8. März. Das war echt cool. Ein pro-feministisches Kollektiv hat richtig toll vegan gekocht, die Mittwochcafé Gruppe hat viel organisiert und es waren viel mehr Gäste als Sitzplätze da. Danach sind wir alle zur Demo zum feministischen Kampftag gegangen.

Und hier noch ein extra Bildergruß von Adèle:

Die Regenbogenfabrik zum Frühlingsanfang
Die Regenbogenfabrik im Vorfrühling

Geburtstagskind des Tages – Simon

Sorry, Simon! Deine Antworten erscheinen nicht ganz zu deinem Geburtstag. Das kommt schon mal vor, wenn im Alltag die Wogen hochgehen. Aber jetzt:

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

September 2024 bis vorraussichtlich März 2026 als FÖJler -offiziell und größtenteils- im Kulturbereich und wahrscheinlich auch danach noch ehrenamtlich 🙂

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Der Hof – nicht nur im Sommer ist hier viel Gewusel, auch im Winter ist er neben dem Plenum die größte Schnittstelle der verschiedenen Bereiche.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

supercalifragilisticexpialidocious

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Hafer-Bouletten, mhhhh super lecker!

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Weitere 44 Jahre Bestand und ein gebündeltes und produktives Vorankommen.

Außerdem vielleicht weniger Eichhörnchen die im Herbst die Blätter auf dem Hof schütteln.

6. Bonusfrage: Magst Du uns von Deinem persönlichen Lieblingsmoment auf der Fabrik erzählen?

Schwierig einen einzelnen Moment auszumachen. Mir fallen jetzt so spontan die Plakat-klebe-Aktion im Vorführraum im Kino oder das Pallisaden bemalen im Hof ein. Gemeinsame Kreativität und Tatendrang für einen schönen, angenehmen Arbeitsplatz.

Ein Bene-Witz-Conzert

1986 gab es wohl noch Schnee, bzw. Leute, die sich an diese Art von Niederschlag erinnern. So hat es der Schnee in die Gestaltung des Plakats geschafft.

Das Bene-Witz war zugunsten von Fahrradwerkstatt und Café angesetzt und Knuff (Blues-Rock) und Schwarzdruck (Deutsch-Rock) waren die Gäste auf der Bühne. Anschließend wurde zu Disco und Tombola eingeladen mit den DJs Uli, Achim und Klaus.

Zu beachten ist der Pleitegeier auf dem O im Regenbogen, der hat uns optisch lange begleitet. Na ja und auch sonst so manches Mal …

5,- DM war wohl auch damals schon für ein Benefiz-Konzert ein kleiner Beitrag. Doch Kultur, ihr wisst schon, soll eben auch für alle erschwinglich sein.

Warum es wohl Bene-Witz-Conzert hieß? Ich befürchte, das war ein Insider-Witz, den heute keiner mehr erinnert.

Chz

PS: natürlich gab es auch in diesem Jahrtausend noch Schnee in Berlin:

In unserer Nachbarschaft – Eine Straße für Regina Jonas

Regina Jonas (1902–1944) gilt als erste ordinierte Rabbinerin der Welt. Bereits in ihrer Abschlussarbeit hatte sie sich mit der Frage befasst, ob Frauen das rabbinische Amt ausüben dürfen.

Es war Elisa Klapheck, die im Jahr 2000 eine Biografie über die weltweite erste Rabbinerin publizierte.

Regina Jonas wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Berliner „Scheunenviertel“ auf. Nach dem Besuch des Oberlyzeums in Berlin-Weißensee begann sie ein Studium an der „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums“: Ihr Studium finanzierte sie durch Lehrtätigkeiten an verschiedenen Schulen. Sie studierte bei einflussreichen Gelehrten wie Leo Baeck und Eduard Baneth. Ihre Abschlussarbeit kam dann gleich auf den Knackpunkt zu sprechen: „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“. Nach ihrem Abschluss beschäftigte sich weiterhin mit der Rolle der Frau im Judentum.

Es dauerte noch fünf Jahre, bis Regina Jonas nach ihrem Studium durch den Offenbacher Rabbiner Max Dienemann als erste Frau in Deutschland ordiniert wurde. Das ging nicht ohne Diskussionen und Widerspruch vonstatten. So durfte sie auch in ihrer Berliner Gemeinde nur als Religionslehrerin und Seelsorgerin arbeiten, Predigten in der Synagoge wurden ihr weiterhin verwehrt.

Nach 1938 konnte sie als Predigerin und Seelsorgerin in verschiedenen Gemeinden im preußischen Landesverband arbeiten, die ihren Rabbiner aufgrund der Vertreibung der deutschen Jüdinnen und Juden verloren hatten. 1942 wurde Regina Jonas zur Zwangsarbeit verpflichtet. Am 6. November desselben Jahres wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter nach Theresienstadt deportiert. Hier engagierte sie sich als Seelsorgerin in der psychischen Unterstützung der Gefangenen. Am 12. Oktober 1944 wurde sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt und ermordet.

Für die Umbenennung von Straßennamen braucht mensch einen langen Atem. Die Diskussionen über die Ehrung von Regina Jonas begannen bereits 2021, das ist noch vergleichsweise schnell. Im November 2022 erschien eine Pressemitteilung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, die BVV hatte generell eine Straße für Regina Jonas beschlossen, nun waren die Bürger:innen dran. Per Postkartenaktion wurde gefragt: Welche Straße im Umfeld der Synagoge am Fraenkelufer sollte nun bald ihren Namen tragen? Die Admiralbrücke war im Gespräch, ebenso das Planufer und das Paul-Lincke-Ufer. Die Entscheidung fiel für die Kohlfurter Straße, die nun noch in 2025 ihren Namen wechseln soll. So hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am 27. Mai 2025 den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg vom 13. Dezember 2023 (DS/0915/VI), die Kohlfurter Straße in ihrer ganzen Länge in Regina-Jonas-Straße umzubenennen, bestätigt.

Der Abschied von der gewohnten Adresse ist nicht immer leicht und so erreichten den Bezirk kurz vor der offiziellen Feierlichkeit im September 2025 noch Widersprüche. Nun musste noch die Klagefrist abgewartet werden, nun kann die Umbenennung in Kraft treten. Mit einer offiziellen Zeremonie ist im Dezember 2025 zu rechnen.

Zum Weiterlesen:

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/ueber-den-bezirk/ehrungen-und-auszeichnungen/eine-strasse-fuer-regina-jonas-1056643.php

https://taz.de/Strassenumbenennung-in-Kreuzberg/!6110306/

https://www.kreuzberger-chronik.de/chroniken/2023/mai/strasse.html

chz

Beitragsfoto: alte Postkarte