Küchenbodensanierung

Hinterhaus 1985

Der Vergleich ist krass! Damals 1981 das Loch im Boden, das Wissen um den Holzschwamm im Haus. Trotzdem weitermachen und begleitet von Fachleuten retten, was zu retten ist.

Die ersten Küchen hatten dann eher dieses Flair:

Hinterhaus 1981

Beharrlich wurde aber weiter an der Wohnqualität gearbeitet.

zum Weiterstöbern, oder: Was hat die Forschung zusammengetragen:

https://zeithistorische-forschungen.de/1-2017/5449

Und diese Adresse ist immer hilfreich bei der Recherche:

Im Friedrichshain-Kreuzberg Museum, bewahrt in der Teilsammlung: Internationale Bauausstellung Berlin 1984/87 (Unterteilsammlung: Studien zu alternativen Wohn- und Lebensformen und zur Mieterselbsthilfe eine Druckschrift auf, ein Gutachten:
Voruntersuchung Selbsthilfeprojekt Wohngemeinschaft Lausitzer Str. 22a/23

Verfasst wurde es von Grosch und Sander im Jahr 1982.

Damit wir auch nicht vergessen, wem alles wir unsere 40 Jahre im Wohnhaus auch verdanken.

Franziska Eichstädt-Bohlig


Franziska Eichstädt war in den 80er Jahren für SO 36 eine sehr wichtige Person. Als Architektin wurde sie Geschäftsführerin des Alternativen Sanierungsträgers STATTBAU, dem 1983 zwölf besetzte Häuser rund um den Heinrichplatz übertragen wurden. Zusammen mit den Bewohner*innen wurden die Häuser erneuert und seither sind sie in Selbstverwaltung, verfasst in der Genossenschaft Luisenstadt e.G.

1989 / 90 wurde Franziska dann Baustadträtin in Kreuzberg.

Später führte sie ihr politisches Engagement in den Bundestag und danach ins Berliner Abgeordnetenhaus. Bei der Wahl von 2006 war sie als Spitzenkandidatin der Grünen angetreten und übernahm nach der Wahl den Fraktionsvorsitz.

Ihr Geburtstag fällt auf diesen Tag, 1941 wurde sie in Dresden geboren.

Als Lesestoff stellen wir das Magazin Drucksache vor. Es wurde veröffentlicht von der sogenannten Erneuerungskommission Kottbusser Tor. Die Zeitschrift existierte bis Oktober 1996.

Die hier vorliegende Ausgabe ist aus September 1993.

https://fhxb-museum.de/xmap/media/S7/T1789/U15/text/fhxb_spk_drs_1993_09_72.pdf

Gropiusbau, IBA Ausstellung 1984

Im Herbst diesen Jahres durften wir – anlässlich der IBA Ausstellung – das Catering im Gropiusbau betreiben. Das Ganze zog sich über einige Monate hin. Wir standen mit unserem runden Ausschank direkt im Foyer, nahe des Eingangs. Niemand von uns hatte eine Ahnung, wie man eine solche Sache professionell angeht. Aber wir hatten viel guten Willen und schafften es auch irgendwie, uns im Regelbetrieb durch zu lavieren mit selbst gebackenem Kuchen. Auch die Kaffeemaschine bekamen wir irgendwann mal in den Griff, ausreichend Geschirr, usw.

Doch bei einer Sonderveranstaltung kamen wir ins Schwimmen. Grade, als zu Beginn viele Promis der Stadt auftauchten und wir dem Ansturm nicht gewachsen waren. Aber wir waren ideenreich und schenkten dann schon mal den Wein aus Kaffeetassen aus, das Stück für 2,- DM, denn die olle Spülmaschine kam einfach nicht nach.

Auch an dem Abend, als die Band CAN hier spielte.
Und da wurde dann der Whisky in die Milchgläser geschüttet, das Bier in die Cognacschwenker. Hauptsache die Leute hatten was zu trinken. Und die fanden unser Chaos mit der Zeit fast liebenswert und feierten mit uns noch ein schönes Fest. Ein einziger besaß zu diesem Zeitpunkt überhaupt ein Auto, der wurde dazu beordert, um ständig für Nachschub zu sorgen – ganz nach den Wünschen der Gäste, das fanden die toll. Jedenfalls hatten wir nach dem CAN-Auftritt die Hälfte unseres Geschirrs eingebüßt; war wohl eine ziemlich heftige Feier.

An einem Tag ging es wohl weniger lustig zu, als eine Gegenaktion von IBA Bluff Aktivisten gestartet wurde. Sie kamen, vermummt und mit Schlagstöcken, unter lautem Gejohle und schütteten Buttersäure über unsere Theke und das Café aus, was auch einige Gäste betraf, die sich zufällig hier aufhielten. Tische, Lebensmittel und Geschirr flogen durch die Gegend. Die verstörten Besucher versuchten, sich der stinkenden Kleidung zu entledigen und gingen in unsere Küche, um Hemd, Bluse usw. auszuwaschen und so standen manche in der Unterwäsche vor uns. Wir hatten natürlich auch was abbekommen und versuchten, das Chaos so schnell als möglich zu beseitigen, aber an dem Tag wurde der Laden geschlossen und wir hatten noch recht viel zu putzen.

Maria

IBA 1985