Drachen gegen Covid

Heute zeigen wir euch den Drachen von Phoenix. Der hat ihm nämlich geholfen, schnell wieder gesund zu werden. Der hängt nun über der Eingangstür und passt auf, dass nicht noch andere krank werden. Und wenn doch, dass es nicht so schlimm ist.

Zusammen mit Phoenix wünschen wir euch, dass ihr auch so einen coolen Drachen habt. Vielleicht könnt ihr dann über dieser Welle fliegen, von der immer die Rede ist. Oder drauf surfen. Oder einfach schlafen, bis ihr wieder gesund seid.

Alles Gute, bleibt gesund. Und: der Frühling kommt!

Phoenix hat noch gesagt: Der Drachen hilft gegen ALLES, nicht nur gegen Covid!

Veganuary: ist äußerst möglich!

Neujahr wird öfter mit Neuanfang und einer ganzen Reihe von mehr oder weniger realistischen Vorsätzen gleichgesetzt. Der Januar ist also die Gelegenheit, sich neuen Herausforderungen zu stellen: Manche machen Dry January, in dem sie den ganzen Monat keinen Alkohol trinken und manche wollen versuchen, in dieser gegebenen Zeit vegane Ernährung zu meistern.
Leider habe ich schon beide Challenges verloren (als gutes Klischee einer Französin, kann ich ja nicht ohne Käse und Champagner leben!) Aber ich kann trotzdem mein Gehirn durchwühlen, um Ratschläge zu finden, für die, die diese Herausforderung schaffen wollen. Oder einfach leckere Rezepte ausprobieren wollen.

Ich finde, es ist viel einfacher, als man denkt, sich vegan zu ernähren: Nudeln mit Pesto (ohne Parmesan oder Pecorino) und boom, ist man schon vegan für den Tag. Aber leider kann man sich, gesundheitlich betrachtet, nicht ausschließlich von Nudeln und Pesto ernähren – auch wenn meine Studentenzeit das Gegenteil beweist.

Ich koche aber wirklich oft ohne Absicht vegan: Gemüse-Curry oder Dhal mit Kokosmilch sind zwei meiner Lieblingsgerichte. Schwieriger zu machen sind allerdings Kuchen, Torten usw. Mein Trick, der nicht so unbekannt ist: Kichererbsensaft statt Eier benutzen. Hier als Beispiel, mein Lieblingskuchenrezept: Karotten-Kuchen:

375 g Möhren (gerieben)
250 g Mehl
2 TL Backpulver
250 g Zucker
1 TL Zimt
150 ml Rapsöl
200 g Mandelpulver
Kichererbsensaft im Äquivalent von 4 Eiern

Die festen Elemente erst mal mischen und dann die flüssigen Zutaten einmischen. Im Ofen bei 200°Grad etwa 30-40 Minuten backen (immer mit einem Messer reinpiksen, um zu sehen ob es innen noch flüssig ist).

Mein zweiter Ratschlag: Kartoffeln machen alles besser! Ich liebe zum Beispiel Gulasch, aber es ist natürlich mit Fleisch gekocht. Diese vegane Alternative solltet ihr auf jeden Fall probieren:

2 Zwiebeln
1 rote und 1 grüne Paprika
800 g Kartoffeln
3 EL Rapsöl
2 EL Tomatenmark
1 EL Paprikapulver
150 ml Gemüsebrühe
200 g Konserventomaten
Salz/Pfeffer

  1. Zwiebeln und Paprika im Öl andünsten, bis sie braun werden, dann Tomatenmark und Paprika reintun, ein bisschen anbraten.
  2. Kartoffeln in Stücken mit Brühe, Salz und Pfeffer reintun und kochen lassen bis die Kartoffeln weich werden.
  3. Am Ende noch die Tomaten dazugeben und bei geringer Hitze 10 min kochen lassen. Mit Brot servieren!

Nach einer Weile wird schon bewusst, dass eine fleischlose und tierproduktlose Ernährung nicht denen vorbehalten ist, die Zeit und Geld haben. Und, dass auch eine Gourmet Cuisine nicht nur durch Tierprodukte möglich ist. Man muss ja auch Veganuary nicht unbedingt durchziehen, um auf die Nachhaltigkeit seiner Ernährung zu achten. Zumindest versuche ich es 😊.

Andere einfache leckere vegane Rezepte sind immer willkommen!

Charlotte

Niki de Saint Phalle: das Leben in Trencadis

Trencadis ist eine katalanische Art von Mosaiken, die mit Splittern und Scherben von Keramiken in einer Art geordnetem Chaos zusammengeklebt wird. Trencadis ist auch ein Prinzip, dass Niki der St Phalle durch die Jahrzehnte ihres künstlerischen Schaffens begleitet hat. Keine geraden Linien, keine strengen Winkel, nur Kurven und glückliches Durcheinander.

Um den Ursprung der Idee hinter diesem Artikel zu erklären, muss man mehrere Jahre zurück blicken auf die Zeit, wo ich als kleines Mädchen das Ludwig-Museum in Köln neben dem Dom besucht habe. Hier habe ich zum ersten Mal diese riesige dicke bunte tanzende Frau gesehen: eine der berühmten Nanas (französisches umgangssprachliches Wort, um Mädchen oder Frau zu sagen) von Niki de Saint Phalle.
Große farbige Gipsskulpturen von runden Frauen mit kurvigen Hinterteilen und Brüsten und kleinen Köpfen, die ihren Körper frei tanzen lassen und keinerlei Anstalten machen, sich zu entschuldigen für den Platz, den sie sich zurecht nehmen. Seitdem ist sie meine Lieblingskünstlerin und um das zu ehren, habe ich mir, sobald ich 18 wurde, eine Nana auf der Seite des Brustkorbs tätowieren lassen.

Nicht nur ihre Kunst habe ich immer geliebt, die viel mehr als nur Nanas ist, sondern auch ihre feministische Einstellung in der überwältigend männlichen Welt der Kunst. Und wie sie einfach alles gemacht hat, um ihren Träumen zu folgen, obwohl ihr Leben als Mutter und Hausfrau schon geplant schien. Alles in ihrer Kunst ist Emotion und man fühlt, das Schaffen war eine Notwenigkeit für sie, um weiterzuleben. Dazu war sie auch sehr engagiert für die Rechte von Afro-Amerikanern gegen das Patriarchat und in der Bekämpfung der AIDS-Krise.

Ihre Kunstwerke befassen sich mit dem Frausein, dem Leben, dem Tod, der Depression, der Sexualität und generell ihren eigenen Gefühlen und Erlebnissen. Zu den härteren Themen, die sie in ihrer Kunst inkorporiert, ist die Vergewaltigung, die sie durch ihren Vater erlebt hat in ihrer Kindheit. Niki de St Phalle verschweigt nicht die Konsequenzen dieses Traumas und inspiriert sich von ihren Weg zur Heilung um kathartische, bunte und gewaltsame Skulpturen und andere Werke zu bauen. Besonders nennenswert ist die Reihe Tirs (1961 angefangen), wo sie auf Gemälde schoss, in die sie Farbtaschen eingebaut hatte, die beim Impakt explodierten. Oder der experimentelle Film Daddy (1973), wo sie sich mit dem von ihr erlebten Inzest auseinandersetzt.

Trotz eines schwierigen Lebens voller Trauer, Gesundheitsproblemen, sowohl physisch als auch mental und Trauma, verbreiten ihre Kunstwerke unglaubliche Energie und Kraft und ganz besonders: Lebenslust. Ihre Schaffungen bringen mich immer zum Lächeln.

Einer meiner größten Träume:
Ihren „Jardin des Tarots“ in der Toskana zu besuchen. Ein riesiger Park mit Skulpturen überall, die man als Spielort betreten und benutzen kann. Es sind nie unzugängliche Kunstwerke, die man analysieren muss, um sie zu genießen; es sind Kunstwerke für die Kinder in uns. Vielleicht die wichtigste Seite des Menschen.

Charlotte Castillon

PS: Die französisch-amerikanische Künstlerin wurde 1930 geboren und ist 2002 gestorben.

Ein Hauch Farbe auf den Wänden der Welt

4 Farben werden bei der Farbdruckerei benutzt: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Wer in Berlin öfter mal den Kopf erhebt und von der Vielfalt des Berliner Street Arts fasziniert wurde, hat sie bestimmt schon mal bemerkt: diese vier 3D-Farbpunkte, die sich fast in jeder Straße von Berlin verstecken. Sehr klein und minimalistisch neben manchen riesigen komplizierten urbanen Mandalas, die CMYK-Dots vom Berliner Künstler OKSE 126 sind trotzdem nicht übersehbar.
Aus dem Augenwinkel fallen sie sehr schnell auf und kratzen den Teil des Gehirn, der die Neugier kontrolliert. Warum diese Farben? Was bedeuten sie? Was ist das Ziel?

Der Künstler OKSE 126 hat vor 22 Jahren mit Graffiti angefangen und ist mit der Zeit auf einen mehr minimalistischen Street Art Stil gekommen. Seit 2016 macht er diese sogenannten CMYK-Dots, was gerade das Hauptprojekt seiner Street Arts ist. Die Idee ist wohl einfach auf eine simple Weise aufzufallen, so eine Art Unterschrift in der Geburtsstadt des Künstlers. „The modern way of pointillism“ (Die moderne Art des Pointillismus) nennt er seine Interpretation der ausschlaggebenden Kunstrichtung, von der er sich inspiriert fühlt und die er auf seine Weise weiterentwickelt.

Aber obwohl man gerne behaupten würde, dass dieses super Projekt rein ein Berlinerisches ist, ist es leider nicht der Fall. Denn der Künstler hat sich zum Ziel gesetzt, in mindestens 100 Städten seine Punkte auszubreiten. Und hat es auch geschafft: London, Leipzig, Linz, Lissabon und viele andere Orte wurden vom Künstler beehrt. Jede Stelle hat eine Nummer, wird sorgfältig ausgesucht und von ihm dokumentiert. Sein Instagram-Kanal weist mittlerweile 1130 Punkte in 16 Ländern Europas nach.

Hier eine Karte aller gepunkteten Orte: https://cmyk-dots.com/map.html

Auch die Regenbogenfabrik hatte die Ehre gepunktet zu werden (Nr. 425) und gleich daneben an der Reichenberger Straße (Nr. 954) ist auch wieder die farbige Überraschung zu finden.
Was ich besonders mag an diesen Installationen ist: Es ist sehr einfach und ist direkt erkennbar. Die Farben sind froh und die Größe der Punkte lässt auch genug Platz für andere Kunstwerke, so dass die Punkte sich auch in jedes Kunstwerk einmischen können. Das stellt irgendwie auch perfekt dar, wofür Street Art steht: Spaß und Kunstfreiheit.

Hier die offizielle Webseite des Künstlers:
https://cmyk-dots.com/index.html

Hier ein sehr gutes Interview mit dem Künstler in der TAZ:
https://blogs.taz.de/streetart/2021/03/23/interview-mit-cmyk-dots/

Charlotte

Fotos: Charlotte und Johanna

Nachtrag von einer, die jetzt auf den Geschmack gekommen ist: Ich kannte diese Zeichen und hatte mich erinnert, dass es in der Friedelstraße auch was gab.

Jetzt im Januar habe ich noch die Formen vorgefunden, die Farben sind überstrichen.

chz

Und wenn die Aufmerksamkeit schon mal geschärft ist, dann bringt der nächste Sonntagsspaziergang gleich noch mehr Entdeckungen: