Tag des Olivenöls

In der Reihe der kuriosen Feiertage war uns der Tag des Olivenöls umgehend sympathisch. Nicht unbedingt deshalb, weil auch wir gerne mit gutem Olivenöl kochen, sondern weil es uns sofort daran erinnerte, dass auch Solidarität durch den Magen gehen kann.

Die SoliOli-Kampagne ging 2021 bereits in die sechste Runde. SoliOli entstand als solidarische Antwort auf die Krise in Griechenland. Mit dem Kauf qualitativ hochwertiger und günstiger Olivenprodukte unterstützen die Käufer:innen selbstverwaltete Projekte solidarischer Ökonomie in Griechenland.
Einmal im Jahr können die Olivenprodukte bestellt und an einer zentralen Stelle in Berlin abgeholt werden. Der Ertrag geht an politische und soziale Projekte in Griechenland.

http://solioli.de/

bunte Oliven

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung

Aktionstag am 18.9.2021

150 Jahre sind genug

Weg mit § 218 StGB

Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!

Leben und Lieben ohne Bevormundung

Christliche Fundamentalist*innen sammeln sich jedes Jahr im September zusammen mit führenden Mitgliedern der AfD am Bundeskanzleramt in Berlin, um von dort ihren so genannten „Marsch für das Leben“ zu beginnen. Sie wollen zu Verhältnissen zurückkehren, wie sie in Irland bisher geherrscht haben und in Polen Alltag sind: Sie fordern das totale Verbot des Schwangerschaftsabbruchs und die Bestrafung von Frauen sowie daran beteiligten Ärzt*innen. Nach ihrem Weltbild ist ein Schwangerschaftsabbruch „vorgeburtliche Kindestötung“ und Mord. Sie sprechen von „Babykaust“ und relativieren damit den Holocaust.

Ihr Begriff des „Lebensschutzes“ beinhaltet die totale Kontrolle der Frau* und die Herstellung der „alten Ordnung“ mit der „heiligen Familie“ im Zentrum. Mädchen* und Frauen* soll die Selbstbestimmung über ihr eigenes Leben und ihren Körper verwehrt werden. Deshalb bekämpfen sie Gleichstellung und die vielfältigen Lebensentwürfe wie Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche und zeitweilige Partner*innenschaften, Alleinerziehende und das Leben in Wohngemeinschaften mit und ohne – eigene –  Kinder. Dazu gehören auch Menschen, die weder eindeutig „männlich“ noch „weiblich“ (nichtbinär) oder trans* sind.

Es sind auch dieselben Leute, die Ärzt*innen – wie Kristina Hänel – mit Prozessen nach § 219a StGB überziehen. Wegen dieses Paragrafen aus der Nazizeit dürfen Ärzt*innen öffentlich nicht einmal mitteilen, mit welchen Methoden sie  Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Sie diffamieren Mediziner*innen als „Massentöter“, verleumden Fachkräfte auf Internetseiten und versuchen – manchmal erfolgreich – die Eröffnung entsprechender medizinischer Einrichtungen zu verhindern.

Die Gegner*innen des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch organisieren militante Aktionen wie „Gehsteigberatungen“ vor medizinischen Einrichtungen und schüchtern ungewollt Schwangere ein, die Hilfe suchen. Sie setzen Kliniken und Praxen unter Druck, keinen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen. Sie verbreiten Lügen über den Schwangerschaftsverlauf, über biologische Fakten und die psychischen Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs.

Sie machen gegen offene Sexualaufklärung an Schulen mobil. Und sie instrumentalisieren das Thema Behinderung, indem der Schwangerschaftsabbruch als Mittel zur Aussonderung von Krankheit und Behinderung dargestellt wird.

In Irland hat die Bewegung gegen den starken Widerstand christlicher Fundamentalist*innen und Konservativer einen großen Erfolg errungen: Eines der striktesten Gesetze Europas gegen Schwangerschaftsabbruch wurde gelockert. Auch in Polen gehen hunderttausende Menschen auf die Straße und europaweit finden regelmäßig Solidaritätsproteste statt, um weitere Angriffe auf die sexuelle Selbstbestimmung abzuwehren.

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung tritt  diesen reaktionären Kräften entgegen und engagiert sich um ihren wachsenden politischen und gesellschaftlichen Einfluss in Deutschland zu stoppen.

Deshalb wie jedes Jahr: der Aufruf  zur Kundgebung am Brandenburger Tor gegen den so genannten „Marsch für das Leben“

Gegen die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge

Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) stemmt sich seit Jahren gegen die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge und fordert ihre Demokratisierung. Jetzt hat sich in Berlin ein Bündnis verschiedener privatisierungskritischer Initiativen gebildet, um im Vorfeld der Wahlen mit einer Demo am 18. September den Protest gegen Privatisierungen und ihre Folgen gemeinsam auf die Straße zu bringen.

Die Folgen von Privatisierung sind in vielen Bereichen spürbar:

Mieten explodieren, in den Krankenhäusern fehlt das Personal, durch die Privatisierung des Schulbaus stocken Sanierung und Erweiterung, Kostensteigerungen drohen das BER-Desaster noch in den Schatten zu stellen. Öffentliche Daseinsvorsorge (wie zum Beispiel Krankenhäuser und S-Bahn) soll weiter privatisiert werden oder wirtschaftet selbst nach Gewinnzielen statt nach Bedürfnissen (zum Beispiel Berliner Wasserbetriebe).

Daher ruft GiB auf: Kommt zur Demo am 18. September!

„Viele Menschen, Gruppen und Organisationen wehren sich gegen Privatisierung. Es ist nötig, dass wir gemeinsam kämpfen! Am 18. September 2021 – eine Woche vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und der Bundestagswahl  – wollen wir unsere Kämpfe verbinden und gemeinsam unsere Forderungen auf die Straße tragen. Sie fordern:

  • Mehr Personal in Krankenhaus und Pflege – TVöD für alle
  • Keine Privatisierung der S-Bahn – eine S-Bahn für Alle
  • Rekommunalisierung von privatisierten und outgesourcten Bereichen
  • Private Investoren raus aus dem Gesundheits- und Krankenhausbereich
  • Gesundheit vor Gewinn – das macht Sinn!; Krankenhausschließungen stoppen
  • Entlastung und mehr Personal in Schulen und Kitas
  • Bezahlbare Wohnungen für alle – Hedgefonds am Wohnungsmarkt die rote Karte zeigen, Deutsche Wohnen und Co. enteignen.“
Fototermin bei der #unteilbar-Demo

Website zur Demonstration: https://gemeinsamaufdiestrasse.de/

Herbst der Besetzungen

2018 | BERLIN taz | Der „Herbst der Besetzungen“ hat mit einem Doppelschlag begonnen. Nachdem am Freitag etwa 70 AktivistInnen das Umspannwerk Kreuzberg, den zukünftigen Ort des „Google Campus“, besetzen, folgt am Samstag die Besetzung leer stehender Wohnungen in der Großbeerenstraße 17a. War die Aktion gegen den Internetriesen nach zweieinhalb Stunden vorbei, darf die „Hausprojektgruppe“ vorerst bleiben. Noch am Abend sagt der Eigentümer zu, die BesetzerInnen zu dulden, bis die Verhandlungen über eine künftige Nutzung abgeschlossen sind. Mindestens bis nächste Woche Freitag ist eine Räumung damit abgewendet. Weiterlesen:
https://taz.de/Hausbesetzung-in-Berlin-Kreuzberg/!5534100/

das Bild haben wir 2008 aufgenommen,
als wir eine Kiezführung entwickelten.

Für die Kiezführung hatten wir 2008 herausgefunden:
Kreuzberg, Paul-Lincke-Ufer 19-22 / Ohlauer Straße 43. Das U. wurde von 1924 bis 1928 in zwei Bauabschnitten nach Plänen von Hans Heinrich Müller (1879–1951) errichtet. Der monumentale Komplex verfügte über ein Wohnhaus, einen Transformatoren- und Kühlertrakt, eine Phasenverschieber- bzw. Maschinenhalle sowie eine Warte und das Schalthaus. Die Fassaden der Stahlskelettbauten wurden im expressionistischen Stil bzw. im Stil der Neuen Sachlichkeit gestaltet und mit buntglasierten Eisenklinkern versehen. Der seitliche Turmbau brachte dem Gebäude den Beinamen „Kathedrale der Elektrizität“ ein.
Das Werk entstand als Abspannwerk und war Teil des neuen 30-kV-Netzes für den Südosten Berlins. Hier wurde der Drehstrom heruntergespannt und über die Stützpunkte, Netz- und Trafostationen der BEWAG an die Verbraucher weitergeleitet. Bis 1984 war das Werk noch in Betrieb; dann wurde es stillgelegt. Zur Zeit erfolgt ein umfassender Umbau der denkmalgeschützten Bauten, um Möglichkeiten für kulturelle Veranstaltungen ebenso zu schaffen, wie Räumlichkeiten zur Ansiedlung junger Unternehmen, vorrangig auf dem Gebiet der „Neuen Medien“.

2021 Kreuzberg | Foto: chz

Was hier in der Zwischenzeit passiert ist, was es mit den „Neuen Medien“ dann auf sich haben sollte und wer sich engagiert hat, das schon bald in einem anderen Beitrag.