1986 | Betreuung und Auswertung des Selbsthilfeprojektes Lausitzer Str. 22a/23 von Brutus U. Kueßner

Für einen ersten Eindruck hier zum Reinschmecken das Inhaltsverzeichnung des Berichts zum Werkvertrag.

Die ersten Jahre der baulichen Selbsthilfe waren – noch in der Besetzungszeit – vor allem Sicherungsmaßnahmen und notdürftige Winterfestmachung. Mit Beginn der offiziellen Selbsthilfe musste ein Maßnahmenkatalog abgearbeitet werden. Die Qualität musste endgültig stimmen und die Koordination der Aufgaben gewährleistet sein.
Da war es schon gut, noch jemand an der Seite zu haben, der aus dem eigenen Wohnprojekt schon Erfahrung mitbrachte. Und es geht ja nicht nur um technische Fragen und Kostenkalkulation. Der Gruppendynamo muss auch immer neu justiert werden. Mut und Übermut abgewogen, was können wir selber, wo muss eine Firma ran? Was tun, wenn die Baukasse schon wieder leer, die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen ist?

Wir sind gut durchgekommen! Unserem Komplizen Ulrich Küßner sei dafür an dieser Stelle nochmal ein später Dank ausgedrückt. Der Bericht ist auch im Archiv des Museums zu finden.


Und hier sei auch nochmal an das Finale der Selbsthilfe erinnert, dass wir 1997 feiern konnten:
https://regenbogenfabrik40.blog/2021/11/30/1997-endgultige-bauabnahme-im-2-hinterhaus/

1978 | Schließung der chemischen Fabrik Albert Carl & Co GmbH

2021 Stadterkundung in der Oberlandstraße
2021 Standort der Firma Albert Carl

Der Weggang der alten Chemiefabrik ging dem Erwerb des Grundstücks durch die „AWE Gesellschaft für die Errichtung von Mieträumen mbH & Co. Zweite Immobilien KG“ voraus.

In den ersten Januartagen 2021 haben wir dann spannenderweise die Firma Albert Carl wiedergefunden in der Oberlandstraße. Inzwischen gehört sie zur CVH-Gruppe, das steht wohl für Chemie-Vertrieb Hannover.

Deren Seite wirbt: „Die CVH-Gruppe steht mit ihren Standorten Hannover, Hamburg, Berlin und Magdeburg für eine schnelle, zuverlässige Versorgung mit Grund- und Spezialchemikalien. Wir bieten Ihnen mit über 3000 Produkten in unterschiedlichen Qualitäten ein breites Produktportfolio.“

Ist schon gut, dass so was nicht mehr mitten im Wohngebiet passiert.

Das oben abgebildete Blechschild wurde im Jahr 2000 bei Bauarbeiten unter dem alten Putz entdeckt.

Kreuzberger Weihnachtsgeschichte

So erlebt am 25.12.21 um 12 Uhr

Ich sitze vorm Kiosk an der Ecke.

Da höre ich vom Haus schräg gegenüber einen lautstarken Familienstreit, der mit unbedeutenden Kleinigkeiten anfängt:

Immer machst du das so,
du dumme Kuh machst immer dieselbe Scheiße

Die Lautstärke nimmt zu
Die Ausdrücke werden kräftiger
Das Fenster ist wohl beim Kochen offen

Dann geht es um den Gänsebraten:
Der ist ja viel zu dunkel
Schon wieder hast du den verbrennen lassen
Ist doch nicht genießbar

So lange, bis ich die gebratene Gans in hohem Bogen aus dem Fenster im 2. Stock  fliegen sehe.
Dann ist’s still.

Die Gans ist sanft auf der Wiese vorm Haus gelandet.
Es vergeht eine gute Weile.
Dann kommt die männliche Streitpartei raus, schaut suchend umher, greift die Gans und trägt sie wieder zurück ins Haus.

Dietmar