Einladung Onlinediskussion 18.1.2022  – Austausch der stadtpolitischen Bewegung – was kommt 2022?

Ein Neues Jahr hat begonnen. Für uns stellt sich die Frage, wie es in den nächsten Monaten mit der Berliner Mieter:innen-Bewegung weiter weitergeht?

Dazu laden wir (Bündnis gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung Berlin) euch am 18.01.2022 herzlich ein, mit uns zu teilen, woran ihr derzeit arbeitet, wie gegenseitige Unterstützung aussehen kann und was ihr in den nächsten Monaten vorhabt:

18.01.2022 – 19 Uhr – Onlineaustausch der Berliner stadtpolitischen Bewegung:

https://viko.iniforum-berlin.de/b/san-xap-zsa-ufq

Die Ausgangssituation in Berlin hat sich geändert. Eine neue Bundesregierung, aber auch die neue Landesregierung stellen die Weichen auf Bauen, Bauen, Bauen. Da Wohnraum eine Ware bleibt, werden also neue Kapitalanlagen entstehen und in der Nebenwirkung vielleicht auch ein wenig günstiger Wohnraum.

Zeitgleich fallen mehr Wohnungen aus der Sozialbindung, als günstig neu gebaut werden. Bodenspekulation bleibt weiter attraktiv, wird kaum besteuert und drückt die Mieten weiter nach oben.

Steigende Energie- und Modernisierungskosten werden einseitig den Mieter:innen auferlegt, obwohl der Kampf gegen den Klimawandel die ganze Gesellschaft herausfordert. Es sind weiterhin tausende Menschen obdach- und wohnungslos, während spekulativer Leerstand existiert. Vor den Bundesgerichten wurden wesentliche gesetzgeberische Fortschritte der letzten Jahre kassiert. Kurzum, die Mieten und Profite steigen weiter, Menschen sterben auf der Straße und viele haben Angst um ihre Wohnung.

Gleichzeitig entstehen aber immer weitere Hausgemeinschaften und Kiezversammlungen. Die Mietervereine wachsen und eine Mieter:innengewerkschaft hat sich gegründet.

Im letzten Jahr gab es eine sehr kräftige Demo nach dem Kippen des Mietendeckels. Und der Volksentscheid für die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne (Deutsche Wohnen Enteignen) hat bravourös gewonnen! – nur gibt es keine Regierung, die gewillt ist, diesen Volksentscheid umzusetzen…

Unser Bündnis wird am 18.01.2022 den Vorschlag einbringen, dass wir uns in Berlin am „Housing Action Day“ am letzten Märzwochenende beteiligen. Damit folgen wir einem Aufruf der europaweiten Vernetzung „Action Coalition for the Right to Housing and to the City“ (Aktionsbündnis für das Recht auf Wohnen und Recht auf Stadt: https://housingnotprofit.org/).
Das Datum nimmt Bezug auf das Ende des Wintermoratoriums für Zwangsräumungen in Frankreich. In den letzten Jahren fanden zu diesem Anlass Großdemos in Berlin und anderen deutschen und europäischen Städten statt. Was dieses Jahr in Berlin zum europaweiten Housing Action Day am 26.03.2022 stattfinden könnte, ist aber offen:
Eine Demo, eine Konferenz, eine Aktionswoche, dezentrale Kundgebungen… – alles ist möglich.

Was wollen wir also tun, um als Mieten- und stadtpolitische Bewegung erneut ein starkes Zeichen zu setzen? Was wollen wir tun, damit die Mieten sinken, das Menschenrecht auf Wohnen umgesetzt wird und wir in einer solidarischen Stadt leben können? Wie können wir uns Mieter:innen darin bestärken, weiter für unsere Rechte zu kämpfen? Wie wollen wir die wärmende Kraft der Solidarität entfachen und in andere Städte Deutschlands und Europas erstrahlen lassen?

Kommt am 18.01.2022 ab 19 Uhr zum Onlineaustausch der Berliner stadtpolitischen Bewegung:

https://viko.iniforum-berlin.de/b/san-xap-zsa-ufq

Geburtstagskind des Tages – Claudia

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Ich bin seit August 2010 auf der Fabrik, mit kurzer Unterbrechung nach der Geburt von Rosalie im März 2011. Ich war erst im Café … eine echt lange Geschichte, die wohl einen eigenen Fragebogen bräuchte. Jetzt bin ich schon das dritte Jahr in der Kita und das ist auch gut so :).

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Gerne sitze ich, besonders im Frühling und Sommer, entweder vorne am Rand des Podestes oder hinten auf dem Poller, an den Baum gelehnt, mit Blick über den Hof. Wenn dann noch eine leichte Brise weht und das Rauschen der Blätter zu hören ist, einfach perfekt!
Schön ist es auch, in lauschiger Runde zusammen zu sitzen, bei guter Stimmung. Dann ist es egal, wo ich sitze; dann wird alles zum Lieblingsort in der Fabrik.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Leben | gemeinsames kollektives Leben|Lebensbeziehung

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Ich fand die Linsensuppe immer super und der Fisch… – mmmh.

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Eine lange gesicherte glückliche Zukunft. Dass sie immer in Bewegung bleibt. Solidarische Menschen mit dem gewissen Blick über den Tellerrand, die gemeinsam den Widrigkeiten des Lebens trotzen!

in memoriam – Suse

Wann ist Suse in der Regenbogenfabrik angekommen? War es in den 90er Jahren? Gerne war sie Gast im Café und hat sich dort immer willkommen gefühlt und ist schnell mit allen dort warm geworden. Als sie kam, hatte sie schon ein buntes Leben hinter sich, unter anderem hatte sie als Erzieherin gearbeitet.

Als wir mit dem deutsch-polnischen Begegnungsprojekt begannen, haben vor allem die „Kochevents“ für Begegnung gesorgt. Suse war gern mit von der Partie, wenn wir gemeinsam 12-gängige Weihnachtsmenues nach polnischer Art kochten und verputzten. Einmal sind wir dafür sogar bis nach Bartoszewo, nördlich von Stettin, gefahren.

Auch für eine Ausstellung zu grünen Höfen in Kreuzberg sind wir gemeinsam nach Stettin. Im Stadtteil Turzyn, im Restaurant Cutty Sark, haben wir damals auf die Eröffnung angestoßen.

Zum 20. Geburtstag der Regenbogenfabrik gab es ein besonderes Präsent: Ewa Maria hatte sich ein Praktikum für neue Medien organisiert und sie hatte uns zum Geschenk gemacht, eine Präsentation der Regenbogenfabrik zusammenzustellen. Um alle Informationen zusammenzutragen und gemeinsam zu editieren, haben sich Suse und Ewa Maria für Monate jede Woche getroffen. Die Präsentation der CD Rom fand dann im Dezember 2001 im Kino statt. Die damals neuen Medien sind inzwischen ziemlich überholt; es gelingt nicht, euch das schöne Produkt übers Netz zur Verfügung zu stellen. Doch eine Seite können wir hier zeigen:

2001 | Auszug aus der Jubiläums-CD

Auf den weiteren Bildern ist Suse bei verschiedenen Hoffesten zu sehen, dabei ist vor allem sichtbar, dass sie über Jahre eine große Marmeladenproduktion gestemmt hat. Das war superbeliebt und wir haben alle bedauert, als es ihr irgendwann zu viel wurde und sie nur noch im kleinen Maßstab produzierte.

Schlussendlich hat sie noch für Jahre im Buchladen Anagramm gearbeitet und diese Tätigkeit sehr geliebt. Ein Tipp von ihr war immer Gold wert, sie hat immer viel Verständnis dafür gehabt, was für die Kinder interessant war.

Ach, im Jahr 2018 ist dann Achim gestorben, mit dem sie schon seit einer Weile zusammen war. Lang hat es dann nicht mehr gedauert, nach acht Monaten ist sie ihm schnell hinterher.

chz