August Bebel oder: Der revolutionäre Sozialdemokrat

August Bebel (1840 – 1913) schloss sich als Handwerksgeselle der Sozialdemokratie an und wurde schnell zu einem ihrer bedeutendsten Vertreter. Ab 1867 war er Abgeordneter im Reichstag und Präsident des Verbandes Deutscher Arbeitervereine, ab 1890 einer der beiden Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).

Oft wird Bebel als »Arbeiterkaiser« bezeichnet, was ihm vermutlich nicht gefallen hätte, da er ein entschiedener Gegner der Monarchie war. Er trat ein für Sozialismus, Vergesellschaftung und die Gleichberechtigung der Geschlechter und bekämpfte Kapitalismus, Militarismus, Antisemitismus und Kolonialismus bis zu seinem Tode im Jahr 1913.

Im Juli 2023 ist im Karl Dietz Verlag Berlin eine neue Biografie erschienen.

Wir haben die Autorin gebeten, uns das Buch vorzustellen.

Gisela Notz
Historikerin, Sozialwissenschaftlerin und Aktivistin. Sie war bis 2007 am Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung tätig und hat unter anderem zur Geschichte der Frauen-, ArbeiterInnen und Alternativbewegung publiziert. Seit 2003 ist Gisela Notz Herausgeberin eines Frauenkalenders mit Postkartenset zu Wegbereiterinnen einer emanzipatorischen Frauenbewegung. Diesen Kalender haben wir zu seinem 20-jährigen Jubiläum besonders gefeiert.

https://regenbogenfabrik40.blog/2021/10/30/wegbereiterinnen-xx/

Die Lesung wird musikalisch begleitet von Christa Weber und Stefanie Rediske.

Christa Weber
Autorin, Schauspielerin und Mitbegründerin des Weber-Herzog-Musiktheaters. Sie war u.a. engagiert am Thalia-Theater Hamburg, Ruhrfestspiele Recklinghausen, am Zürcher Schauspielhaus, am TdJ/Münchner Kammerspiele; schreibt Erzählungen und Hörspiele (SWR und Radio Bremen), Theaterstücke und Libretti (z.B. Oper Dortmund, Sächsische Staatsoper Dresden, Komische Oper Berlin).

Begleitet wird sie von Stefanie Rediske, die musikalische Leiterin des Berliner Kabarett „Klimperkasten“ war und als Liedbegleiterin mehrerer Künstlerinnen tätig ist.

Auch Christa Weber hatten wir schon zu Gast in der Regenbogenfabrik:
https://regenbogenfabrik40.blog/2021/10/12/lizzy-will-es-wissen/

Vielleicht wird auch Stefanie Rediske nach dem Abend Lust haben, uns in RegenbogenKino wieder die Ehre zu geben?

Christine Ziegler

Mit voller Energie – Tag des offenen Denkmals 2023

Am Sonntag, dem 10. September ist es wieder soweit. Wir beteiligen uns am Tag des offenen Denkmals. Und das bereits zum 19. Mal.

Hier eine kleine Rückschau mit den Plakaten der vergangenen Jahre:

https://regenbogenfabrik40.blog/2021/06/18/denkmal-unterm-regenbogen/

Das Motto lautet 2023: Voller Energie

Dies alles erwartet Euch:

Ab 14:00 Basar

15:00 Führung durch unser Denkmal
– Treffpunkt an der Straße15:00 Kasper-Theater
„Der Kasper und die verlorene Energie“ – 30 Minuten Kasper Theater vom „Kasper Theater Rixdorf“ im Kino –

16:00 Diskussion: Mit voller Energie in die Wende
Energie war und ist ein entscheidendes Elixier
gesellschaftlicher Entwicklung, verschafft körperliche Erleichterung und fördert damit individuelle Freiheit. 1877 wurde das, was heute die Regenbogenfabrik ist, als Dampfsägewerk erbaut.

17:00 Livemusik mit „The Bollards“ | Country

19:00 Film „Der laute Frühling – Gemeinsam aus der Klimakrise“ | Regie: Johanna Schellhagen – Infos zum Film

Von der Kreuzberger Mischung zu „Hype and Hide“

Was heute als gelungene Vermischung von Wohnen und Gewerbe neu geschätzt wird, war in den 60er Jahren in Verruf geraden: die Kreuzberger Mischung. Diese Art der Stadt-Bebauung in Mischform aus Wohnen und Gewerbe. Von außen sieht die Passantin die Blockrandbebauung, die Vorderhäuser, denen sich Seitenflügel und einen bzw. mehrere Hinterhöfe anschließen. In einer baulichen wie sozialen „Dreigliederung“ diente das Vorderhaus mit bürgerlicher Fassade als Wohnraum für das Bürgertum (Kaufleute, Beamte, Wohnungseigentümer), während die Seitenflügel in deutlich einfacherer Bauweise für das günstige und bescheidene Wohnen der Arbeiter und Rentner vorgesehen war. Im Hinterhaus bzw. in der Remise waren kleine Gewerbe, Manufakturen, Fuhrunternehmen, Reparatur- und Produktionsbetriebe ansässig. (Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mischung)

Am Kottbusser Tor und an der Prinzenstraße kann besichtigt werden, was stattdessen als gute neue Stadt gedacht war. Weiter rein nach SO 36 kam es dann anders. Ein Kunstprojekt erinnerte in den 80er Jahren daran, dass hinter den Wohnhäusern auch produziert wurde.

An der Ecke Reichenberger/ Lausitzer weisen diese Erinnerungen nun ins Leere. Eine neue Baustelle überdeckt zum Teil die Mosaike.


Das Gewerbe wurde mit hohen Mietforderungen vertrieben (Merke: Wir brauchen Mieterschutz auch im Gewerbe!)

Im Berliner Mietermagazin vom Mai 2023 wurde zu dieser Adresse berichtet:

Das Vorderhaus umschließt mit den Häusern Reichenberger Straße 140/141 und Lausitzer Straße 11-15 einen großen, gemeinsamen Hinterhof, ursprünglich eine klassische Mischnutzung mit Wohnungen vorne und Gewerbe in den Hinterhöfen. Nach dem Krieg wurden die Gebäude von der ehemals gemeinnützigen Aktiengesellschaft Gagfah errichtet, die ihre Bestände 2004 an den US-Investor Fortress verkaufte. Sie werden heute von der Blaczko Hausverwaltung bewirtschaftet. Der Hof blieb frei und bot den Wohnungen viel Sonnenlicht. 2015 wurde die Reichenberger 142 verkauft. Die Gewerbebetriebe wurden nach und nach durch überhöhte Mietforderungen vertrieben. 2016 musste auch das Kollektiv „werkstatt für metallbearbeitung drittwerk“ nach langen Scherereien mit dem Eigentümer raus. Sie wären gern geblieben. Es gab Pläne, dass sie das Gebäude selbst übernehmen. Schließlich wurde abgerissen. Solche Verdrängungs-Episoden hinterlassen Narben, die im Kiez nicht vergessen werden.

weiterlesen: https://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2023/me-single/article/wer-hier-kauft-kauft-aerger/

Das soll die neue Kreuzberger Mischung werden? Nachverdichtung ist womöglich keine so schlechte Idee, wenn wir verhindern wollen, dass die Stadt sich immer weiter ins Land frisst. Doch weshalb sollen dies Wohnungen sein, die anderen das Licht wegnehmen und die bis zu 2,5 Millionen kosten? https://www.hype-and-hide.de/

Sozial geht anders. Das muss immer neu ausgesprochen und bekämpft werden. Hört auf, das Wohl der Stadt bei Immobilienimperien zu suchen. Es gibt genug andere Wege der sozialen Stadtentwicklung.

DIE HÄUSER DENEN, DIE DRIN WOHNEN!

Text und Fotos: Christine Ziegler

Nun steht auch die neue Bühne!

Im späten Frühling 2023 haben wir berichten können, dass unser Bühnenhügel wieder hergestellt werden konnte. Viele Regenbogenfreund:innen haben uns unterstützt, Material und Arbeitszeit zu finanzieren.

Nun folgte aus eigener Kraft die Erneuerung der Bühne selbst. Baugruppe und Holzwerkstatt haben ihre Kräfte vereint, die alten Bretter entfernt und die Bühne größer und flotter neu aufgebaut.

Die Kinder der Kita haben den Platz für sich schon gleich wieder entdeckt, doch auch die erste Kulturveranstaltung hat bald stattgefunden.