Wasser ist ein Menschenrecht

Tesla Good bye!

Aktive der Wassertafel Berlin-Brandenburg protestierten am 13. August am Brandenburger Tor gegen die im Bau befindliche Großfabrik des Automobilherstellers Tesla in Brandenburg. Mit einer Kundgebung machten sie auf die Gefährdung des Wassers und der ökologischen Ressourcen in Berlin-Brandenburg durch die Tesla-Gigafactory aufmerksam.

Neben Redebeiträgen wurde eine Performance geboten, bei der sich die Berliner Bevölkerung, vertreten durch den Berliner Bär, und Elon Musk, repräsentiert durch den Wolf (mit noch ein bisschen Schafspelz), gegenüberstanden. Dabei zeigte sich der Berliner Bär besonders beunruhigt über den neuen Antrag von 13 600 Seiten (sic!) für die Errichtung der E-Autofabrik und der weltweit größten Batteriefabrik in Grünheide. Er forderte die Brandenburger und Berliner Bevölkerung auf, bis zum 19.8. Einwendungen beim Brandenburger Landesamt für Umweltschutz (LfU) einzureichen.

Gerlinde Schermer, Ökonomin und Sprecherin des Berliner Wassertisch sagte in ihrer Rede am Brandenburger Tor: „E-Motoren, Elektromobilität und deren Potenziale werden ‚glorifiziert‘, Probleme dagegen verschwiegen oder verharmlost. Tesla in Grünheide bedeutet gigantischer Wasserverbrauch in einer der trockensten Regionen Deutschlands, in der der Grundwasserspiegel seit drei Jahren sinkt! In einer Region mit höchster Wald-Brandgefahr, wo demnächst diverse Brunnen und Zugangswege zu Löschwasser gebaut werden sollen. Tesla schweigt über die Giftstoffe und Chemikalien, die in der Fabrik eingesetzt werden. Dies alles geht gar nicht im Kernbereich der Daseinsvorsorge!

Unterdessen traf sich Tesla-Chef Elon Musk am Mittwochabend mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Steinbach und Ministerpräsident Woidke. Auch Armin Laschet plant einen Besuch der Gigafactory. Er und Musk werden sich auf der Tesla-Baustelle treffen. Nachdem Minister Steinbach prinzipiell keine Hindernisse für eine endgültige Genehmigung sah, Bundeswirtschaftsminister Altmeier die deutsche Industrie gar zur Nachahmung des Vorgehens von Elon Musk aufforderte, ist zu befürchten, dass das Tesla-Beispiel Schule machen soll.

Vor diesem Hintergrund forderte die Pressesprecherin Ulrike von Wiesenau die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung vor Baubeginn und eine Transparenz der Planung auf allen Verfahrensebenen: „Eineinhalb Jahre nach Baubeginn liegt für die Tesla-Gigafactory noch immer keine endgültige Bau- und Betriebsgenehmigung vor. Stattdessen wird mit „Zulassungen vorzeitigen Beginns“ immer weiter gebaut. Aktuell ist eine Batteriefabrik im Wasserschutzgebiet geplant und nach bisher 16 vorzeitigen Zulassungen die Gigafabrik zu fast 80% fertiggestellt. Auf diese Weise werden Tatsachen geschaffen, ohne die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit jemals untersucht zu haben. Bis zur Erteilung einer endgültigen Genehmigung darf es jetzt keine weiteren Teilgenehmigungen mehr geben.

Vertreterinnen des Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg (VNLB) und der BI Grünheide zogen Bilanz:
Manu Hoyer: „Tesla gefährdet das Trinkwasser auch der BerlinerInnen, denn Wassergefährdung hält sich nicht an Ländergrenzen. In Wasserschutzgebieten mit hochtoxischen Stoffen zu hantieren, geschützten Mooren und Sümpfen Wasser zu entziehen und die schon arg gebeutelte Spree mit Abwässern zu belasten, wird sich auch am Wasserhahn der Berliner bemerkbar machen.“
Heidemarie Schröder: „Tesla in Grünheide bedeutet das falsche Produkt vom falschen Investor am falschen Standort. Zu Landschaftszerstörung und Wassergefährdung für Elektro-SUVs sagt die BI-Grünheide „Nein danke“ und setzt stattdessen auf wirklich tragfähige Zukunftstechnologien zur Mobilitätswende“.

Die Wassertafel BB fordert die Klärung aller noch offenen Probleme, die die Brandenburger und Berliner Bevölkerung beunruhigen:
Die Gefährdung des Wasserhaushaltes in einer der trockensten Regionen Deutschlands, die Gefährdung des Trinkwassers der Berliner*innen durch Einleitung des Abwassers in die Spree und die Gefährdung des Grundwassers unter dem Fabrikgelände. Eine Offenlegung aller das Wasser gefährdenden Stoffe, die bei der Produktion der Autos und der Batterien eingesetzt werden und entstehen sowie die Vorlage einer Planung, wie diese entsorgt werden sollen, auch Konzepte zum Umgang mit Störfällen.

„TESLA, GOOD BYE!“ skandierten die Teilnehmenden der Kundgebung am Brandenburger Tor und brachten damit ihre Sehnsucht nach der Förderung und Ansiedlung wirklicher Zukunftstechnologien in unserer Region zum Ausdruck.

Vielen Dank für die Dokumentation der Aktion an

Mehr Informationen: https://wassertafel.org/

Und inzwischen ist auch ein tolles Video von der Veranstaltung veröffentlicht worden!

Der Stoff, aus dem wir sind – reloaded

– Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen

Buchvorstellung: Fabian Scheidler im Gespräch mit Ute Scheub

Aufzeichnung

Die Veranstaltung findet bei gutem Wetter im Hof der Regenbogenfabrik statt.
Willkommen getestet, geimpft, genesen!
Parallel ist auch die online-Teilnahme möglich. Wenn es regnet oder die Prognose danach aussieht, findet die Veranstaltung nur online statt.
Schaut bitte tagesaktuell auf unsere Webseite http://www.regenbogenfabrik.de oder Twitter: @rbf_xberg, ob Ihr Euch auf den Weg macht oder vor dem Computer zu Hause bleibt.

Ökologische Krise und Klimachaos bedrohen die Zukunft der Menschheit.
Eine der Ursachen dafür ist ein technokratisches Weltbild, das die Natur zu einer beherrschbaren Ressource in der Hand des Menschen degradiert.

Fabian Scheidler zeigt in einer faszinierenden Reise durch die Geschichte der Wissenschaften, dass diese Auffassung der Natur ein tödlicher Irrtum ist.

Mit einem überraschenden neuen Blick auf das Leben, die Wissenschaft und uns selbst eröffnet dieses Buch Perspektiven für einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel.

Fabian Scheidler studierte Geschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin und Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/M. Seit 2001 arbeitet er als freischaffender Autor für Printmedien, Fernsehen, Theater und Oper.
2009 gründete er mit David Goeßmann das unabhängige Fernsehmagazin Kontext TV, das u. a. von Noam Chomsky unterstützt wird und regelmäßig Sendungen zu Fragen globaler Gerechtigkeit produziert. Zahlreiche Vortragsreisen zu Globalisierungsthemen im In- und Ausland.
Veröffentlichungen u.a. in den Blättern für deutsche und internationale Politik, Otto-Brenner-Medienpreis für kritischen Journalismus (2009), Programmkoordinator des Attac-Bankentribunals an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (2010).

Als Dramaturg und Theaterautor arbeitete er viele Jahre für das Berliner Grips Theater.
2013 wurde seine Oper „Tod eines Bankers“ (Musik: Andreas Kersting) am Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz uraufgeführt. 2015 erschien Fabian Scheidlers Buch „Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde.
Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen wählte es zu den „TOP 10 der Zukunftsliteratur“. 2017 folgte „Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen“, das über mehrere Wochen in der Spiegel-Bestsellerliste Wirtschaft rangierte.
2019 veröffentlichte Fabian Scheidler den Foto-und Essayband „Die volle und die eere Welt“ sowie, als Herausgeber, „Der Kampf um globale Gerechtigkeit“.

Ute Scheub ist als Journalistin und Autorin für den Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau, die Süddeutsche Zeitung und Der Freitag tätig.[5] Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern der taz und war dort Redakteurin im Ökologieressort, dann in der Nachrichtenredaktion. Später arbeitete sie in den Lokalredaktionen Hamburg und Berlin, zuletzt war sie dort Frauenredakteurin. Seit 1997 arbeitet Ute Scheub wieder als freie Journalistin und Publizistin.

Räumung der Kiezkneipe Syndikat

Mit einem Großaufgebot räumte die Polizei am 7. August die Neuköllner Kiezkneipe Syndikat. 700 Polizisten im Einsatz, verstärkt durch Hubschrauber, weiträumige Absperrungen und Einrichtung einer roten Zone – ein gewaltiger Einsatz gegen tausende solidarische Nachbar*innen und andere Protestierende im Auftrag einer Spekulanten-Briefkastenfirma. Nach 35 Jahren ist das Syndikat in der Weisestraße Geschichte. Der Kampf für eine Stadt von unten, für mehr Syndikate, für autonome Freiräume und für den Erhalt aller von Zwangsräumung bedrohten Projekte und Mieter*innen geht weiter.

„Es klingt jetzt vielleicht pathetisch, aber es ist ein bisschen so, als wäre hier das Herz aus dem Schillerquartier herausgerissen worden. Und das halt nur, weil man aus Geld noch mehr Geld machen muss. Ich kann das eigentlich immer noch nicht fassen.“
Elsa Marlene H, Nachbarin (in: Interview mit Madlen Haarbach, Tsp Leute)

Hunderte Unterstützer*innen hatten die Nacht über noch versucht, die Strasse für den anrückenden Gerichtsvollzieher zu blockieren und die Zwangsräumung zu verhindern. Das Syndikat war 35 Jahre fest im Neuköllner Schiller-Kiez verankert und musste sich am Ende juristisch und politisch gegen ihre Kündigung durch die zunächst anonymen neuen Eigentümer wehren. Dem Kollektiv gelang es, ein mafiöses Briefkastengeflecht und Immobilienimperium der britischen Milliardärsfamilie Pears (Pears Global) aufzudecken, verweigerte die Übergabe der Schlüssel und behielt den Betrieb noch mehr als ein Jahr weiter aufrecht. Schliesslich setzten knapp 1000 Polizisten mit Wasserwerfern und Hubschraubern gewaltsam die Räumung durch. https://berlin-besetzt.de/#!

Widerstand und Repression in Chile

Soli-Veranstaltung

Fr., 30.07.2021 | 19:00 | Im Hof

Seit Oktober 2019 gibt es in Chile zahlreiche Proteste, die das während der Pinochet-Diktatur eingeführte Wirtschaftsmodell verändern wollen.
Die Menschen sind auf die Straße gegangen, um „ein Leben in Würde“ zu fordern, was von den Polizeikräften unter der Regierung von Sebastián Piñera brutal unterdrückt wurde. Die Repressionen haben jedoch nicht ausgereicht, um die Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Die chilenischen Fotografinnen Nicole Kramm und Sofia Yanjari sind in Berlin zu Gast und wir wollen mit ihnen über ihre Arbeit sprechen, da sie die sozialen Proteste und polizeiliche Repression dokumentieren.

Nicole Kramm ist auch Teil der Koordinationsgruppe „Opfer von Augentraumata“ und ist eine feministische Aktivistin, die Teil der Gruppe „8M“ ist.

Wir möchten in der Veranstaltung über die aktuelle Situation in Chile informieren und die Koordinationsgruppe „Opfer von Augentraumata“ sowie die Reise der beiden Fotografinnen unterstützen.

https://www.regenbogenfabrik.de/kultur-news-anzeigen/widerstand-und-repression-in-chile.html

Veranstalter: Rayuela Kollektiv, unterstützt durch Regenbogenfabrik.