7.10.2012 | Besetzung am Oranienplatz

2012 war der Oranienplatz das Ziel der für ihre Rechte demonstrierenden Geflüchteten, die nach einem vier Wochen dauernden und 600 Kilometer langem Protest-Marsch aus Würzburg kommend Berlin erreichten. Hier schlugen sie ihre Zelte auf und erklärten den Platz für besetzt und blieben eineinhalb Jahre lang. Der Protest der Refugees richtete sich gegen die Residenzpflicht, wonach Flüchtlinge sich nur in einer bestimmten Region in Deutschland aufhalten dürfen. Zudem forderten sie einen Abschiebestopp, Arbeitserlaubnisse und die Abschaffung von Gemeinschaftsunterkünften.

Mit Unterstützung vieler politischer Gruppen konnten sie vom O-Platz aus ihre weiteren Aktionen planen und durchführen: Hungerstreik am Brandenburger Tor, Besetzung der Nigerianischen Botschaft, sogenannte Revolutionäre Bustouren zu anderen Städten, viele Demonstrationen und Kundgebungen. Durch die Initiative einiger Lokal-Politiker:innen mit entsprechender Begleitung durch die Presse wurden die Besetzer:innen nach eineinhalb Jahren bewusst getäuscht, belogen und gespalten, so dass dann eine Räumung mit Polizeigewalt möglich wurde.
Wenige Geflüchtete erkletterten Bäume und hielten bis zu 22 Tage lang einen Hungerstreik durch – andere besetzten die leerstehende Gerhard-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße, die dann auch wieder gewaltvoll geräumt wurde.

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Foto: Andrea Linss

Nach der Räumung des Flüchtlingscamps am Oranienplatz am 8. April 2014 bleiben einige Geflüchtete – darunter Napuli Paul Langa. Die sudanesische Aktivistin harrt über fünf Tage auf einem Baum aus – trotz Wind und Wetter. Sie steht dafür, dass der Senat – anders als er es darstellt – keine Einigung mit den Flüchtlingen erreicht hat; dafür, dass der Protest weitergehen soll.
Seit der Räumung hatten Polizisten den Platz umstellt und verhindert, dass Anwohner:innen oder andere Aktivist:innen mit Napuli sprechen oder ihr etwas zu essen bringen. Zu ihrer Unterstützung begannen einige Flüchtlinge einen Hungerstreik.
Am 13. April schließlich verlässt Napuli ihre besetzte Platane, nachdem sie von Berlins Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) schriftlich bestätigt bekommen hat, dass die Flüchtlinge erneut ein Info- und Protest-Veranstaltungszelt auf dem Platz aufstellen dürfen.

https://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/130414napuli_langa.html

und heute:

https://oplatz.net/no-lager-nowhere-aktionstag-am-9-oktober-2021/

Circus Lesvos

„Wenn die Kinder nicht zu uns dürfen, dann müssen wir zu ihnen kommen“

Für junge Menschen auf Lesbos eine neue Perspektive schaffen und kreative Schutzräume ermöglichen – das ist das Ziel von CIRCUS LESVOS.

Jetzt informieren und spenden!

Spendenkonto:
GrenzKultur gGmbH, DE15100205000001208410
BIC: BFSWDE33BER, Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck: CIRCUS LESVOS

Was tun, wenn der Chef mobbt?

Ok, in der Übersicht der verschiedensten Jahrestage sind wir auch auf den Tag der gewaltfreien Kommunikation gestoßen. Der 6.10. ist Geburtstag von Marshall B. Rosenberg. Rosenberg war Gründer des gemeinnützigen Center for Nonviolent Communication und international tätiger Mediator. Er hat das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK), englisch Nonviolent Communication (NVC), entwickelt.

Die GFK steht in der Tradition der klientenzentrierten Psychotherapie, die Rosenbergs Lehrer Carl Rogers entwickelte. Das aktive Zuhören steht bei Rogers im Mittelpunkt, die GFK geht jedoch über den gesprächstherapeutischen Rahmen hinaus. Beeinflusst ist die GFK auch von Mahatma Gandhi und seinen Überlegungen zur Gewaltfreiheit, Ahimsa genannt, die auf den Upanishaden, einer Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus, basieren. Viele Elemente der GFK finden sich auch in anderen Konfliktlösungstechniken, wie im Gütekraft-Konzept von Martin Arnold, der Mediation und den Win-Win-Strategien.

2011 haben wir einen Workshop zu Kommunikation organisiert. Drei Menschen aus dem Mediationsbüro Mitte haben uns in dieser Kommunikationsform geschult. Wir halten es für ein gutes Konzept für ein Kollektiv, dass solidarisch die Konflikte lösen, den sozialen Zusammenhalt stärken und versteckte Hierarchien loswerden will.

Und dann gibt es eben Konflikte, da ist Hopfen und Malz verloren. Und da ist ein Machtgefälle, darin ist die Veröffentlichung der eigenen Befindlichkeit keine Option. Für Beistand sorgen können dann Organisationen wie work watch.

work watch ist ein eingetragener Verein, der 2012 gegründet wurde. Die Aktivist:innen beraten und unterstützen Betriebsratsgremien und engagierte Mitarbeiter:innen, die von ihren Vorgesetzten systematisch mit bewusst gestreuten Gerüchten, fragwürdigen Abmahnungen, haltlosen Kündigungen, Androhung von Regressforderungen, Erpressung und manchmal auch mit dem Einsatz von Detektiven drangsaliert werden. Spenden sind immer willkommen!

2016 | Globale Gerechtigkeit auch in der digitalen Welt

Erinnerung an die Veranstaltung mit

Lina Ben Mhenni, Tunesien
Bloggerin. Aktvistin der tunesischen Rebellion. Berichtet von ihren Erlebnissen und setzt sich kritisch mit den damaligen Erfahrungen der Flash-Mob-Mobilisierung auseinander.

Anivar Aravind, Indien
Aktivist der Widerstandsbewegung gegen den Versuch, ein neokoloniales Internet in Indien zu etablieren. Beschreibt die Entwicklung des überraschend erfolgreichen Kampfes gegen den Goliath Facebook.

Yves Ndangano, Republik Kongo
schuftete in Coltan-Minen. Bereist jetzt als Schauspieler, Tänzer, Sänger und Musiker mit eigenem Ensemble die Region Goma/Nord-Kivu. Unterstützt den Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung.

Mittwoch, 5. Oktober 2016 | 19 Uhr
Regenbogenfabrik
Lausitzer Str. 22
Veranstaltet von: BUKO, Hamburg
Unterstützt von: Katholischer Fonds
Local Hero: Regenbogenfabrik

Zum weiterlesen und drüber nachdenken, die Schnittstelle liefert auch weiterführende Links: https://schnittstelle.berlin/2016/10/02/globale-gerechtigkeit-auch-in-der-digitalen-welt/