Jedes Ding braucht ein gutes Fundament, um ein gescheites Standing zu haben. Große Löcher müssen dafür gegraben werden und es war nicht einfach in dieser Kreuzberger Bodenmischung durchzukommen. Danke Liri für diesen letzten großen Einsatz in deinem Freiwilligenjahr! Dann dauerte es noch ein Weilchen, bis das Tor aus der Zinkerei gekommen ist. Wir konnten es schon in Augenschein nehmen.
Liri kämpft sich durch den Kreuzberger Untergrund
Die Fundamente hatten noch Zeit, richtig durchzutrocknen, dann ging es an die Montage der Torpfosten.
So, die Pfosten stehen, nun kann bald ein Tor daraus werden. Et voilà!
Und jetzt? Ein Schloss noch und dann auch etwas mehr Farbe, oder? Ist doch Regenbogenfabrik, da ist der Name Verpflichtung.
Und zu guter Letzt der Blick in die Vergangenheit:
1984 | Blick zurück, da war das alte Tor noch da, fast an der gleichen Stelle
Vier israelische Jugendliche zu Gast in der Regenbogenfabrik im Januar 2004
Die Geschichte beginnt mit drei Rätselfragen, also wie im Märchen: Sie sind noch nicht volljährig und doch schon Botschafter:innen ihres Landes. Wer sind die vier? …. Sie sind Schwestern und Brüder und doch nicht miteinander verwandt. Wer sind die vielen jungen Leute? …. Sie sind die Eltern und doch nicht Mutter und Vater. Wer sind die beiden?
Es begab sich zu einer Zeit…. Quatsch, das ist kein Märchen. Jedenfalls kein richtiges. Aber vielleicht doch ein kleines. Vier junge Leute kommen im Januar 2004 nach Deutschland. Sie sind eingeladen, als jugendliche Botschafter:innen ihres Landes mit jungen Leuten in Deutschland zu sprechen. Die vier, das sind drei Mädchen und ein Junge, zwei muslimische und zwei jüdische Israelis, 16 und 17 Jahre alt. Sie heißen Noy, Bissan, Yehuda und Heba.
Israel. Viele von uns denken da wohl zuerst an die Spannungen und Konflikte. Die Nachrichten liefern uns immer und immer wieder die „passenden“ Geschichten. Was viele Leute hier in Deutschland kaum erfahren, sind die vielen anderen Geschichten. Israel ist viel mehr. Schon durch die unterschiedlichen Wurzeln der 4 jungen Israelis ergaben sich in den Januartagen des Jahres 2004 spannende Einblicke. Und zwar für alle Seiten. Denn wie sieht die andere Perspektive aus? Was denken Menschen in Israel über Deutschland? Es gab also gute Gründe, mit diesem Projekt Jugendliche aus Israel und Deutschland ins Gespräch zu bringen, Vorurteile abzubauen, Wissen zu teilen, kontrovers zu diskutieren, Kontakte zu ermöglichen. Aber es wurde mehr daraus. Es entstanden Freundschaften; es wurden Schwestern und Brüder. Und das ist die Antwort auf die zweite Rätselfrage. Die Jugendlichen kamen von Schulen im Land Brandenburg. Sie begleiteten die israelischen Jugendlichen bei den Schulveranstaltungen, zu den Treffen in der Berliner Botschaft Israels, in die Gedenkstätte Sachsenhausen, zum Gespräch mit dem damaligen Brandenburger Bildungsminister, Steffen Reiche, zu den verschiedenen Berlin-Erkundungen und natürlich zum Shoppen.
Das Projekt wurde in Komplizenschaft der RAA Brandenburg und der Regenbogenfabrik angezettelt und durchgeführt. Und das ist die Antwort auf Frage Nummer drei. RAA, das sind Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie im Land Brandenburg. Die Idee der Zusammenarbeit hatte Michael, der am Brandenburger Bildungsministerium arbeitet und sowohl die RAA als auch die Regenbogenfabrik seit Langem kennt. Und das Ministerium hatte auch das Projekt gefördert. In Israel unterstützte es bei der Auswahl und Vorbereitung der Jugendlichen Beit Berl College, Dept. of International Relations.
Über die Projektzeit war die Regenbogenfabrik so etwas wie die Basis-Station, die Zentrale. Hier wohnten die vier Jugendlichen, hier wurden Pläne geschmiedet, Verabredungen getroffen, trafen sich Menschen zum Gespräch. Von hier aus fuhren die Jugendlichen in die Brandenburger Orte, um dort Leute zu treffen und an den Schulen zu diskutieren. Aber hier war eben auch ihr Rückzugsort nach anstrengenden Touren ins Brandenburgische und teils intensiven Diskussionen.
Es waren unvergessliche, sehr intensive Tage mit den jungen Leuten aus Israel und Deutschland. Aus Fremden, den jungen Israelis und den Jugendlichen aus Deutschland, wurden Freund:innen. Was kann es Schöneres geben für die Projekteltern Christine von der Regenbogenfabrik und Jörg von den RAA Brandenburg? Es kann so leicht sein. Friede sei mit euch, Noy, Bissan, Yehuda und Heba!
Durch das Programm führt Euch Klaus Gutjahr. So lautete die Einladung für den Freitag, den 8.2.2019 ins RegenbogenKino
Im Alter von 8 Jahren erlernte Klaus Gutjahr mit seinem Bruder Walter in Leverkusen das Bandoneonspiel von seinem Vater. Nach Abschluss einer Berufsausbildung als Fliesenleger ging er 1968 nach Berlin. Hier begann er ein Musikstudium und schloss dieses als Musiklehrer 1975 an der Staatlichen Musikhochschule (heute Universität der Künste) ab. Seitdem arbeitet er als Musiker.
Seine musikalische Leidenschaft gilt der Barockmusik und dem argentinischen Tango. Beides Musikrichtungen, bei denen er mit den klanglichen Möglichkeiten seines Bandoneons brillieren kann. Ach, seufzen hilft nüscht: 2020 hatten wir schon einen Plan für ein weiteres Konzert gefasst, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir hoffen auf entspanntere Zeiten.