Auflösung Bilderrätsel achtzehn

Wer hats gewusst? Und wenn ja, wer weiß, was das für ein Gebäude ist?

Am Paul-Lincke-Ufer 20–22, Höhe Hobrechtbrücke, befindet sich das ehemalige Abspannwerk Kottbusser Ufer der (ehemaligen) Bewag, nach Plänen des Architekten Hans Heinrich Müller erbaut und 1926 in Betrieb genommen. Die Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes wurde 1989 beendet und von 1999 bis 2001 kernsaniert. Heute nutzen Unternehmen aus den Neuen Medien, ein Steptanzstudio, eine gehobene Abendgastronomie, eine Bar mit angeschlossenem Loungegarten.
Das Gebäude, zu dem auch ein vielseitig nutzbarer Veranstaltungsbereich gehört. Der seitliche Turmbau brachte dem Gebäude den Beinamen „Kathedrale der Elektrizität“ ein.

So weiß es Wikipedia.

Da ist aber noch die Geschichte zu erzählen, wie es zu dieser Nutzung gekommen ist. Davor stand 2016 Googles Ankündigung, im alten Umspannwerk einen Google Campus eröffnen zu wollen. Das blieb nicht unwidersprochen:

Demonstration „Google Campus verhindern!“

Mieterecho schrieb: „Sollte der geplante „Google Campus“ tatsächlich wie geplant eröffnen, droht eine weitere drastische Mieterhöhungs- und Verdrängungsspirale, sowohl bei Wohn- als auch bei Gewerberäumen in der Umgebung.

Doch ob der Campus jemals eröffnen wird, ist alles andere als sicher. Die Anwohnerinnen und Anwohner sind wütend. Verschiedene Initiativen rufen zu Aktionen gegen den Campus auf. Es gab und gibt bereits ein breites Spektrum an Widerstandsformen: von Kundgebungen vor dem geplanten „Campus“-Standort über Transparente und Wandmalereien überall in den anliegenden Straßen bis hin zu diversen Farbbeutel-Attacken auf das für den „Google Campus“ vorgesehene Gebäude.“

„Wir sind überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen können, den Google Campus zu verhindern“, sagt Ulrike Schneider vom Initiativkreis „Google Campus verhindern!“.
„Es gibt einen breiten gesellschaftlichen Widerstand und viele Gruppen und Menschen sind bereit, auf ganz verschiedenen Ebenen aktiv zu werden.“

Hier zum Nachlesen ein taz-Artikel vom 24.10.2018.

https://taz.de/Kein-Google-Campus-in-Berlin-Kreuzberg/!5545724/

2 Wochen in der Küche

Wer hat schon die neugierigen Blicke der Kund:innen und zur selben Zeit die genervten Blicke der Kassierer:innen erlebt, wenn man auf einmal an der Kasse steht mit 200 Eiern im Einkaufswagen?

Es ist auch ein schönes Gefühl, von einem Kind mit runden Augen angestarrt zu werden, wenn man mit 15 kg Bananen den Laden verlässt.

Ich hatte das Privileg, für etwa zwei Wochen diese Situationen zu erleben, die mir sonst nie passiert wären, obwohl ich Omelette ganz gerne habe.

Ich bin Freiwillige in der Regenbogenfabrik, eigentlich eher im Kulturbereich, aber seitdem ich hier bin, bin ich im Einsatz wie eine Wetterfahne; in einer Richtung und dann die andere. Ich konnte schon im Hostel mithelfen, habe ein Praktikum in der Holzwerkstatt gemacht und bin täglich auch Journalistin für den Geburtstags-Blog. Mein letztes Abenteuer brachte mich in die Küche, wo sich Corona-Fall und Urlaub überschnitten hatten und meine Unterstützung gebraucht wurde.
Die Kantine in der Regenbogenfabrik bereitet Essen für die Kita in der Struktur und für 3 andere Kitas im Bezirk zu. Das sind manchmal fast 200 Kinder, die zu füttern sind!

Natürlich war es nicht immer so glamourös, wie in einem 3-Sterne Restaurant (nur manchmal), aber es hat mir einen einzigartigen Einblick gegeben in die Funktionsweise einer professionellen Küche, die für große Mengen kocht. Ich musste um 8:30 meistens da sein, konnte ein schickes Küchenhemd und eine Schürze anziehen und dann ging es los. Nach ein paar Tagen habe ich mir auch das Piratentuch für die Haare angeeignet, das fast jede:r anhatte, weil die Haare lieber nicht im Weg sein sollten.

Am ersten Tag habe ich so viele Kartoffeln geschält, dass ich Blasen an den Händen hatte. Am zweiten Tag habe ich mir beim Lauch hacken in den Finger geschnitten und musste schicke Plastikhandschuhe für den Rest der Schicht tragen. Am Ende der zwei Wochen waren meine Hände abgehärtet.
Alles hat sich gelohnt!

Einkaufen gehen, Kisten tragen, Essen im Anhänger liefern, Schälen, Schneiden, Hacken, Wiegen, Einpacken, Putzen, selber Essen.
Wie eine gut geölte Maschine funktioniert die Küche – von Montag bis Freitag. Jede:r hat ihre_seine Rolle und weiß (ungefähr). was als nächstes zu tun ist. Manchmal stand ich in der Mitte mit großen Augen und wartete auf Aufgaben, während sich alles um mich wie ein Wirbelwind bewegte.

In der Regenbogenfabrik fühlt es sich für mich so an, als ob ich jedes Mal, wenn ich in einem anderen Bereich mitmache, einen Stern bekomme und am Ende erreiche ich die volle Sammlung.

Vielleicht kriegt man dann eine Belohnung? Ich ermittle weiter.

Nächster Stopp: Fahrradwerkstatt?

Charlotte Castillon-Weiss

Geburtstagskinder des Tages – Merle, Stephen und Phoenix

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Wir sind die new kids on the block und all unsere Geburtstage im Geburtstagsjahr der Fabrik sind schon gewesen. Darum beantworte ich (Merle) die Fragen für uns als Familie damit wir auch noch im Geburtstagsblog auftauchen können.

Wir sind Ende Dezember im 4. OG bei Martin und Johanna als Untermieter eingezogen, so lange Leila und Tibo mit ihren Kindern in Griechenland sind.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Wir lernen erst alles kennen! Bisher würde ich sagen:
Phoenix: der Wäscheraum aka Toberaum
Stephen: der Hinterhof
Merle: der Nähraum

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

Eine Lichtung im Dunkel des Gendrifizierungsdschungels.

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Noch nicht probiert!

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Viele viele weitere gesunde und bunte Jahre!