Wasserschlacht

Auch Brückenschlacht oder Gemüseschlacht genannt.

Bei der Wasserschlacht kämpften die Bewohner*innen der zwangsvereinigten Ortsteile Friedrichshain und Kreuzberg mit faulem Obst und Gemüse, um die Vorherrschaft im gemeinsamen Bezirk. Ziel war es, die Gegner*innen auf die andere Seite der Oberbaumbrücke zu treiben.

Erlaubt ist Wasser, Mehl und alles, was weich und glitschig ist!

Flaschen, Dosen und alle harten Gegenstände, die Andere verletzen könnten, haben auf der Brücke nichts zu suchen. Wer nicht dreckig werden möchte, sollte sich zum angegebenen Zeitraum nicht im Bereich der Brücke aufhalten.

Umbruch schreibt: Am 28. August 2011 fand nach mehrjähriger Unterbrechung erstmals wieder die traditionelle Wasserschlacht zwischen Kreuzberg und Friedrichshain statt. Die Veranstaltung war zwar wenige Tage zuvor offiziell abgesagt worden – aber trotzdem erschienen ca. 500 Teilnehmer*innen im Umfeld der Oberbaumbrücke. Die inoffizielle Wasserschlacht begann daher auf einer angrenzenden Wiese vor der Brücke und verlagerte sich in ihrem Verlauf zum Schlesischen Tor. Um ein komplettes Chaos zu vermeiden, hatte die Polizei schließlich ein Einsehen und genehmigte die Schlacht doch noch auf der Brücke, wo das feucht-schmierige Treiben schließlich mit einem erstmaligen Sieg Kreuzbergs endete.

Die letzte Wasserschlacht fand im Jahr 2013 statt

Eine Neuauflage ist derzeit nicht geplant.

Wer kann sich noch dran erinnern? Wer war dabei? Schreibt uns!

https://www.youtube.com/watch?v=4Iunq1krm5g

Geburtstagskind des Tages – Anne

1. Seit wann bist bzw. von wann bis wann warst Du hier und in welchem Bereich?

Ich bin seit September 2020 bis Ende August 2021 in der Fabrik (hoffentlich noch viel länger). Ich mache ein FÖJ in der Fahrradwerkstatt und helfe in der Kultur.

2. Welches ist Dein Lieblingsort auf der Fabrik?

Natürlich die Werkstatt, die Rampe vor der Werkstatt; aber mein Lieblingsort ist die Schaukel. Die rechte, weil die linke schräg ist und mein Becken passt nur in die rechte. Ich liebe den Moment ganz oben, wenn man fällt und die Gesichter meiner Freunde, wenn sie schaukeln wiederentdecken.

3. Mit einem Wort: Was ist die Fabrik für Dich?

der schönste Ort Berlins und in einem Wort:
Gemeinschaft

4. Lieblingsessen in der Kantine?

Nudeln mit Brokkolisauce ❤

5. Was wünschst Du der Fabrik zum Geburtstag?

Herzlichen Glückwunsch, dass ihr und wir so lange bestehen, und dass es nach wie vor so ein tolles Projekt ist.

Heute ist der 13. August

Alle werden sich erinnern und sagen: Klar. Ich weiß Bescheid, am 13. August vor 60 Jahren…

Mir war das immer zu wenig. Zumal an diesem Tag mein einer Großvater und eines meiner Patenkinder zur Welt kam. Der eine 1898 in Charlottenburg, was damals noch eine selbständige Stadt war, und der andere 2012 in der Niederlausitz.

Geschichte hat viel zu bieten und natürlich will sie gerne, für meine Phantasie zumindest, andocken an Geschichten, die mit Daten verbunden werden können. Seit langem „erinnere“ ich mich auf diese Art, jedes Jahr erneut und wieder. Bin mir auch bewusst, dass jeden Moment für jeden Menschen etwas anderes Entscheidendes passiert. Irgendwas ist ja immer.

Die Auswahl in meinem Taschen-Kalender (sic) für heute geht so.

1521. 1727. 1871. 1913. 1926. Und in meinem Kalender steht danach in gleicher Reihenfolge: Cortez vernichtet endgültig das Aztekenreich. Im Herrnhut der Gründergeneration feiern sie ein Fest mit Einheimischen und Geflüchteten zusammen. Karl Liebknecht wird geboren. August Bebel düst ab in die ewigen Jagdgründe. Fidel Castro erblickt irgendwo in Kuba das Licht der Welt.

Aber zurück zum geteilten Berlin. Da will ich dann doch eine Geschichte erzählen. Eine, die mit dem Café der Regenbogenfabrik zu tun hat.
Besser: Etwas, was ohne dieses wunderbare Café nie verwirklicht worden wäre.

Ein paar Jahre lang kamen im Rahmen von Bildungsradtouren der Böll-Stiftung jeden Sommer bildungshungrige Touristinnen für ca. zwei Stunden ins Café. Und das Thema jeder kleinen Zeitzeugenrunde war die Frage, wie unterschiedlich der Blick auf diese Stadt Berlin ausfiel, je nachdem, auf welcher Seite der Mauer mensch aufgewachsen war oder wo mensch lebte.
Zur Zeit des sogenannten Kalten Krieges. Und Uta Wilczok und ich, wir waren für diese Gesprächsrunden ausgesucht worden, zwei Guides aus Berlin, die genau darüber mit den Gruppen sprechen konnten.

Uta war Journalistin und aktiv in Ostberlin. Ich beruflich und häuserbewegt unterwegs in Westberlin.

Und wie war das dann zum Mauerfall?

Mit dieser Einstiegsfrage kamen wir jedes Mal ins erzählen – und ins Zuhören. Denn auch unsere Caféhausgruppen hatten ja auch immer etwas erlebt in Zeiten des Kalten Krieges. Wir lernten in diesen Runden, darauf zu achten, dass „Wahrheit“ wohl eher aus vielen persönlichen Wahrheiten besteht. Mit dieser Erkenntnis will ich durchaus weitermachen im Leben.

Wie auch immer. Es waren jedes Mal sehr anregende Gespräche im Regenbogencafé. Und ich gestehe, dass ich nicht nur deswegen dieses Café vermisse.

Ach so.

Was ist denn nun meine Erinnerung an den 13. August 1961?

Hab keine.

Ich war noch nicht mal Schulkind, damals im amerikanischen Sektor von Berlin.

Aber irgendwas ist immer los.

Schönen Tag euch.

Leh von umbruch-bildarchiv

Und Danke fürs Mauerbild an den Kinderbauernhof! (chz)