Kurt Cobain

Heute, 2O. Februar, ist der Tag, den ich jahrelang im Gymnasium mit gelbem Highlighter in meinem Kalender unterstrichen habe, damit ich ja nicht vergesse, meinem Idol mit einer diskreten Referenz in Form eines Nirvana T-Shirts zum Geburtstag zu ehren.

Ich glaub, jeder der ein bisschen Rock Musik mag, erkennt den riesigen Einfluss, den Kurt Cobain auf die Musikwelt hatte. 1967 geboren in Aberdeen, Washington, wurde Kurt Cobain gegen seinen Willen zur Stimme einer Generation in seiner Rolle als Wortführer der Grunge Bewegung innerhalb seiner Band, Nirvana.

Wie kann ich aber nur einen Artikel über einen der bekanntesten Musiker der Welt schreiben und es so aussehen lassen, als ob es auch eine Verbindung zur Regenbogenfabrik hätte?
Leider war Cobain noch nie Gast im Hostel und hat noch nie seine Künste im Kino vorgeführt. Aber die Regenbogenfabrik ist ein Ort, der für Toleranz und Kampf gegen Ungerechtigkeiten steht und genau das hat Cobain versucht, sein ganzes Leben auch zu verbreiten. Seine wütende, Anti-Establishment Lieder spiegelten eine richtige Ablehnung der modernen kapitalistischen Welt und klare Andeutungen an Gerechtigkeitskämpfe, die ihm wichtig waren – wie LGBTQIA+ Rechte, Frauenrechte und Rechte der Minderheiten.
Bei seinen Auftritten verkündete er öfters Botschaften von Toleranz und Anti-Diskriminierung wie diese:

„If any of you in any way hate homosexuals, people of different color, or women, please do this one favor for us—leave us the fuck alone! Don’t come to our shows and don’t buy our records.”

„Wenn einer von euch in irgendeiner Weise Homosexuelle, Menschen anderer Hautfarbe oder Frauen hasst, tut uns bitte diesen einen Gefallen – lasst uns verdammt nochmal in Ruhe! Kommt nicht zu unseren Shows und kauft nicht unsere Platten.“

Durch seine Beziehung zu Tobi Vail, Mitglied der Band Bikini Kill und zu seiner zukünftigen Frau Courtney Love*, Sängerin der Band Hole, bildete er sich seine Meinung über die Sache des Feminismus und Politik und entwickelte eine enge Beziehung mit der Riot GRRL Bewegung und ihrer Szene, die sich radikal für Frauenrechte einsetzte.
Eine Bewegung, die allerdings auch ihren eigenen Artikel verdient.

Cobain setzte sich für die Rechte von LGBTQ+ ein, reiste u.a. nach Oregon, um bei einer Benefizveranstaltung gegen die 1992 in Oregon durchgeführte „Ballot Measure 9“, die Homosexualität auf der gleiche Stufe wie Pädophilie stellte und verbat über diese sich zu informieren, aufzutreten und unterstützte lokale Bands mit LGBTQ+ Mitgliedern.

Das Recht zur Selbstbestimmung beim Schwangerschaftsabbruch, die Heuchelei von religiösen Organisationen, Gewalt gegenüber Frauen und Individualität sind immer wiederkehrende Themen in seinen Texten.

Cobain ist zwar für viele Leute ein Idol geblieben wegen seiner anti-bullshit Art, die sich nicht vor einer kapitalistischen und heuchlerischen Industrie verbeugen wollte. Aber er war auch eine sehr unruhige Seele mit mentalen und -Drogenmissbrauchsproblemen, die durch den Druck des Ruhms vertieft wurden. Diese dunklen Seiten seines Lebens trieben in leider am 05 April 1994 dazu, sich das Leben zu nehmen.

Einen sehr ehrlichen und reichen Einblick in sein Leben findet man durch den 2015 erschienenen Dokumentarfilm Montage of Heck, in dem sich Animation über realen Stimmaufnahmen von Cobain, Skizzen und Texten aus seinen Tagebüchern und Videoaufnahmen vermischen.

Für alles, was du für die Weirdos und Ausgestoßenen dieser Welt gemacht hast: Danke! Leider konntest du kein Geburtstagsinterview mitmachen, aber vielleicht ist das auch ganz gut.

Charlotte Castillon

*Courtney Love und ihre Band gehören selbst nicht zur Riot GRRL Bewegung, aber sie nennt sich Feministin und ihre Texte beschäftigen sich mit feministischen Themen. Und sie ist einfach auch eine sehr coole Frau.

Beitragsfoto von chz gebastelt unter Verwendung eines Bildes von julie aagaard