Kita für die Kleinsten

Im Winter 2016 beschlossen wir nach vielen Überlegungen, die leerstehende alte Töpferwerkstatt zu einer Kita für die Kleinsten umzubauen.

Lange war der Raum weitestgehend ungenutzt geblieben und die Nachfrage an Kitaplätzen gestiegen. Mit Freude und etwas Aufregung sahen wir diesem für uns riesigen Projekt entgegen.

Mit den Architektinnen von baukind fanden wir die perfekten Planerinnen für uns. Sie hatten den Blick fürs Detail, planten mit uns gemeinsam und unterstützten uns bei der Antragsstellung beim Senat. Um auch unseren Eigenanteil zu finanzieren, beschäftigten wir uns erfolgreich mit Crowdfunding und warben Fördergelder bei Trias ein.

Obwohl nur ein kleiner Raum, gab es eine Menge zu tun. Von alter Elektrik, aufsteigender Nässe bis hin zu einem großen Fenstereinbau – es gab fast nichts, was bleiben konnte. Der Raum musste komplett umstrukturiert werden, um kleinen Kindern gerecht zu werden.

Mit viel Eigenleistung und externen Firmen konnten wir die Kita für acht Kinder von 0 – 3 Jahren im Februar 2018 fertigstellen.

Wo vorher ein in die Jahre gekommener Dielenboden war, gab es nun einen hellen Linoleumbelag mit darunter liegender Fußbodenheizung. Mit einer Horizontalsperre bekamen wir die Nässe in den Griff. Durch geschickte Aufstellung neuer Wände mit Schiebetüren – um Platz zu sparen – schafften wir einen Ruheraum, sowie ein kleines Bad. Ein Gruppenraum mit offener Küche vervollständigte das Ganze.

Zum 01.03.2018 konnten wir mit zwei neuen Mitarbeiter*innen die kleine Kita eröffnen.

Ellena Carta

Tag der Schwarzwälder Kirschtorte

Und was die Zuger Kirsch- und Engadiner Nusstorte damit zu tun haben

Gerne nehme ich diesen Tortenehrentag zum Anlass ein erstes Licht auf die 2006 gegründete (22.11.06) Kuchenbäckerei der Regenbogenfabrik vorauszuwerfen und ein wenig aus meiner Kindheit zu plaudern.

Da hat es die Schwarzwälder Kirschtorte also zu einem eigenen Ehrentag geschafft. Zu verdanken hat sie das wahrscheinlich dem Foodblogger Bryan Hopkins aus Alabama. Sein Blog foodimentary.com ist eine echte Instanz in Sachen kulinarischer Feiertage.

Von mir hätte sie keinen Gedenktag erhalten. Ich persönlich halte diese Sahnetorte bestehend aus mit Kirschwasser aromatisiertem Schokoladenbiskuitboden, Kirschen, Sahne und Schokoflocken für masslos überschätzt.  

Seit den 1930er Jahren ist sie bekannt und vielerorts äusserst beliebt.

Zu ihrem Namen kursieren vier Erzählungen: Die dunklen Schokoraspeln würden an einen dunklen Wald, wie den Schwarzwald, erinnern. Das Kirschwasser, einer ihrer zentralen Zutaten, wird überwiegend im Südschwarzwald produziert. Ein dritter Narrativ rekurriert auf einen schweizerischen Vorläufer, daher womöglich die schweizerische Bezeichnung Schwarzwäldertorte. Die vierte Erzählung stellt eine Analogie zur traditionellen Frauentracht der Dörfer Gutach, Krinbach und Reichenbach her. Das Schwarze Kleid würde durch die Schokoflocken, die weisse Bluse mit der Sahne und der typische Bollenhut mit roten Kugeln durch die Kirschen symbolisiert.

Wo auch immer der Name herkommen mag, seit dem 19. Jahrhundert ist ein Nachtisch aus Kirschen, Sahne und Schokolade bekannt.

Aber wo wurde die Schwarzwälder Kirschtorte denn nun wirklich kreiert?

Bisher glaubte man, der Konditor Josef Keller (1887-1981) habe sie für sein Café Agner im Bonner Vorort Bad Godesberg bereits 1915 erfunden.

Der Tübinger Stadtarchivar Udo Rauch sieht das aber anders. Er meint, die Geschichte der Schwarzwälder Kirschtorte müsse umgeschrieben werden. Rauch verwies 2007 auf den Konditormeister Erwin Hildenbrand. Dieser habe für das Tübinger Café Walz im Frühjahr 1930 die erste Schwarzwälder Kirschtorte gebacken. Belege für die eine oder andere Geschichte gibt es nicht. Die Indizien vom Tübinger Ursprung scheinen jedoch eine Spur glaubhafter als jene des Bad Godesberger Ansatzes.

Gesichert jedoch ist, dass diese Sahnetorte 1934 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Im Backbuch „250 Konditorei- Spezialitäten und wie sie entstanden sind“ von J. M. Erich Weber findet sich erstmals ihr Rezept.

Seit 2006 findet in Todtnauberg im Schwarzwald alle 2 Jahre das Schwarzwälder Kirschtortenfestival statt, an dem Amateur*innen wie Profis mit ihren Torten in Wettstreit treten.

In Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA hat dieses geschichtete Gebäck aus Sahne, Kirschen, Kirschwasser und Schokolade längst den Siegeszug angetreten und zählt zu den populärsten Torten der Welt.

Auch in der Kuchenbäckerei hatten wir sie fast von Anfang an im Angebot.

Aber ich habe sie nie gebacken. Nein, ich habe sie noch nie in meinem Leben hergestellt. Wie käme ich auch dazu? …

Maria Marchetta hat noch sehr viel mehr zu sagen über Torten an und für sich, über das Leben und mehr. Doch lassen wir uns dafür Zeit. Zu schade, das in einem Happs zu vertilgen.

Fortsetzung folgt!

12. April 2021

Ehrentag des Unkrauts

Dem Un.Kraut wurde nun ein Tag, genauer gesagt ist es der 28. März, gewidmet. Bestimmt war gemeint: ‚Und dem Kraute‘ wird wegen seiner Vielgestalt, seinen erstaunlichen Kräfte und zig Anwendungsgebieten seit Menschengedenken die Ehre erwiesen.

Schlichtweg aber geht es hier um die Pflanze an sich – denn fast jedes Kraut entfacht seine Wirkung mit Nutzen für Mensch oder Tier. In einer Zeit, wo der Beton viel gefräßig die Erde verschlingt, wurde das aber auch mal wieder Zeit sich den Gewächsen einen einzigen Tag im Jahr  zuzuwenden und die Halme in der Stadt zu suchen, zu zählen, zu betrachten und zu käuen.

Beruhigt am Endes des Tages feststellen zu dürfen, dass es trotzdem zwischen Ritzen und auf Dächern wächst, gar den Beton zu sprengen vermag, fällt einem dazu nur ein:

Un.das.Kraut vergeht nicht!

Jeanine Fornacon ist Dipl. – Ing. Landschaftsplanerin/ FLL – zertifizierte Baumkontrolleurin. Sie ist selbständig und hat ihren Schwerpunkt in Gartenplanungen, Kitaumplanungen zu naturnahen Außenanlagen und partizipativen Planungs-und Umsetzungsverfahren zusammen mit NutzerInnen.